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Schwiecker/Tsokos: Der 1. Patient

Knaur Verlag          NetGalley

Mittlerweile ist der „Der 1. Patient“ der vierte Justizkrimi, den die beiden Autoren gemeinsam geschrieben haben und Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer wieder ihren Auftritt haben.
Der lesenswerte dritte Band der Reihe mit dem Titel „Die letzte Lügnerin“ hatte es im letzten Jahr in sich: Ein hochrangiger Politiker suchte rechtlichen Beistand in Rocco Eberhardts Kanzlei, da er ins Fadenkreuz der Medien geraten war, wo er sich schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen ausgesetzt sah. Eberhardt übernahm das Mandat, ohne zu ahnen, was für ein persönlicher Fall es für ihn werden sollte…
Nach den auch emotionalen Ereignissen in der nahen Vergangenheit ist Rocco Eberhardt nach einer gewissen „Auszeit“ nun mit einem neuen Fall beschäftigt. Seine Mandantin ist die Chirurgin Dr. Sasha Müller, die als Chefärztin in einem Berliner Klinikum arbeitet. Sie wendet sich an den Strafverteidiger, weil ihr bei einer Routine-Op ein Patient gestorben ist. Sie kann sich die Komplikationen während der Operation nicht erklären, da sie sich streng an den Behandlungsplan gehalten hat. Doch das besondere an diesem Behandlungsplan ist, dass er nicht von der Operateurin selbst, sondern von einem KI-System, also einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde.
Das vorliegende Obduktionsergebnis ist eindeutig: Der Tod des Patienten trat infolge eines Behandlungsfehlers auf. Deswegen muss sich Dr. Müller jetzt vor Gericht verantworten. …
War es menschliches Versagen oder hat sich gar die KI geirrt?
Das Thema „KI in der Medizin“ ist am Puls der Zeit. Worum es sich dabei handelt, wird hier von den beiden Autoren von allen Seiten betrachtet bzw. gut und verständlich erklärt, sodass man der Handlung gut folgen kann.
Anmerken möchte ich aber: Obwohl sehr umfangreich nach der Lösung gesucht wird, wer hier für den Tod des Patienten zur Rechenschaft gezogen werden muss, fiel mir ein Aspekt auf, dem nicht weiter nachgegangen wurde, bzw. erst am Schluss zum Tragen kommt. Tatsächlich lag ich damit richtig, sodass mich der Ausgang des Geschehens dann nicht mehr überrascht hat.
Dennoch ist der Justizkrimi gut gelungen, unterhaltsam und lesenswert, weswegen ich insgesamt vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Thematisch am Puls der Zeit, gut gelungen, unterhaltsam und lesenswert!
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Viveca Sten: Tief im Schatten

Der-Audio-Verlag

Der zweite Fall für Hanna Ahlander

Im Oktober 2022 startete mitKalt und still“ die neue Krimi-Reihe der schwedischen Autorin Viveca Sten, die in den kleinen Ort Åre in Nordschweden führt.
Vera Teltz hatte die Lesung der Hörbuch-Version übernommen, was eine sehr gute Wahl war, denn durch ihre angenehme Stimme und ihre Vortragsart wurde die fesselnde Handlung lebendig. Auch das neue Ermittler-Duo Hanna Ahlander und Daniel Lindskog kam bei mir gut an, weswegen ich den Start der Reihe als gelungen eingestuft habe.
 Winterliche Straßenverhältnisse und eisige Temperaturen erschweren dem Ermittler-Duo in „Tief im Schatten“ das Vorankommen, denn sie werden zu einem Leichenfund in der Nähe der norwegischen Grenze gerufen. 
Zu meiner großen Freude hat Vera Teltz wieder die Lesung des Hörbuchs übernommen.  Ihr gelingt es schon nach wenigen Worten, die passende Atmosphäre aufkommen zu lassen, dass man die Mitwirkenden wiedererkennt und es keine Mühe bereitet, in die fesselnde Handlung „einzusteigen“.
Der Anblick, der sich ihnen am Fundort bietet, ist grauenhaft. Eine schneebedeckte männliche Leiche liegt nur spärlich bekleidet in einem Gebüsch. Die Hände sind auf dem Rücken mit Kabelbindern fixiert.  Eine große klaffende Wunde am Hinterkopf und weitere Spuren von großer Gewaltanwendung sind sichtbar.
Dies ist ein Erzählstrang der Gesamthandlung, ein weiterer führt zu Rebecca, einer jungen Frau, die in einer religiösen Familie aufwächst und in deren weiteren Lebensweg man als Zuhörer immer mal wieder Einblick erhält. Doch dann muss etwas Gravierendes geschehen sein, denn von einem Tag auf den anderen erscheint sie nicht mehr zur Arbeit und jede Kontaktaufnahme mit ihr scheitert…
Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht preisgeben, denn dazu ist die Gesamthandlung einfach zu fesselnd und spannend und die Lesung besonders hörenswert!
Die Geschichte, die die Autorin hier erzählt, ist keine leichte Kost. Die bildhaft geschilderten Szenerien zeigen befremdliche Situationen, bewegende Momente und verstörende Bilder, die einen erstarren und die Nackenhaare hochstehen lassen, denn hier liegen Glück, Leid und Hass ganz dicht beieinander.
Immer mal wieder gab es Momente, wo ich dachte, jetzt weiß ich, wer hier von den Ermittlern gesucht wird. Aber ich lag falsch, denn Viveca Sten ist eine meisterhafte Geschichtenerzählerin und überrascht dann auch noch mit einem unerwarteten Showdown bzw. Ausgang der Handlung! Toll, dafür gibt es die volle Punktzahl!
Vera Teltz besondere Vortragsweise lässt einen die Zeit vergessen. Es gelingt ihr, ihre Stimme so zu nuancieren, dass man die eiskalte Kulisse direkt spüren kann. Außerdem bekommen die Figuren „ein Gesicht“, welches man in der nervenaufreibenden Handlung sofort wiedererkennt und das Kopfkino beginnt!
Fazit: Gelungene spannungsgeladene Fortsetzung der Reihe, die durch die Hörbuchfassung noch ein „Sahnehäubchen“ obendrauf bekommt!
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Tina Frennstedt:  COLD CASE – Das letzte Bild

