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Stephan Ludwig: ZORN – Die Akte Heinlein

argon

Gerade hatte ich es mir gemütlich gemacht und lauschte der Stimme von David Nathan –  der zu meiner großen Freude die Lesung des 15. Falls von Zorn und Schröder übernommen hat –  als ich aufhorchte und die „Vorbemerkung“ des Autors hörte, wo er von seinem Roman erzählte, der im Vorfeld unter dem Titel: „Der nette Herr Heinlein und die Leichen im Keller“ erschienen ist. 
Dieser Roman bildet gewissermaßen die Vorgeschichte des aktuellen Zorn-Falls. Leider war mir dieser Roman nicht bekannt, was ich aber schnell nachgeholt habe. Da es sich lohnt, die Geschichte des Feinkosthändlers Norbert Heinlein, in dessen unmittelbarer Nähe es immer wieder zu Todesfällen kommt, zu kennen, kann ich nur jedem empfehlen, vor dem neuen Zorn-Krimi es mir gleichzutun und den Roman zu lesen oder anzuhören!

argon

Die Hörbuch-Lesung hat übrigens auch David Nathan übernommen, was immer eine gute Wahl ist, zumal ich seine markante Stimme sofort erkenne, denn als Synchronsprecher von Johnny Depp und vielen anderen Schauspielern ist er stimmlich in vielen Filmen präsent.
In einer kleinen „Roman-Zusammenfassung“ lässt Stephan Ludwig den Feinkosthändler kurz vor dessen 62. Geburtstag sein bisheriges Leben Revue passieren, wo die Worte glücklich und optimistisch vorkommen, obwohl er auch schwere Zeiten durchgemacht hat. Der bereits in dritter Generation penibel geführte Laden öffnet –  auch wenn die Geschäfte nicht mehr so gut laufen –  jeden Morgen auf die Sekunde genau um 10 Uhr und die altehrwürdige Einrichtung wird liebevoll gepflegt. Seit geraumer Zeit beschäftigt Herr Heinlein einen jungen Mann, der mittlerweile wie ein Sohn für ihn ist, der ihn im und um den Laden herum bei vielerlei Dingen behilflich ist.
Heinlein ist stets höflich und zuvorkommend seiner Kundschaft gegenüber und gibt sein Fachwissen gern an diese weiter. Immer mal wieder ist Kommissar Schröder Kunde bei ihm und kennt daher seine zuvorkommende Art und Weise.
Warum und weswegen er einmal die „Akte Heinlein“ in der Hand halten wird, davon handelt die aktuelle Geschichte „ZORN – Die Akte Heinlein – „:
Man kann es kaum glauben, aber Claudius Zorn geht mit (s)einem Dackel namens Dumbo bei eisigen Temperaturen Gassi. Ganz einvernehmlich ist dies nicht, denn Zorn grummelt wie man ihn kennt und es beginnt ein kleines Machtgeplänkel als der Hund in eine andere Richtung will als er… Dumbo punktet auf der ganzen Linie, er entweicht Zorn und entdeckt dann etwas, dass sich später als abgetrennte menschliche Hand entpuppt, an der bereits einige Finger fehlen…
Im Verlauf stellt sich die Frage, wo ist die Person, der nun eine Hand fehlt und lebt sie überhaupt noch?
Fragen über Fragen, die sich die beiden Kommissare stellen, aber kaum ein offenes Ohr bei ihren Vorgesetzten für weitere Ermittlungen finden.
Was dies mit den Leichen im Keller aus dem oben erwähnten Roman und dem netten Feinkosthändler Heinlein zu tun hat, da macht Claudius Zorn dann einer Eingebung folgend, eine eiskalte Entdeckung und von jetzt auf gleich hängt sein Leben nur noch an einem seidenen Faden….
Einmal mehr ist es Stephan Ludwig gelungen, seine beiden Kult-Kommissare durch eine spannende, teils eiskalte Szenerie zu schicken, die aber auch wie gewohnt mit sehr humorvollen Passagen (ich denke da ganz besonders an die Szenen mit Dumbo 😊)  angereichert ist.
Durch David Nathans ganz besondere Vortragsart springt recht schnell das „Kopfkino“ an und die Figuren/Szenerien werden lebendig und man erlebt hier Hörgenuss vom Feinsten! 
Fazit: Volle Punktzahl auf der ganzen Linie für den 15. Fall der beiden Kult-Kommissare! Durch David Nathans besondere Vortragsart wird die Handlung lebendig und man erlebt Hörgenuss vom Feinsten!
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Linus Geschke: Das Camp – Donkerbloem 2

