Der Titel dieser irischen Serie bedeutet Verwandtschaft oder auch Familienverbund und darum geht es auch inhaltlich in „KIN – Staffel 1“.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die irische Familie Kinsella, die in Dublin ihren kriminellen „(Drogen)Geschäften“ nachgeht. Zu der Familie gehört Amanda. Sie ist mit Jimmy verheiratet und hat mit ihm zwei halbwüchsige Jungen. Sie betreibt ein Autohaus, das vorrangig als Geldwaschanlage für die Familie dient.
Dann ist da noch Michael, der nach einem längeren Gefängnisaufenthalt wieder in der Familie begrüßt wird. Er hat mit dem Geschäftsgebaren seiner Familie abgeschlossen und will sich aus allem heraushalten, denn sonst bleibt ihm der Kontakt zu seiner Tochter Anna verwehrt, das will er auf keinen Fall aufs Spiel setzen.
Die Familie hört, was er sagt, aber akzeptieren kann sie es nicht, denn dazu passiert im Umfeld viel zu viel, als dass man auch nur auf ein Familienmitglied verzichten könnte. Denn obwohl Frank Kinsella, das Oberhaupt der Familie, einen Deal abgeschlossen hat, damit es nicht immer zu Reibereien im Milieu kommt, wird diese Absprache gebrochen. Dabei gerät einer von Amandas Söhnen zwischen die Fronten und stirbt.
Ab hier eskaliert die trügerische Waffenruhe und es wird sehr blutig.…..
Ein bißchen angelockt von den mitwirkenden und auf dem Cover abgebildeten Schauspielern (Clare Dunne, Charlie Cox, Ciaran Hinds und Aidan Gillan) war mir anfangs gar nicht so richtig klar, worauf ich mich hier einlasse. Ehrlich gesagt, habe ich fast die ganze Staffel hindurch gebraucht um die Verwandtschaftsverhältnisse in der Familie Kinsella richtig einzuordnen.
Die Storyline ist nicht neu und auch recht vorhersehbar, denn das Michael nach dem Gefängnisaufenthalt nur noch ein ruhiges normales Leben absolviert, wäre ja schon traumhaft und dass immer alle nach der Pfeife des Clan-Oberhauptes agieren, ist in so einer kriminellen Umgebung ja auch kaum denkbar.
Nun ob man sich solche Serien anschauen möchte, überlasse ich jedem selbst. Ich habe mir letztendlich alle acht Folgen angeschaut, weil die Serie schauspielerisch bzw. die Rollen wirklich toll besetzt sind und insgesamt die düstere, angespannte Atmosphäre gut eingefangen wurde.
Fazit: Schauspielerisch toll besetzte irische Gangster-Serie! Fans dieses Genres werden hier sicherlich gut unterhalten!
Da ich Spannungsliteratur aus dem hohen Norden immer wieder gern lese, war ich auf den Start dieser schwedischen Krimi-Reihe mit dem Titel „Tatort Trelleborg“ gespannt, nicht zuletzt, da mir dieser Autor bisher nicht bekannt war.
Die Handlung führt ins Jahr 1989 in die südschwedische Region Trelleborg. Im eher spärlich besiedelten Gabeljung spielt der achtjährige Robin Falk mit zwei Nachbarsjungen im nahegelegenen Wald. Doch zur verabredeten Zeit kommt er nicht nach Hause und die beiden Nachbarsjungen haben ihn beim „Versteckenspielen“ aus den Augen verloren….
Die herbeigerufene Polizei zu der auch die Hauptfigur dieses Krimis, die junge Streifenpolizistin Gunni Hilding gehört, hilft bei der Suche nach Robin. Sie ist es auch die ihn dann leblos im Morast entdeckt…
Zu Gunnis großer Überraschung wird sie vom Dezernatsleiter der Abteilung für Gewaltverbrechen um Verstärkung bei den Ermittlungen zum Tod von Robin Falk gebeten. Gunni ist sich nicht sicher, ob sie dieser Aufgabe gewachsen ist, denn es handelt sich laut Obduktion um ein Tötungsdelikt, weswegen ihr dann auch die Befragungen besonders schwerfallen, da es sich ja bei den beiden Hauptzeugen um Kinder handelt….
Bald gilt der Fall als abgeschlossen und Gunni wechselt auf eigenen Wunsch wieder auf ihren einstigen Arbeitsplatz als Streifenpolizistin.