Lübbe

Genau wie die drei vorherigen „Cold-Case“-Kriminalromane der Autorin beruht auch „Das letzte Bild“ auf realen Ereignissen, welche sie zu diesem Buch inspiriert haben. Um welche Kriminalfälle es sich dabei handelt, erfährt man von ihr am Ende in der „Danksagung“.

Zum Inhalt des Buches:

Die schwedische Kommissarin Tess Hjalmarsson hat Urlaub, allerdings nicht ganz freiwillig. Wie es dazu gekommen ist, kann man im spannenden vorherigen Buch der Reihe mit dem Titel „Das gebrannte Kind“ nachlesen. Notgedrungen vertreibt sie sich ihre freie Zeit mit Spaziergängen und Wanderungen in der näheren Umgebung.
In diese Tristesse hinein, erreicht sie ein Anruf des dänischen Profilers Carsten Morris, mit dem Tess bereits einige Male zusammengearbeitet hat. Er bittet sie um ein persönliches Treffen in Dänemark, denn auf einer Internetplattform, die sich „murderpix“ nennt, sind Fotos von unbekannten jungen Frauen aufgetaucht. Eine Dänin konnte bereits als Mathilde B. identifiziert werden, die seit Jahren als spurlos verschwunden gilt.
Wegen eines neu online gestellten Fotos erfolgte der Anruf, der Tess nach Dänemark reisen lässt. Dort kann sie sich selbst davon überzeugen, dass dieses Foto zu einem 17 Jahre alten Cold-Case-Fall führt, der ihr sehr am Herzen liegt. Die Akte hatte sie über die Jahre immer mal wieder zur Hand genommen und darin gelesen, um doch noch vielleicht auf einen Hinweis zu stoßen, was mit Jenny R. passiert ist.
Die geposteten Fotos der beiden Frauen haben Gemeinsamkeiten, die nicht zu übersehen sind, weswegen Tess und das dänische Ermittler-Team sich auf Spurensuche machen….
Aus verschiedenen Zeitebenen und Sichtweisen setzt sich die Gesamthandlung zusammen. Durch den fesselnden Erzählstil fliegen die Seiten nur so dahin. Recht schnell schwebt über dem Geschehen – besonders durch die bildhaft geschilderten Szenerien – eine unheilvolle, nichts Gutes ahnende Atmosphäre.
Die dänischen und schwedischen Ermittler sind mir aus den vorherigen Büchern gut bekannt, weswegen mir das Eintauchen in die aktuelle Handlung gut gelang. Zwar kann man diesen Kriminalroman auch ohne Vorkenntnisse lesen, doch empfehlen kann ich diese spannende Cold-Case-Reihe von Anfang an.
Besonders gut fand ich, dass bei der komplizierten Suche nach dem „Bösen“ zwar immer mal wieder Verdächtige auftauchen, doch die Lösung des Ganzen sich erst ganz am Schluss dem Leser offenbart!
Alles in allem habe ich diesen spannenden Kriminalroman wieder gern gelesen. Durch das Wissen, dass hier reale Vorkommnisse mit eingewoben sind sowie den bildhaft geschilderten Szenerien, standen mir ein ums andere Mal die Nackenhaare hoch, weswegen ich die Fortsetzung der Reihe als gelungen einstufe und meine Leseempfehlung ausspreche.
Fazit: Gelungene, spannende Fortsetzung der Cold-Case-Reihe, die gern noch weiter fortgesetzt werden darf.
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Kate Penrose: Tödlich rauscht die Brandung

