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Elisabeth Herrmann: Blutanger

Der Audio Verlag

Der 8. Einsatz für den Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau!

Vor zwei Jahren machte Joachim Vernau Ferien in der Uckermark, wo er am „Düstersee“ statt der ersehnten Ruhe einen Toten fand..
Den letzten „Vernau“ hatte ich in der Printversion genossen, doch diesmal habe ich mich für die Hörbuch-Fassung entschieden, wo zu meiner Freude Achim Buch den Part des Vorlesers übernommen hat. Mit seiner Stimme verbinde ich u. a. die markante Romanfigur Maarten S. Sneijder (aus den Thrillern von Andreas Gruber) für die Achim Buch ein ganz „eigenes“ Stimmbild erschaffen hat.
Die ungekürzte Hörbuch-Fassung von „Blutanger“ umfasst 14 Stunden, die allerdings wie im Flug vergehen, denn die Autorin katapultiert ihre Hauptfigur in ein spannendes Abenteuer:
Der Besuch auf dem Spargelhof der Familie Grundmann wird für Joachim Vernau zum Verhängnis. Einer der rumänischen Saisonarbeiter dort braucht anwaltliche Hilfe, denn er hat den Mord an seinem Arbeitgeber gestanden. Vernau übernimmt die Pflichtverteidigung des Mannes. Allerdings hegt er so seine Zweifel, ob sein geständiger Mandant auch wirklich der Täter ist….
Auf die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen will Vernau nicht warten, weswegen er eigene Recherchen unternimmt, die ihn zurück auf den Spargelhof führen. Dort trifft er auf eine Aktivistin, die sich für die Rechte der Saisonarbeiter engagiert, denn die scheinen auf dem Grundmann-Hof im Argen zu liegen. Dann ist da noch die schöne geheimnisvolle Rumänin Tina, die Joachim Vernaus Gefühlswelt ins Trudeln bringt. Erst gibt sie ihm etwas zum Aufbewahren, „lockt“ ihn dann in ihre Heimat und verschwindet dann von der Bildfläche….
Neben den beruflichen Recherchen und der Gefühlsduselei, fordert Vernaus Mutter nebst „Hütchen“ seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit, denn Eile ist geboten, sonst sind sie bald wohnungslos und ziehen bei ihm ein!
Die recht turbulente, wendungsreiche, humorvolle, aber auch bewegende Geschichte ist Elisabeth Herrmann wieder wundervoll gelungen, sodass die Vernau-Reihe gerne noch lange weitergehen darf!
Achim Buchs Vortragsart „fängt“ einen als Zuhörer sofort ein. Einmal mehr zeigt er sein besonderes Können als Mundart bzw. Dialekt gefragt sind; man kann sich entspannt zurücklehnen, das Kopfkino beginnt und man erlebt Hörgenuss vom Feinsten.
Fazit: Volle Punktzahl für dieses spannende, bewegende, aber auch humorvolle Hörerlebnis!
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Elisabeth Herrmann: Düstersee

Goldmann

Rechtsanwalt Vernau „ermittelt“ in seinem 7. Fall!
2020 erschien aus dieser Reihe der sechste Kriminalroman „Requiem für einem Freund“, wo der Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau einsatzmäßig etwas auf den Pfaden von „James Bond“ wandeln durfte. Da ist es auch nicht ganz verwunderlich, dass Elisabeth Herrmann ihren „Hauptdarsteller“ erst einmal in den verdienten Urlaub schickt, den der dann in einem Bootshaus am „Düstersee“ in der Uckermark antritt.
Im Prolog geht es zeitlich erst einmal zehn Jahre zurück, wo ein junges Pärchen in eine baufällige, mit Brettern vernagelte Villa eindringt um ein paar lauschige Stunden zu verbringen. Nach kurzer Zeit bricht dort ein verheerendes Feuer aus, das nur einer von beiden überlebt…
Das Bootshaus hatte Joachim Vernau nach einem feucht-fröhlichen Abend eher zufällig von seinem zielstrebigen und ambitionierten Kollegen Christian Steinhoff zur Verfügung gestellt bekommen.
Allerdings hatten Vernau und seine langjährige gute Freundin und Kollegin Marie-Luise – die ihn netterweise zu seinem Feriendomizil chauffierte – sich unter dem Begriff „Ferien in der Uckermark“ etwas anderes vorgestellt. Marie-Luise bringt es dann auf den Punkt: „…jedenfalls nicht so etwas Protziges“ und lässt ihn dann inmitten einer illustren Gesellschaft stehen, die den Begrüßungsworten ihres Gastgebers Steinhoff lauschend, sich im Garten des weitläufigen Anwesens und auf der großzügigen Terrasse der prächtigen Villa verteilt hat.
Doch Ruhe und Entspannung ist Joachim Vernau in seinem Urlaub nicht beschieden, denn er entdeckt kurze Zeit später Steinhoff tot auf einer Bank sitzend und bald darauf sieht er am Straßenrand eine blutüberströmte junge Frau liegen, über die gebeugt eine ältere steht, die einen schweren Bolzenschneider in der Hand hält…
Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten, denn einmal angefangen, ist man schnell mitten im Geschehen und das „Kopfkino“ beginnt. Elisabeth Herrmann nimmt ihre Leserschaft mit zu einer kleinen Dorfgemeinschaft, die mit den Machenschaften eines dubiosen Investors zu kämpfen hat. Joachim Vernau wiederum gerät in den Strudel von Ereignissen, wo er plötzlich einer Person gegenübersteht, die er an seinem Urlaubsort definitiv nicht erwartet hatte, die aber seinen juristischen Beistand braucht, was ihm widerstrebt, er aber keinesfalls ablehnen kann, da diese Person seiner Mutter sehr nahesteht…
Verdächtige Personen gibt es zu Hauff, doch wer letztendlich hier sein Unwesen treibt, war nicht vorhersehbar, was schon ein großer Pluspunkt ist. Feiner Humor durchzieht diesen gelungenen spannenenden Kriminalroman und lockert die düsteren und teilweise beklemmenden Szenerien etwas auf. Ich habe dieses Buch gern gelesen, vor meinem „inneren Auge“ Jan Josef Liefers erneut in die Rolle des Rechtsanwalts Vernau schlüpfen sehen und mich gut unterhalten gefühlt, weswegen ich hier meine Leseempfehlung ausspreche und mich auf die „echte“ Verfilmung freue!
Fazit: Fortsetzung gelungen! Unterhaltsam, spannend, unvorhersehbar und mit einer Prise Humor angereichert! Gern weiter so!
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