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Andreas Winkelmann: Moorland – Die Zwillinge

Knaur

Lautete der Titel des 2025 erschienenen Thrillers von Andreas Winkelmann noch „Ihr werdet sie nicht finden“, kommt mir dieser Titel wie eine kleine Brücke zum aktuellen Inhalt von „Moorland – Die Zwillinge“ vor:
Eine kleine Gemeinde, wo das naheliegende Moorgebiet die Landschaft geprägt hat, ist Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Die Einheimischen wissen um die Tücken und Unwägbarkeiten, die dieses Gebiet so gefährlich, aber auch geheimnisvoll macht. Aber nicht jeder lässt sich davon abhalten, nicht auch mal vom richtigen Pfad abzubiegen….
Moorbach heißt der Ort, wo Kommissarin Malia Gold ihre neue Stelle bei der örtlichen Polizei antritt. 15 Jahre lang hatte sie ihrem Heimatort den Rücken gekehrt, was dann im Verlauf zu schwierigen Begegnungen mit Menschen kommt, die überrascht sind, sie vor Ort zu sehen, da man jahrelang keinen Kontakt hatte.
Direkt an ihrem ersten Arbeitstag bekommt Malia einen Vermisstenfall zugeteilt. Der Vater der 18-jährigen Zwillinge Jana und Nike Mertens macht sich Sorgen, denn die beiden sind mal wieder im Moor unterwegs um für ihren TikTok-Kanal neue Fotos aufzunehmen. Da die beiden zuverlässig sind und sich an Absprachen halten, wendet er sich an die Polizei, denn sie sind nicht wie besprochen nach Hause gekommen und nicht erreichbar. Mittlerweile wird es dunkel, es zieht Nebel auf und es wird bitterkalt. Keine guten Voraussetzungen um sich im tückischen Moor aufzuhalten, wo schon ein falscher Schritt verheerende Folgen haben kann!
Die eingeleitete Suche bleibt ergebnislos…
Dann tauchen verstörende Bilder mit einer der Zwillingsschwestern auf ihrem TikTok-Kanal auf, die nichts Gutes erahnen und ein Verbrechen vermuten lassen. 
Die Befragung der Einheimischen bringt Widersprüchliches zu Tage, kaum einer spielt mit offenen Karten. 
Auffällige Persönlichkeiten tauchen genau wie verdächtige Personen im Geschehen auf und sorgen für Turbulenzen.
Bei einem der Mitwirkenden musste ein wenig schmunzeln:
Hat sich Andreas Winkelmann hier eine Tarnkappe aufgesetzt und sich als „Alex“ in die Handlung geschrieben? Es wäre ja dann sein „drittes Ich“, sein zweites schreibt ja schon Bücher unter dem Namen Frank Kodiak!
Das Buchcover ist passend zum Inhalt gestaltet und ein echter Hingucker!
Einmal mehr beweist Andreas Winkelmann, dass er ein toller Geschichtenerzähler ist. Der spannungsgeladene Thriller liest sich gut und durch die bildhaft geschilderte Szenerie kann man das Geschehen problemlos verfolgen und die Mitwirkenden gut erkennen.
Allein schon durch das Setting mit der Moorlandschaft beschwört er einen gewissen Nervenkitzel herauf.

NetGalley  Argon

Dies wird noch verstärkt, wenn man die Hörbuch-Version von „Moorland – Die Zwillinge“ wählt, denn die ungekürzte Lesung hat der Schauspieler und Synchronsprecher Charles Rettinghaus übernommen.
Seine markante Stimme und sein ausdrucksvoller Vortrag passen sehr gut zur Handlung. Da braucht es nicht mehr viel und man hat die Moorlandschaft mit Nebelschwaden direkt vor Augen und einem läuft der eine oder andere Schauer über den Rücken. Man kann die unheimliche und unheilvolle Atmosphäre direkt spüren, was die vorherrschende Ungewissheit noch unterstreicht.  Toll!
Egal ob die Buch- oder Hörbuch-Version, ich kann diesen Thriller nur empfehlen!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen Nervenkitzel, der in Buchform als Page-Turner daherkommt und durch die markante Stimme von Charles Rettinghaus in der Hörbuch-Lesung eiskalt serviert wird!
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Arno Strobel: Ungelöst – Die erste Zeugin