Fischer Verlage

DI Ben Kitto ermittelt auf den britischen Scilly-Inseln in seinem 7. Fall!
In der vorherigen Handlung „Düster ruht die See“ musste Ben Kitto neben einer kniffligen Ermittlungsarbeit auch ganz besonders wachsam „durch die Welt“ gehen, denn ein Auftragskiller war auf ihn angesetzt und kam ihm immer näher. Auch in seinem Privatleben zogen dunkle Wolken auf und es kam zu lebensbedrohlichen Situationen, weswegen ein Wettlauf mit der Zeit begann….
Nun ist mit „Tödlich rauscht die Brandung“, der neue Kriminalroman aus dieser Reihe erschienen und seit den letzten Geschehnissen sind drei Monate vergangen:
Die dunklen Wolken in Bens Privatleben haben sich verzogen. Ein „kleiner Sonnenschein“ hat das Licht der Welt erblickt und heißt Noah, weswegen seine Eltern Nina und Ben nun endlich heiraten wollen. Sie stecken mitten in den Hochzeitsvorbereitungen, als ein markanter Piepton Ben zum Einsatz bei der Seenotrettung ruft. Dort ist er seit geraumer Zeit ehrenamtlich tätig. Er eilt zum Bootsschuppen, um an der Rettungsaktion teilzunehmen. Er kann es kaum glauben, als er hört, dass Jez Cardew, ein erfahrenes Mitglied des Rettungsteams, der für seinen heldenhaften Mut bei Einsätzen bereits ausgezeichnetes wurde, auf See vermisst wird. Als man Jez’ Boot entdeckt, keimt etwas Hoffnung auf, doch an Bord ist niemand ...
Die Zeit verrinnt und langsam fängt die Gerüchteküche an zu brodeln, was wohl mit Jez geschehen ist. Ben muss dann aus dem Freiwilligendienst ins Berufsleben wechseln, da man ein Leichenteil auf einer der Inseln gefunden hat. Zu wem der Körperteil gehört, muss erst noch untersucht werden, aber dass hier ein Verbrechen vorliegt, ist unverkennbar und Ben nebst seinem Team fängt an zu ermitteln.
Im Verlauf bekommen Ben Kitto und weitere Mitglieder der Seenotrettung Briefe mit merkwürdigem Inhalt. Jemand scheint einen tief sitzenden Groll gegen sie zu hegen und ihnen nach dem Leben zu trachten. Alle sind alarmiert, wachsam und sich der Gefahrensituation bewusst, bis dann wieder ein Mitglied aus ihren Reihen vermisst wird…
Obwohl ich mich gefreut habe, handlungsmäßig wieder auf die Scilly-Inseln „abtauchen“, hatte ich diesmal Schwierigkeiten, die ganzen Mitwirkenden und ihre „Beziehungen“ untereinander richtig einzuordnen. Auch die Suche nach den Vermissten ist etwas zäh und langwierig, sodass der Spannungsbogen immer wieder abflacht, was schade ist.
Die Auflösung, wer hier den Part des „Bösen“ übernommen hat, war zwar überraschend, der Grund dafür aber zu „einfach“, zumal hier recht brutale Verbrechen begangen wurden.
Diesmal konnte mich die Handlung nicht richtig einfangen. Von Anfang an ist der Verlauf etwas zäh und langatmig. Durch die vielen Mitwirkenden und ihre „Verbindungen untereinander“ wird es unübersichtlich und man muss schon gut aufpassen, damit man den roten Faden nicht verliert, zumal es auch einige Verdächtige gibt. 
Ich vergebe hier drei von fünf möglichen Punkten, die ganz besonders Bens Wolfshund Shadow verdient, denn der hat hier immer den richtigen Riecher und so manche prekäre Situation gerettet.
Fazit: Reicht leider nicht an die vorherigen Bänder heran und ist eher durchschnittliche Krimi-Kost
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Per Sjørndahl: Alsensund

