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Jens Henrik Jensen: OXEN – Interregnum

Der-Audio-Verlag

Seit dem ersten Hörbuch „Oxen – Das erste Opfer –„ verfolge ich diese spannende dänische Thriller-Reihe um den einstigen, hochdekorierten Elite-Soldaten Niels Oxen, der Namensgeber und Hauptfigur der Handlung ist.
Durch die vielen gefährlichen Spezial-Einsätze, die ihn an die unterschiedlichsten Orte auf der Welt führten, kämpft er immer noch mit seinen Dämonen, hat Flashbacks und wiederkehrende Alpträume. Sein Sohn Magnus ist das Wichtigste in seinem Leben. Die beiden verstehen sich gut und unternehmen viel zusammen, was in der aktuellen Handlung einen wichtigen Part übernimmt.
Im Verlauf der Reihe haben sich aber auch noch zwei weitere Figuren herauskristallisiert, nämlich Margrethe Franck, die für den PET, dem Geheimdienst der dänischen Polizei arbeitet.
Außerdem Axel Mossmann, der Leiter des PET, der einen scharfen Verstand hat und nicht zu unterschätzen ist. Er zieht an vielen Strippen, ob er sie nun für sich, seine Missionen oder einfach nur daran zieht, weil er es kann, das bleibt sein Geheimnis.
Diese drei Mitwirkenden bilden ein unschlagbares Team und sind für mich aus der Thriller-Landschaft nicht mehr wegzudenken.
Seit Beginn dieser Reihe hat Dietmar Wunder die Lesung der ungekürzten Hörbuchfassung übernommen, was wirklich eine gute Wahl ist. Durch seinen Vortrag wird man direkt ins Geschehen katapultiert und das Kopfkino beginnt!
Was es mit dem aktuellen Titel „OXEN – Interregnum –“ auf sich hat, erklärt der Autor gut nachvollziehbar gleich am Anfang des Buches, weswegen ich hier darauf verzichte.
Da ich die Reihe von Beginn an kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten, den wohl wichtigsten Satz in diesem Buch, nämlich, „Der Danehof lebt“ richtig einzuordnen. Zwar gibt der Autor gut Hilfestellung, aber um die Feinheiten hier besser zu verstehen, kann ich nur empfehlen, die Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt.
Diesen wichtigen Satz spricht Axel Mossmann bei dem von ihm einberufenen geheimen Treffen zu Niels Oxen und Margrethe Franck. Die beiden können das Gesagte kaum glauben, haben sie doch in der Vergangenheit viele Stunden damit verbracht dieses im Geheimen agierende, weitreichende mächtige Netzwerk zu zerschlagen. Doch Axel Mossmann ist mal wieder gut vorbereitet und legt ein schwerwiegendes Beweisstück vor und bittet die beiden erneut um Hilfe…
In einer Nebenhandlung kommt es im Privatleben von Niels Oxen zu einem dramatischen Zwischenfall, der ihn „in die Knie zwingt“…
Mehr darf man einfach nicht verraten, denn wieder einmal ist es Jens Henrik Jensen gelungen, eine fesselnde Fortsetzung der Oxen-Reihe zu schreiben. Obwohl die Handlung fiktiv ist, wirkt sie real, da braucht man sich nur die aktuelle Weltlage und die Nachrichten anzusehen! 
Ich habe die Lesung durch Dietmar Wunder wieder genossen, denn hier bekommt man Hörgenuss vom Feinsten präsentiert! 
Fazit: Spannungsgeladene Fortsetzung der OXEN-Reihe, die Jens Henrik Jensen fesselnd niedergeschrieben hat und ausdrucksstark von Dietmar Wunder vorgetragen wird. Gern noch lange weiter so!
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Stefan Ahnhem: Wellengrab