Fünf Jahre vergehen bis ein ähnlich gelagertes Verbrechen an einem achtjährigen Jungen begangen wird. Die Familie war auf der Durchreise und hatte für kurze Zeit auf einem Campingplatz pausieren wollen.
Gunni und ihr Kollege werden zur Verstärkung für die Befragungen auf den Campingplatz abkommandiert. Recht schnell wird sie an den Fall Robin Falk erinnert und sie sieht Parallelen. Auch kommen ihre Bedenken wieder hoch, die sie beim Abschluss des damaligen Falls geäußert hatte, diese wurden aber von ihren Vorgesetzten für nicht besonders relevant eingestuft. Nun lässt Gunni sich aber nicht beirren und unternimmt erst auf eigene Faust Nachforschungen und dann gemeinsam mit ihrer ehemaligen Kollegin vom Dezernat für Gewaltverbrechen, denn diese sieht auch Klärungsbedarf bei den Parallelen zum aktuellen Fall und dem Tod von Robin Falk…..
Das Buch liest sich gut und gibt Einblick in die umfangreichen polizeilichen Ermittlungen, wo jedes Fitzelchen umgedreht und ausgewertet werden muss. Einfühlsam wird dargelegt, was es mit einem Menschen macht, der einer Straftat verdächtigt wird oder auch welche seelischen Qualen die Angehörigen von Gewaltopfern durchmachen.
Zu Beginn fand ich es noch spannend die teils etwas zwielichtigen Mitwirkenden kennenzulernen, die in den Fokus der Ermittlungen gerieten. Allerdings war mir schnell klar und wird auch durch die Überschrift des Klappentextes suggeriert, dass beim Abschluss der Ermittlungen im Fall Robin, irgendwie noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Da überraschte dann auch nicht, dass fünf Jahre später von einem ähnlich gelagerten Fall berichtet wird.
Insgesamt fand ich die weit gefächerten Recherchen nach dem „Bösen“ etwas zäh, ganz im Gegensatz zur Auflösung, wer sich nun dahinter verbirgt. Zuwenig erfährt man meiner Meinung nach über das Warum all diese Verbrechen geschahen, das blitzt eher wie eine Randbemerkungen am Ende auf, was schade ist, da wäre noch Raum für mehr gewesen.
Auch Gunnis private Situation fand ich zu umfangreich thematisiert, teils rückt dabei der rote Faden in den Hintergrund, was den Spannungsbogen abflachen lässt.
Alles in allem vergebe ich hier drei von fünf Punkten, da das vorhandene Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist, sodass die Fortsetzung der Reihe noch abgewartet werden sollte.
Fazit: Guter Start der Reihe, aber stellenweise wurde das Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft, daher 3 von 5 Punkten, da die Fortsetzung noch abgewartet werden sollte.
Mir sind die unterschiedlichen Buch–Reihen von Catherine Shepherd seit vielen Jahren bestens bekannt. Sie waren und sind für mich ein Garant für fesselnde und spannende Unterhaltung.
Nun ist ihr Psychothriller „Meine tote Schwester“ erschienen, der optisch schon mal mit einem in blau/orange gestalteten Cover punkten kann.
In der Handlung lernt man die 16-jährige Schülerin Mia kennen, die mit ihrer Mutter zusammenlebt. Neben ihrem Zuhause liegt ein weitläufiges Grundstück mit einer seit Jahren leerstehende Villa, die Mia nicht betreten darf, denn dort fand ihre Schwester Jasmin den Tod.
Auch sonst umweht seit jeher dieses alte Gebäude und seinen einstigen Besitzer, dem Psychiater Dr. Schenkenberg etwas Düsteres und Geheimnisvolles. Dies wiederum lockt ungebetene Gäste an, die in die Villa eindringen, um dort Partys zu feiern. Den neuesten Trend findet man in den sozialen Medien, wo gruselige Videos von diesem Lost Place für Aufsehen sorgen und diejenigen, die diese Videos produzieren und online stellen, konkurrieren um die meisten „Likes, Klicks oder Follower“.
Mia schaut täglich rüber zu den verwaisten Fenstern, wo sie dann und wann eine Bewegung hinter einer Gardine erhascht oder eine Silhouette wahrnimmt, die sie an ihre tote Schwester erinnert..