Piper 

Nach dem spektakulären Auftakt der Thriller-Trilogie mit dem Titel „Der Trailer“ ist nun mit „Das Camp“ die Fortsetzung erschienen.
Die Vorgeschichte setzte ich hier jetzt mal voraus, wichtige Informationen hat der Autor aber auch in die aktuelle Handlung eingewoben.
Kaum sind die schlagzeilenträchtigen Vorkommnisse auf dem in den Ardennen liegenden Campingplatz Donkerbloem vorbei und „das Böse“ offenbar vertrieben, dauert es nicht lange und es gibt von dort wieder viel zu berichten:

Diese Personen aus Teil 1 sind auch aktuell wieder mit dabei:

Frieda Stahnke, Hauptkommissarin in Hamburg
Wout Meertens, undurchsichtiger und leicht aufbrausender Besitzer/Betreiber der Kneipe Golden Diamond
Tayfun Akyol, ehemaliger Boxer, Türsteher des Golden Diamond
Kathinka Schill, sehr schlau, geht gern Dingen selbst auf den Grund und kennt sich im IT-Bereich gut aus

… und so geht es weiter:

Überraschenderweise heißt der neue Besitzer des berühmt-berüchtigten Campingplatzes Donkerbloem Wout Meertens und sein Freund Tayfun hat Köln den Rücken gekehrt und ist jetzt Verwalter des Camps, eine Aufgabe, in der er aufgeht, einem Ort, wo er sich angekommen fühlt.
Frieda Stahnke arbeitet nach ihrer Suspendierung wieder als Kommissarin. In letzter Zeit ist sie etwas angespannt, denn sie fühlt sich verfolgt. Als sie dann noch bei zwei Mordfällen selbst in den Fokus der Ermittler gerät, nimmt sie sich eine Auszeit und fährt in die Ardennen, wo Tayfun sie herzlich Willkommen heißt, ganz zum Missfallen von Wout, der keinen Kontakt mit der Polizei pflegen will…
Über der Gesamthandlung schwebt eine angespannte Atmosphäre, sodass man immer auf der Hut ist, was wohl als nächstes passiert. Im Verlauf geschehen brutale Morde, die auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet, aber als Leser weiß man es bald besser, denn die Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt bzw. zusammengesetzt und da bleibt das Böse nicht außen vor. Doch wer hier sein Unwesen treibt, bleibt gut verborgen und wird auch erst ganz zum Schluss präsentiert, was mir gut gefallen hat.
Ich habe diesen nervenaufreibenden zweiten Teil genossen und mich wieder spannend unterhalten gefühlt. Allerdings braucht man starke Nerven, denn so manche Szenerie lässt einen den Atem anhalten und durch die vorherrschende Kaltblütigkeit einem die Nackenhaare hochstehen.
Aber so muss ein fesselnder Thriller sein! Ich ordne ihn als Page-Turner ein und vergebe hier ebenfalls die volle Punktzahl.  Man darf gespannt sein, wie es weitergeht!
Fazit: Rasante, nervenaufreibende Fortsetzung, die die volle Punktzahl bekommt und einen sehnsüchtig auf Teil 3 warten lässt!
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Bookish – Staffel 1