argon

Arno Strobels Thriller sind mir seit langem bekannt, ganz besonders die „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gefällt mir sehr gut.
Mit „Ungelöst – Die erste Zeugin“ startet der Autor seine neue „Cold-Case-Thriller-Reihe“:
Die 22jährige Luisa Menkhoff ist hochintelligent, durch ihr eidetisches Gedächtnis (mancher spricht auch von einem fotografischen Gedächtnis) hat sie gerade ihr Medizinstudium mit Bravour bestanden, da ihr Berufsziel aber forensische Psychiaterin ist, hat sie aber noch einen längeren Ausbildungsweg vor sich. Sie ist die Tochter des mittlerweile verstorbenen und einstigen Kriminalkommissars Bernd Menkhoff, diese Romanfigur ließ Arno Strobel vor einiger Zeit z.B. in „Das Wesen“ ermitteln.
Ramin Brunner ist in der aktuellen Handlung ein Münchener Hauptkommissar, dem gerade die Leitung der neuen Cold-Case-Einheit in Aussicht gestellt worden ist.
Diese beiden Hauptfiguren sind vornehmlich an der Aufklärung des aktuellen Kriminalfalls beteiligt und das kam so:
Luisa ist gerade auf dem Uni-Campus unterwegs als sie abrupt vor einem angehefteten Flugblatt stehen bleibt, wo es um die Suche nach einer Vermissten geht. Luisa kennt die Frau auf dem Foto und sie wird von jetzt auf gleich in ihre traumatische Vergangenheit zurückkatapultiert wird. Luisa wurde im Alter von fünf Jahren von Joachim Lichner entführt. Und diese Frau auf dem Flugblatt ist Nicole Klement, die ihr damals mit einem Messer in der Hand in einer abgelegenen Hütte gegenübersaß, denn sie war die Partnerin ihres Entführers…
Luisa wendet sich an die Polizei und trifft dort auf Ramin Brunner. Da Luisa sich auch nach so langer Zeit noch genau an die Geschehnisse von damals kann, treibt Ramin Brunner die Suche nach der Vermissten voran.
Nach einem Twist kommt dann der Verdacht auf, Luisas ehemaliger Entführer sei wieder aktiv und hat seine einstige Komplizin „dazugeholt“, denn es wird wieder ein sechsjähriges Kind vermisst….
Ganz ehrlich so ganz warm bin ich mit den beiden Hauptfiguren nicht geworden und dass es im Verlauf auch noch zwischenmenschlich zwischen den beiden anfängt zu knistern, brauche ich in einem spannenden Thriller eigentlich nicht.
Auch wenn durch Twists hier falsche Fährten gelegt werden, fand ich die Handlung stellenweise vorhersehbar und insgesamt eher durchschnittlich. Da es aber der Beginn einer Reihe ist, möchte ich erst noch zuwarten, wie es weitergeht.
Die Hörbuch-Lesung hat erfreulicherweise der bekannte Hörbuch- und Synchronsprecher Dietmar Wunder übernommen. Seine Stimme leiht er z.B. 007 alias Daniel Craig oder auch Adam Sandler, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Seine besondere Vortragsweise und wandelbare Stimme ist mir daher seit langem gut bekannt.
In der aktuellen Lesung verwandelt er stimmlich den Text dieses Thrillers in Bilder, die man dann direkt vor Augen hat. Es reichte manchmal nur ein akzentuiert vorgetragenes Wort in einer düsteren Szenerie und es stellten sich bei mir die Nackenhaare hoch..
Fazit: Insgesamt finde ich den Serien-Auftakt eher durchschnittlich, möchte aber noch abwarten, wie sich die Reihe weiterentwickelt. Für die hörenswerte Lesung von Dietmar Wunder gibt es einen Extrapunkt und daher insgesamt vier von fünf möglichen Punkten!
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Stephan Ludwig: ZORN – Die Akte Heinlein

argon

Gerade hatte ich es mir gemütlich gemacht und lauschte der Stimme von David Nathan –  der zu meiner großen Freude die Lesung des 15. Falls von Zorn und Schröder übernommen hat –  als ich aufhorchte und die „Vorbemerkung“ des Autors hörte, wo er von seinem Roman erzählte, der im Vorfeld unter dem Titel: „Der nette Herr Heinlein und die Leichen im Keller“ erschienen ist. 
Dieser Roman bildet gewissermaßen die Vorgeschichte des aktuellen Zorn-Falls. Leider war mir dieser Roman nicht bekannt, was ich aber schnell nachgeholt habe. Da es sich lohnt, die Geschichte des Feinkosthändlers Norbert Heinlein, in dessen unmittelbarer Nähe es immer wieder zu Todesfällen kommt, zu kennen, kann ich nur jedem empfehlen, vor dem neuen Zorn-Krimi es mir gleichzutun und den Roman zu lesen oder anzuhören!