Hörbuch Hamburg

Fall Nr. 7 für Kommissar Fabian Risk

Seit 2015 bin ich ein großer Fan dieser schwedischen Krimi-Reihe, denn damals erschien das erste Buch der Reihe um den Ermittler Fabian Risk mit dem Titel „Und morgen Du“. Die Lesung der Hörbuchfassung hatte damals und auch aktuell David Nathan mit seiner unverwechselbaren Stimme (vielen z.B. als Synchronstimme von Johnny Depp oder Christian Bale bekannt) übernommen, was aus meiner Sicht schon immer ein großer Pluspunkt ist.
Ein wenig Zeit sollte man für das aktuelle Hörbuch „Wellengrab“ schon einplanen, aber gefühlt ist die über 16-stündige spannende Lesung wie im Flug vergangen.
Inhaltlich etwas preiszugeben, ist schwierig, denn die Gesamthandlung ist sehr komplex und fügt sich aus verschiedenen Sichtweisen und Szenerien nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen:
Nachdem Kommissar Risk im vorherigen Buch „Meeressarg“ privat einiges verkraften musste, verbringt er aktuell gerade etwas Zeit mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Abgelenkt durch ihr Geplänkel über Matildas Versuche ihren Vater „zu verkuppeln“ wird ihnen erst etwas verzögert bewusst, dass ringsherum an der Küste keine Lichter mehr zu sehen sind. Ein plötzlicher, weitreichender Stromausfall ist der Grund dafür…
Fabian Risk und sein Team bekommen es mit den Auswirkungen dieses Black Outs zu tun, wo merkwürdige Dinge passiert sind wie u.a. ein Fragen aufwerfender Banküberfall, wo die Diebe mithilfe der Zugangskarte eines Mitarbeiters ins Gebäude gelangten. Dieser Mann hat aber ein hieb- und stichfestes Alibi…
Die Ermittlungen in diesem Fall gestalten sich schwierig, denn es gibt widersprüchliche Zeugenaussagen, oder die Befragten verhalten sich merkwürdig, scheinen irgendetwas zu verbergen, rücken aber nicht mit der Sprache heraus..
In diese verwirrenden Ermittlungen hinein bekommt Fabian Risk einen merkwürdigen Anruf einer alten Freundin, deren Tochter offenbar während des Stromausfalls verschwunden ist. Da anfänglich noch die Vermutung im Raum steht, dass ein Familienmitglied das Kind entführt haben könnte, vergeht wertvolle Zeit, dann erst wird über ein gefundenes Schriftstück berichtet, dass den Eltern des Mädchens verbietet, die Polizei einzuschalten..
Kein Einzelfall, wie sich dann herausstellt ….
Als es Fabian Risk gelingt einen Zusammenhang zwischen diesen ganzen Merkwürdigkeiten zu erkennen, gerät er selbst in Gefahr und weiß bald nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann, denn hier agiert ein übermächtiger, absolut rücksichtsloser Gegner, dessen undurchsichtiges „Netzwerk“ bis in die obersten Machtetagen zu reichen scheint.
Die Atmosphäre wird immer beklemmender und Teile der Handlung erinnerten mich an Szenen, die einst George Orwell in seinem Buch „1984“ niederschrieb.
Durch die fesselnde Lesung springt ganz schnell das Kopfkino an, man hat die Szenerien direkt vor Augen und befindet sich „mitten im Geschehen“, sodass man ab und an Gänsehaut bekommt, aber auch an humorvollen Passagen teilnehmen kann. Die Mitwirkenden bekommen durch David Nathans Stimmnuancen eine „eigene Stimme“, sodass sie gut unterscheidbar sind. Für mich war das mal wieder Hörgenuss vom Feinsten!
Alles in allem hat Stefan Ahnhem erneut einen spannenden Krimi geschrieben, der eine düstere, unheilvolle Thematik aufgreift, die nachdenklich macht und beim Blick ins aktuelle Weltgeschehen noch beklemmender wirkt.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannungsgeladenen Krimi, der durch David Nathans fesselnde Lesung zum Hörgenuss vom Feinsten wird!
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Black Snow – Staffel 2

