Fall Nr. 7 für Kommissar Fabian Risk
Seit 2015 bin ich ein großer Fan dieser schwedischen Krimi-Reihe, denn damals erschien das erste Buch der Reihe um den Ermittler Fabian Risk mit dem Titel „Und morgen Du“. Die Lesung der Hörbuchfassung hatte damals und auch aktuell David Nathan mit seiner unverwechselbaren Stimme (vielen z.B. als Synchronstimme von Johnny Depp oder Christian Bale bekannt) übernommen, was aus meiner Sicht schon immer ein großer Pluspunkt ist.
Ein wenig Zeit sollte man für das aktuelle Hörbuch „Wellengrab“ schon einplanen, aber gefühlt ist die über 16-stündige spannende Lesung wie im Flug vergangen.
Inhaltlich etwas preiszugeben, ist schwierig, denn die Gesamthandlung ist sehr komplex und fügt sich aus verschiedenen Sichtweisen und Szenerien nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen:
Nachdem Kommissar Risk im vorherigen Buch „Meeressarg“ privat einiges verkraften musste, verbringt er aktuell gerade etwas Zeit mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Abgelenkt durch ihr Geplänkel über Matildas Versuche ihren Vater „zu verkuppeln“ wird ihnen erst etwas verzögert bewusst, dass ringsherum an der Küste keine Lichter mehr zu sehen sind. Ein plötzlicher, weitreichender Stromausfall ist der Grund dafür…
Fabian Risk und sein Team bekommen es mit den Auswirkungen dieses Black Outs zu tun, wo merkwürdige Dinge passiert sind wie u.a. ein Fragen aufwerfender Banküberfall, wo die Diebe mithilfe der Zugangskarte eines Mitarbeiters ins Gebäude gelangten. Dieser Mann hat aber ein hieb- und stichfestes Alibi…
Die Ermittlungen in diesem Fall gestalten sich schwierig, denn es gibt widersprüchliche Zeugenaussagen, oder die Befragten verhalten sich merkwürdig, scheinen irgendetwas zu verbergen, rücken aber nicht mit der Sprache heraus..
In diese verwirrenden Ermittlungen hinein bekommt Fabian Risk einen merkwürdigen Anruf einer alten Freundin, deren Tochter offenbar während des Stromausfalls verschwunden ist. Da anfänglich noch die Vermutung im Raum steht, dass ein Familienmitglied das Kind entführt haben könnte, vergeht wertvolle Zeit, dann erst wird über ein gefundenes Schriftstück berichtet, dass den Eltern des Mädchens verbietet, die Polizei einzuschalten..
Kein Einzelfall, wie sich dann herausstellt ….
Als es Fabian Risk gelingt einen Zusammenhang zwischen diesen ganzen Merkwürdigkeiten zu erkennen, gerät er selbst in Gefahr und weiß bald nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann, denn hier agiert ein übermächtiger, absolut rücksichtsloser Gegner, dessen undurchsichtiges „Netzwerk“ bis in die obersten Machtetagen zu reichen scheint.
Die Atmosphäre wird immer beklemmender und Teile der Handlung erinnerten mich an Szenen, die einst George Orwell in seinem Buch „1984“ niederschrieb.
Durch die fesselnde Lesung springt ganz schnell das Kopfkino an, man hat die Szenerien direkt vor Augen und befindet sich „mitten im Geschehen“, sodass man ab und an Gänsehaut bekommt, aber auch an humorvollen Passagen teilnehmen kann. Die Mitwirkenden bekommen durch David Nathans Stimmnuancen eine „eigene Stimme“, sodass sie gut unterscheidbar sind. Für mich war das mal wieder Hörgenuss vom Feinsten!
Alles in allem hat Stefan Ahnhem erneut einen spannenden Krimi geschrieben, der eine düstere, unheilvolle Thematik aufgreift, die nachdenklich macht und beim Blick ins aktuelle Weltgeschehen noch beklemmender wirkt.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannungsgeladenen Krimi, der durch David Nathans fesselnde Lesung zum Hörgenuss vom Feinsten wird!