argon

Die Hörbuch-Lesung hat übrigens auch David Nathan übernommen, was immer eine gute Wahl ist, zumal ich seine markante Stimme sofort erkenne, denn als Synchronsprecher von Johnny Depp und vielen anderen Schauspielern ist er stimmlich in vielen Filmen präsent.
In einer kleinen „Roman-Zusammenfassung“ lässt Stephan Ludwig den Feinkosthändler kurz vor dessen 62. Geburtstag sein bisheriges Leben Revue passieren, wo die Worte glücklich und optimistisch vorkommen, obwohl er auch schwere Zeiten durchgemacht hat. Der bereits in dritter Generation penibel geführte Laden öffnet –  auch wenn die Geschäfte nicht mehr so gut laufen –  jeden Morgen auf die Sekunde genau um 10 Uhr und die altehrwürdige Einrichtung wird liebevoll gepflegt. Seit geraumer Zeit beschäftigt Herr Heinlein einen jungen Mann, der mittlerweile wie ein Sohn für ihn ist, der ihn im und um den Laden herum bei vielerlei Dingen behilflich ist.
Heinlein ist stets höflich und zuvorkommend seiner Kundschaft gegenüber und gibt sein Fachwissen gern an diese weiter. Immer mal wieder ist Kommissar Schröder Kunde bei ihm und kennt daher seine zuvorkommende Art und Weise.
Warum und weswegen er einmal die „Akte Heinlein“ in der Hand halten wird, davon handelt die aktuelle Geschichte „ZORN – Die Akte Heinlein – „:
Man kann es kaum glauben, aber Claudius Zorn geht mit (s)einem Dackel namens Dumbo bei eisigen Temperaturen Gassi. Ganz einvernehmlich ist dies nicht, denn Zorn grummelt wie man ihn kennt und es beginnt ein kleines Machtgeplänkel als der Hund in eine andere Richtung will als er… Dumbo punktet auf der ganzen Linie, er entweicht Zorn und entdeckt dann etwas, dass sich später als abgetrennte menschliche Hand entpuppt, an der bereits einige Finger fehlen…
Im Verlauf stellt sich die Frage, wo ist die Person, der nun eine Hand fehlt und lebt sie überhaupt noch?
Fragen über Fragen, die sich die beiden Kommissare stellen, aber kaum ein offenes Ohr bei ihren Vorgesetzten für weitere Ermittlungen finden.
Was dies mit den Leichen im Keller aus dem oben erwähnten Roman und dem netten Feinkosthändler Heinlein zu tun hat, da macht Claudius Zorn dann einer Eingebung folgend, eine eiskalte Entdeckung und von jetzt auf gleich hängt sein Leben nur noch an einem seidenen Faden….
Einmal mehr ist es Stephan Ludwig gelungen, seine beiden Kult-Kommissare durch eine spannende, teils eiskalte Szenerie zu schicken, die aber auch wie gewohnt mit sehr humorvollen Passagen (ich denke da ganz besonders an die Szenen mit Dumbo 😊)  angereichert ist.
Durch David Nathans ganz besondere Vortragsart springt recht schnell das „Kopfkino“ an und die Figuren/Szenerien werden lebendig und man erlebt hier Hörgenuss vom Feinsten! 
Fazit: Volle Punktzahl auf der ganzen Linie für den 15. Fall der beiden Kult-Kommissare! Durch David Nathans besondere Vortragsart wird die Handlung lebendig und man erlebt Hörgenuss vom Feinsten!
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Anna Schneider: Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten

argon

Die fünf zuvor erschienenen Bücher der „Grenzfall-Reihe“ habe ich selbst gelesen. Diesmal habe ich die Hörbuch-Variante gewählt, da Julia Nachtmann die Lesung des aktuellen Falls von Jahn und Krammer mit dem Titel „Ihr Grab in den Fluten“ übernommen hat. Was eine gute Wahl ist, denn ihre angenehme Stimme und Vortragsart kenne ich schon von anderen Lesungen.
Da sich die Rahmenhandlung fortlaufend weiterentwickelt, kann ich nur empfehlen nicht „mittendrin“ zu starten, sondern diese spannende Buch-Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt und man so die „Feinheiten“ besser einordnen kann. 
Hielten im letzten Band „Ihre Spur in den Flammen“ noch verheerende Brände Rettungsmannschaften und Ermittler in Atem, sind es in der aktuellen Handlung Sturm und immense Wassermassen, die besonders auf der deutschen Seite der Grenzregion Karwendel zu katastrophalen Zuständen führen. Bei der seit Tagen vorherrschenden schlechten Wetterlage mit Sturm und ständigem Regen, in dessen Folge es zu verheerenden Überschwemmungen kommt, ist niemand und nichts ist mehr sicher, denn durch die Kraft des Wassers wird alles weggespült..
Während alle verfügbaren Rettungskräfte sich bis zur totalen Erschöpfung gegen diese Naturgewalt stemmen und versuchen Menschen aus ihren misslichen Lagen zu retten, steht bei der Polizei in Weilheim das Telefon nicht still und bei Oberkommissarin Alexa Jahn summieren sich die Vermisstenmeldungen und ein Ende ist nicht in Sicht…
Anna Schneider schildert bildhaft die vorherrschende Szenerie und man hat die Wassermassen direkt vor Augen. Aber damit nicht genug, denn bald wird ein Toter gefunden, wo recht schnell erkennbar ist, hier ist mal nicht das schlechte Wetter schuld, sondern es muss in Sachen Mord ermittelt werden…
Auf der österreichischen Seite ist die Wetterlage zwar auch angespannt, aber keinesfalls so schlimm wie in Deutschland. Nichtsdestotrotz machen sich die Eltern zweier Kinder Sorgen, denn die jungen Heranwachsenden haben sich gemeinsam mit einigen Freunden auf eine Wandertour ins Gebirge gemacht, wo sie ihren Schulabschluss in einer Hütte feiern wollen. Doch sie haben sich nicht wie vereinbart gemeldet und sind nicht erreichbar. Oberinspektor Krammer und seine Kollegin Szabo sind hier gefragt.
Dies sind nur ein paar Puzzleteilchen von vielen, aus der sich die Gesamthandlung zusammensetzt und auch wie gewohnt grenzübergreifend ermittelt wird. Anfangs beherrscht die Naturkatastrophe die Szenerie; mit deren umfangreichen Folgen, wo es zu vielen vermissten Personen und Toten kommt, geht es weiter, bis man im letzten Drittel erkennt, was für eine komplexe Handlung Anna Schneider hier niedergeschrieben hat, die letztendlich die Zuhörer in menschliche Abgründe blicken lässt, sodass einem die Nackenhaare hochstehen.
Einmal mehr beweist Julia Nachtmann, was für eine wohlklingende Stimme sie hat, die sie situationsabhängig moduliert, umso in der Szenerie die passende Atmosphäre aufkommen zu lassen oder sie variiert, sodass man die Mitwirkenden gut unterscheiden kann. Ich habe ihr gern zugehört und die Lesung genossen.
Fazit: Komplexe, spannende Fortsetzung der Grenzfall-Reihe, die Julia Nachtmann hörenswert in der Hörbuch-Fassung präsentiert!
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Jens Henrik Jensen: OXEN – Interregnum

Der-Audio-Verlag

Seit dem ersten Hörbuch „Oxen – Das erste Opfer –„ verfolge ich diese spannende dänische Thriller-Reihe um den einstigen, hochdekorierten Elite-Soldaten Niels Oxen, der Namensgeber und Hauptfigur der Handlung ist.
Durch die vielen gefährlichen Spezial-Einsätze, die ihn an die unterschiedlichsten Orte auf der Welt führten, kämpft er immer noch mit seinen Dämonen, hat Flashbacks und wiederkehrende Alpträume. Sein Sohn Magnus ist das Wichtigste in seinem Leben. Die beiden verstehen sich gut und unternehmen viel zusammen, was in der aktuellen Handlung einen wichtigen Part übernimmt.
Im Verlauf der Reihe haben sich aber auch noch zwei weitere Figuren herauskristallisiert, nämlich Margrethe Franck, die für den PET, dem Geheimdienst der dänischen Polizei arbeitet.
Außerdem Axel Mossmann, der Leiter des PET, der einen scharfen Verstand hat und nicht zu unterschätzen ist. Er zieht an vielen Strippen, ob er sie nun für sich, seine Missionen oder einfach nur daran zieht, weil er es kann, das bleibt sein Geheimnis.
Diese drei Mitwirkenden bilden ein unschlagbares Team und sind für mich aus der Thriller-Landschaft nicht mehr wegzudenken.
Seit Beginn dieser Reihe hat Dietmar Wunder die Lesung der ungekürzten Hörbuchfassung übernommen, was wirklich eine gute Wahl ist. Durch seinen Vortrag wird man direkt ins Geschehen katapultiert und das Kopfkino beginnt!
Was es mit dem aktuellen Titel „OXEN – Interregnum –“ auf sich hat, erklärt der Autor gut nachvollziehbar gleich am Anfang des Buches, weswegen ich hier darauf verzichte.
Da ich die Reihe von Beginn an kenne, hatte ich keine Schwierigkeiten, den wohl wichtigsten Satz in diesem Buch, nämlich, „Der Danehof lebt“ richtig einzuordnen. Zwar gibt der Autor gut Hilfestellung, aber um die Feinheiten hier besser zu verstehen, kann ich nur empfehlen, die Reihe von Beginn an zu genießen, was sich auf jeden Fall lohnt.
Diesen wichtigen Satz spricht Axel Mossmann bei dem von ihm einberufenen geheimen Treffen zu Niels Oxen und Margrethe Franck. Die beiden können das Gesagte kaum glauben, haben sie doch in der Vergangenheit viele Stunden damit verbracht dieses im Geheimen agierende, weitreichende mächtige Netzwerk zu zerschlagen. Doch Axel Mossmann ist mal wieder gut vorbereitet und legt ein schwerwiegendes Beweisstück vor und bittet die beiden erneut um Hilfe…
In einer Nebenhandlung kommt es im Privatleben von Niels Oxen zu einem dramatischen Zwischenfall, der ihn „in die Knie zwingt“…
Mehr darf man einfach nicht verraten, denn wieder einmal ist es Jens Henrik Jensen gelungen, eine fesselnde Fortsetzung der Oxen-Reihe zu schreiben. Obwohl die Handlung fiktiv ist, wirkt sie real, da braucht man sich nur die aktuelle Weltlage und die Nachrichten anzusehen! 
Ich habe die Lesung durch Dietmar Wunder wieder genossen, denn hier bekommt man Hörgenuss vom Feinsten präsentiert! 
Fazit: Spannungsgeladene Fortsetzung der OXEN-Reihe, die Jens Henrik Jensen fesselnd niedergeschrieben hat und ausdrucksstark von Dietmar Wunder vorgetragen wird. Gern noch lange weiter so!
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Stefan Ahnhem: Wellengrab

