Arno Strobels Thriller sind mir seit langem bekannt, ganz besonders die „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gefällt mir sehr gut.
Mit „Ungelöst – Die erste Zeugin“ startet der Autor seine neue „Cold-Case-Thriller-Reihe“:
Die 22jährige Luisa Menkhoff ist hochintelligent, durch ihr eidetisches Gedächtnis (mancher spricht auch von einem fotografischen Gedächtnis) hat sie gerade ihr Medizinstudium mit Bravour bestanden, da ihr Berufsziel aber forensische Psychiaterin ist, hat sie aber noch einen längeren Ausbildungsweg vor sich. Sie ist die Tochter des mittlerweile verstorbenen und einstigen Kriminalkommissars Bernd Menkhoff, diese Romanfigur ließ Arno Strobel vor einiger Zeit z.B. in „Das Wesen“ ermitteln.
Ramin Brunner ist in der aktuellen Handlung ein Münchener Hauptkommissar, dem gerade die Leitung der neuen Cold-Case-Einheit in Aussicht gestellt worden ist.
Diese beiden Hauptfiguren sind vornehmlich an der Aufklärung des aktuellen Kriminalfalls beteiligt und das kam so:
Luisa ist gerade auf dem Uni-Campus unterwegs als sie abrupt vor einem angehefteten Flugblatt stehen bleibt, wo es um die Suche nach einer Vermissten geht. Luisa kennt die Frau auf dem Foto und sie wird von jetzt auf gleich in ihre traumatische Vergangenheit zurückkatapultiert wird. Luisa wurde im Alter von fünf Jahren von Joachim Lichner entführt. Und diese Frau auf dem Flugblatt ist Nicole Klement, die ihr damals mit einem Messer in der Hand in einer abgelegenen Hütte gegenübersaß, denn sie war die Partnerin ihres Entführers…
Luisa wendet sich an die Polizei und trifft dort auf Ramin Brunner. Da Luisa sich auch nach so langer Zeit noch genau an die Geschehnisse von damals kann, treibt Ramin Brunner die Suche nach der Vermissten voran.
Nach einem Twist kommt dann der Verdacht auf, Luisas ehemaliger Entführer sei wieder aktiv und hat seine einstige Komplizin „dazugeholt“, denn es wird wieder ein sechsjähriges Kind vermisst….
Ganz ehrlich so ganz warm bin ich mit den beiden Hauptfiguren nicht geworden und dass es im Verlauf auch noch zwischenmenschlich zwischen den beiden anfängt zu knistern, brauche ich in einem spannenden Thriller eigentlich nicht.
Auch wenn durch Twists hier falsche Fährten gelegt werden, fand ich die Handlung stellenweise vorhersehbar und insgesamt eher durchschnittlich. Da es aber der Beginn einer Reihe ist, möchte ich erst noch zuwarten, wie es weitergeht.
Die Hörbuch-Lesung hat erfreulicherweise der bekannte Hörbuch- und Synchronsprecher Dietmar Wunder übernommen. Seine Stimme leiht er z.B. 007 alias Daniel Craig oder auch Adam Sandler, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Seine besondere Vortragsweise und wandelbare Stimme ist mir daher seit langem gut bekannt.
In der aktuellen Lesung verwandelt er stimmlich den Text dieses Thrillers in Bilder, die man dann direkt vor Augen hat. Es reichte manchmal nur ein akzentuiert vorgetragenes Wort in einer düsteren Szenerie und es stellten sich bei mir die Nackenhaare hoch..
Fazit: Insgesamt finde ich den Serien-Auftakt eher durchschnittlich, möchte aber noch abwarten, wie sich die Reihe weiterentwickelt. Für die hörenswerte Lesung von Dietmar Wunder gibt es einen Extrapunkt und daher insgesamt vier von fünf möglichen Punkten!
Endlich ein neuer Thriller aus der Feder von Romy Fölck!
Es geht handlungsmäßig an die Nordsee, genauer gesagt auf die Insel Neuwerk, wo sich im Verlauf „Fünf Fremde“ begegnen, die nicht nur wettermäßig stürmische und lebensbedrohliche Zeiten erleben:
Dabei handelt es sich um:
Annika Lundt, Kriminalkommissarin, sie lebt und arbeitet in Hamburg, ist aber auf Neuwerk aufgewachsen. Ihre Mutter Hedda, die noch auf der kleinen Insel lebt, wird immer tütteliger. Eine berufliche Auszeit ist bei Annika angesagt und sie macht sich auf den Weg nach Neuwerk, um bei ihrer Mutter nach dem Rechten zu sehen..