Emons Verlag

Der seitenstarke Kriminalroman „Alsensund“ ist das Debüt des Autors und führt handlungsmäßig in die deutsch-dänische Grenzregion.
In diesem Gebiet werden in kurzem zeitlichen Abstand tote junge Frauen gefunden. Woran sie gestorben sind, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen, aber die Obduktionsergebnisse lassen keinen Zweifel daran, dass in Sachen Mord ermittelt werden muss.
Ein deutsch-dänisches Ermittler-Team wird gebildet, welches sich aus Kommissarin Hanna Wiedmann und Kommissar Marven Sånbergen zusammensetzt.
Es kommt reichlich Arbeit auf die Ermittler zu, die bei ihren Recherchen auf ein altes Tagebuch stoßen. Über den Inhalt dieses Buches erfährt man peu à peu durch kleine, in die Gesamthandlung eingewobene Kapitel. Was man hier erfährt, lässt einem nichts Gutes erahnen.
Noch mehr über den Inhalt dieser komplexen Handlung möchte ich nicht verraten, dazu ist sie zu spannend und lesenswert!
Der Krimi liest sich gut und flüssig, die Szenerien sind bildhaft, weswegen man leicht ins Geschehen „eintauchen“ kann.
Die Thematik, die sich hier langsam entfaltet, ist schon „hard stuff“ und lässt einem die Nackenhaare hochstehen, als klar wird, welche kriminellen Machenschaften damit verbunden sind.
Die Hauptakteure sind gut gezeichnet und recht schnell hat man sie  direkt vor Augen. Allerdings konnte ich mich mit der Figur des Kommissar Marven Sånbergen stellenweise nicht ganz anfreunden, da er irgendwie ohne Nachzudenken (schon fast tollpatschig)  in so manch brenzlige Situation gerät/hineinläuft und dabei einige unschöne Blessuren abbekommt.
Etwas aufpassen muss man auch, da es reichlich Mitwirkende gibt, die man richtig einordnen muss, hier gibt der Autor aber gute Hilfestellung, sodass dies gut gelingt.
Ich muss gestehen, ich hatte so eine Ahnung, wer hinter den perfiden Morden steckt und lag tatsächlich richtig, obwohl der Autor hier geschickt falsche Fährten auslegt und ich letztendlich auch den Schluss-Akkord nicht vorhersehen konnte.
Alles in allem finde ich das Debüt gut gelungen und lesenswert. Durch den Cliffhanger, der hier noch präsentiert wird, hoffe ich, dass dies Buch erst der Anfang einer spannenden Krimi-Reihe ist.
Fazit: Spannendes, gelungenes und lesenswertes Krimi-Debüt, dem hoffentlich von weitere Bücher folgen werden!
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Mathias Lehmann: Tod im Chiemgau

