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Michael Hjorth/ Bjarni Thorsson: Schlafende Vulkane

Rowohlt   NetGalley

Als Fan nordischer Spannungsliteratur wurde ich magisch vom Cover dieses Thrillers angezogen.
Michael Hjorth ist mir als Autor der schwedischen Sebastian-Bergman-Reihe, die er mit Hans Rosenfeldt geschrieben hat und die mit „Die Schuld, die man trägt“ endete, bestens bekannt.
Schlafende Vulkane“ ist der Beginn der Thriller-Reihe die Michael Horth gemeinsam mit seinem isländischen Kollegen Bjarni Thorsson zu Papier gebracht hat.
Island bildet hier die wunderschöne, raue Landschaftskulisse, wo es zu Hauff schlafende Vulkane gibt. Vielleicht war ja diese Naturgegebenheit Inspiration für den Buchtitel, jedoch auch das im Buch agierende „Böse“ wurde rückblickend zu einem schlummernden Vulkan geformt, der dann allerdings mehrfach ausbricht und eine Spur des Grauens hinterlässt:
Die beiden Autoren fackeln nicht lange und lenken die Leserschaft gleich mal in eine unbenutzte Pferdebox, wo eine tote unbekleidete junge Frau entdeckt wurde, die – wie sich später herausstellt – Opfer eines brutalen Sexualverbrechens ist.
Bei der Kriminalpolizei bzw. im Dezernat für Gewaltverbrechen herrscht Personalmangel, daher bekommt die junge engagierte Helga Póra Jónsdóttir, die gerade ihre Ausbildung an der Polizeihochschule abgeschlossen hat, den Fall zugewiesen.
Die ersten Erkenntnisse zu der Toten ergeben, dass die Frau geschieden und alleinerziehende Mutter des zehnjährigen Kristófer ist. Ihr Ex-Mann ist bei der Polizei aktenkundig und mehrfach wegen Gewalttätigkeit verurteilt worden und kommt als Tatverdächtiger durchaus infrage.
Helga macht sich auf den Weg zur Wohnung der Verstorbenen. Von außen erkennt sie schon, dass hier irgendetwas vorgefallen ist, denn ein kleines Fenster steht offen und ein dort offenbar zuvor verankertes Gitter liegt herausgebrochen im platt getretenen Blumenbeet. Geschah der Übergriff auf die Frau hier im Haus? Konnte der Junge durch das Fenster fliehen?
Helga schlägt Alarm, Haus und Grundstück werden abgesucht, aber von Kristófer fehlt jede Spur.
Bei der Suche nach dem Zehnjährigen bekommt Helga Unterstützung von Bjarki Guðmundsson einem großgewachsenen Kollegen von der Verkehrspolizei. Er gilt zwar als etwas eigenwillig, auch Vorschriften sind nicht so sein Ding, aber er hat ein gutes Gespür, wenn es um vermisste Personen geht, denn er kennt sich in der unwegsamen isländischen Natur gut aus.
Im Verlauf geschehen weitere ähnlich gelagerte Morde, der Erfolgsdruck lastet schwer auf Helga, aber sie ist taff und arbeitet unermüdlich, bis sie dem „Bösen“ immer näher kommt…
Mehr möchte ich gar nicht von diesem spannenden Thriller preisgeben. Das Buch liest sich gut und die Handlung fesselt von Beginn an. Die charakterlich sehr unterschiedlichen Figuren Helga und Bjarki und auch die anderen Mitwirkenden sind gut gezeichnet, sodass man sie gut vor Augen hat. Gerade weil die beiden Hauptfiguren so unterschiedlich sind, bilden sie ein durchaus effektives Team, wo es im Verlauf sogar zwischenmenschlich zart anfängt zu knistern. Dies lenkt aber keinesfalls vom roten Faden ab, erinnerte mich eher an „Scully und Mulder“ aus Akte X.
Auch das Profil des Bösen ist so klar und deutlich herausgearbeitet, dass man sich wünscht dieser Person niemals zu begegnen.
Ich habe den fesselnden Thriller gern gelesen, hätte auch die volle Punktzahl vergeben, wenn da nicht ein paar „Unebenheiten“ wären, wie z.B. Telefonieren, wenn man eigentlich nicht aufgespürt werden soll o.ä., was mich dann doch etwas irritiert hat. Daher vergebe ich vier von fünf Punkten (mit der Tendenz nach oben)  und freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung der Reihe, die ich mir nicht entgehen lassen werde!
Fazit: Spannender und fesselnder Auftakt dieser isländischen Thriller-Reihe, auf deren Fortsetzung man gespannt sein darf!

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