Polyband VÖ 30.01.26

Im März 2024 erschien die erste Staffel von „Black Snow“, eine nach „Down Under“ führende Krimi-Reihe, wo es um das Verschwinden der 17-jährigen Isabel Baker ging, die 1994 im australischen Queensland spurlos verschwand. 25 Jahre später rollt der psychisch angeschlagene Ermittler James Cormack den Fall wieder auf. Die ganze Aufmachung der Gesamthandlung hatte mich irrtümlich glauben lassen, dass es sich um einen wahren Kriminalfall handelt – dem war nicht so, was ich aber erst durch das Bonus-Material erfuhr. Was aber im Nachhinein keine Rolle spielte, denn spannend und sehenswert war die erste Staffel auf  jeden Fall.
Nun istBlack Snow – Staffel 2″  für das Heimkino erschienen. Erneut schlüpft Travis Fimmel in die Rolle des Ermittlers James Cormack, der weiterhin mit seinen Dämonen kämpft.
Während eines Polizei-Einsatzes in einem heruntergekommenen Haus, wird zufällig Zoes Jacobs Rucksack gefunden, mit dem sie 2003 von der Feier ihres 21. Geburtstags aus dem australischen Moorevale spurlos verschwand. Anfänglich machte sich niemand von ihrer Familie Sorgen, denn Zoe hinterließ eine Nachricht, worin sie von „Zeit für sich“ sprach.
Der Fund des Rucksacks ruft jetzt James Cormack auf den Plan, der beruflich eine neue Chance und den Auftrag bekommt, sich mit dem bisher im Sande verlaufenden Fall Zoe Jacobs zu beschäftigen.
Er rollt den alten Fall wieder auf:
Da mittlerweile viele Jahre vergangen sind und es kein Lebenszeichen von Zoe gibt, vermutet ihr Vater, dass seine Tochter einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Ihre Mutter ist aber fest davon überzeugt, dass sie noch lebt und irgendwo ein neues Leben begonnen hat…
James Cormack hat den schmerzlichen Verlust seiner Mutter und das spurlose Verschwinden seines jüngeren Bruders Ritchie –  den er seit vielen Jahren sucht – immer noch nicht verwunden. Da taucht plötzlich sein Vater bei ihm auf und erzählt, dass er neue Informationen zu Ritchie habe..
Wiederum aufgemacht wie ein „wahrer Kriminalfall“ schwebt von Beginn an eine düstere Atmosphäre über dem Geschehen. Die sechs Episoden der zweiten Staffel werden fesselnd und spannend erzählt, weswegen ich mir eine lange „Fernsehnacht“ gegönnt habe.
Erneut hatte ich so meine Schwierigkeiten mit der Rolle/Figur des psychisch angeschlagenen Ermittlers Cormack, doch durch den Unterhaltungswert dieses spannenden Kriminalfalls, kann man diesen Part ausklammern.
Fazit: Sehenswerte, fesselnde 2. Staffel der spannenden australischen Krimi-Reihe!
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Susanne Mischke: Du musst mir glauben

 

Piper 

Ein neuer Fall für Bodo Völxen und sein Team

Ein Jahr ist vergangen und nach „Wehe, Du irrst Dich“ ermittelt Hauptkommissar Völxen mit seinem Team in und um Hannover in „Du musst mir glauben“ und mittlerweile im 15. Fall!

Darum geht es diesmal:

Vor geraumer Zeit recherchierte das Völxen-Team in einem Fragen aufwerfenden Reitunfall, wobei Gustav von Rath, der Eigentümer/Gutsherr des alteingesessenen, renommierten Gestüts „Sieben Eichen“ so schwer verletzt wurde, dass er seitdem im Koma liegt. Ohne Zeugen, wurde dieser Fall als tragischer Unfall eingestuft.
Man munkelt inzwischen, dass die Angehörigen vor der schweren Entscheidung stehen, ob man die „Maschinen abstellen soll“. Da Gustavs Sohn und Tochter sich nicht gut mit Greta, der zweiten Ehefrau ihres Vaters verstehen und es um ein beträchtliches Erbe geht, steht die Entscheidung wohl noch aus…
Seitdem Gustav nicht mehr die Geschäfte führt, steht es nicht sonderlich gut um die Finanzen der Familie Rath, weswegen man sich durchgerungen hat, das Gestüt für einen „Tag der offenen Tür“ zu öffnen, um sich mal wieder ins Gespräch zu bringen.
Während sich langsam auf dem Gutshof Besucher einfinden, ertönt aus dem Inneren des Hauses plötzlich ein Schrei und der Ruf nach einem Arzt, doch der kann nur noch wenig ausrichten, denn Greta von Rath liegt blutüberströmt tot im Kaminzimmer, offenbar erschlagen mit einem Schürhaken….
Ab hier übernehmen Völxen und sein Team:
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, besonders die umfangreichen Befragungen der Landfrauen, die an mehreren Ständen ihre selbstgefertigten Produkte feilboten, sind ein Quell an Informationen, die einer der Teammitglieder aufschreiben soll. Da heißt es dann die Spreu vom Weizen zu trennen bzw. was sind wichtige Informationen oder einfach nur Klatsch und Tratsch.
Wie und ob Oda Kristensen sich in die Kriminalhandlung einbringt, denn sie ermittelt ja nicht mehr im Völxen-Team, sondern hat sich ja als Psychotherapeutin niedergelassen, bleibt abzuwarten.
Erneut beweist Susanne Mischke, dass das Team um Bodo Völxen einen Platz im Krimi-Universum verdient bzw. für mich schon lange hat.
Die Mitwirkenden sind mir beim Aufschlagen der ersten Seite sofort wieder präsent und durch die bildhaften Beschreibungen direkt vor Augen. Humor, viel Lokalkolorit und einem auf den ersten Blick nicht zu lösender, spannender Kriminalfall, das sind die Bestandteile dieses 15. Falls, den ich wieder gerne gelesen habe und meine Leseempfehlung dafür ausspreche.  
Fazit: Das ländliche Idyll trügt, auch Fall Nr. 15 hat es in sich und bietet in Gänze einen spannenden Kriminalfall, der nicht auf den ersten Blick zu lösen ist, humorvolle Szenerien und ein Ermittler-Team, dass aus der Krimi-Landschaft nicht mehr wegzudenken ist. Gerne mehr davon!
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Jan Beck: DORN – Zimmer 203 – Ruf der Toten

