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Åsa Hellberg: Vega Varg – Das Schweigen der Insel

Heyne

Die schwedische Autorin war mir bisher nicht bekannt. Mit „Vega Varg – Das Schweigen der Insel“ startet sie ihre Krimi-Reihe und führt die Leserschaft auf die schwedische Schäreninsel Südkoster, die an der Westküste liegt und sich unweit der norwegischen Grenze befindet.
Eine vierköpfige Gruppe von norwegischen Kajakfahrern entdeckt in der Nähe der Bootsschuppen auf dem steinigen Ufer einen toten Mann liegen, dessen Kopf merkwürdig verdreht ist….
Die herbeigerufene Polizei besteht anfangs aus der auf der Nachbarinsel wohnenden Vera Varg, die als erfahren gilt. Auch ihr Vater war einst als Polizist auf demselben Revier tätig, genau wie jetzt Vera gemeinsam mit ihren beiden Söhnen Hugo und Linus, sodass zwar jeder andere Aufgaben hat, sie aber auch als Team in Erscheinung treten.
Nachdem Vera den Toten in Augenschein genommen hat, erkennt sie, dass es sich um Fredde handelt, der ihr seit seiner Kindheit bestens bekannt ist. Damals hatte er viele Stunden in ihrem Haus verbracht, denn es handelt sich um den besten Freund ihres Sohnes Hugo.
Ein Unfallgeschehen kann bald ausgeschlossen werden und Freddes Tod wird als Tötungsdelikt behandelt.
Die vier Kajakfahrer rücken in den Fokus der polizeilichen Ermittlungen. Es sind zwei Frauen und Männer, die zu einem Makler-Team gehören, die sich wegen eines Arbeit-Retreats auf der Insel befinden. Im Verlauf ihres Hotelaufenthaltes verbrachten die beiden Maklerinnen Meja und Bente einen feuchtfröhlichen Abend in der Hotelbar, wo Fredde als Barkeeper für ihre Drinks zuständig war…
Keiner des Makler-Teams macht während der polizeilichen Befragungen einen guten Eindruck, niemand scheint mit offenen Karten zu spielen, sei es nun beruflich oder privat.
Als Leser bekommt man hier ein Tohuwabohu präsentiert, wo es zwischenmenschlich turbulent wird und man aufpassen muss, dass man nicht den Überblick verliert. 
Dann überschlagen sich die Ereignisse auf der kleinen Insel: Plötzlich ist die Norwegerin Meja nicht mehr erreichbar und gilt kurze Zeit später als vermisst. Durch eine aufziehende Schlechtwetterfront und weiteren kriminellen Vorkommnissen hat Vega Varg kaum noch eine freie Minute..
Ich brauchte schon etwas Zeit um durch diese komplexe Kriminalgeschichte zu kommen. Da hier nicht nur die polizeilichen Ermittlungen im Fokus stehen, sondern man auch viele Einblicke ins Privatleben der Mitwirkenden bekommt, trat der rote Faden immer mal wieder in den Hintergrund und es ging z.B. in die Vergangenheit, wo Vega Varg mit einem ganz persönlichen Kriminalfall konfrontiert wurde, der noch bis in die Jetztzeit nachwirkt. 
Der Erzählstil ist gut, aber etwas „weitschweifig“, weswegen ich nicht unbedingt von fesselnder Spannung sprechen möchte. Doch irgendetwas hält einen am Lesen, vielleicht die große Ungewissheit, was sich auf der kleinen Insel für eine kriminelle Energie entladen hat. Bis kurz vorm Ende wollte ich drei Punkte vergeben, aber die unvorhersehbare Auflösung, wo dann alle Puzzleteile an ihren Platz fallen, bekommt einen Extrapunkt und eine Fortsetzung würde ich durchaus lesen wollen. 
Fazit: Der rote Faden muss sich durch eine komplexe Handlung schlängeln, was etwas dauert, aber letztendlich mit einem unvorhersehbaren Ende überrascht, daher vier von fünf möglichen Punkten!
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Michael Hjorth/ Bjarni Thorsson: Schlafende Vulkane