Polyband VÖ 06.02.2026

Die sechs Episoden umfassende britische Krimi-Reihe „Bookish“ – Staffel 1 – “ ist gerade für das Heimkino erschienen.
Der Zuschauer begibt sich damit auf eine Zeitreise, die nach London ins Nachkriegsjahr 1946 führt. Anfangs lernt man einen jungen Mann namens Jack kennen, der gerade aus der Haft entlassen wurde und sich mit einem Zettel in der Hand auf die Suche nach einer Adresse in der Archangel Lane macht. Dort hat man Arbeit für ihn. Zu Jacks Erstaunen gehört die Adresse zum Buchladen von Gabriel Book (Mark Gatiss), der, wie sich gleich herausstellt, auf der Suche nach einer Hilfe in seinem Laden ist. Als Jack noch etwas skeptisch fragt, ob er für diese Arbeit auch der Richtige sei, wischt Mr. Book diese Bedenken beiseite und ruft auch gleich seine Ehefrau Trotti (Polly Walker) herbei, die nebenan einen Tapetenladen betreibt. Jack wird herzlich bei den beiden aufgenommen und bekommt auch noch ein kleines Zimmer zur Verfügung gestellt.  Jack kann seinem Glück noch nicht so recht trauen, denn das Ehepaar Book umweht eine etwas geheimnisvolle Aura und auch Mr. Books Hobby „Berater für die Polizei“, lässt bei ihm die Frage aufkommen, was es damit auf sich hat…
Diese Frage wird hinreichend in der Gesamthandlung der ersten Staffel beantwortet:
Gabriel Book steht hier im Mittelpunkt, er hat einen scharfen Verstand, taucht immer wieder an Orten auf, wo die Polizei – gemeint ist hier Inspector Bliss -, sich gerade ein Bild der aktuellen Lage macht, sei es auf einem Trümmerfeld, wo man mehrere Skelette gefunden hat, augenscheinlich Opfer eines Bombenangriffs oder in der Wohnung des örtlichen Apothekers, der offenbar Selbstmord begangen hat. Book beobachtet, untersucht und stellt Fragen und verschafft sich so einen Überblick und kommt meist zu einem anderen Ergebnis als die Polizei…
Neben ihres kriminalistischen Gespürs umweht das Ehepaars Book aber auch etwas Geheimnisvolles. Was es damit auf sich hat, kann man gut als Spiegelbild der damaligen Weltanschauung einordnen, was hier sehr feinfühlig in die Rahmenhandlung eingewoben wurde.
Mehr darf man nicht vom Geschehen verraten, denn diese Krimi-Reihe hat Charme und verfügt über feinen Humor, der den Unterhaltungswert noch unterstreicht. Schauspielerisch besonders treffend ist die Rolle des Gabriel Book mit Mark Gattis besetzt, der vielen sicherlich noch als Mycroft Holmes aus der BBC-Serie „Sherlock“ bekannt ist.  Aber auch das restliche Darsteller-Ensemble ist gut und passend mit „bekannten Gesichtern“ besetzt. 
Die oben bereits erwähnte Zeitreise, die man hier unternimmt, wird durch die passende Ausstattung wie Mode, Autos und andere Accessoires unterstrichen, sodass man gut in diese Epoche eintauchen kann.
Ich wäre gern mal bei Mr. Book durch den Laden geschlendert und hätte mich gern in Sachen Lesestoff von ihm beraten lassen.
Fazit: Charmante, mit feinem Humor angereicherte, sehenswerte britische Krimi-Reihe
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Anna Schneider: Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten

argon

Die fünf zuvor erschienenen Bücher der „Grenzfall-Reihe“ habe ich selbst gelesen. Diesmal habe ich die Hörbuch-Variante gewählt, da Julia Nachtmann die Lesung des aktuellen Falls von Jahn und Krammer mit dem Titel „Ihr Grab in den Fluten“ übernommen hat. Was eine gute Wahl ist, denn ihre angenehme Stimme und Vortragsart kenne ich schon von anderen Lesungen.
Da sich die Rahmenhandlung fortlaufend weiterentwickelt, kann ich nur empfehlen nicht „mittendrin“ zu starten, sondern diese spannende Buch-Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt und man so die „Feinheiten“ besser einordnen kann. 
Hielten im letzten Band „Ihre Spur in den Flammen“ noch verheerende Brände Rettungsmannschaften und Ermittler in Atem, sind es in der aktuellen Handlung Sturm und immense Wassermassen, die besonders auf der deutschen Seite der Grenzregion Karwendel zu katastrophalen Zuständen führen. Bei der seit Tagen vorherrschenden schlechten Wetterlage mit Sturm und ständigem Regen, in dessen Folge es zu verheerenden Überschwemmungen kommt, ist niemand und nichts ist mehr sicher, denn durch die Kraft des Wassers wird alles weggespült..
Während alle verfügbaren Rettungskräfte sich bis zur totalen Erschöpfung gegen diese Naturgewalt stemmen und versuchen Menschen aus ihren misslichen Lagen zu retten, steht bei der Polizei in Weilheim das Telefon nicht still und bei Oberkommissarin Alexa Jahn summieren sich die Vermisstenmeldungen und ein Ende ist nicht in Sicht…
Anna Schneider schildert bildhaft die vorherrschende Szenerie und man hat die Wassermassen direkt vor Augen. Aber damit nicht genug, denn bald wird ein Toter gefunden, wo recht schnell erkennbar ist, hier ist mal nicht das schlechte Wetter schuld, sondern es muss in Sachen Mord ermittelt werden…
Auf der österreichischen Seite ist die Wetterlage zwar auch angespannt, aber keinesfalls so schlimm wie in Deutschland. Nichtsdestotrotz machen sich die Eltern zweier Kinder Sorgen, denn die jungen Heranwachsenden haben sich gemeinsam mit einigen Freunden auf eine Wandertour ins Gebirge gemacht, wo sie ihren Schulabschluss in einer Hütte feiern wollen. Doch sie haben sich nicht wie vereinbart gemeldet und sind nicht erreichbar. Oberinspektor Krammer und seine Kollegin Szabo sind hier gefragt.
Dies sind nur ein paar Puzzleteilchen von vielen, aus der sich die Gesamthandlung zusammensetzt und auch wie gewohnt grenzübergreifend ermittelt wird. Anfangs beherrscht die Naturkatastrophe die Szenerie; mit deren umfangreichen Folgen, wo es zu vielen vermissten Personen und Toten kommt, geht es weiter, bis man im letzten Drittel erkennt, was für eine komplexe Handlung Anna Schneider hier niedergeschrieben hat, die letztendlich die Zuhörer in menschliche Abgründe blicken lässt, sodass einem die Nackenhaare hochstehen.
Einmal mehr beweist Julia Nachtmann, was für eine wohlklingende Stimme sie hat, die sie situationsabhängig moduliert, umso in der Szenerie die passende Atmosphäre aufkommen zu lassen oder sie variiert, sodass man die Mitwirkenden gut unterscheiden kann. Ich habe ihr gern zugehört und die Lesung genossen.
Fazit: Komplexe, spannende Fortsetzung der Grenzfall-Reihe, die Julia Nachtmann hörenswert in der Hörbuch-Fassung präsentiert!
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Jens Henrik Jensen: OXEN – Interregnum