Penguin

Im letzten Jahr startete mit  „DORN – Zimmer 103“ die neue Thriller-Reihe des Autors um den gesundheitlich angeschlagenen Kriminalpsychologen Simon Dorn und die junge, engagierte Kriminalpolizistin Lea Wagner vom Bundeskriminalamt in Wien.
Der fesselnde Triller hatte mir sehr gut gefallen und auf die weitere „Zusammenarbeit“ des ungleichen Ermittler-Duos war ich gespannt.
Nun ist mit „DORN – Zimmer 203 – Ruf der Toten“ das zweite Buch der Reihe erschienen:
Nach den nervenaufreibenden Ereignissen des ersten Buches öffnet sich nun im heruntergekommenen Hotel Dornwald in Bad Gastein eine weitere Tür. Doch was für eine Geschichte sich dahinter verbirgt, möchte ich eigentlich gar nicht preisgeben, da ich niemandem das Lese-Vergnügen nehmen möchte.
Mich hat die aktuelle Handlung von der ersten Seite an „eingefangen“, weswegen ich diesen Page-Turner kaum aus den Händen legen konnte.
Daher gibt es auch nur einen kleinen Einblick in die Gesamthandlung, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und sich nach und nach zu einem großen Ganzen zusammensetzt. Durch den angenehmen und flüssigen Erzählstil des Autors hat man keine Schwierigkeiten sich im Geschehen zurechtzufinden. Durch die bildhafte Sprache hat man die Szenerien direkt vor Augen, sodass es passieren kann, dass einem der eine oder andere Schauer über den Rücken läuft und somit fesselnde Spannung von Anfang bis Ende gegeben ist.
Simon Dorn ist nach dem Versiegen seiner bisherigen „Geldquelle“ finanziell am Ende und durch den damit verbundenen Verlust einer ihm zugetanen Bezugsperson auch seelisch am unteren Level angekommen, nur sein tierischer Mitbewohner Buddy (ein weißer Schäferhund) hält ihn noch etwas aufrecht.  Dann erhält er eine ungeahnte Geldspritze, die seinem mehr als überzogenen Bankkonto zu einem Guthaben verhilft, die mit einer geheimnisvollen Nachricht verbunden ist und zu einer Person führt, die Dorn um Hilfe bittet…
Lea Wagner wird beruflich durch ihre manchmal unkonventionelle Arbeitsweise von ihrem Chef beim BKA Wien an der kurzen Leine gehalten, weswegen sie an keinen aktuellen Fall arbeitet. Daher hat sie etwas Zeit sich um ein familiäres „Problem“ zu kümmern. Ihr älterer Bruder Karl, der sich gut in Unterweltkreisen auskennt, muss dringend untertauchen, denn er hat sich mit einem mächtigen Gegner angelegt. Kurzerhand bringt Lea Karl im Hotel Dornwald unter…
Simon Dorns Gedanken kreisen um die kurze Kommunikation mit der Hilfe suchenden Person, denn der Kontakt wurde abgebrochen. Dorn bittet Lea Wagner um Unterstützung bei der Recherche, ob es der Person gut geht.  Die macht sich schnurstracks an die Arbeit und steht bald vor einer Person, die schon seit geraumer Zeit nicht mehr am Leben ist und daher auch nicht mit Dorn kommuniziert haben kann. Wer war es dann?
Bei all dem kriminellen Geschehen in der Handlung mündet das Zusammentreffen von Karl Wagner und Simon Dorn in einem erfrischenden Handlungsstrang, der wohl dosiert eingewoben wurde und die spannungsgeladene Handlung belebt.
Wer so geheimnisvoll Kontakt mit Simon Dorn aufgenommen hat, bleibt hier natürlich unerwähnt und wird vom Autor auch erst ganz zum Schluss preisgegeben, was mir gut gefallen hat. 
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass man sich diesen geschickt geschriebenen und sich handlungsmäßig nach und nach entwickelnden fesselnden Thriller nicht entgehen lassen sollte!
Fazit: Fortsetzung gelungen! Volle Punktzahl und unbedingte Lese-Empfehlung für diesen spannenden Page-Turner!
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Jørn Lier Horst/ Jan-Erik Fjell: Hörst Du den Schrei?