Rowohlt   NetGalley

Als Fan nordischer Spannungsliteratur wurde ich magisch vom Cover dieses Thrillers angezogen.
Michael Hjorth ist mir als Autor der schwedischen Sebastian-Bergman-Reihe, die er mit Hans Rosenfeldt geschrieben hat und die mit „Die Schuld, die man trägt“ endete, bestens bekannt.
Schlafende Vulkane“ ist der Beginn der Thriller-Reihe die Michael Horth gemeinsam mit seinem isländischen Kollegen Bjarni Thorsson zu Papier gebracht hat.
Island bildet hier die wunderschöne, raue Landschaftskulisse, wo es zu Hauff schlafende Vulkane gibt. Vielleicht war ja diese Naturgegebenheit Inspiration für den Buchtitel, jedoch auch das im Buch agierende „Böse“ wurde rückblickend zu einem schlummernden Vulkan geformt, der dann allerdings mehrfach ausbricht und eine Spur des Grauens hinterlässt:
Die beiden Autoren fackeln nicht lange und lenken die Leserschaft gleich mal in eine unbenutzte Pferdebox, wo eine tote unbekleidete junge Frau entdeckt wurde, die – wie sich später herausstellt – Opfer eines brutalen Sexualverbrechens ist.
Bei der Kriminalpolizei bzw. im Dezernat für Gewaltverbrechen herrscht Personalmangel, daher bekommt die junge engagierte Helga Póra Jónsdóttir, die gerade ihre Ausbildung an der Polizeihochschule abgeschlossen hat, den Fall zugewiesen.
Die ersten Erkenntnisse zu der Toten ergeben, dass die Frau geschieden und alleinerziehende Mutter des zehnjährigen Kristófer ist. Ihr Ex-Mann ist bei der Polizei aktenkundig und mehrfach wegen Gewalttätigkeit verurteilt worden und kommt als Tatverdächtiger durchaus infrage.
Helga macht sich auf den Weg zur Wohnung der Verstorbenen. Von außen erkennt sie schon, dass hier irgendetwas vorgefallen ist, denn ein kleines Fenster steht offen und ein dort offenbar zuvor verankertes Gitter liegt herausgebrochen im platt getretenen Blumenbeet. Geschah der Übergriff auf die Frau hier im Haus? Konnte der Junge durch das Fenster fliehen?
Helga schlägt Alarm, Haus und Grundstück werden abgesucht, aber von Kristófer fehlt jede Spur.
Bei der Suche nach dem Zehnjährigen bekommt Helga Unterstützung von Bjarki Guðmundsson einem großgewachsenen Kollegen von der Verkehrspolizei. Er gilt zwar als etwas eigenwillig, auch Vorschriften sind nicht so sein Ding, aber er hat ein gutes Gespür, wenn es um vermisste Personen geht, denn er kennt sich in der unwegsamen isländischen Natur gut aus.
Im Verlauf geschehen weitere ähnlich gelagerte Morde, der Erfolgsdruck lastet schwer auf Helga, aber sie ist taff und arbeitet unermüdlich, bis sie dem „Bösen“ immer näher kommt…
Mehr möchte ich gar nicht von diesem spannenden Thriller preisgeben. Das Buch liest sich gut und die Handlung fesselt von Beginn an. Die charakterlich sehr unterschiedlichen Figuren Helga und Bjarki und auch die anderen Mitwirkenden sind gut gezeichnet, sodass man sie gut vor Augen hat. Gerade weil die beiden Hauptfiguren so unterschiedlich sind, bilden sie ein durchaus effektives Team, wo es im Verlauf sogar zwischenmenschlich zart anfängt zu knistern. Dies lenkt aber keinesfalls vom roten Faden ab, erinnerte mich eher an „Scully und Mulder“ aus Akte X.
Auch das Profil des Bösen ist so klar und deutlich herausgearbeitet, dass man sich wünscht dieser Person niemals zu begegnen.
Ich habe den fesselnden Thriller gern gelesen, hätte auch die volle Punktzahl vergeben, wenn da nicht ein paar „Unebenheiten“ wären, wie z.B. Telefonieren, wenn man eigentlich nicht aufgespürt werden soll o.ä., was mich dann doch etwas irritiert hat. Daher vergebe ich vier von fünf Punkten (mit der Tendenz nach oben)  und freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung der Reihe, die ich mir nicht entgehen lassen werde!
Fazit: Spannender und fesselnder Auftakt dieser isländischen Thriller-Reihe, auf deren Fortsetzung man gespannt sein darf!
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