Fall Nr. 9 für Gunnar Barbarotti
Von Arno Strobel habe ich in letzter Zeit seine spannende „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gehört oder gelesen, kenne aber auch einige „Outstanding-Thriller“ von ihm.
Bei seinem neuen Werk „Welcome Home“ habe ich mich für die Hörbuch-Version entschieden. Die Lesung hat Sascha Rotermund übernommen, was immer eine gute Wahl ist, denn seine angenehme Stimme/Vortragsweise kenne ich bereits aus vielen anderen Hörbüchern.
Die aktuelle Handlung spielt im Spessart. In der neu entstandenen Siedlung „Auf Mons“ beziehen Ines und Marco Winkler mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia und dem Labradoodle James ihr neues Haus. Sie sind überglücklich, dass ihr Traum von einem Eigenheim Realität geworden ist. Die gesamte Nachbarschaft entpuppt sich als freundlich, nett und hilfsbereit.
Doch das Glücksgefühl währt nur kurz, denn bereits in der ersten Nacht wird Marco von Geräuschen im Haus geweckt. Erst schenkt er denen keine große Beachtung, bis dann James anfängt, unaufhörlich zu knurren.
In der nächsten Nacht weckt Ines Marco auf, sie ist völlig verängstigt, denn sie ist aus dem Schlaf aufgeschreckt, weil sie das Gefühl hatte, dass jemand an ihrem Bett steht und sie beobachtet. Marco macht einen Kontrollgang durchs Haus, dort ist aber niemand und es gibt keine weiteren Auffälligkeiten.
Die Vorkommnisse häufen sich und besonders Ines wird immer ängstlicher, zumal nun auch von dem einen oder anderen Nachbarn ähnliche Dinge berichtet werden und in einem leerstehenden Haus in der unmittelbaren Nähe der Winklers eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche entdeckt wird…
Die hier heraufbeschworene Szenerie und den damit verbundenen weiteren Verlauf kennt man schon aus dem einen oder anderen Gruselfilm oder Thriller, sodass die „Gänsehautmomente“ mich nicht unbedingt überrascht haben.
Etwas merkwürdig fand ich, wie das zuständige Ermittler-Team hier agiert. Es hat mich doch sehr überrascht, dass auf Druck von Marco, er Einblick in die polizeilichen Ermittlungen bekommt!
Zwar gibt es die eine oder andere Wendung in der Handlung und auch in Richtung Showdown kommt etwas mehr Spannung auf, doch insgesamt fand ich die hier erzählte Geschichte eher mittelmäßig, da zu vorhersehbar.
Hervorheben kann ich nur die gekonnte und hörenswerte Lesung von Sascha Rotermund, die mir wieder gut gefallen hat.
Fazit: Eher mittelmäßige Story, der es anfangs auch an Spannung fehlt, was aber durch eine hörenswerte Lesung durch Sascha Rotermund gut aufgefangen wird!
Schon nach den ersten Worten von Uve Teschner – der mit seiner markanten Stimme den Zuhörer sofort „einfängt“, um zu einem mehrstündigen Ausflug ins schwedische Hovenäset zu starten – geht bei mir das Kopfkino an. Ich befinde sogleich mittendrin im aktuellen Geschehen des neuen Krimi-Hörbuchs „Spätsommertod“ von Kristina Ohlsson:
Es ist August und trotz der ungewöhnlich hohen Temperaturen sind die Bewohner des beschaulichen Ortes an der schwedischen Westküste emsig mit den Vorbereitungen für das traditionelle Krebsfest beschäftigt.
Für August Strindberg und Maria Martinsson hat sich das gemeinsame Leben durch die Geburt ihrer Tochter Sofia verändert, aber mittlerweile gut eingespielt, weswegen Maria auch gerade wieder ihren Dienst als Polizistin angetreten hat.
Ein neuer Kriminalfall lässt auch nicht lange auf sich warten:
Ein älteres Ehepaar – Uwe und Irma Dahlmann – hatte es ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit versäumt, die kleine Enkeltochter aus dem Kindergarten abzuholen und wurde auch sonst nirgends im Ort gesehen. Auf Anrufe reagieren sie nicht und als kurze Zeit später Maria Martinsson und Magnus, der Sohn des vermissten Paares, mit dem Ersatzschlüssel das Wohnhaus der Dahlmanns betreten, finden sie Irma tot auf und Uwe ist in einem lebensbedrohlichen Zustand…..
Maria informiert das Team und die Ermittlungen laufen bald auf Hochtouren, denn es wird vermutet, dass man das Ehepaar Dahlmann vergiftet hat….
Wer diese Krimi-Reihe kennt, der weiß, die Autorin hat einen sehr angenehmen bildhaften Erzählstil und man findet sich in der Handlung gut zurecht, genau wie bei „Die Frau im Eishaus“.