blanvalet

Von Jørn Lier Horst kenne ich die spannende Buchreihe um Emma Ramm und Alexander Blix, die er mit seinem norwegischen Autorenkollegen Thomas Enger schreibt, aber auch die Verfilmungen seiner  Bücher um Kommissar William Wisting.
Nun ist mit „Hörst Du den Schrei?“ der Auftakt zu seiner neuen Krimi-Reihe erschienen, die er gemeinsam mit Jan-Erik Fjell (seine Bücher sind mir bisher nicht bekannt) geschrieben hat.
Die Handlung spielt in und um Fagernes, einem kleinen Ort in Norwegen. Dort war vor 15 Jahren Leah Forsberg verschwunden. In einem aufsehenerregenden Indizienprozess wurde dann Tobias Forsberg wegen Mordes an seiner Tochter zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Leahs Leiche wurde aber nie gefunden!
Markus Heger ist Podcaster und sein Krimi-Podcast Crimecast hat viele Zuhörer. Auch er hatte vor geraumer Zeit über das Verschwinden von Leah Forsberg berichtet und für ihn sind auch nach 15 Jahren immer noch einige Fragen ungeklärt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört auch zu den Zuhörern von Crimecast und die Berichterstattung zum damaligen Verschwinden um Leah macht sie hellhörig und sie fängt an zu recherchieren und auch sie hat noch offene Fragen, weswegen sie sich an Markus Heger wendet.
Der ist aber gerade mit einem anderen Fall beschäftigt und mehr als zu kurzen Telefonaten mit Mathilde Wold kommt es nicht, denn sie wird kurze Zeit später von ihrer Vermieterin als vermisst gemeldet…
Dieser Umstand beschäftigt den Podcaster und er fängt an auf eigene Faust zu ermitteln, denn er vermutet einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Mathilde Wold und ihren Recherchen zum Fall „Leah Forsberg“…..
Mehr möchte ich zum Inhalt dieses spannenden Kriminalromans nicht verraten, denn was das Autoren-Duo hier niedergeschrieben hat, fesselt von der ersten Seite an. Der Schreibstil ist angenehm, man findet sich im Geschehen gut zurecht.
Es gibt eine Reihe Mitwirkender, die eine ganze Menge kriminelle Energie in die Handlung bringen und ganz besonders verdächtige Personen tauchen immer wieder auf, sodass es den beiden Autoren wirklich gut gelungen ist, die Leserschaft auf einige falsche Fährten zu schicken.
Kurz vor dem Showdown war ich überzeugt, die Lösung gefunden zu haben, um dann zu erfahren, dass ich völlig daneben lag, denn als beim Schlussakkord dann „die Bombe platzt“, musste ich einen kurzen Überraschungsmoment verdauen, was aber nicht lange anhielt, denn es fallen alle Puzzleteile an den richtigen Platz und das unvorhersehbare Geschehen wird nachvollziehbar erklärt.
Fazit Toll! So muss ein spannender Krimi sein und es dürfen gern noch weitere davon folgen! 
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Arnaldur Indridason: Zerbrochene Stille

