Bisher habe ich von der Autorin alle erschienen Bücher der sehr spannenden „Grenzfall-Krimi-Reihe“ gelesen oder wie zuletzt, „Ihr Grab in den Fluten“ angehört.
Nun war ich gespannt, was mich bei „Blut für Blut“, einem eigenständigen Roman von Anna Schneider erwartet:
Der Prolog spielt in der Vergangenheit und beschert einem schon mal eine Gänsehaut.
In der Gegenwart lernt man Sophie Roth kennen, die in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus einer ungesunden Beziehung flieht. Trotz ihrer Angespanntheit und Angst vor Entdeckung, findet sie den alten, abseitsstehenden Bauwagen wieder, den sie durch Zufall vor geraumer Zeit entdeckt hatte. Hier richtet sie sich notdürftig ein und hofft darauf, dass sie bald einen guten Job als Fotografin findet.
Ein Mitglied der wohlhabenden Familie Grafinger macht ihr ein hoch dotiertes Angebot. Sie soll analoge Porträts von der gesamten Familie anfertigen.
Zwar freut sich Sophie über diesen anspruchsvollen Auftrag, aber die anberaumten Termine auf dem imposanten Gut erweisen sich dann doch schwieriger als gedacht.
Durch den großzügigen Vorschuss für den Auftrag mietet Sophie sich ein kleines Ladengeschäft, wo sie die Bilder in ihrem eigenen Labor entwickelt und im Hinterzimmer (gut versteckt) ein Schlafsofa aufgestellt hat, um nicht mehr im Bauwagen schlafen zu müssen.
Immer noch sensibilisiert und auf der Hut, dass ihr Ex ihren Aufenthalt herausfindet, zuckt sie bei jedem unbekannten Geräusch zusammen.
Ob es an der besonderen Atmosphäre bei der Familie Grafinger liegt oder die anstrengenden Fototermine sind, vermag Sophie nicht zu sagen, aber sie hat auch seit einiger Zeit das Gefühl verfolgt und beobachtet zu werden.
Dann passieren einige Dinge, die sie noch mehr in Aufruhr versetzen und ihren Verdacht noch befeuern, aber sie kann sich vorerst wieder beruhigen.
Bei der Durchsicht der entwickelten Bilder entdeckt Sophia dann auf einem davon im Hintergrund ein Gesicht, das sie völlig aus der Bahn wirft und sie nichts anderes mehr denken kann als: Hat jemand herausgefunden, wer ich wirklich bin?
Was es damit auf sich hat, verrate ich hier natürlich nicht.
Von Anfang an schwebt eine angespannte, etwas düstere Atmosphäre über dem Geschehen und man merkt bald, dass etwas Unheilvolles unter der Oberfläche brodelt, das nur auf den richtigen Moment wartet, um aus der Deckung zu kommen.
Das Buch liest sich gut und die Seiten fliegen nur so dahin. Das Schwenken von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück ist der Autorin gut gelungen, sodass man keine Schwierigkeiten beim Einordnen des Geschehens hat.
Allerdings tue ich mich immer etwas schwer mit Begriffen wie „Zeitverlust“, Erinnerungslücken oder „Blackouts“, die benutzt werden, um den seelischen Zustand einer Person zu beschreiben. Ich finde, solche Dinge gehören in den Bereich der Medizin und nicht in spannende Bücher. Aber dies nur am Rande.
Bis zum letzten Drittel der Handlung fand ich die Geschichte fesselnd und spannend. Als es dann in Richtung „Auflösung“ ging, wurde es vorhersehbar und es war keine Überraschung mehr für mich in welche Richtung sich das „Blatt“ wendet, was aber noch keinen Punktabzug gibt.
Aber die Erklärung was es mit „Blut für Blut“ auf sich hat, fand ich dann im Gegensatz zum Rest des Buches weniger gut gelungen, da hätte ich mehr bzw. etwas anderes erwartet. Auch der Teil, wo es um die Strafverfolgung geht, war für mich nicht ganz nachvollziehbar, wenn man mal bedenkt um welche Altersgruppe es hier geht.