Hörbuch Hamburg

Fall Nr. 7 für Kommissar Fabian Risk

Seit 2015 bin ich ein großer Fan dieser schwedischen Krimi-Reihe, denn damals erschien das erste Buch der Reihe um den Ermittler Fabian Risk mit dem Titel „Und morgen Du“. Die Lesung der Hörbuchfassung hatte damals und auch aktuell David Nathan mit seiner unverwechselbaren Stimme (vielen z.B. als Synchronstimme von Johnny Depp oder Christian Bale bekannt) übernommen, was aus meiner Sicht schon immer ein großer Pluspunkt ist.
Ein wenig Zeit sollte man für das aktuelle Hörbuch „Wellengrab“ schon einplanen, aber gefühlt ist die über 16-stündige spannende Lesung wie im Flug vergangen.
Inhaltlich etwas preiszugeben, ist schwierig, denn die Gesamthandlung ist sehr komplex und fügt sich aus verschiedenen Sichtweisen und Szenerien nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen:
Nachdem Kommissar Risk im vorherigen Buch „Meeressarg“ privat einiges verkraften musste, verbringt er aktuell gerade etwas Zeit mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot. Abgelenkt durch ihr Geplänkel über Matildas Versuche ihren Vater „zu verkuppeln“ wird ihnen erst etwas verzögert bewusst, dass ringsherum an der Küste keine Lichter mehr zu sehen sind. Ein plötzlicher, weitreichender Stromausfall ist der Grund dafür…
Fabian Risk und sein Team bekommen es mit den Auswirkungen dieses Black Outs zu tun, wo merkwürdige Dinge passiert sind wie u.a. ein Fragen aufwerfender Banküberfall, wo die Diebe mithilfe der Zugangskarte eines Mitarbeiters ins Gebäude gelangten. Dieser Mann hat aber ein hieb- und stichfestes Alibi…
Die Ermittlungen in diesem Fall gestalten sich schwierig, denn es gibt widersprüchliche Zeugenaussagen, oder die Befragten verhalten sich merkwürdig, scheinen irgendetwas zu verbergen, rücken aber nicht mit der Sprache heraus..
In diese verwirrenden Ermittlungen hinein bekommt Fabian Risk einen merkwürdigen Anruf einer alten Freundin, deren Tochter offenbar während des Stromausfalls verschwunden ist. Da anfänglich noch die Vermutung im Raum steht, dass ein Familienmitglied das Kind entführt haben könnte, vergeht wertvolle Zeit, dann erst wird über ein gefundenes Schriftstück berichtet, dass den Eltern des Mädchens verbietet, die Polizei einzuschalten..
Kein Einzelfall, wie sich dann herausstellt ….
Als es Fabian Risk gelingt einen Zusammenhang zwischen diesen ganzen Merkwürdigkeiten zu erkennen, gerät er selbst in Gefahr und weiß bald nicht mehr, wem er überhaupt noch trauen kann, denn hier agiert ein übermächtiger, absolut rücksichtsloser Gegner, dessen undurchsichtiges „Netzwerk“ bis in die obersten Machtetagen zu reichen scheint.
Die Atmosphäre wird immer beklemmender und Teile der Handlung erinnerten mich an Szenen, die einst George Orwell in seinem Buch „1984“ niederschrieb.
Durch die fesselnde Lesung springt ganz schnell das Kopfkino an, man hat die Szenerien direkt vor Augen und befindet sich „mitten im Geschehen“, sodass man ab und an Gänsehaut bekommt, aber auch an humorvollen Passagen teilnehmen kann. Die Mitwirkenden bekommen durch David Nathans Stimmnuancen eine „eigene Stimme“, sodass sie gut unterscheidbar sind. Für mich war das mal wieder Hörgenuss vom Feinsten!
Alles in allem hat Stefan Ahnhem erneut einen spannenden Krimi geschrieben, der eine düstere, unheilvolle Thematik aufgreift, die nachdenklich macht und beim Blick ins aktuelle Weltgeschehen noch beklemmender wirkt.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannungsgeladenen Krimi, der durch David Nathans fesselnde Lesung zum Hörgenuss vom Feinsten wird!
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Hakan Nesser: Eines jungen Mannes Reise in die Nacht