Der Kriminalfall ist nur ein Teil der Gesamthandlung. Er wird nach und nach durch die Nebenschauplätze, wie z. B. Strindbergs Second-Hand-Laden, wo er von dem etwas grummeligen Gunnar immer mal wieder vertreten wird, weitererzählt. Auch das Privatleben von August und Maria oder einigen Mitwirkenden wird thematisiert bzw. weitererzählt:
Aktuell trägt August seit einiger Zeit einen ganz besonderen Ring mit sich herum, den er unbedingt an Marias Finger stecken möchte, aber entweder kommt etwas dazwischen oder er verliert den Mut…..
Diese besondere Mischung aus Kleinstadtleben, Lokalkolorit, Tradition und schöner Landschaftskulisse bildet mit einer guten Prise Humor die Rahmenhandlung.
Mir gefällt aber ganz besonders der Blick der Autorin hinter die gutbürgerlichen Fassaden, wo es dann thematisch – fein nuanciert – auch mal schwer verdauliche Kost gibt, wenn es um die Aufklärung des aktuellen spannenden Kriminalfalls geht.
Das i-Tüpfelchen bei dieser schwedischen Krimi-Reihe ist für mich die Lesung durch Uve Teschner und ein „Must hear“ auf meiner bevorzugten Hörbuch-Liste!
Fazit: Die Kombination aus exzellentem Vorleser – nämlich Uve Teschner – und Kristina Ohlssons wunderbarer Erzählkunst macht aus diesem spannenden Kriminalroman etwas Besonderes und Hörenswertes!
Ein neuer Fall für Hanna Ahlander, der in der Hörbuchversion erfreulicherweise wieder von Vera Teltz vorgetragen wird.
Handlungsmäßig geht es hoch hinaus an den Polarkreis, wo es in dem kleinen schwedischen Ort Åre seit geraumer Zeit „brodelt“, denn die erfolgreiche Unternehmerin Charlotte Wretlind will ein umstrittenes Bauprojekt mit aller Macht vorantreiben, komme was da wolle. Doch ihre Pläne stoßen im Ort auf großen Widerstand. Nicht allen gefällt es, dass sie ein altes geschichtsträchtiges Hotel in den Bergen abreißen will, sodass dort dann der Neubau eines Luxus-Resorts beginnen kann.
Der Startschuss soll demnächst erfolgen, weswegen Charlotte in Åres First-Class-Hotel „residiert“. Sie ist kein einfacher Mensch, stellt sich und ihre Forderungen oft in den Mittelpunkt, was nicht lange gut geht, sodass es in aller Öffentlichkeit zu einer unschönen Auseinandersetzung mit einem Hotelmitarbeiter kommt..
Kurze Zeit später wird die Unternehmerin brutal ermordet in ihrem Hotelzimmer aufgefunden…
Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen, die u.a. zu Fragen aufwerfenden Ereignissen im Jahr 1973 führen, wo das Hotel in den Bergen seine Glanzzeit hatte und illustre Gäste beherbergte, wozu auch Charlottes und ihre Eltern gehörten…
…..dann geschiet ein weiterer Mord!
Vera Teltz hörenswerte Lesung macht es einem leicht, schnell ins Geschehen einzutauchen, sodass man die Szenerien direkt vor Augen hat. Toll!
Ich mag den Erzählstil von Viveca Sten und lese oder höre ihre Bücher schon seit sehr langer Zeit. Auch das letzte Hörbuch aus dieser Polarkreis-Krimi-Reihe mit dem Titel „Tief im Schatten“ hat mir sehr gut gefallen, weswegen ich es als spannungsgeladene Fortsetzung gestuft habe.
Den aktuellen Krimi „Blutbuße“ finde ich nicht so gut gelungen. Die Gesamthandlung setzt sich aus dem in zwei Zeitebenen erzählten Kriminalfall sowie dem Einblick ins Privatleben des Ermittler-Teams zusammen, sodass hier Gefühlschaos und komplizierte Beziehungen sehr viel Raum einnehmen. Dabei geraten die Ermittlungen in den Hintergrund und die Spannung flacht ab, was schade ist.
Auch wenn der Kriminalfall inhaltlich Punktabzug bekommt, wiegt die hörenswerte Lesung von Vera Teltz aber so manches auf, weswegen ich vier von fünf Punkten vergebe und gespannt bin, wie die Reihe weitergeht.
Fazit: Krimi mit inhaltlichen Schwächen, was aber die hörenswerte Lesung von Vera Teltz wieder auffängt!
Fall Nr. 8 für Sneijder und Nemez!




der Hörverlag









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