Alles in allem habe ich den spannenden Roman aber gern gelesen. Nur wie oben ausgeführt, wurde es für mich zum Ende hin etwas „unrund“ und holprig, sodass ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Anna Schneiders neuer Roman ist anders als gewohnt, dennoch wird man spannend unterhalten
Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich etwas von Camilla Läckberg gelesen habe; genauer gesagt war es 2023, wo ich das bisher letzte Buch aus der spannenden und mittlerweile auch verfilmten Falck/Hedström-Reihe „Kuckuckskinder“ hier vorgestellt habe. Tatsächlich habe ich die Autorin auch einmal live bei einer Lesung erleben dürfen, was mir in guter Erinnerung geblieben ist.
Eher durch Zufall bin ich auf den dritten und wohl auch letzten Teil der „FAYE-Reihe“ mit dem Titel „Revenge“ aufmerksam geworden. Da ich den angenehmen Schreibstil der Autorin gut kenne, habe ich es gewagt, dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse zu lesen. Und darum geht es inhaltlich:
Faye, die Hauptfigur dieses Buches lernt man sprichwörtlich „hinter schwedischen Gardinen“ kennen. Wie es dazu gekommen ist, erzählt die Autorin geschickt in Zeitsprüngen und aus unterschiedlichen Perspektiven, sodass das Einordnen keinerlei Schwierigkeiten bereitet.
Teil 1 der Gesamthandlung ist mit „Acht Monate zuvor“ betitelt:
Die erfolgreiche Unternehmerin Faye Adelheim hat privat schwierige Zeiten durchlebt. Sie hofft, diese nun endlich hinter sich zu haben und blickt daher vorsichtig optimistisch in die Zukunft.
Während eines Restaurantbesuchs kommt es dann für sie zu einer dramatischen Wende in ihrem Leben, denn sie sieht durch eine Fensterscheibe in die furchteinflößenden, stechenden Augen ihres Vaters! Dieser ist offenbar aus dem Gefängnis geflohen und jetzt auf einem Rachefeldzug, wobei Faye an oberster Stelle steht!
Da ihr Vater seit jeher ein gefährlicher, brutaler und unberechenbarer Mann ist, stellt sein Auftauchen nicht nur für Faye allein eine ernstzunehmende Bedrohung dar, sondern dies gilt auch für ihre Familie.
Faye nimmt allen Mut zusammen, denn sie will sich ihrem Vater nicht kampflos ergeben, daher versammelt sie ihre Vertrauenspersonen um sich und sie offenbart ihnen ihren Plan, denn sie ist fest entschlossen, sich ein für alle Mal dieser Bedrohung zu entledigen…
Ob ihr Plan aufgeht, wird hier nicht verraten…
Ich hatte keine Schwierigkeiten, dem Inhalt dieses Romans (?) – ich finde Thriller trifft es besser! – ohne Vorkenntnisse zu folgen. Einmal mehr hat Camilla Läckberg bewiesen, was für eine tolle Geschichtenerzählerin sie ist!
Die Szenerien werden bildhaft beschrieben, sodass man sie direkt vor Augen hat. Auch die mitwirkenden Figuren sind gut gezeichnet und wiedererkennbar.
Besonders der Balance-Akt zwischen „gut und böse“ ist der Autorin gut gelungen, denn manch eine mitwirkende Figur kommt auf den ersten Blick nett und sympathisch rüber, obwohl man dann auch von einer dunklen Seite erfährt, wo es zu kriminellen, mörderischen Handlungen kommt.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, nur an manchen Stellen fand ich die Handlung etwas „unrund“ bzw. vorhersehbar, sodass ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe und meine Lese-Empfehlung ausspreche, da Spannung von Anfang an vorhanden ist und man selbst ohne Vorkenntnisse der fesselnden Handlung folgen kann.
Fazit: Camilla Läckberg beweist einmal mehr was für eine tolle Geschichtenerzählerin sie ist! Sie kann auch diesmal mit spannender und fesselnder Unterhaltung punkten!
argon
Gerade hatte ich es mir gemütlich gemacht und lauschte der Stimme von David Nathan – der zu meiner großen Freude die Lesung des 15. Falls von Zorn und Schröder übernommen hat – als ich aufhorchte und die „Vorbemerkung“ des Autors hörte, wo er von seinem Roman erzählte, der im Vorfeld unter dem Titel: „Der nette Herr Heinlein und die Leichen im Keller“ erschienen ist.