Lübbe    Netgalley.de

Ich bin seit langem ein großer Fan dieses Autors, da er es schafft durch seine ruhige Erzählweise eine von Beginn an präsente düstere Spannung zu erzeugen, die einen in so manche Gänsehaut-Szenerie schlittern, und erst ganz am Ende aufatmen lässt. Ich kenne alle seine Island-Krimi-Reihen und diese um den pensionierten Kommissar Konrád verfolge ich seit seinem ersten Auftritt in „Verborgen im Gletscher
Um die Geschehnisse in „Zerbrochene Stille richtig einordnen zu können, kann ich nur empfehlen, diese Reihe von zu Beginn an zu lesen, was sich auf jeden Fall lohnt, aber auch um die vielen Puzzleteile, aus denen sich die aktuelle Handlung zusammensetzt, richtig einordnen zu können:
Kommissar Konrad ist auch diesmal wieder völlig in seinem Element: Durch einen spektakulären Leichenfund in Reykjavik erinnert er sich an den alten Mordfall aus den 1970er Jahren. Damals war Konrad noch im Dienst und gemeinsam mit seinem Kollegen Leó an den Ermittlungen beteiligt. Obwohl der Fall als abgeschlossen gilt, kommen jetzt Zweifel an dem gemachten Geständnis auf und ganz besonders, wie es zustande kam.
Durch die Berichterstattung in den Medien, wird der Druck auf die Polizei und die Justiz immer größer, denn die Hinterbliebenen des vermeintlichen, mittlerweile verstorbenen Mörders wollen eine Aufklärung, wie es zu dieser Fehleinschätzung kommen konnte..
Aus diesem Grunde sucht Konrád Kontakt zu seinem früheren Freund und Kollegen Leó, doch der will nicht mit ihm über den alten Fall sprechen, weicht im ihm aus oder ist sturzbetrunken unterwegs…
Der Tod eines ausländischen Touristen, das plötzliche und spurlose Verschwinden eines Wäscherei-Besitzers vor vielen Jahren und noch offene Fragen im Mordfall von Konrads Vater sind ebenfalls „Ermittlungen“, mit denen sich Konrad auf seine ganz spezielle Art und Weise beschäftigt.
Wie bereits oben erwähnt, sollte man die vorherigen Bücher dieser Reihe kennen, denn es tauchen in der aktuellen Handlung Mitwirkende auf, wie z.B. Konrads gute Bekannte Eygló, die in „Die Wand des Schweigens“ erstmals ihr Gespür für übersinnliche Phänomene bewies und auch diesmal einen wichtigen Part übernimmt. 
Arnaldur Indridason ist es wieder gelungen einen spannenden, sehr weit gefächerten und mit vielen Mitspielern angereicherten Kriminalroman zu schreiben, den ich gern gelesen habe und der von mir vier von fünf möglichen Punkten bekommt.
Die Thematik umfasst Zeitgeschichte, die in die isländische Vergangenheit blicken lässt, aber auch insgesamt aktueller denn je ist. Die Gesamthandlung entwickelt sich langsam, lässt einen aber letztendlich in menschliche Abgründe schauen, sodass einem die Nackenhaare hochstehen.
Fazit: Kriminelle Energie gibt es hier reichlich! Bis alle Puzzleteile an Ort und Stelle liegen, dauert es etwas, aber ein spannender Showdown ist garantiert
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Andreas Gruber: Herzfluch