Der-Audio-Verlag

Fall Nr. 9 für Gunnar Barbarotti

Die Hauptfigur dieser schwedischen Krimi-Reihe brauche ich wohl nicht extra vorzustellen, denn durch seinen markanten Nachnamen, nämlich Barbarotti, können Krimi-Liebhaber diese fiktive Person bestimmt sofort mit den spannenden Büchern von Hakan Nesser in Verbindung bringen.
Ich kann mich noch gut an den ersten Auftritt dieses schwedischen Ermittlers in „Mensch ohne Hund“ erinnern, der ab und an Zwiesprache mit dem Herrgott hält, wenn er bei privaten, aber auch beruflichen Problemen nicht mehr recht weiter weiß. Wie und ob er eine Antwort erhält, bleibt aber Gunnar Barbarottis Geheimnis.
Mittlerweile ist nun mit „Eines jungen Mannes Reise in die Nacht bereits das neunte Buch aus dieser Reihe erschienen. Die ungekürzte Lesung der Hörbuchversion hat der bekannte Schauspieler/Tatort-Ermittler Dietmar Bär übernommen. Dessen tiefe, markante und mittlerweile unverkennbare Stimme – die gut zu der Romanfigur passt – „schaltet“ recht schnell das Kopfkino an, sodass man sich in Kymlinge – einer fiktiven Stadt in Schweden – wiederfindet, wo der Sportlehrer Allan Fremling auf den Pizzaboten wartet. Das Essen wird zwar geliefert, aber Fremling kann es nicht mehr genießen, denn er liegt kurze Zeit später tot, mit mehreren Schusswunden im Körper in seinem Hausflur…
Kaum dass die Ermittlungen begonnen haben, geschieht ein weiterer Mord und für Gunnar Barbarotti und seine Kollegin Eva Backmann gibt es einige Rätsel zu knacken, bis sie Fährte aufnehmen, die Zusammenhänge verstehen und letztendlich die Akten erfolgreich schließen können.
Parallel zu den Mordermittlungen, erfährt man als Zuhörer, warum ein Waffenfund dazu führt, dass jemand auf die Idee kommt, Schießübungen zu machen…
… man weiß ja nie, wozu dieses einmal wichtig sein könnte!?
Hakan Nesser ist für mich einer der besten Geschichtenerzähler, den ich kenne. Seine spannenden Romane entwickeln sich peu à peu aus Sicht verschiedener Mitwirkender, von denen im aktuellen Fall es dann zum Beispiel Einblicke in die Gedankenwelt des jungen Mannes gibt, der hier im Titel dieses Kriminalromans in die Nacht reist….
Ich hoffe, diese spannende Krimi-Reihe geht noch lange weiter, auch wenn Barbarotti und Backmann sich bereits Gedanken machen, wo sie wohnen, wenn sie in den Ruhestand gehen. 
Ich kann dieses Hörbuch nur empfehlen, denn die neunstündige Lesung vergeht im Nu, was zum einen an der fesselnden Erzählweise des Autors, aber auch an der gekonnten Lesung des Sprechers liegt.
Fazit: Nesser – Bär –Barbarotti, ein Trio, an dem man nicht vorbeikommt und man immer noch mehr davon vertragen kann!
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Arno Strobel: Welcome Home