Michele Welm, die einen Neuanfang in ihrem Leben plant, hat sich auf die frei werdende Stelle als Vogelwartin auf der Schutzinsel Scharhörn beworben…
Sinje Bianchi lebte bis vor kurzem in Rom, von wo aus sie als Journalistin arbeitete. Jetzt möchte sie ein Buch über einen alten Vermisstenfall schreiben, weswegen auch sie in Richtung Neuwerk unterwegs ist..
Charlotte Hahnel, einst Lehrerin hat vor Jahren ihrem Beruf den Rücken gekehrt und lebt seitdem als Nonne in einem Kloster. Sie reist nach Neuwerk, um eine alte Freundin zu besuchen.
Mats Nilsson ist Meteorologe. Durch seine berufliche Tätigkeit weiß er natürlich von dem herannahenden Orkantief, das sich immer dichter an die Insel Neuwerk heranschiebt und bald bedrohliche Ausmaße annehmen soll. Nicht nur das Wetter drängt ihn zu einem Aufenthalt auf dem Nordsee-Eiland, sondern noch ganz andere Kräfte spielen hier eine Rolle..
Die Gesamthandlung wird in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, was der Autorin gut gelungen ist und man sich im Geschehen problemlos zurechtfindet.
Ohne groß auf weitere Details der Handlung einzugehen, nur noch diese Infos:
Einige Mitwirkende kennen sich von früher, wo sie 1995 als Teenager eine schöne Zeit verbracht haben. Sie haben geflirtet, es gab Eifersüchteleien. Eine kleine Gruppe schmiedete damals einen Pakt, der sie für immer verbinden sollte. Doch schon kurze Zeit nach ihrem Schwur verschwinden zwei dieser Teenager und es fehlt bis heute jede Spur von ihnen…
Als sich die fünf Fremden auf der Insel eingefunden haben, dauert es nicht lange und es werden menschliche Überreste entdeckt, die für lange Zeit verborgen waren…
Mehr möchte ich von diesem sehr spannend geschriebenen Thriller nicht verraten. Romy Fölck ist es gelungen von Beginn an eine unheilvolle und angespannte Atmosphäre heraufzubeschwören, die einem in manchen Szenen einen Schauer über den Rücken laufen lässt und man regelrecht das aufziehende Orkantief spüren kann.
Nach und nach fallen alle Puzzle-Teile an ihren Platz und wer hier letztendlich auf der Insel sein Unwesen treibt, bleibt bis zum Schluss verborgen, was mir gut gefallen hat.
Ich vergebe hier die volle Punktzahl und kann für diesen spannungsgeladenen Thriller nur meine unbedingte Lese-Empfehlung aussprechen.
Fazit: Die spannungsgeladene Szenerie wird beim Lesen spürbar, Gänsehautmomente gibt es hier reichlich und von mir die volle Punktzahl und meine unbedingte Lese-Empfehlung!
argon
Gerade hatte ich es mir gemütlich gemacht und lauschte der Stimme von David Nathan – der zu meiner großen Freude die Lesung des 15. Falls von Zorn und Schröder übernommen hat – als ich aufhorchte und die „Vorbemerkung“ des Autors hörte, wo er von seinem Roman erzählte, der im Vorfeld unter dem Titel: „Der nette Herr Heinlein und die Leichen im Keller“ erschienen ist.
Dieser Roman bildet gewissermaßen die Vorgeschichte des aktuellen Zorn-Falls. Leider war mir dieser Roman nicht bekannt, was ich aber schnell nachgeholt habe. Da es sich lohnt, die Geschichte des Feinkosthändlers Norbert Heinlein, in dessen unmittelbarer Nähe es immer wieder zu Todesfällen kommt, zu kennen, kann ich nur jedem empfehlen, vor dem neuen Zorn-Krimi es mir gleichzutun und den Roman zu lesen oder anzuhören!
Die Hörbuch-Lesung hat übrigens auch David Nathan übernommen, was immer eine gute Wahl ist, zumal ich seine markante Stimme sofort erkenne, denn als Synchronsprecher von Johnny Depp und vielen anderen Schauspielern ist er stimmlich in vielen Filmen präsent.