emons

Der Autor ist mir schon etwas länger bekannt, denn ich durfte bereits zwei seiner Bücher – „Flucht“ und „Rote Tränen“ –, die er allerdings unter dem Pseudonym Mike Landin veröffentlichte, genießen.  Ich mochte von Anfang an seinen fesselnden und bildhaften Erzähl-Stil und in letztgenanntem Buch zeichnete sich schon seine Vorliebe für die Alpenregion ab.
Jetzt, also unter dem Autorennamen Mathias Lehmann, ist der Kriminalroman „Tod im Chiemgau“ erschienen.
Die Handlung führt in die Bayrischen Alpen, genauer gesagt, in den von Touristen sehr beliebten und bekannten keinen Ort Reit im Winkl, wohin der Bergführer Toni Hauser nach zehn Jahren Abwesenheit zurückkehrt, denn seinem Vater geht es gesundheitlich sehr schlecht. Die Rückkehr in seinen Heimatort ist für ihn kein einfaches Unterfangen, da damals vor seinen Augen sein bester Freund Hans den Tod fand. Immer wieder nagten im Verlauf der Jahre Zweifel an Toni, ob es sich wirklich um einen tragischen Unfall gehandelt habe. Um Abstand zu gewinnen, hatte er einst sein Zuhause verlassen.
Vor Ort angekommen, erfährt Toni vom Tod seines Vaters. Seine Mutter ist verzweifelt und macht ihm Vorwürfe, dass er zu spät gekommen sei und wendet sich von ihm ab, nur sein jüngerer Bruder freut sich über das Wiedersehen.
Bei einer kleinen Verschnaufpause kommt es zu einer Begegnung, die Toni gern vermieden hätte, denn er trifft auf Hans Vater, der nun Bürgermeister des Ortes ist. Dieser empfängt ihn auch nicht besonders freundlich. Er macht ihm Vorhaltungen, er wäre schuld am Tod seines Sohnes und Toni wäre hier im Ort nicht willkommen und solle sofort wieder verschwinden.
Mit gemischten Gefühlen macht sich Toni auf die Suche nach einer Unterkunft, wo er bis zur Beerdigung seines Vaters bleiben kann, denn Willkommen oder nicht, länger hatte er eh nicht vor in diesem Ort zu bleiben. Doch bis es soweit ist, stirbt erneut jemand vor Tonis Augen, weswegen ihn der Gedanke nicht mehr loslässt, dass er vielleicht derjenige ist, der sterben sollte, aktuell oder auch schon vor zehn Jahren!?
Dieser Kriminalroman hat mich von der ersten Seite „eingefangen“. Die Erzählweise ist fesselnd und bildhaft, wobei die schöne Landschaftskulisse, die man hier präsentiert bekommt, trügt, denn es ziehen schwarze Wolken auf, da sich innerhalb kürzester Zeit einige dubiose Todesfälle ereignen.
Die Figuren sind gut gezeichnet und recht bald habe ich mich trotz der kriminellen Energie, die hier zutage tritt, in der Handlung wohlgefühlt. Durch das zwischenmenschliche Knistern, dem Toni „ausgesetzt“ ist, bekommt dieser Kriminalroman eine charmante Note und ich hoffe, dass dies erst der Anfang einer spannenden und lesenswerten Krimi-Reihe mit Lokalkolorit ist, der ich gern weiter folgen würde.
Da ich ja, – wie oben erwähnt  – die fesselnde Erzählkunst dieses Autors bereits aus anderen Büchern kenne, kann ich nur sagen, auch diesmal hat er „ins Schwarze getroffen“ und einen spannungsgeladenen Kriminalroman geschrieben, weswegen ich meine Leseempfehlung ausspreche und die volle Punktzahl vergebe!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen fesselnden Krimi, dem gern noch weitere folgen dürfen!
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Kristina Ohlsson: Das Feuer im Bootshaus

Der-Audio-Verlag

Die neue Krimi-Reihe der schwedischen Autorin begann 2022 mit dem Titel „Die Tote im Sturm“, die ich damals in der Hörbuchversion genossen habe, denn Uve Teschner hatte die Lesung übernommen. 
Die Handlung führt in den kleinen, idyllischen Ort Hovenäset in Schweden. Dorthin hatte der Vermögensberater August Strindberg nach privaten Turbulenzen seinen Wohnsitz verlegt und zuvor seinen Beruf aufgekündigt. Kurzerhand hatte er die früheren Räumlichkeiten des örtlichen Bestattungsunternehmens gekauft, wo er dann einen Secondhandladen eröffnete. Eigentlich war dieser Umzug geplant, um in seinem Leben etwas Ruhe einkehren zu lassen, doch das war August Strindberg nicht vergönnt …..
Nun ist etwas Zeit vergangen und er ist in dem kleinen Ort  „angekommen“. Die Menschen dort haben ihn in ihrem Kreis aufgenommen und sein Secondhandladen floriert überraschend gut. Auch Strindbergs Privatleben entwickelt sich positiv, knistert es doch heftig zwischen ihm und der örtlichen Kriminalkommissarin Maria Martinsson. Herrschte gerade noch Sonnenschein in beider Leben, gerät diese Stimmung recht schnell aus den Fugen, was man in der aktuellen Handlung vonDas Feuer im Bootshaus“ miterleben kann:
Die Lesung dieses Hörbuchs hat zu meiner großen Freude auch wieder Uve Teschner übernommen. Kaum hat er ein paar Worte gesprochen, wird man durch seinen Vortrag nach Schweden katapultiert, wo in Hovenäset ein Feuer ausbricht, bei dem zwei Bootshäuser niederbrennen, wovon eines davon August Strindberg gehört.
Den Eigentümer des anderen Bootshauses kann man nicht erreichen. Anfangs macht das der Polizei und auch den Anwohnern keine Sorgen, denn man vermutet, er sei verreist. Leider ist das ein Trugschluss, denn bald findet man seine Leiche…
Reichlich Gesprächsstoff für die Einwohner des Ortes und die Gerüchteküche brodelt, denn es wird spekuliert, ob es zwischen dem Brand und dem Tod des Bootshausbesitzers einen Zusammenhang gibt. Ganz besonders ein alteingesessener Einwohner macht einen auf Hobbydetektiv, will August Strindberg in seine „Ermittlungen“ einbeziehen und hat kein gutes Wort für die Polizei, als die ihn unter die Lupe nimmt und zur Befragung auf Revier bestellt.
Es gibt noch weitere Handlungsstränge, die sich nach und nach weiterentwickeln und unschöne Dinge zutage befördern und es im Verlauf auch zu lebensbedrohlichen Szenerien kommt.
Was sich weiter in der Handlung noch so tut, verrate ich hier nicht, dazu ist die Geschichte zu spannend und Uve Teschners Lesung einfach zu fesselnd und hörenswert!
Zwar beginnt die Geschichte mit „einem Knall“ und zwei Bootshäuser brennen nieder, doch das weitere Geschehen wird in ruhiger Erzählweise präsentiert. Aus unterschiedlichen Richtungen und mit einem Blick in die Vergangenheit setzt sich die Gesamthandlung zusammen, wo im Verlauf zahlreiche tief verborgene Geheimnisse gelüftet werden müssen.
Durch den Hobbydetektiv, der hier für einigen Wirbel sorgt, ist auch eine zarte humorvolle Note gegeben, was gut passt.
Insgesamt hat mir dieses Hörbuch sehr gut gefallen, nur bei der geheimnisumwitterten Familiengeschichte, die Raum einnimmt, hatte ich bald eine Idee, was dahintersteckt und lag richtig, was aber den Unterhaltungswert dieses gelungenen Krimis aber nicht schmälert.
Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht, denn mir scheint, in diesem idyllisch anmutenden Ort, brodelt noch so einiges im Verborgenen, was gelüftet werden sollte und da wäre ich gern wieder dabei!
Fazit: Gelungene, unbedingt hörenswerte Fortsetzung der spannenden Krimi-Reihe! Uve Teschners Lesung lässt die passende Atmosphäre aufkommen und das Kopfkino beginnt, wo die Hauptfiguren schnell wieder präsent sind und die Geschichte lebendig wird! Gern noch lange weiter so!
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Satu Rämö: Das Grab im Eis