Goldmann Verlag

Durch Zufall habe ich entdeckt, dass der aktuell erschienene Thriller noch einen „Vorgänger“ hat, der bereits 2013 erschienen ist. Da ich gerne Buchreihen von Beginn an lese/höre, bin ich auf die 14-stündige Hörbuchversion von „Herzgrab“ gestoßen, die erfreulicherweise u.a. von Achim Buch vorgetragen wird, den ich stimmlich unverwechselbar mit der Sneijder-Reihe verbinde!
Hier gibt es einen kleinen Einblick ins aktuelle Geschehen von „Herzfluch“:
Die drei Hauptakteure sind die Wiener Privatdetektivin Elena Gerink und ihr Ehemann Peter, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dino Scatozza für das österreichische BKA als Entführungsspezialisten arbeiten.
Elena bekommt den Auftrag nach Thomas Dannenberg zu suchen, der vor 15 Jahren wegen Mordes an der 16-jährigen Nina Grabowski angeklagt, aber freigesprochen worden war. Nach seinem Freispruch hatte er Österreich verlassen und war ins Ausland verschwunden. Ninas schwerkranker Großvater ist ihr Auftraggeber und er bittet Elena eindringlich darum: „Beweisen Sie, dass Danneberg den Mord begangen hat“….  
Die Recherchen sind nach so langer Zeit sehr mühsam, führen Elena dann aber auf die griechische Insel Mykonos und im Verlauf in das Umfeld eines scheuen Künstlers, der für seine ausdrucksstarken Werke bekannt ist…
Die beiden BKA-Ermittler Peter und Dino sollen nach der jungen Österreicherin Anna Klein suchen. Als Rucksack-Touristin in Griechenland unterwegs hatte sie sich zuletzt aus Athen bei ihrer Schwester gemeldet, dann war der Kontakt abgebrochen…Die wenigen Ansatzpunkte führen die beiden Ermittler in Athen zu einer ausgearteten Privatparty, wo Anna Klein zuletzt gesehen wurde…
Im Verlauf kreuzen sich die Recherchen von Elena mit denen ihres Mannes und dessen Kollegen. Die Fälle scheinen irgendwie zusammenzuhängen, sodass alle drei dann aufeinandertreffen und in einen Strudel krimineller Energie geraten, wo Schüsse fallen und man sich in nervenaufreibenden Szenerien wiederfindet, die nichts für schwache Nerven sind. 
Auch wenn die sommerliche griechische Kulisse hier für Sonnenschein sorgt, muss ich ehrlich sagen, dass ich mit den drei Hauptfiguren nicht ganz „warm“ geworden bin, kann aber nicht genau benennen, woran es liegt.
Der Thriller liest sich gut. Die Spannung baut sich erst langsam auf, aber die Ermittlungen sind in beiden Fällen etwas langatmig und zäh. Zwar kommt dann im letzten Drittel noch richtig Fahrt ins Geschehen und Horrorszenarien verdunkeln den Horizont, aber zur vollen Punktzahl reicht es diesmal nicht.
Fazit: Nicht ganz der „Gruber“, dessen Thrillerreihen ich bisher genossen habe, da fehlt mir noch das letzte i-Tüpfelchen, weswegen es vier von fünf möglichen Punkten gibt
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Catherine Shepherd: Verstummte Narben

Kafel Verlag

Der 10. Fall für Julia Schwarz!
Bereits der Prolog von „Verstummte Narben“ startet mit einer Gänsehaut-Szenerie, wovon es im aktuellen Geschehen noch reichlich gibt:
Gerade noch als Sachverständige vor Gericht, bekommt die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz kurze Zeit später einen Anruf von Kommissar Florian Kessler, der zu einem Leichenfund gerufen wurde. Er bittet Julia darum, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Schon der Fundort des weiblichen Leichnams ist bizarr, denn die Verstorbene liegt nur mit einem Nachthemd bekleidet vor einem Grab auf einem Friedhof…
Nachdem Julia am Fundort angekommen ist, betrachtet sie die Tote näher: rings um den Hals sieht sie einen schmalen verfärbten Streifen, der sie vermuten lässt, dass das Opfer erdrosselt wurde. Unter der Toten entdeckt sie ein Foto, das Datum von in drei Tagen ist darauf vermerkt und zeigt eine andere Frau mit weit aufgerissenem Auge. Das nächste Opfer?
Als Julia sich die nähere Umgebung anschaut, erstarrt sie, denn der Name, der auf dem Grabstein steht, katapultiert sie viele Jahre in die Vergangenheit und sie wird an ihren Bruder erinnert, der viel zu früh eines gewaltsamen Todes starb….
Während Kommissar Kessler und sein Team sich an die Arbeit machen, um die Tote zu identifizieren, entdeckt Julia Schwarz bei der Obduktion dann ein ihr aus einem anderen Mordfall bekanntes Merkmal an der Toten. Doch der Fall ist abgeschlossen und der Täter sitzt seit vielen Jahren im Gefängnis. Da die Ermittlungen aber in alle Richtungen gehen, sucht Kommissar Kessler, den damaligen Täter im Gefängnis auf, doch der zeigt sich wenig kooperativ, Informationen will er nur an Julia Schwarz geben……
Für Julia wird es diesmal ein sehr persönlicher Fall und wie auch schon in „Der Nachtschattenmann“ gerät sie in die eine oder andere lebensbedrohliche Situation, sodass die Spannung von Anfang bis Ende auf einem hohen Level liegt.
Dies sind nur kleine Puzzleteile der aktuellen spannenden und nervenaufreibenden Gesamthandlung, denn es gibt weitere Opfer zu beklagen und eine Vielzahl an verdächtigen Personen erschweren den Ermittlern die Arbeit.
Es ist Catherine Shepherd wieder einmal wunderbar gelungen, die Leserschaft von einem Verdachtsmoment zum anderen zu schicken, falsche Fährten auszulegen und erst ganz am Ende das „Böse“ zu präsentieren. Herrlich!
Ich liebe es – ganz besonders bei den Julia-Schwarz-Thrillern – mitzuraten, wer hier sein Unwesen treibt. Es ist mir nicht wirklich gelungen, dazu war die Person zu gut versteckt.
Dieser Thriller ist rundum gelungen, ganz besonders für nervenstarke Leser geeignet, denn wie oben bereits erwähnt gibt es reichlich Nervenkitzel und Gänsehautmomente, die ich wieder genossen habe und ich daher meine unbedingte Leseempfehlung aussprechen möchte und die volle Punktzahl vergebe. Man darf gespannt sein, wie es in dieser Reihe weiter geht.
Fazit: Nervenkitzel und Gänsehautmomente auf hohem Niveau sind hier garantiert, weswegen es die volle Punktzahl und meine unbedingte Leseempfehlung für diesen Thriller gibt! Gern mehr davon!
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Arttu Tuominen: Was wir nicht sehen wollen