Hanna Ahlander ermittelt wieder
Viveca Sten nimmt Krimi-Fans mit in den Hohen Norden, genauer gesagt nach Schweden in den beschaulichen Ort Åre, wohin es eine Gruppe von sechs Studenten gezogen hat, die sich im Januar eine Auszeit gönnen, um Ski zu fahren.
Nachdem sie ihr etwas abgelegenes Domizil bezogen haben, das einen gehobenen Standard bietet, lassen sie es sich gutgehen und nach einem leckeren Essen, ist Partytime angesagt. Es fließt reichlich Alkohol und an manchen Stellen blitzt schneeweißes Pulver hervor, was dazu führt, dass bei sonst eher schüchternen Personen, alle Hemmungen verloren gehen….
Obwohl abgelegen, gibt es aber doch in der näheren Umgebung einen Nachbarn, der sich durch die laute Musik zu später Stunde gestört fühlt und er macht sich auf den Weg um dem Treiben ein Ende zu setzen. Doch was er dort erlebt, irritiert und erzürnt ihn zu tiefst, weswegen er wieder zuhause, nur schwer in den Schlaf findet.
Am nächsten Morgen gibt es für die Studenten ein böses Erwachen, denn eine junge Frau aus ihrem Kreis ist erst wie vom Erdboden verschwunden und wird dann spärlich bekleidet tot im Schnee gefunden…
War es ein Unfall oder gar Mord?
Die Ermittlungen im Todesfall der jungen Studentin übernehmen Hanna Ahlander und Daniel Lindskog. Was die verbliebene Studentenclique zu berichten hat, ist wenig hilfreich, denn niemand kann/will sich nachvollziehbar erinnern, was in der Nacht zuvor geschehen ist, so das der aktuelle Titel „Lügennebel“ gut passt. Im weiteren Verlauf verdichtet sich diese nebulöse Szenerie noch mehr, denn kaum gibt es Verdachtsmomente, werden sie von dem einem oder mehreren aus der Clique widerlegt bzw. jemand anders bezichtigt. Diese harte Nuss bekommt erst ganz langsam Risse bis sich am Schluss alles klärt, sich aber auch Abgründe auftun..
Hanna Ahlanders Gefühlswelt war ja schon im vorherigen Buch „Blutbuße“ durcheinandergeraten. Das hat sich im aktuellen Geschehen immer noch nicht gegeben, sie ist zwar eine neue Partnerschaft eingegangen, doch ihre Gedanken kreisen oftmals um eine ganz andere Person…
Ich mag Viveca Stens „leisen“ Erzählstil, wo sich langsam, aber stetig der Spannungsbogen durch die Handlung schlängelt.
Wer hier letztendlich das Böse verkörpert, erfährt man erst ganz am Schluss, obwohl ich – warum auch immer – eine kleine Ahnung hatte, wer es sein könnte und lag tatsächlich richtig, was aber keinen Minuspunkt gibt, denn den Ausgang der Geschichte konnte ich nicht vorhersehen.
Bis der Kriminalfall geklärt ist, dauert es und die Handlung zieht sich etwas, denn mit offenen Karten spielt keiner der Mitwirkenden, sei es nun bei den Ermittlungen um den Tod der Studentin oder auch im Privatleben der Ermittler, denn da ist immer noch das eine oder andere Gefühlschaos vorhanden, was sich für meinen Teil jetzt lange genug hingezogen hat und etwas vom roten Faden abschweifen lässt, was etwas schade ist.
Seit Beginn der Reihe genieße ich die Hörbuchfassung! Vera Teltz mit ihrer einfühlsamen Vortragsweise lässt die passende Atmosphäre aufkommen und die Figuren (wiedererkennbar) lebendig werden, so dass man mehr als neun Stunden gute Unterhaltung präsentiert bekommt.
Fazit: Hörenswertes aus dem Hohen Norden! Vera Teltz beschwört mit ihrem Vortag die passende Atmosphäre herauf und lässt die Mitwirkenden (wiedererkennbar) lebendig werden!
Der zweite Fall für Eva Nyman














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