Heyne Verlag

Im November letzten Jahres startete mit „Hildur – Die Spur im Fjorddie isländische Krimi-Reihe um die Kriminalermittlerin Hildur Rúnarsdóttir, die in der Kleinstadt Ísafjörður aufgewachsen ist und nun auch dort seit einiger Zeit wieder lebt und arbeitet.
Der Auftakt der Reihe hatte mir gut gefallen. Ganz besonders gespannt war ich, wie es weitergeht in dem seit Jahren unaufgeklärten Vermisstenfall. Damals verschwanden die beiden jüngeren Schwestern von Hildur, die insgeheim immer noch nach ihnen sucht.
Jetzt ist die Fortsetzung „Hildur – Das Grab im Eis“ erschienen und die hat es in sich!
Die Gesamthandlung setzt sich aus unterschiedlichen Zeitebenen, Orten und Handlungssträngen zusammen. Die Einordnung gelingt mühelos, da die Autorin die jeweiligen Abschnitte mit Überschriften versehen hat.
Eisige Temperaturen und eine Schneelandschaft bilden die Kulisse der aktuellen Handlung, die im Februar 2020 angesiedelt ist. Hildur und ihr finnischer Kollege Jakob, bekommen es mit einem brisanten Mordfall zu tun:
Ein bekannter Kommunalpolitiker wurde in einem Skigebiet erschossen. Als man ihn auf der Loipe fand, trug er an den Füßen noch seine Skier. In Ísafjörður, wo die Kriminalitätsrate eher aus kleinen Delikten besteht, ist Hermann Hermannsson kein Unbekannter. Allerdings ist er kein besonders beliebter Politiker, es wird gemunkelt, dass er korrupt und in zwielichtige Machenschaften verwickelt sein soll, aber nachweisen konnte man es ihm bisher nicht. Die Ermittlungen fördern dann einige unschöne Dinge zutage…
Etwas in den Hintergrund tritt der obige Mordfall als es in Hildurs familiäre Vergangenheit geht. Es wird sehr spannend, denn das Verschwinden ihrer beiden Schwestern rückt in den Fokus des Geschehens und als Leser wird man mit einigen unvorhersehbaren Wendungen überrascht.
Der Erzähl-Stil der Autorin ist angenehm, flüssig und mit Lokalkolorit und Einblicken in die isländischen Sitten und Gebräuche angereichert, was gut ins Gesamtgeschehen passt.
Insgesamt kann man eine „Weiterentwicklung“ in der Buchreihe erkennen, nur für die volle Punktzahl reicht es mir noch nicht ganz, denn die weitreichenden Recherchen im Mordfall Hermannsson nehmen viel Raum ein, weswegen mir dann die Auflösung zu „einfach“ geraten ist.
Besonders gelungen dagegen ist aus meiner Sicht, die Aufarbeitung des Vermisstenfalls und der Blick in Hildurs Vergangenheit.
Da ich keine halben Punkte vergeben kann, bleibt es bei vier (mit der Tendenz nach oben) von fünf Punkten und meiner Leseempfehlung für Band Nr. 2 dieser spannenden Island-Krimi-Reihe.
Fazit: Spannende und unbedingt lesenswerte Fortsetzung der isländischen Krimi-Reihe, die aber sicher noch nicht auserzählt ist! Gern weiter so!