In einer kleinen „Roman-Zusammenfassung“ lässt Stephan Ludwig den Feinkosthändler kurz vor dessen 62. Geburtstag sein bisheriges Leben Revue passieren, wo die Worte glücklich und optimistisch vorkommen, obwohl er auch schwere Zeiten durchgemacht hat. Der bereits in dritter Generation penibel geführte Laden öffnet – auch wenn die Geschäfte nicht mehr so gut laufen – jeden Morgen auf die Sekunde genau um 10 Uhr und die altehrwürdige Einrichtung wird liebevoll gepflegt. Seit geraumer Zeit beschäftigt Herr Heinlein einen jungen Mann, der mittlerweile wie ein Sohn für ihn ist, der ihn im und um den Laden herum bei vielerlei Dingen behilflich ist.
Heinlein ist stets höflich und zuvorkommend seiner Kundschaft gegenüber und gibt sein Fachwissen gern an diese weiter. Immer mal wieder ist Kommissar Schröder Kunde bei ihm und kennt daher seine zuvorkommende Art und Weise.
Warum und weswegen er einmal die „Akte Heinlein“ in der Hand halten wird, davon handelt die aktuelle Geschichte „ZORN – Die Akte Heinlein – „:
Man kann es kaum glauben, aber Claudius Zorn geht mit (s)einem Dackel namens Dumbo bei eisigen Temperaturen Gassi. Ganz einvernehmlich ist dies nicht, denn Zorn grummelt wie man ihn kennt und es beginnt ein kleines Machtgeplänkel als der Hund in eine andere Richtung will als er… Dumbo punktet auf der ganzen Linie, er entweicht Zorn und entdeckt dann etwas, dass sich später als abgetrennte menschliche Hand entpuppt, an der bereits einige Finger fehlen…
Im Verlauf stellt sich die Frage, wo ist die Person, der nun eine Hand fehlt und lebt sie überhaupt noch?
Fragen über Fragen, die sich die beiden Kommissare stellen, aber kaum ein offenes Ohr bei ihren Vorgesetzten für weitere Ermittlungen finden.
Was dies mit den Leichen im Keller aus dem oben erwähnten Roman und dem netten Feinkosthändler Heinlein zu tun hat, da macht Claudius Zorn dann einer Eingebung folgend, eine eiskalte Entdeckung und von jetzt auf gleich hängt sein Leben nur noch an einem seidenen Faden….
Einmal mehr ist es Stephan Ludwig gelungen, seine beiden Kult-Kommissare durch eine spannende, teils eiskalte Szenerie zu schicken, die aber auch wie gewohnt mit sehr humorvollen Passagen (ich denke da ganz besonders an die Szenen mit Dumbo 😊) angereichert ist.
Durch David Nathans ganz besondere Vortragsart springt recht schnell das „Kopfkino“ an und die Figuren/Szenerien werden lebendig und man erlebt hier Hörgenuss vom Feinsten!
Fazit: Volle Punktzahl auf der ganzen Linie für den 15. Fall der beiden Kult-Kommissare! Durch David Nathans besondere Vortragsart wird die Handlung lebendig und man erlebt Hörgenuss vom Feinsten!
Nach dem spektakulären Auftakt der Thriller-Trilogie mit dem Titel „Der Trailer“ ist nun mit „Das Camp“ die Fortsetzung erschienen.
Die Vorgeschichte setzte ich hier jetzt mal voraus, wichtige Informationen hat der Autor aber auch in die aktuelle Handlung eingewoben.
Kaum sind die schlagzeilenträchtigen Vorkommnisse auf dem in den Ardennen liegenden Campingplatz Donkerbloem vorbei und „das Böse“ offenbar vertrieben, dauert es nicht lange und es gibt von dort wieder viel zu berichten:
Diese Personen aus Teil 1 sind auch aktuell wieder mit dabei:
Frieda Stahnke, Hauptkommissarin in Hamburg
Wout Meertens, undurchsichtiger und leicht aufbrausender Besitzer/Betreiber der Kneipe Golden Diamond
Tayfun Akyol, ehemaliger Boxer, Türsteher des Golden Diamond
Kathinka Schill, sehr schlau, geht gern Dingen selbst auf den Grund und kennt sich im IT-Bereich gut aus
… und so geht es weiter:
Überraschenderweise heißt der neue Besitzer des berühmt-berüchtigten Campingplatzes Donkerbloem Wout Meertens und sein Freund Tayfun hat Köln den Rücken gekehrt und ist jetzt Verwalter des Camps, eine Aufgabe, in der er aufgeht, einem Ort, wo er sich angekommen fühlt.