Dieser Roman bildet gewissermaßen die Vorgeschichte des aktuellen Zorn-Falls. Leider war mir dieser Roman nicht bekannt, was ich aber schnell nachgeholt habe. Da es sich lohnt, die Geschichte des Feinkosthändlers Norbert Heinlein, in dessen unmittelbarer Nähe es immer wieder zu Todesfällen kommt, zu kennen, kann ich nur jedem empfehlen, vor dem neuen Zorn-Krimi es mir gleichzutun und den Roman zu lesen oder anzuhören!
Die Hörbuch-Lesung hat übrigens auch David Nathan übernommen, was immer eine gute Wahl ist, zumal ich seine markante Stimme sofort erkenne, denn als Synchronsprecher von Johnny Depp und vielen anderen Schauspielern ist er stimmlich in vielen Filmen präsent.
In einer kleinen „Roman-Zusammenfassung“ lässt Stephan Ludwig den Feinkosthändler kurz vor dessen 62. Geburtstag sein bisheriges Leben Revue passieren, wo die Worte glücklich und optimistisch vorkommen, obwohl er auch schwere Zeiten durchgemacht hat. Der bereits in dritter Generation penibel geführte Laden öffnet – auch wenn die Geschäfte nicht mehr so gut laufen – jeden Morgen auf die Sekunde genau um 10 Uhr und die altehrwürdige Einrichtung wird liebevoll gepflegt. Seit geraumer Zeit beschäftigt Herr Heinlein einen jungen Mann, der mittlerweile wie ein Sohn für ihn ist, der ihn im und um den Laden herum bei vielerlei Dingen behilflich ist.
Heinlein ist stets höflich und zuvorkommend seiner Kundschaft gegenüber und gibt sein Fachwissen gern an diese weiter. Immer mal wieder ist Kommissar Schröder Kunde bei ihm und kennt daher seine zuvorkommende Art und Weise.
Warum und weswegen er einmal die „Akte Heinlein“ in der Hand halten wird, davon handelt die aktuelle Geschichte „ZORN – Die Akte Heinlein – „:
Man kann es kaum glauben, aber Claudius Zorn geht mit (s)einem Dackel namens Dumbo bei eisigen Temperaturen Gassi. Ganz einvernehmlich ist dies nicht, denn Zorn grummelt wie man ihn kennt und es beginnt ein kleines Machtgeplänkel als der Hund in eine andere Richtung will als er… Dumbo punktet auf der ganzen Linie, er entweicht Zorn und entdeckt dann etwas, dass sich später als abgetrennte menschliche Hand entpuppt, an der bereits einige Finger fehlen…
Im Verlauf stellt sich die Frage, wo ist die Person, der nun eine Hand fehlt und lebt sie überhaupt noch?
Fragen über Fragen, die sich die beiden Kommissare stellen, aber kaum ein offenes Ohr bei ihren Vorgesetzten für weitere Ermittlungen finden.
Was dies mit den Leichen im Keller aus dem oben erwähnten Roman und dem netten Feinkosthändler Heinlein zu tun hat, da macht Claudius Zorn dann einer Eingebung folgend, eine eiskalte Entdeckung und von jetzt auf gleich hängt sein Leben nur noch an einem seidenen Faden….
Einmal mehr ist es Stephan Ludwig gelungen, seine beiden Kult-Kommissare durch eine spannende, teils eiskalte Szenerie zu schicken, die aber auch wie gewohnt mit sehr humorvollen Passagen (ich denke da ganz besonders an die Szenen mit Dumbo 😊) angereichert ist.
Durch David Nathans ganz besondere Vortragsart springt recht schnell das „Kopfkino“ an und die Figuren/Szenerien werden lebendig und man erlebt hier Hörgenuss vom Feinsten!
Fazit: Volle Punktzahl auf der ganzen Linie für den 15. Fall der beiden Kult-Kommissare! Durch David Nathans besondere Vortragsart wird die Handlung lebendig und man erlebt Hörgenuss vom Feinsten!
Harlan Coben ist mir seit vielen Jahren als meisterhafter Geschichtenerzähler bekannt, zuletzt hatte ich seinen Thriller „In tiefster Nacht“ gelesen und hier vorgestellt.