 

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Henri Faber: Gestehe

Der-Audio-Verlag

Von diesem Autor hatte ich bisher noch nichts gehört oder gelesen, daher war ich gespannt, was mich hier erwartet.
Die Gesamthandlung spielt in Wien und wird aus drei verschiedenen Sichtweisen erzählt, die zu folgenden Mitwirkenden gehören:
Chefinspektor Johann Winkler, genannt „Jacket“                                            Bezirksinspektor Mohammad  Moghaddam, genannt „Mo“,
die beide bei der LKA-Abteilung Leib-Leben in Wien arbeiten
sowie  einer mit „Er“ betitelten Figur.

Zum Inhalt:

Chefinspektor „Jacket“ war vor einigen Jahren in einen aufsehenerregenden Kriminalfall verwickelt. Es gelang ihm dabei ein kleines Mädchen retten. Einer seiner Kollegen fand bei dem Einsatz den Tod und „Jacket“ selbst kam nur knapp mit dem Leben davon.
Seitdem kennt man sein Konterfei in ganz Österreich, er ist der „Vorzeige-Ermittler“, der „Held“ der Wiener Polizei und man reicht ihn von einem öffentlichen Auftritt zum nächsten. Weswegen er auch keine Zeit mehr hat um zu „ermitteln“. Was aber auch gut ist, denn seit besagtem Fall ist „Jacket“ psychisch nicht mehr ganz auf der Höhe. Ihn plagen Schlafstörungen, Panikattacken und sein Gedächtnis spielt nicht mehr richtig mit, sodass er nur mithilfe von Medikamenten seine äußere Fassade aufrechterhalten kann, um immer und überall in den Medien präsent zu sein.
Dann gerät Inspektor „Jacket“ durch Zufall an einen Tatort in seiner Nachbarschaft, wo sich ein brutaler Mord ereignet hat. Die ganze Szenerie, die sich ihm bietet, lässt ihn erstarren. Nicht weil er das Opfer flüchtig kannte, sondern als er das Wort „GESTEHE“ daran sieht. Der Boden schwankt unter seinen Füßen und er hat das Gefühl, sich in einem Alptraum zu befinden, denn er steht in seinem selbst erdachten Tatort, den er in seinem bisher unveröffentlichten Roman, der den Titel „Gestehe“ trägt, niedergeschrieben hat. Wie kann das sein?
Den zweiten Erzählstrang übernimmt Inspektor Mohammad Moghaddam, der bisher eher einen Tatort aus Erzählungen kennt, obwohl er schon einiger Zeit bei der Mordkommission arbeitet. Er bekommt nun seine Chance sich zu beweisen und gemeinsam mit Chefinspektor Jacket soll er den oben erwähnten Mordfall aufklären.
Der dritte Erzählstrang, der mit „Er“ überschrieben ist, bleibt etwas nebulös, weswegen ich hier auch nicht weiter ins Detail gehen möchte, was es damit auf sich hat.
Die ungekürzte Lesung des Hörbuchs „Gestehe“ wird von Cornelius Obonya, Timur Isik und Stefan Kaminski übernommen, was eine tolle Besetzung ist.
Diesen drei „Stimmen“ ist es zu verdanken, dass man bei der wendungsreichen und viele Themen aufgreifenden Handlung nicht den roten Faden verliert und die jeweilige agierende Figur richtig einordnen kann.
Ich muss leider sagen, dass mich der Erzähl-Stil des Autors nicht „einfangen“ konnte. Mir fehlt ganz einfach die Spannung, die einen fesselnden Thriller ausmacht. Recht schnell war mir klar, wer oder was hier im Hintergrund die Strippen zieht und ich lag richtig.
Schwierigkeiten habe ich immer damit, wenn man als Leser mit Symptomen oder gar psychiatrischen Diagnosen konfrontiert wird, um für Spannung zu sorgen. Ich glaube, die wenigsten Leser haben eine richtige Vorstellung davon, was sich hinter den Begriffen verbirgt und so können sie nur spekulieren. Thriller sollen doch der Unterhaltung dienen und da sind meiner Meinung nach Krankheiten oder Krankheitsbilder jeglicher Art fehl am Platz, denn die gehören ein medizinisches Fachbuch.
Ich vergebe hier drei von fünf Punkten, die aber hauptsächlich zustande kommen, da die drei Sprecher hier wirklich einen tollen Job machen. Von Anfang an nehmen sie einen als Zuhörer „an die Hand“ und führen einen mit ihren zum Teil sehr markanten Stimmen durch diese wendungsreiche und viele Themen aufgreifende Gesamthandlung.
Fazit: Dank dieses tollen Sprecher-Trios gelingt es einem als Zuhörer den besonderen Erzähl-Stil des Autors richtig einzuordnen.
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Catherine Shepherd: Das Verbot