Lübbe

Bereits zum fünften Mal geht es handlungsmäßig nach Finnland, in die Küstenstadt Pori, wo das Ermittler-Team um Jari Paloviita es diesmal mit einer Reihe von schrecklichen Verbrechen zu tun bekommt. Anfänglich sind es übermütige Jugendliche, die sich um den Rädelsführer Ilkka Rajala scharen. Seine Anhängerschar wird immer gewaltbereiter, zerstört unter Einfluss von Drogen fremdes Eigentum, es wird herumgepöbelt, randaliert und schikaniert, besonders angetan haben es den Jugendlichen, obdachlose Menschen…. 
In den frühen Morgenstunden wird Jari Paloviita zu einem Tatort in einem Waldgebiet gerufen. Dort angekommen liegt eine Dunstwolke von Benzin in der Luft und es bietet sich ihm ein schauriger Anblick: Ein bis zu Unkenntlichkeit verbrannter Leichnam liegt am Boden.
Die ersten Ermittlungen ergeben, dass es sich offenbar um einen obdachlosen Mann handelt, den man mit Benzin übergossen und angezündet hat.
Der Verdacht liegt nahe, dass die Bande um Ilkka etwas mit dem Mord zu tun hat und sie damit die rote Linie überschritten haben und nun in die schwere Kriminalität abgerutscht sind….
Es bleibt nicht bei dem einen Brandopfer im Obdachlosenmilieu und die Ermittler bekommen alle Hände voll zu tun, denn ihr Augenmerk liegt nicht nur bei der jugendlichen Bande, sondern auch ein aufstrebender Drogenboss könnte seine Finger im Spiel haben.. 
Überraschenderweise engagiert sich die Kommissariatsleiterin Susanna Manner bei der Aufklärung der Brandmorde und taucht sogar an den Tatorten auf, so ganz gegen ihre sonstige Arbeitsweise. Was sich hinter ihrem Engagement verbirgt, ist ein Handlungsstrang, der mit reichlich krimineller Energie angereichert ist.
Der Titel „Was wir nicht sehen wollen„, ist gut gewählt und passt zum Inhalt. Die bekannten Mitwirkenden dieser Krimi-Reihe haben sich weiterentwickelt und es gibt wie bisher einen wohl dosierten Einblick in ihr Privatleben.
Ich habe diese Kriminalgeschichte wieder gern gelesen, die Figuren sind mir seit dem ersten Band dieser Reihe bekannt und ich hatte keine Probleme mich im Geschehen zurechtzufinden. Etwas Schwierigkeiten dagegen hatte ich mit dem Thema „Hypnose“ und wie es sich auf einen Teil der Mitwirkenden ausübt. Es klärt sich zwar zum Schluss alles nachvollziehbar auf, aber bis es so weit ist, dauert es diesmal etwas, weswegen der Spannungsbogen etwas abflacht, was schade ist. An das vorherige Buch „Was wir ihnen antun“ kommt das aktuelle inhaltlich nicht ganz heran, weswegen ich diesmal vier von fünf möglichen Punkten vergebe. 
Fazit: Reicht inhaltlich nicht ganz an die vorherigen Bücher heran, ist aber lesenswert und für Fans der Reihe unabdingbar.
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