Reese Witherspoon ist mir als Schauspielerin aus den unterschiedlichsten Filmen ein Begriff. Nun haben sich die beiden zusammengetan und den Thriller „Ohne ein letztes Wort“ geschrieben:
Die Handlung beginnt in Nordafrika in einem Flüchtlingslager. Während einer schwierigen Operation bei einem 15-jährigen Jungen, rücken feindliche Milizen immer näher an das Lager heran, stecken es in Brand und die Lage dort spitzt sich lebensbedrohlich zu. Wer fliehen kann, tut das, nur Marc, der operierende Arzt verlässt auch auf mehrfaches Drängen nicht den Op-Tisch, denn er will unbedingt seine Arbeit zu Ende bringen. Dann stürmen die bewaffneten Milizen herein….
Nach einem Zeitsprung von einem Jahr lernt man die renommierte Ärztin für plastische Chirurgie Maggie McCabe kennen, die genau wie ihr verstorbener Mann Marc bei der Armee gedient hat und im Fronteinsatz in Krisengebieten im Einsatz war. Doch nach dem Tod ihres Mannes gerät ihr Leben immer mehr in Schieflage. Sie nimmt Tabletten um den Alltag zu bewältigen, denn sie hat große finanzielle Schwierigkeiten und ganz besonders beruflich ist sie auf dem Tiefpunkt angelangt, denn man hat ihr die Approbation entzogen, d.h. sie darf ihren Beruf nicht mehr ausüben bzw. nicht mehr operieren!
Da kommt das geheimnisvolle Angebot von Dr. Barlow, einem alten Bekannten und mittlerweile – einer der führenden und einflussreichsten plastischen Chirurgen überhaupt – gerade richtig. Er lädt Maggie für weitere Informationen auf sein Luxusanwesen ein, wo er ihr erörtert, dass er im Auftrag eines sehr wohlhabenden, aber menschenscheuen Klienten einen Chirurgen sucht, weil er eine Nasenkorrektur wünscht. Da höchste Diskretion gewünscht wird, steht außer Frage, dass die Bezahlung für diesen Auftrag schwindelerregend hoch ist.
Maggie nimmt ohne lange zu zögern, den Auftrag an. Ein Flugzeug bringt sie an einen geheimen Ort, wo sie sich bald in einem perfekt ausgestatteten Operationssaal wiederfindet. Die Operation gelingt, aber kurze Zeit später ist ihr Patient wie vom Erdboden verschwunden und Maggie gerät in Lebensgefahr….
Ja, was soll ich sagen, ich hatte ehrlich gesagt so meine Schwierigkeiten mit diesem Thriller.
Die Hauptfigur Maggie McCabe wird als brillant, mutig und in ihrem Beruf als Ärztin für plastische Chirurgie aufgehend, beschrieben. Ich fand ihr Handeln bezüglich dem verlockenden Angebot eher blauäugig/naiv und unethisch, denn ohne triftigen Grund bekommt man seine Approbation nicht aberkannt.
Die Gesamthandlung mit einem bunten Mix an Themen wie z.B. Künstliche Intelligenz, plastische Operationen, Luxus pur, aber auch kriminelle Machenschaften wie z.B. Geldwäsche war dann auch noch mit vielen suspekten Mitwirkenden angereichert, die alle keine Sympathiepunkte von mir bekommen, sodass mir das richtige Einordnen und Weiterlesen eher schwerfielen.
Für die Kategorie „Thriller“ war für mich hier zu wenig fesselnde Spannung vorhanden bzw. flackerte sie nur kurz auf, als es um die Frage ging, was in Nordafrika nach dem Eindringen der Milizen weiter passiert war, sonst war Vieles vorhersehbar und nicht überraschend.
Aber wie immer, dies ist nur mein Eindruck von diesem Thriller, hier ist selber lesen angesagt!
Fazit: Schade, dieser Thriller konnte mich leider nicht begeistern
Im Juni 2023 hatte ich hier zuletzt von Joël Dicker „Die Affäre Alaska Sanders“ vorgestellt. Der Roman, der sich als fesselnder Page-Turner entpuppte, hatte mir sehr gut gefallen, weswegen ich die volle Punktzahl vergab und meine unbedingte Lese-Empfehlung aussprach.
Dass Joël Dicker ein meisterhafter Geschichtenerzähler ist, hat er bereits mehrfach bewiesen, seine wunderbaren Romane stehen bei mir im realen oder elektronischen Bücherregal.
Sein neuer Roman „Ein ungezähmtes Tier“ ist gerade erschienen und ich durfte ihn bereits genießen!
Hier gibt es einen kleinen Einblick ins Geschehen:















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