Kafel Verlag

Ein Zons-Thriller

Die Gesamthandlung dieser Thriller-Reihe – zuletzt hatte ich davon hier Die Rezepturvorgestellt – ist immer in zwei Zeitebenen eingeteilt, wovon eine in der Gegenwart spielt und die andere vor 500 Jahren im niederrheinischen Ort Zons angesiedelt ist. Auf charmante Weise sind beide „Teile“ miteinander verbunden.
Ohne zu viel im Voraus zu verraten, kann ich sagen, dass diesmal ein ganz besonderer Gegenstand nach einer sehr langen Reise beim Empfänger ankommt, der diese „Verbundenheit“ besiegelt.
Doch bevor diese Szene Gestalt annimmt, wird es erst einmal spannend und nervenaufreibend im 14. Buch der Reihe mit dem Titel „Das Verbot“:
Vor 500 Jahren wird in Zons vor den Toren des Franziskaner-Klosters ein Mönch tot aufgefunden. Der Stadtsoldat Bastian Mühlenberg und sein Kollege Wernhart nehmen den Toten in Augenschein und recht schnell ist klar, dass Bruder Gregor keines natürlichen Todes gestorben ist. In seiner Brust steckt ein Pfeil und daran befindet sich ein beschriebenes Pergament. Den Text und die damit verbundene Botschaft gilt es erst einmal zu entschlüsseln. Dies ist kein einfaches Unterfangen, da auch im Kloster selbst niemand genaueres über „die schweigenden Mönche“ sagen kann, die im Text erwähnt werden. 
…und dann gibt es ein weiteres Opfer zu beklagen!
In der Gegenwart bekommt es Kommissar Oliver Bergmann mit mehreren Fragen aufwerfenden Mordfällen zu tun. Anfangs werden sie zur Praxis der Kinderpsychologin Christine Hoffmeyer gerufen, die von ihrer Sekretärin in einer eigenwilligen Haltung an ihrem Schreibtisch tot aufgefunden wird.  Bei der Toten sind keine äußerlichen Verletzungen zu erkennen, aber die weiteren Untersuchungen lassen keinen Zweifel daran, dass in Sachen Mord ermittelt werden muss und Verdächtige gibt es hier einige. 
Der nächste Mord lässt nicht lange auf sich warten. Erneut wird in einer Wohnung eine tote Frau in einer merkwürdigen Körperhaltung entdeckt, die allerdings auch äußere Verletzungen aufweist. Sollten noch anfängliche Zweifel bestehen, ob beide Morde zusammengehören, wird dies durch einen Brief, der auf dem Couchtisch liegt und an Oliver Bergmann adressiert ist, beseitigt.
Wie oben bereits erwähnt, ist es der Autorin auf sehr geschickte Art und Weise gelungen, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen, was mir gut gefallen hat.
So manche Szenerie hat es in sich, sodass einem die Nackenhaare hochstehen und beim „Abtauchen“ in die Vergangenheit wird es irgendwie auch düsterer, was den Gruseleffekt ja noch unterstreicht.
Alles in allem schickt Catherine Shepherd ihre Leserschaft wieder auf einige falsche Fährten, bis dann ganz am Schluss des Rätsels Lösung präsentiert wird. Die Figuren haben sich weiterentwickelt und sind bei mir über die Zeit zu „alten Bekannten“, geworden, die man sofort wiedererkennt und denen man gern bei ihren Ermittlungen über die Schulter schaut, weswegen ich hier die volle Punktzahl vergebe und meine Leseempfehlung ausspreche.
Fazit: Spannungsgeladener Thriller, der in jeder Zeitebene fesselnd und unvorhersehbar ist!
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