Der-Audio-Verlag

Seit dem ersten Hörbuch „Oxen – Das erste Opfer –„ verfolge ich diese spannende dänische Thriller-Reihe um den einstigen, hochdekorierten Elite-Soldaten Niels Oxen, der Namensgeber und Hauptfigur der Handlung ist.
Durch die vielen gefährlichen Spezial-Einsätze, die ihn an die unterschiedlichsten Orte auf der Welt führten, kämpft er immer noch mit seinen Dämonen, hat Flashbacks und wiederkehrende Alpträume. Sein Sohn Magnus ist das Wichtigste in seinem Leben. Die beiden verstehen sich gut und unternehmen viel zusammen, was in der aktuellen Handlung einen wichtigen Part übernimmt.
Im Verlauf der Reihe haben sich aber auch noch zwei weitere Figuren herauskristallisiert, nämlich Margrethe Franck, die für den PET, dem Geheimdienst der dänischen Polizei arbeitet.
Außerdem Axel Mossmann, der Leiter des PET, der einen scharfen Verstand hat und nicht zu unterschätzen ist. Er zieht an vielen Strippen, ob er sie nun für sich, seine Missionen oder einfach nur daran zieht, weil er es kann, das bleibt sein Geheimnis.
Diese drei Mitwirkenden bilden ein unschlagbares Team und sind für mich aus der Thriller-Landschaft nicht mehr wegzudenken.
Seit Beginn dieser Reihe hat Dietmar Wunder die Lesung der ungekürzten Hörbuchfassung übernommen, was wirklich eine gute Wahl ist. Durch seinen Vortrag wird man direkt ins Geschehen katapultiert und das Kopfkino beginnt!
Was es mit dem aktuellen Titel „OXEN – Interregnum –“ auf sich hat, erklärt der Autor gut nachvollziehbar gleich am Anfang des Buches, weswegen ich hier darauf verzichte.
Da ich die Reihe von Beginn an kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten, den wohl wichtigsten Satz in diesem Buch, nämlich, „Der Danehof lebt“ richtig einzuordnen. Zwar gibt der Autor gut Hilfestellung, aber um die Feinheiten hier besser zu verstehen, kann ich nur empfehlen, die Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt.
Diesen wichtigen Satz spricht Axel Mossmann bei dem von ihm einberufenen geheimen Treffen zu Niels Oxen und Margrethe Franck. Die beiden können das Gesagte kaum glauben, haben sie doch in der Vergangenheit viele Stunden damit verbracht dieses im Geheimen agierende, weitreichende mächtige Netzwerk zu zerschlagen. Doch Axel Mossmann ist mal wieder gut vorbereitet und legt ein schwerwiegendes Beweisstück vor und bittet die beiden erneut um Hilfe…
In einer Nebenhandlung kommt es im Privatleben von Niels Oxen zu einem dramatischen Zwischenfall, der ihn „in die Knie zwingt“…
Mehr darf man einfach nicht verraten, denn wieder einmal ist es Jens Henrik Jensen gelungen, eine fesselnde Fortsetzung der Oxen-Reihe zu schreiben. Obwohl die Handlung fiktiv ist, wirkt sie real, da braucht man sich nur die aktuelle Weltlage und die Nachrichten anzusehen! 
Ich habe die Lesung durch Dietmar Wunder wieder genossen, denn hier bekommt man Hörgenuss vom Feinsten präsentiert! 
Fazit: Spannungsgeladene Fortsetzung der OXEN-Reihe, die Jens Henrik Jensen fesselnd niedergeschrieben hat und ausdrucksstark von Dietmar Wunder vorgetragen wird. Gern noch lange weiter so!
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Stefan Ahnhem: Wellengrab