Doch von einem Tag auf den anderen verändert sich die Situation, denn die alte Villa wurde günstig verkauft und nun ziehen dort Nora Hoppe und ihr Teenager Sohn Lukas ein…
Man sollte meinen, nun würde die Gerüchteküche verstummen, dem ist aber nicht so, denn anstatt der Villa rückt nun Lukas Hoppe in den Fokus, denn der Neuling soll jemanden getötet haben…
Im weiteren Verlauf stirbt jemand aus Mias Freundeskreis und recht schnell wird Lukas dafür verantwortlich gemacht…..
Mehr darf man nicht von der weiteren Handlung preisgeben, denn dazu ist sie zu spannend und packend geschrieben.
Ich habe diesen Thriller „verschlungen“, denn er hat mich von der ersten Seite an gepackt. Die Mitwirkenden sind gut gezeichnet und bei der düsteren verlassenen Villa braucht es nicht viel Fantasie um hier unheimliche Szenen heraufzubeschwören, was der Autorin wieder einmal sehr gut gelungen ist. Obwohl hier eher die jüngere Generation die Handlung bestimmt, hat es mir große Freude bereitet diese fesselnd erzählte Geschichte zu lesen und kann mir durchaus eine Fortsetzung vorstellen.
Insgesamt vergebe ich für fesselnde Spannung, tolles Setting und unheimliche Szenerien die volle Punktzahl und spreche meine Lese-Empfehlung aus!
Fazit: Dieser Psychothriller punktet auf der ganzen Linie und bekommt die volle Punktzahl und meine Lese-Empfehlung!
„Mittsommergrab“ ist der Start der schwedischen Krimi-Reihe um die Journalistin Julia Järvskog.
Die Handlung ist an der schwedischen Westküste angesiedelt, wo auch die mir bisher unbekannte Autorin geboren und aufgewachsen ist. Sie kennt die Gegend gut, die sie als Kulisse für ihren Kriminalroman auserkoren hat, was sich in der bildhaften Sprache widerspiegelt, sodass und man die Szenerie direkt vor Augen hat.
Im Prolog spürt man bereits die unheilvolle Atmosphäre, die sich dann durch das ganze Buch schlängelt.
Die Handlung spielt im Jahr 2024, wo man Julia Järvskog kennenlernt. Sie hat gerade privat eine unschöne Trennung hinter sich, was auch noch in den Medien ausgeschlachtet wurde, denn als Journalistin und durch ihren erfolgreichen True-Crime-Postcast, ist sie in Schweden keine Unbekannte.
Während zwei Taucher vor Hunnebostrand im Skagerrak nach Hummerfallen Ausschau halten, machen sie eine gruselige Entdeckung. Sie finden auf dem Meeresboden einen Koffer mit menschlichen Knochen!
Julia bekommt den Auftrag an den Ort des Geschehens zu fahren, um dort Informationen zu sammeln, was es mit diesem aufsehenerregenden Fund auf sich hat.
Für Julia ist es eine Reise an den Ort ihrer Kindheit, wo sie bei ihren Großeltern immer die Sommerferien verbrachte. Sie hat schöne Erinnerungen an die Zeit mit ihren Freunden und an ihre Jugendliebe Kalle. Auf der Fahrt nach Hunnebostrand denkt sie die Ereignisse rund um das Mittsommerfest und ihren letzten Sommer, den sie im Jahr 1994 dort verbrachte. Nach 30 Jahren sind es eher Erinnerungsfetzen, die sich in ihrem Gedächtnis verankert haben, zumal sie damals mit ihren Freunden feuchtfröhlich im Bootshaus ihres Großvaters gefeiert hatte und sie mit einem schweren Kopf am nächsten Morgen aufgewacht war.
Nachdem sie nun von diesem Knochenfund gehört hatte, kam aber auch eine Erinnerung wieder hoch, denn kurz nach den Mittsommerfeierlichkeiten verschwand der wohlhabende Peppe Johansson spurlos und die polizeilichen Ermittlungen verliefen ohne Erfolg. Könnten dies seine sterblichen Überreste sein?
Im Verlauf holt Julia die Vergangenheit ein, sie trifft ihre alten Freunde und zu ihrer großen Überraschung ist ihre einstige Jugendliebe Kalle jetzt Polizist und der leitende Ermittler im Knochenfund-Fall.