Frieda Stahnke arbeitet nach ihrer Suspendierung wieder als Kommissarin. In letzter Zeit ist sie etwas angespannt, denn sie fühlt sich verfolgt. Als sie dann noch bei zwei Mordfällen selbst in den Fokus der Ermittler gerät, nimmt sie sich eine Auszeit und fährt in die Ardennen, wo Tayfun sie herzlich Willkommen heißt, ganz zum Missfallen von Wout, der keinen Kontakt mit der Polizei pflegen will…
Über der Gesamthandlung schwebt eine angespannte Atmosphäre, sodass man immer auf der Hut ist, was wohl als nächstes passiert. Im Verlauf geschehen brutale Morde, die auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet, aber als Leser weiß man es bald besser, denn die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt bzw. zusammengesetzt und da bleibt das Böse nicht außen vor. Doch wer hier sein Unwesen treibt, bleibt gut verborgen und wird auch erst ganz zum Schluss präsentiert, was mir gut gefallen hat.
Ich habe diesen nervenaufreibenden zweiten Teil genossen und mich wieder spannend unterhalten gefühlt. Allerdings braucht man starke Nerven, denn so manche Szenerie lässt einen den Atem anhalten und durch die vorherrschende Kaltblütigkeit einem die Nackenhaare hochstehen.
Aber so muss ein fesselnder Thriller sein! Ich ordne ihn als Page-Turner ein und vergebe hier ebenfalls die volle Punktzahl. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht!
Fazit: Rasante, nervenaufreibende Fortsetzung, die die volle Punktzahl bekommt und einen sehnsüchtig auf Teil 3 warten lässt!
Die sechs Episoden umfassende britische Krimi-Reihe „Bookish“ – Staffel 1 – “ ist gerade für das Heimkino erschienen.
Der Zuschauer begibt sich damit auf eine Zeitreise, die nach London ins Nachkriegsjahr 1946 führt. Anfangs lernt man einen jungen Mann namens Jack kennen, der gerade aus der Haft entlassen wurde und sich mit einem Zettel in der Hand auf die Suche nach einer Adresse in der Archangel Lane macht. Dort hat man Arbeit für ihn. Zu Jacks Erstaunen gehört die Adresse zum Buchladen von Gabriel Book (Mark Gatiss), der, wie sich gleich herausstellt, auf der Suche nach einer Hilfe in seinem Laden ist. Als Jack noch etwas skeptisch fragt, ob er für diese Arbeit auch der Richtige sei, wischt Mr. Book diese Bedenken beiseite und ruft auch gleich seine Ehefrau Trotti (Polly Walker) herbei, die nebenan einen Tapetenladen betreibt. Jack wird herzlich bei den beiden aufgenommen und bekommt auch noch ein kleines Zimmer zur Verfügung gestellt. Jack kann seinem Glück noch nicht so recht trauen, denn das Ehepaar Book umweht eine etwas geheimnisvolle Aura und auch Mr. Books Hobby „Berater für die Polizei“, lässt bei ihm die Frage aufkommen, was es damit auf sich hat…
Diese Frage wird hinreichend in der Gesamthandlung der ersten Staffel beantwortet:
Gabriel Book steht hier im Mittelpunkt, er hat einen scharfen Verstand, taucht immer wieder an Orten auf, wo die Polizei – gemeint ist hier Inspector Bliss -, sich gerade ein Bild der aktuellen Lage macht, sei es auf einem Trümmerfeld, wo man mehrere Skelette gefunden hat, augenscheinlich Opfer eines Bombenangriffs oder in der Wohnung des örtlichen Apothekers, der offenbar Selbstmord begangen hat. Book beobachtet, untersucht und stellt Fragen und verschafft sich so einen Überblick und kommt meist zu einem anderen Ergebnis als die Polizei…
Neben ihres kriminalistischen Gespürs umweht das Ehepaars Book aber auch etwas Geheimnisvolles. Was es damit auf sich hat, kann man gut als Spiegelbild der damaligen Weltanschauung einordnen, was hier sehr feinfühlig in die Rahmenhandlung eingewoben wurde.