Hörbuch Hamburg

Fall Nr. 7 für Kommissar Fabian Risk

Seit 2015 bin ich ein großer Fan dieser schwedischen Krimi-Reihe, denn damals erschien das erste Buch der Reihe um den Ermittler Fabian Risk mit dem Titel „Und morgen Du“. Die Lesung der Hörbuchfassung hatte damals und auch aktuell David Nathan mit seiner unverwechselbaren Stimme (vielen z.B. als Synchronstimme von Johnny Depp oder Christian Bale bekannt) übernommen, was aus meiner Sicht schon immer ein großer Pluspunkt ist.
Ein wenig Zeit sollte man für das aktuelle Hörbuch „Wellengrab“ schon einplanen, aber gefühlt ist die über 16-stündige spannende Lesung wie im Flug vergangen.
Inhaltlich etwas preiszugeben, ist schwierig, denn die Gesamthandlung ist sehr komplex und fügt sich aus verschiedenen Sichtweisen und Szenerien nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen:
Nachdem Kommissar Risk im vorherigen Buch „Meeressarg“ privat einiges verkraften musste, verbringt er aktuell gerade etwas Zeit mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Abgelenkt durch ihr Geplänkel über Matildas Versuche ihren Vater „zu verkuppeln“ wird ihnen erst etwas verzögert bewusst, dass ringsherum an der Küste keine Lichter mehr zu sehen sind. Ein plötzlicher, weitreichender Stromausfall ist der Grund dafür…
Fabian Risk und sein Team bekommen es mit den Auswirkungen dieses Black Outs zu tun, wo merkwürdige Dinge passiert sind wie u.a. ein Fragen aufwerfender Banküberfall, wo die Diebe mithilfe der Zugangskarte eines Mitarbeiters ins Gebäude gelangten. Dieser Mann hat aber ein hieb- und stichfestes Alibi…
Die Ermittlungen in diesem Fall gestalten sich schwierig, denn es gibt widersprüchliche Zeugenaussagen, oder die Befragten verhalten sich merkwürdig, scheinen irgendetwas zu verbergen, rücken aber nicht mit der Sprache heraus..
In diese verwirrenden Ermittlungen hinein bekommt Fabian Risk einen merkwürdigen Anruf einer alten Freundin, deren Tochter offenbar während des Stromausfalls verschwunden ist. Da anfänglich noch die Vermutung im Raum steht, dass ein Familienmitglied das Kind entführt haben könnte, vergeht wertvolle Zeit, dann erst wird über ein gefundenes Schriftstück berichtet, dass den Eltern des Mädchens verbietet, die Polizei einzuschalten..
Kein Einzelfall, wie sich dann herausstellt ….
Als es Fabian Risk gelingt einen Zusammenhang zwischen diesen ganzen Merkwürdigkeiten zu erkennen, gerät er selbst in Gefahr und weiß bald nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann, denn hier agiert ein übermächtiger, absolut rücksichtsloser Gegner, dessen undurchsichtiges „Netzwerk“ bis in die obersten Machtetagen zu reichen scheint.
Die Atmosphäre wird immer beklemmender und Teile der Handlung erinnerten mich an Szenen, die einst George Orwell in seinem Buch „1984“ niederschrieb.
Durch die fesselnde Lesung springt ganz schnell das Kopfkino an, man hat die Szenerien direkt vor Augen und befindet sich „mitten im Geschehen“, sodass man ab und an Gänsehaut bekommt, aber auch an humorvollen Passagen teilnehmen kann. Die Mitwirkenden bekommen durch David Nathans Stimmnuancen eine „eigene Stimme“, sodass sie gut unterscheidbar sind. Für mich war das mal wieder Hörgenuss vom Feinsten!
Alles in allem hat Stefan Ahnhem erneut einen spannenden Krimi geschrieben, der eine düstere, unheilvolle Thematik aufgreift, die nachdenklich macht und beim Blick ins aktuelle Weltgeschehen noch beklemmender wirkt.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannungsgeladenen Krimi, der durch David Nathans fesselnde Lesung zum Hörgenuss vom Feinsten wird!
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Black Snow – Staffel 2