Anfangs konnte mich die Handlung noch einfangen. Durch die flüssige Erzählweise gelang das Vorankommen im Geschehen problemlos. Auch das Knistern zwischen Julia und Kalle, genau wie die düstere Ungewissheit hinsichtlich des Knochenfundes sind spürbar und gut gelungen.
Doch dann wurde das Geschehen für mich vorhersehbar, weswegen der Spannungsbogen abflachte und die Auflösung für mich dann auch keine Überraschung mehr bot.
Da dies aber erst der Beginn einer Buch-Reihe ist, möchte ich gern noch abwarten, wie es weitergeht und vergebe daher drei Punkte mit der Tendenz nach oben.
Fazit: Drei (mit der Tendenz nach oben) von fünf Punkten, da noch nicht das ganze Potenzial ausgeschöpft wurde, sollte die Fortsetzung abgewartet werden!
Arne Dahls spannende Bücher sind mir bestens bekannt, zuletzt habe ich „Kaltes Fieber“ aus der Eva-Nyman-Reihe gelesen.
Nun hat er sich mit seinem schwedischen Schriftsteller-Kollegen Jonas Moström (dessen Bücher ich bisher noch nicht kenne) zusammengetan und sie haben gemeinsam den Kriminalroman „Doppelspiel“ geschrieben.
Das Buch startet mit einer nervenaufreibenden Szene!
Dann lernt man den Krimiautor Tom Berg kennen, den nach seinem großen Erfolg jetzt eine quälende Schreibblockade ausbremst. Es geistert ihm zwar eine Idee im Kopf herum, wo es im Stockholmer Nachtleben zu einem Mord kommt, aber richtig ausgearbeitet hat er dies noch nicht und kaum etwas zu Papier gebracht.
Aber seine Verlegerin sitzt im Nacken, sie will endlich über sein neues Buchprojekt sprechen und seinen Entwurf dazu lesen.
Toms guter Freund Lennart rät ihm: „Du musst mal raus!“ Geh und lass Dich im Nachtleben treiben…
Gesagt, getan! Tom begibt sich auf Brainstorming und landet in einem Nachtclub. Was ihm dort widerfährt, kann er selbst kaum glauben:
Es kommt ihn vor, als befände er sich in seiner eigenen Buch-Idee, denn vor seinen Augen passiert ein Mord, dann ist er plötzlich mitten im weiteren Geschehen, das ihn zur Flucht drängt…
Die herbeigerufene Polizei ermittelt, vernimmt Tom später auch als Zeugen, bis sich das Blatt für ihn wendet und er zum Hauptverdächtigen avanciert.
Ab hier heißt es für Tom Borg „wie komme ich aus diesem Schlamassel wieder heraus, schaffe ich es meine Unschuld zu beweisen?“
Teilweise weiß man nicht so recht in welcher „Parallelwelt“ man sich befindet, denn Gut und Böse oder Realität und Fiktion verschwimmen hier ineinander. Man bekommt Einblick in Toms Gedankengänge oder man ist dabei als er auf der Flucht durch Stockholm hetzt.
Es gibt einige Mitwirkende, die man erst einmal nicht richtig einordnen kann bzw. nicht auf den ersten Blick erkennt, ob sie Tom zugetan oder gar die Strippenzieher in diesem Verwirrspiel sind.
Ober gibt es gar noch eine höhere Macht, die hier ihre Finger im Spiel hat?
Dem Autoren-Duo ist es gelungen, ihre Leserschaft gut zu unterhalten und haben gemeinsam mal einen etwas anderen Kriminalroman geschrieben. Das Buch liest sich gut und flüssig. Auch wenn die Handlungsstränge sich vermengen kann man dem Geschehen letztendlich folgen und wird mit einem unvorhersehbaren Ende konfrontiert.
Für mich ist die Gesamthandlung irgendwie noch nicht ganz zu Ende erzählt, was mich vermuten lässt, es gibt vielleicht noch eine Fortsetzung?
Insgesamt vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten und spreche meine Lese-Empfehlung aus.
Fazit: Mal ein etwas anders aufgemachter, lesenswerter Kriminalroman, wo am Ende noch Luft für eine Fortsetzung ist?!
Der 6. Einsatz für Alexander Blix und Emma Ramm















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