KiWi Verlag NetGalley.de
Zu Beginn des Buches stellen Kerstin Signe Danielsson und Roman Voosen die beiden Ermittler Svea Karhuu und Jon Nordh etwas vor und geben kleine Hinweise, was wichtig ist um sich in der aktuellen Rahmenhandlung zurechtzufinden, wo es immer einen wohldosierten Einblick ins Privatleben der beiden Hauptfiguren gibt.
Da die junge engagierte Ermittlerin Svea und der erfahrende Kommissar Jon recht unterschiedliche Charaktere sind, mussten sie sich anfangs erst etwas „beschnuppern“ und einen Weg finden, wie sie miteinander als Team arbeiten. Mittlerweile haben sie einen Draht zueinander gefunden, schätzen einander und kommen gut miteinander zurecht.
In der aktuellen Handlung bekommen sie es mit einem sehr komplizierten Fall zu tun:
Die beiden werden nach Schonen in eine alternative Wohngemeinschaft gerufen. Drei Teenager aus dieser Gemeinschaft wurden erschossen aufgefunden. Eine mit Blut an die Wand geschriebene Botschaft irritiert und ist nur einer von vielen Ermittlungsansätzen.
Die Mitglieder dieser esoterisch ausgerichteten Gemeinschaft sind bei der Aufklärung der Todesfälle nicht besonders entgegenkommend und scheinen keineswegs mit offenen Karten zu spielen. Wer nicht mehr in das Gefüge dieser Gemeinschaft passt, wird „verstoßen“ bzw. muss ausziehen, wie z.B. der Vater eines der Opfer, weil seine psychischen Auffälligkeiten nicht mehr tragbar waren… Hat er etwa zur Waffe gegriffen?
Im Verlauf wird deutlich, dass das Leben der Teenager in dieser Gemeinschaft sehr eingeengt war, denn z.B. Handys waren verboten. Bei körperlichen oder seelischen Beschwerden war nur der Gang zu einem Heilpraktiker erlaubt. Hier galt es durch Kräutertees oder meditative Selbstheilungsprozesse die Beschwerden zu beseitigen…
Die sehr anschaulich geschilderten Szenerien verleihen den sehr weitreichenden und immer tiefergehenden Ermittlungen eine sehr düstere und beklemmende Note. Verdächtige Personen gibt es zu Hauff, doch kooperativ sind die wenigsten, es wird geschwiegen, sich bedeckt gehalten, hämisch gegrinst oder es kommt zu Handgreiflichkeiten gegenüber den Ermittlungsbeamten.
Bevor das Ermittler-Team hier greifbare bzw. brauchbare Ergebnisse vorweisen kann, dauert es einige Zeit, die aber beim Lesen wie im Flug vergeht, denn je mehr Puzzlesteine hier umgedreht werden und sich langsam zu einem Gesamtbild zusammensetzen, umso erschreckender und nervenaufreibender ist das Endergebnis.
Eine kleine Anmerkung noch: Die sich hier herauskristallisierende Thematik ist „schwer verdaulich“ und vielleicht nur für nervenstarke Leser geeignet.
Band Nr. 2 bekam von mir vier Punkte. Ich kann nur sagen, diesmal gibt es die volle Punktzahl für Spannung, Nervenkitzel und ein unvorhersehbares Ende, was mir wirklich gut gefallen hat. So darf es gern noch lange weitergehen.
Fazit: Band Nr. 3 der Krimi-Reihe bekommt die volle Punktzahl für nervenaufreibende Spannung und einen unvorhersehbaren Ausgang des Geschehens! Gern weiter so!