argon Verlag  NetGalley.de

Von Arno Strobel habe ich in letzter Zeit seine spannende „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gehört oder gelesen, kenne aber auch einige „Outstanding-Thriller“ von ihm.
Bei seinem neuen Werk „Welcome Home“ habe ich mich für die Hörbuch-Version entschieden. Die Lesung hat Sascha Rotermund übernommen, was immer eine gute Wahl ist, denn seine angenehme Stimme/Vortragsweise kenne ich bereits aus vielen anderen Hörbüchern.
Die aktuelle Handlung spielt im Spessart. In der neu entstandenen Siedlung „Auf Mons“ beziehen Ines und Marco Winkler mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia und dem Labradoodle James ihr neues Haus. Sie sind überglücklich, dass ihr Traum von einem Eigenheim Realität geworden ist. Die gesamte Nachbarschaft entpuppt sich als freundlich, nett und hilfsbereit.
Doch das Glücksgefühl währt nur kurz, denn bereits in der ersten Nacht wird Marco von Geräuschen im Haus geweckt. Erst schenkt er denen keine große Beachtung, bis dann James anfängt, unaufhörlich zu knurren.
In der nächsten Nacht weckt Ines Marco auf, sie ist völlig verängstigt, denn sie ist aus dem Schlaf aufgeschreckt, weil sie das Gefühl hatte, dass jemand an ihrem Bett steht und sie beobachtet. Marco macht einen Kontrollgang durchs Haus, dort ist aber niemand und es gibt keine weiteren Auffälligkeiten. 
Die Vorkommnisse häufen sich und besonders Ines wird immer ängstlicher, zumal nun auch von dem einen oder anderen Nachbarn ähnliche Dinge berichtet werden und in einem leerstehenden Haus in der unmittelbaren Nähe der Winklers eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche entdeckt wird…
Die hier heraufbeschworene Szenerie und den damit verbundenen weiteren Verlauf kennt man schon aus dem einen oder anderen Gruselfilm oder Thriller, sodass die „Gänsehautmomente“ mich nicht unbedingt überrascht haben.
Etwas merkwürdig fand ich, wie das zuständige Ermittler-Team hier agiert. Es hat mich doch sehr überrascht, dass auf Druck von Marco, er Einblick in die polizeilichen Ermittlungen bekommt!
Zwar gibt es die eine oder andere Wendung in der Handlung und auch in Richtung Showdown kommt etwas mehr Spannung auf, doch insgesamt fand ich die hier erzählte Geschichte eher mittelmäßig, da zu vorhersehbar.  
Hervorheben kann ich nur die gekonnte und hörenswerte Lesung von Sascha Rotermund, die mir wieder gut gefallen hat.
Fazit: Eher mittelmäßige Story, der es anfangs auch an Spannung fehlt, was aber durch eine hörenswerte Lesung durch Sascha Rotermund gut aufgefangen wird!
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Kristina Ohlsson: Spätsommertod

Der-Audio-Verlag VÖ 10.07.25

Schon nach den ersten Worten von Uve Teschner – der mit seiner markanten Stimme den Zuhörer sofort „einfängt“, um zu einem mehrstündigen Ausflug ins schwedische Hovenäset zu starten – geht bei mir das Kopfkino an. Ich befinde sogleich mittendrin im aktuellen Geschehen des neuen Krimi-Hörbuchs „Spätsommertod“ von Kristina Ohlsson:
Es ist August und trotz der ungewöhnlich hohen Temperaturen sind die Bewohner des beschaulichen Ortes an der schwedischen Westküste emsig mit den Vorbereitungen für das traditionelle Krebsfest beschäftigt.
Für August Strindberg und Maria Martinsson hat sich das gemeinsame Leben durch die Geburt ihrer Tochter Sofia verändert, aber mittlerweile gut eingespielt, weswegen Maria auch gerade wieder ihren Dienst als Polizistin angetreten hat.
Ein neuer Kriminalfall lässt auch nicht lange auf sich warten:
Ein älteres Ehepaar – Uwe und Irma Dahlmann –  hatte es ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit versäumt, die kleine Enkeltochter aus dem Kindergarten abzuholen und wurde auch sonst nirgends im Ort gesehen. Auf Anrufe reagieren sie nicht und als kurze Zeit später Maria Martinsson und Magnus, der Sohn des vermissten Paares, mit dem Ersatzschlüssel das Wohnhaus der Dahlmanns betreten, finden sie Irma tot auf und Uwe ist in einem lebensbedrohlichen Zustand…..
Maria informiert das Team und die Ermittlungen laufen bald auf Hochtouren, denn es wird vermutet, dass man das Ehepaar Dahlmann vergiftet hat….
Wer diese Krimi-Reihe kennt, der weiß, die Autorin hat einen sehr angenehmen bildhaften Erzählstil und man findet sich in der Handlung gut zurecht, genau wie bei „Die Frau im Eishaus“.
Der Kriminalfall ist nur ein Teil der Gesamthandlung. Er wird nach und nach durch die Nebenschauplätze, wie z. B. Strindbergs Second-Hand-Laden, wo er von dem etwas grummeligen Gunnar immer mal wieder vertreten wird, weitererzählt.  Auch das Privatleben von August und Maria oder einigen Mitwirkenden wird thematisiert bzw. weitererzählt:
Aktuell trägt August seit einiger Zeit einen ganz besonderen Ring mit sich herum, den er unbedingt an Marias Finger stecken möchte, aber entweder kommt etwas dazwischen oder er verliert den Mut…..
Diese besondere Mischung aus Kleinstadtleben, Lokalkolorit, Tradition und schöner Landschaftskulisse bildet mit einer guten Prise Humor die Rahmenhandlung.
Mir gefällt aber ganz besonders der Blick der Autorin hinter die gutbürgerlichen Fassaden, wo es dann thematisch – fein nuanciert – auch mal schwer verdauliche Kost gibt, wenn es um die Aufklärung  des aktuellen spannenden Kriminalfalls geht. 
Das i-Tüpfelchen bei dieser schwedischen Krimi-Reihe ist für mich die Lesung durch Uve Teschner und ein  „Must hear“ auf meiner bevorzugten Hörbuch-Liste!
Fazit: Die Kombination aus exzellentem Vorleser – nämlich Uve Teschner – und Kristina Ohlssons wunderbarer Erzählkunst macht aus diesem spannenden Kriminalroman etwas Besonderes und Hörenswertes!
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Viveca Sten: Blutbuße