Mehr darf man nicht vom Geschehen verraten, denn diese Krimi-Reihe hat Charme und verfügt über feinen Humor, der den Unterhaltungswert noch unterstreicht. Schauspielerisch besonders treffend ist die Rolle des Gabriel Book mit Mark Gattis besetzt, der vielen sicherlich noch als Mycroft Holmes aus der BBC-Serie „Sherlock“ bekannt ist. Aber auch das restliche Darsteller-Ensemble ist gut und passend mit „bekannten Gesichtern“ besetzt.
Die oben bereits erwähnte Zeitreise, die man hier unternimmt, wird durch die passende Ausstattung wie Mode, Autos und andere Accessoires unterstrichen, sodass man gut in diese Epoche eintauchen kann.
Ich wäre gern mal bei Mr. Book durch den Laden geschlendert und hätte mich gern in Sachen Lesestoff von ihm beraten lassen.
Fazit: Charmante, mit feinem Humor angereicherte, sehenswerte britische Krimi-Reihe
Die fünf zuvor erschienenen Bücher der „Grenzfall-Reihe“ habe ich selbst gelesen. Diesmal habe ich die Hörbuch-Variante gewählt, da Julia Nachtmann die Lesung des aktuellen Falls von Jahn und Krammer mit dem Titel „Ihr Grab in den Fluten“ übernommen hat. Was eine gute Wahl ist, denn ihre angenehme Stimme und Vortragsart kenne ich schon von anderen Lesungen.
Da sich die Rahmenhandlung fortlaufend weiterentwickelt, kann ich nur empfehlen nicht „mittendrin“ zu starten, sondern diese spannende Buch-Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt und man so die „Feinheiten“ besser einordnen kann.
Hielten im letzten Band „Ihre Spur in den Flammen“ noch verheerende Brände Rettungsmannschaften und Ermittler in Atem, sind es in der aktuellen Handlung Sturm und immense Wassermassen, die besonders auf der deutschen Seite der Grenzregion Karwendel zu katastrophalen Zuständen führen. Bei der seit Tagen vorherrschenden schlechten Wetterlage mit Sturm und ständigem Regen, in dessen Folge es zu verheerenden Überschwemmungen kommt, ist niemand und nichts ist mehr sicher, denn durch die Kraft des Wassers wird alles weggespült..
Während alle verfügbaren Rettungskräfte sich bis zur totalen Erschöpfung gegen diese Naturgewalt stemmen und versuchen Menschen aus ihren misslichen Lagen zu retten, steht bei der Polizei in Weilheim das Telefon nicht still und bei Oberkommissarin Alexa Jahn summieren sich die Vermisstenmeldungen und ein Ende ist nicht in Sicht…
Anna Schneider schildert bildhaft die vorherrschende Szenerie und man hat die Wassermassen direkt vor Augen. Aber damit nicht genug, denn bald wird ein Toter gefunden, wo recht schnell erkennbar ist, hier ist mal nicht das schlechte Wetter schuld, sondern es muss in Sachen Mord ermittelt werden…
Auf der österreichischen Seite ist die Wetterlage zwar auch angespannt, aber keinesfalls so schlimm wie in Deutschland. Nichtsdestotrotz machen sich die Eltern zweier Kinder Sorgen, denn die jungen Heranwachsenden haben sich gemeinsam mit einigen Freunden auf eine Wandertour ins Gebirge gemacht, wo sie ihren Schulabschluss in einer Hütte feiern wollen. Doch sie haben sich nicht wie vereinbart gemeldet und sind nicht erreichbar. Oberinspektor Krammer und seine Kollegin Szabo sind hier gefragt.
Dies sind nur ein paar Puzzleteilchen von vielen, aus der sich die Gesamthandlung zusammensetzt und auch wie gewohnt grenzübergreifend ermittelt wird. Anfangs beherrscht die Naturkatastrophe die Szenerie; mit deren umfangreichen Folgen, wo es zu vielen vermissten Personen und Toten kommt, geht es weiter, bis man im letzten Drittel erkennt, was für eine komplexe Handlung Anna Schneider hier niedergeschrieben hat, die letztendlich die Zuhörer in menschliche Abgründe blicken lässt, sodass einem die Nackenhaare hochstehen.