Polyband VÖ 30.01.26

Im März 2024 erschien die erste Staffel von „Black Snow“, eine nach „Down Under“ führende Krimi-Reihe, wo es um das Verschwinden der 17-jährigen Isabel Baker ging, die 1994 im australischen Queensland spurlos verschwand. 25 Jahre später rollt der psychisch angeschlagene Ermittler James Cormack den Fall wieder auf. Die ganze Aufmachung der Gesamthandlung hatte mich irrtümlich glauben lassen, dass es sich um einen wahren Kriminalfall handelt – dem war nicht so, was ich aber erst durch das Bonus-Material erfuhr. Was aber im Nachhinein keine Rolle spielte, denn spannend und sehenswert war die erste Staffel auf  jeden Fall.
Nun istBlack Snow – Staffel 2″  für das Heimkino erschienen. Erneut schlüpft Travis Fimmel in die Rolle des Ermittlers James Cormack, der weiterhin mit seinen Dämonen kämpft.
Während eines Polizei-Einsatzes in einem heruntergekommenen Haus, wird zufällig Zoes Jacobs Rucksack gefunden, mit dem sie 2003 von der Feier ihres 21. Geburtstags aus dem australischen Moorevale spurlos verschwand. Anfänglich machte sich niemand von ihrer Familie Sorgen, denn Zoe hinterließ eine Nachricht, worin sie von „Zeit für sich“ sprach.
Der Fund des Rucksacks ruft jetzt James Cormack auf den Plan, der beruflich eine neue Chance und den Auftrag bekommt, sich mit dem bisher im Sande verlaufenden Fall Zoe Jacobs zu beschäftigen.
Er rollt den alten Fall wieder auf:
Da mittlerweile viele Jahre vergangen sind und es kein Lebenszeichen von Zoe gibt, vermutet ihr Vater, dass seine Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Ihre Mutter ist aber fest davon überzeugt, dass sie noch lebt und irgendwo ein neues Leben begonnen hat…
James Cormack hat den schmerzlichen Verlust seiner Mutter und das spurlose Verschwinden seines jüngeren Bruders Ritchie –  den er seit vielen Jahren sucht – immer noch nicht verwunden. Da taucht plötzlich sein Vater bei ihm auf und erzählt, dass er neue Informationen zu Ritchie habe..
Wiederum aufgemacht wie ein „wahrer Kriminalfall“ schwebt von Beginn an eine düstere Atmosphäre über dem Geschehen. Die sechs Episoden der zweiten Staffel werden fesselnd und spannend erzählt, weswegen ich mir eine lange „Fernsehnacht“ gegönnt habe.
Erneut hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Rolle/Figur des psychisch angeschlagenen Ermittlers Cormack, doch durch den Unterhaltungswert dieses spannenden Kriminalfalls, kann man diesen Part ausklammern.
Fazit: Sehenswerte, fesselnde 2. Staffel der spannenden australischen Krimi-Reihe!
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Susanne Mischke: Du musst mir glauben

 

Piper 

Ein neuer Fall für Bodo Völxen und sein Team

Ein Jahr ist vergangen und nach „Wehe, Du irrst Dich“ ermittelt Hauptkommissar Völxen mit seinem Team in und um Hannover in „Du musst mir glauben“ und mittlerweile im 15. Fall!

Darum geht es diesmal:

Vor geraumer Zeit recherchierte das Völxen-Team in einem Fragen aufwerfenden Reitunfall, wobei Gustav von Rath, der Eigentümer/Gutsherr des alteingesessenen, renommierten Gestüts „Sieben Eichen“ so schwer verletzt wurde, dass er seitdem im Koma liegt. Ohne Zeugen, wurde dieser Fall als tragischer Unfall eingestuft.
Man munkelt inzwischen, dass die Angehörigen vor der schweren Entscheidung stehen, ob man die „Maschinen abstellen soll“. Da Gustavs Sohn und Tochter sich nicht gut mit Greta, der zweiten Ehefrau ihres Vaters verstehen und es um ein beträchtliches Erbe geht, steht die Entscheidung wohl noch aus…
Seitdem Gustav nicht mehr die Geschäfte führt, steht es nicht sonderlich gut um die Finanzen der Familie Rath, weswegen man sich durchgerungen hat, das Gestüt für einen „Tag der offenen Tür“ zu öffnen, um sich mal wieder ins Gespräch zu bringen.
Während sich langsam auf dem Gutshof Besucher einfinden, ertönt aus dem Inneren des Hauses plötzlich ein Schrei und der Ruf nach einem Arzt, doch der kann nur noch wenig ausrichten, denn Greta von Rath liegt blutüberströmt tot im Kaminzimmer, offenbar erschlagen mit einem Schürhaken….
Ab hier übernehmen Völxen und sein Team:
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, besonders die umfangreichen Befragungen der Landfrauen, die an mehreren Ständen ihre selbstgefertigten Produkte feilboten, sind ein Quell an Informationen, die einer der Teammitglieder aufschreiben soll. Da heißt es dann die Spreu vom Weizen zu trennen bzw. was sind wichtige Informationen oder einfach nur Klatsch und Tratsch.
Wie und ob Oda Kristensen sich in die Kriminalhandlung einbringt, denn sie ermittelt ja nicht mehr im Völxen-Team, sondern hat sich ja als Psychotherapeutin niedergelassen, bleibt abzuwarten.
Erneut beweist Susanne Mischke, dass das Team um Bodo Völxen einen Platz im Krimi-Universum verdient bzw. für mich schon lange hat.
Die Mitwirkenden sind mir beim Aufschlagen der ersten Seite sofort wieder präsent und durch die bildhaften Beschreibungen direkt vor Augen. Humor, viel Lokalkolorit und einem auf den ersten Blick nicht zu lösender, spannender Kriminalfall, das sind die Bestandteile dieses 15. Falls, den ich wieder gerne gelesen habe und meine Leseempfehlung dafür ausspreche.  
Fazit: Das ländliche Idyll trügt, auch Fall Nr. 15 hat es in sich und bietet in Gänze einen spannenden Kriminalfall, der nicht auf den ersten Blick zu lösen ist, humorvolle Szenerien und ein Ermittler-Team, dass aus der Krimi-Landschaft nicht mehr wegzudenken ist. Gerne mehr davon!
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Jan Beck: DORN – Zimmer 203 – Ruf der Toten

Penguin

Im letzten Jahr startete mit  „DORN – Zimmer 103“ die neue Thriller-Reihe des Autors um den gesundheitlich angeschlagenen Kriminalpsychologen Simon Dorn und die junge, engagierte Kriminalpolizistin Lea Wagner vom Bundeskriminalamt in Wien.
Der fesselnde Triller hatte mir sehr gut gefallen und auf die weitere „Zusammenarbeit“ des ungleichen Ermittler-Duos war ich gespannt.
Nun ist mit „DORN – Zimmer 203 – Ruf der Toten“ das zweite Buch der Reihe erschienen:
Nach den nervenaufreibenden Ereignissen des ersten Buches öffnet sich nun im heruntergekommenen Hotel Dornwald in Bad Gastein eine weitere Tür. Doch was für eine Geschichte sich dahinter verbirgt, möchte ich eigentlich gar nicht preisgeben, da ich niemandem das Lese-Vergnügen nehmen möchte.
Mich hat die aktuelle Handlung von der ersten Seite an „eingefangen“, weswegen ich diesen Page-Turner kaum aus den Händen legen konnte.
Daher gibt es auch nur einen kleinen Einblick in die Gesamthandlung, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammensetzt. Durch den angenehmen und flüssigen Erzählstil des Autors hat man keine Schwierigkeiten sich im Geschehen zurechtzufinden. Durch die bildhafte Sprache hat man die Szenerien direkt vor Augen, sodass es passieren kann, dass einem der eine oder andere Schauer über den Rücken läuft und somit fesselnde Spannung von Anfang bis Ende gegeben ist.
Simon Dorn ist nach dem Versiegen seiner bisherigen „Geldquelle“ finanziell am Ende und durch den damit verbundenen Verlust einer ihm zugetanen Bezugsperson auch seelisch am unteren Level angekommen, nur sein tierischer Mitbewohner Buddy (ein weißer Schäferhund) hält ihn noch etwas aufrecht.  Dann erhält er eine ungeahnte Geldspritze, die seinem mehr als überzogenen Bankkonto zu einem Guthaben verhilft, die mit einer geheimnisvollen Nachricht verbunden ist und zu einer Person führt, die Dorn um Hilfe bittet…
Lea Wagner wird beruflich durch ihre manchmal unkonventionelle Arbeitsweise von ihrem Chef beim BKA Wien an der kurzen Leine gehalten, weswegen sie an keinen aktuellen Fall arbeitet. Daher hat sie etwas Zeit sich um ein familiäres „Problem“ zu kümmern. Ihr älterer Bruder Karl, der sich gut in Unterweltkreisen auskennt, muss dringend untertauchen, denn er hat sich mit einem mächtigen Gegner angelegt. Kurzerhand bringt Lea Karl im Hotel Dornwald unter…
Simon Dorns Gedanken kreisen um die kurze Kommunikation mit der Hilfe suchenden Person, denn der Kontakt wurde abgebrochen. Dorn bittet Lea Wagner um Unterstützung bei der Recherche, ob es der Person gut geht.  Die macht sich schnurstracks an die Arbeit und steht bald vor einer Person, die schon seit geraumer Zeit nicht mehr am Leben ist und daher auch nicht mit Dorn kommuniziert haben kann. Wer war es dann?
Bei all dem kriminellen Geschehen in der Handlung mündet das Zusammentreffen von Karl Wagner und Simon Dorn in einem erfrischenden Handlungsstrang, der wohl dosiert eingewoben wurde und die spannungsgeladene Handlung belebt.
Wer so geheimnisvoll Kontakt mit Simon Dorn aufgenommen hat, bleibt hier natürlich unerwähnt und wird vom Autor auch erst ganz zum Schluss preisgegeben, was mir gut gefallen hat. 
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass man sich diesen geschickt geschriebenen und sich handlungsmäßig nach und nach entwickelnden fesselnden Thriller nicht entgehen lassen sollte!
Fazit: Fortsetzung gelungen! Volle Punktzahl und unbedingte Lese-Empfehlung für diesen spannenden Page-Turner!
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Jørn Lier Horst/ Jan-Erik Fjell: Hörst Du den Schrei?