Der-Audio-Verlag

Ein neuer Fall für Hanna Ahlander, der in der Hörbuchversion erfreulicherweise wieder von Vera Teltz vorgetragen wird.
Handlungsmäßig geht es hoch hinaus an den Polarkreis, wo es in dem kleinen schwedischen Ort Åre seit geraumer Zeit „brodelt“, denn die erfolgreiche Unternehmerin Charlotte Wretlind will ein umstrittenes Bauprojekt mit aller Macht vorantreiben, komme was da wolle. Doch ihre Pläne stoßen im Ort auf großen Widerstand. Nicht allen gefällt es, dass sie ein altes geschichtsträchtiges Hotel in den Bergen abreißen will, sodass dort dann der Neubau eines Luxus-Resorts beginnen kann.
Der Startschuss soll demnächst erfolgen, weswegen Charlotte in Åres First-Class-Hotel „residiert“. Sie ist kein einfacher Mensch, stellt sich und ihre Forderungen oft in den Mittelpunkt, was nicht lange gut geht, sodass es in aller Öffentlichkeit zu einer unschönen Auseinandersetzung mit einem Hotelmitarbeiter kommt..
Kurze Zeit später wird die Unternehmerin brutal ermordet in ihrem Hotelzimmer aufgefunden…
Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen, die u.a. zu Fragen aufwerfenden Ereignissen im Jahr 1973 führen, wo das Hotel in den Bergen seine Glanzzeit hatte und illustre Gäste beherbergte, wozu auch Charlottes und ihre Eltern gehörten…
…..dann geschiet ein weiterer Mord!
Vera Teltz hörenswerte Lesung macht es einem leicht, schnell ins Geschehen einzutauchen, sodass man die Szenerien direkt vor Augen hat. Toll!
Ich mag den Erzählstil von Viveca Sten und lese oder höre ihre Bücher schon seit sehr langer Zeit. Auch das letzte Hörbuch aus dieser Polarkreis-Krimi-Reihe mit dem Titel „Tief im Schatten“ hat mir sehr gut gefallen, weswegen ich es als spannungsgeladene Fortsetzung gestuft habe.
Den aktuellen Krimi „Blutbuße“ finde ich nicht so gut gelungen. Die Gesamthandlung setzt sich aus dem in zwei Zeitebenen erzählten Kriminalfall sowie dem Einblick ins Privatleben des Ermittler-Teams zusammen, sodass hier Gefühlschaos und komplizierte Beziehungen sehr viel Raum einnehmen. Dabei geraten die Ermittlungen in den Hintergrund und die Spannung flacht ab, was schade ist.
Auch wenn der Kriminalfall inhaltlich Punktabzug bekommt, wiegt die hörenswerte Lesung von Vera Teltz aber so manches auf, weswegen ich vier von fünf Punkten vergebe und gespannt bin, wie die Reihe weitergeht.
Fazit: Krimi mit inhaltlichen Schwächen, was aber die hörenswerte Lesung von Vera Teltz wieder auffängt!
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