Einmal mehr beweist Julia Nachtmann, was für eine wohlklingende Stimme sie hat, die sie situationsabhängig moduliert, umso in der Szenerie die passende Atmosphäre aufkommen zu lassen oder sie variiert, sodass man die Mitwirkenden gut unterscheiden kann. Ich habe ihr gern zugehört und die Lesung genossen.
Fazit: Komplexe, spannende Fortsetzung der Grenzfall-Reihe, die Julia Nachtmann hörenswert in der Hörbuch-Fassung präsentiert!
Seit dem ersten Hörbuch „Oxen – Das erste Opfer –„ verfolge ich diese spannende dänische Thriller-Reihe um den einstigen, hochdekorierten Elite-Soldaten Niels Oxen, der Namensgeber und Hauptfigur der Handlung ist.
Durch die vielen gefährlichen Spezial-Einsätze, die ihn an die unterschiedlichsten Orte auf der Welt führten, kämpft er immer noch mit seinen Dämonen, hat Flashbacks und wiederkehrende Alpträume. Sein Sohn Magnus ist das Wichtigste in seinem Leben. Die beiden verstehen sich gut und unternehmen viel zusammen, was in der aktuellen Handlung einen wichtigen Part übernimmt.
Im Verlauf der Reihe haben sich aber auch noch zwei weitere Figuren herauskristallisiert, nämlich Margrethe Franck, die für den PET, dem Geheimdienst der dänischen Polizei arbeitet.
Außerdem Axel Mossmann, der Leiter des PET, der einen scharfen Verstand hat und nicht zu unterschätzen ist. Er zieht an vielen Strippen, ob er sie nun für sich, seine Missionen oder einfach nur daran zieht, weil er es kann, das bleibt sein Geheimnis.
Diese drei Mitwirkenden bilden ein unschlagbares Team und sind für mich aus der Thriller-Landschaft nicht mehr wegzudenken.
Seit Beginn dieser Reihe hat Dietmar Wunder die Lesung der ungekürzten Hörbuchfassung übernommen, was wirklich eine gute Wahl ist. Durch seinen Vortrag wird man direkt ins Geschehen katapultiert und das Kopfkino beginnt!
Was es mit dem aktuellen Titel „OXEN – Interregnum –“ auf sich hat, erklärt der Autor gut nachvollziehbar gleich am Anfang des Buches, weswegen ich hier darauf verzichte.
Da ich die Reihe von Beginn an kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten, den wohl wichtigsten Satz in diesem Buch, nämlich, „Der Danehof lebt“ richtig einzuordnen. Zwar gibt der Autor gut Hilfestellung, aber um die Feinheiten hier besser zu verstehen, kann ich nur empfehlen, die Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt.
Diesen wichtigen Satz spricht Axel Mossmann bei dem von ihm einberufenen geheimen Treffen zu Niels Oxen und Margrethe Franck. Die beiden können das Gesagte kaum glauben, haben sie doch in der Vergangenheit viele Stunden damit verbracht dieses im Geheimen agierende, weitreichende mächtige Netzwerk zu zerschlagen. Doch Axel Mossmann ist mal wieder gut vorbereitet und legt ein schwerwiegendes Beweisstück vor und bittet die beiden erneut um Hilfe…
In einer Nebenhandlung kommt es im Privatleben von Niels Oxen zu einem dramatischen Zwischenfall, der ihn „in die Knie zwingt“…
Mehr darf man einfach nicht verraten, denn wieder einmal ist es Jens Henrik Jensen gelungen, eine fesselnde Fortsetzung der Oxen-Reihe zu schreiben. Obwohl die Handlung fiktiv ist, wirkt sie real, da braucht man sich nur die aktuelle Weltlage und die Nachrichten anzusehen!
Ich habe die Lesung durch Dietmar Wunder wieder genossen, denn hier bekommt man Hörgenuss vom Feinsten präsentiert!
Fazit: Spannungsgeladene Fortsetzung der OXEN-Reihe, die Jens Henrik Jensen fesselnd niedergeschrieben hat und ausdrucksstark von Dietmar Wunder vorgetragen wird. Gern noch lange weiter so!
Fall Nr. 7 für Kommissar Fabian Risk















This Month : 2499
Total Users : 225067
Total views : 730831