blanvalet

Von Jørn Lier Horst kenne ich die spannende Buchreihe um Emma Ramm und Alexander Blix, die er mit seinem norwegischen Autorenkollegen Thomas Enger schreibt, aber auch die Verfilmungen seiner  Bücher um Kommissar William Wisting.
Nun ist mit „Hörst Du den Schrei?“ der Auftakt zu seiner neuen Krimi-Reihe erschienen, die er gemeinsam mit Jan-Erik Fjell (seine Bücher sind mir bisher nicht bekannt) geschrieben hat.
Die Handlung spielt in und um Fagernes, einem kleinen Ort in Norwegen. Dort war vor 15 Jahren Leah Forsberg verschwunden. In einem aufsehenerregenden Indizienprozess wurde dann Tobias Forsberg wegen Mordes an seiner Tochter zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Leahs Leiche wurde aber nie gefunden!
Markus Heger ist Podcaster und sein Krimi-Podcast Crimecast hat viele Zuhörer. Auch er hatte vor geraumer Zeit über das Verschwinden von Leah Forsberg berichtet und für ihn sind auch nach 15 Jahren immer noch einige Fragen ungeklärt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört auch zu den Zuhörern von Crimecast und die Berichterstattung zum damaligen Verschwinden um Leah macht sie hellhörig und sie fängt an zu recherchieren und auch sie hat noch offene Fragen, weswegen sie sich an Markus Heger wendet.
Der ist aber gerade mit einem anderen Fall beschäftigt und mehr als zu kurzen Telefonaten mit Mathilde Wold kommt es nicht, denn sie wird kurze Zeit später von ihrer Vermieterin als vermisst gemeldet…
Dieser Umstand beschäftigt den Podcaster und er fängt an auf eigene Faust zu ermitteln, denn er vermutet einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Mathilde Wold und ihren Recherchen zum Fall „Leah Forsberg“…..
Mehr möchte ich zum Inhalt dieses spannenden Kriminalromans nicht verraten, denn was das Autoren-Duo hier niedergeschrieben hat, fesselt von der ersten Seite an. Der Schreibstil ist angenehm, man findet sich im Geschehen gut zurecht.
Es gibt eine Reihe Mitwirkender, die eine ganze Menge kriminelle Energie in die Handlung bringen und ganz besonders verdächtige Personen tauchen immer wieder auf, sodass es den beiden Autoren wirklich gut gelungen ist, die Leserschaft auf einige falsche Fährten zu schicken.
Kurz vor dem Showdown war ich überzeugt, die Lösung gefunden zu haben, um dann zu erfahren, dass ich völlig daneben lag, denn als beim Schlussakkord dann „die Bombe platzt“, musste ich einen kurzen Überraschungsmoment verdauen, was aber nicht lange anhielt, denn es fallen alle Puzzleteile an den richtigen Platz und das unvorhersehbare Geschehen wird nachvollziehbar erklärt.
Fazit Toll! So muss ein spannender Krimi sein und es dürfen gern noch weitere davon folgen! 
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