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Viveca Sten: Gnadenopfer

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Knapp ein Jahr ist vergangen seitdem ich den vierten Band der Hanna-Ahlander-Reihe mit dem Titel „Lügennebel“ in der Hörbuchversion hier vorgestellt habe.
Mittlerweile ist der fünfte Band „Gnadenopfer“ erschienen, den ich als E-Book genossen habe. Und darum geht es diesmal:
Die Handlung startet im Dezember. Man bekommt eine beklemmende Szenerie geboten, die einem die Nackenhaare hochstehen lässt.
Nach einem Zeitsprung ist es bereits März und es gibt einen Blick in die Rahmenhandlung, wo Hanna Ahlander gerade eine kleine Auszeit von ihrer beruflichen Tätigkeit als Polizeikommissarin mit ihrem Kater Morris genießt. Ihre Gedanken kreisen um ihren Kollegen Daniel Lindskog, der sich seit geraumer Zeit merkwürdig abweisend ihr gegenüber verhält. Ihr ist schleierhaft warum. Sie kann sich keinen Reim darauf machen….
Wer die Krimi-Reihe von Beginn an kennt, der weiß, warum sich Daniel so verhält, aber ich werde es nicht verraten, denn die Autorin gibt hier genug Auskunft und erzählt auch diesen Handlungsstrang ausführlich weiter, der letztendlich in einem Cliffhanger endet…
Im Dienst zurück auf dem Revier bekommt Hanna einen fragenaufwerfenden Anruf von Margareta Ekman. Diese erzählt ihr, dass ihr Vater kürzlich verstorben sei. Er sei bei guter Gesundheit gewesen, auch wenn er schon 90 Jahre alt war. Erst kurz vor seinem Tod habe sie ihn zu einem Arztbesuch begleitet, wo ein Check-up durchgeführt wurde, der gute Werte ergeben habe. Daher kann sie nicht glauben, dass er „einfach so gestorben sei“. Da ihr Vater allein lebte, bekam er Unterstützung durch einen privaten Pflegedienst. Dort habe sie nachgefragt, ob sich ihr Vater unwohl gefühlt habe oder ob es sonst eine Erklärung für seinen plötzlichen Tod gab. Dort habe sie nur den Hinweis bekommen, dass ihr Vater halt alt gewesen sei….
Bei Hanna meldet sich ihr Bauchgefühl, und sie holt Erkundigungen ein. Im Verlauf stößt sie auf Ungereimtheiten und auf zwei weitere suspekte Todesfälle bei älteren Menschen. Auch hier war der private Pflegedienst involviert. 
Weitergehende Recherchen münden dann in umfangreichen Mordermittlungen.
Die Szenerien werden anschaulich geschildert und erzeugen eine beklemmende Atmosphäre, die sich durch die Handlung zieht. Insgesamt geht Viveca Sten aber sehr sensibel mit dem Thema um, was mir gut gefallen hat. 
Verdächtige Personen gibt es reichlich, genau wie falsche Fährten, die die Autorin hier geschickt ausgelegt hat. „Das Böse“ agiert gut versteckt und überrascht die Leserschaft am Ende bei der Demaskierung!
Ich lese die Krimis von Viveca Sten schon seit vielen Jahren, denn sie hat einen sehr angenehmen Erzählstil, der auch diesmal wieder zum Tagen kommt.
Nur eins möchte ich anmerken: Mir fehlte trotz der Einblicke in die Gedankenwelt „des Bösen“ das „erklärende“ Motiv bzw. die Beweggründe warum hier gemordet wurde, was schade ist, da hätte ich etwas mehr erwartet.
Fans der Reihe – so wie ich – kommen aber an diesem Buch auf keinem Fall vorbei, zumal man ja auch die Weiterentwicklung der Rahmenhandlung im Auge behalten möchte.
Fazit: Ein Muss für alle Fans dieser Krimi-Reihe, daher gibt es meine Lese-Empfehlung und vier gute Punkte!

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