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Devils – Staffel 2 –

Polyband VÖ 28.06.24

Bereits im März des Jahres, als ich die erste spannende Staffel von „Devils“ hier vorgestellt habe, mutmaßte ich, dass es noch Stoff für eine Fortsetzung gibt.
Da lag ich wohl richtig, denn nun ist „Devils 2“ für das Heimkino erschienen. In acht Episoden geht es handlungsmäßig wieder in die Londoner Hochfinanz, oder besser gesagt in die NYL- Bank, die dort ihren Sitz hat.
Nach dem ersten Kräftemessen zwischen Massimo Ruggero und seinem früheren Protegé/Freund Dominic Morgan (Patrick Dempsey) sind ein paar Jahre vergangen. Für Ruggero waren sie nicht leicht, besonders zugesetzt hatte ihm auch, dass aus einstigen Freunden Feinde wurden und er letztendlich niemandem mehr trauen konnte.
In der aktuellen Handlung im Jahr 2016 ist Massimo Ruggero (Alessandro Borghi) wieder an seinem Platz als CEO und gemeinsam mit seinem engagierten Trader-Team will er es noch mal wissen. Allerdings muss er auf Druck von oben, seine Blickrichtung neu justieren, weswegen jetzt auch chinesische Mitarbeiter für die Bank tätig sind und Investoren aus diesem Land ins Geschehen eingreifen.
Ein Fragen aufwerfender Todesfall erschüttert die Belegschaft der NYL-Bank und ganz besonders Ruggeros Trader-Team.
Die politischen Veränderungen, die sich weltweit anbahnen wie z. B. der Brexit oder auch der Machtkampf um das Präsidentenamt in den USA sind nur einige Themen, die in die Handlung mit einfließen, genau wie die weltweite Corona-Pandemie.
Die vergangenen Jahre hat Dominic Morgan offenbar gut überstanden und sein Einfluss in der Finanzwelt ist weiterhin machtvoll und skrupellos. Als neuestes Protegé hat er die junge Nadya Wojcik auserkoren, denn sie besitzt einen brillanten Verstand.
Im Verlauf der Handlung treffen die beiden Kontrahenten von einst wieder aufeinander, doch worum es diesmal geht, verrate ich hier nicht, denn genau wie Staffel 1 ist Staffel 2 spannungsgeladen und sehenswert.
Fazit: Das bekannte, gut besetzte Schauspiel-Ensemble ist um tolle Darsteller erweitert worden und die Handlung hat es wieder in sich, ist spannend, unterhaltsam und sehenswert!
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Andreas Winkelmann: Hast Du Zeit?

rororo                  NetGalley

Seit vielen Jahren bin ich eine begeisterte Leserin der spannenden Thriller von Andreas Winkelmann.
Nun ist sein neuestes Werk erschienen. Da ich niemandem den Lesegenuss verderben möchte, habe ich überlegt, was ich zum Inhalt preisgeben kann/möchte.
Folgendes ist mir eingefallen:
Bist du einmal in die Fänge eines bösen Menschen geraten, der „kein Wort zu viel“ mit dir spricht, kann es passieren, dass „das Letzte, was du hörst“ die unverfängliche Frage ist „Hast du Zeit?
In diesem Satz sind nicht nur die Titel, der beiden vorherigen und dem aktuellen spannenden Thriller des Autors aufgeführt, sondern es ist auch in wenigen Worten der Inhalt der aktuellen Handlung.
Bei der Frage Hast du Zeit denke ich spontan an etwas Positives wie z.B. einen Spaziergang, Kinobesuch oder Treffen mit Freunden. In der aktuellen Thrillerhandlung verwandelt sich dieser recht harmlos klingende Satz in etwas sehr Negatives, denn die Menschen, die diese Worte hören, werden gekidnappt und gefangen gehalten, wo eine „Wand“ eine wichtige Rolle spielt. Was es damit auf sich hat, dazu gibt es bereits einen kleinen Hinweis im Prolog des Buches, wo jemand recht liebevoll über seine schöne, selbst errichtete Wand spricht.
Allerdings lassen die letzten Sätze des Vorworts nichts Gutes erahnen; von jetzt auf gleich überziehen düstere Wolken das Geschehen, das 2020 in einem Bestattungsinstitut beginnt…
Lange habe ich überlegt, wer hier sein Unwesen treibt und warum die Zeit ein wichtiger Faktor für denjenigen ist. Beweggründe sind mir ein paar eingefallen, doch wer sich letztendlich hinter der Maske „des Bösen“ verbirgt, habe ich nicht herausgefunden. Des Rätsels Lösung bekommt man dann in einer anschaulich geschilderten Szenerie präsentiert, dass einem die Nackenhaare hochstehen. Grrrrrrrh!
Nachdem ich das Gelesene noch einmal habe Revue passieren lassen, möchte ich folgendes anmerken: 
Meiner Meinung nach ist Andreas Winkelmann mit diesem Thriller sein Meisterwerk gelungen!  Obwohl mir beim Lesen oftmals die Nackenhaare hoch standen und ich das fesselnde Buch kaum aus den Händen legen konnte, hat mich diese Geschichte aber auch emotional berührt und darüber nachdenken lassen, was Zeit doch für ein kostbares Gut ist!
Fazit: Meisterhaft gelungener fesselnder Thriller, der nicht nur nervenaufreibend ist, sondern auch emotional noch lange nachwirkt!
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Schwiecker/Tsokos: Der 1. Patient

Knaur Verlag          NetGalley

Mittlerweile ist der „Der 1. Patient“ der vierte Justizkrimi, den die beiden Autoren gemeinsam geschrieben haben und Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer wieder ihren Auftritt haben.
Der lesenswerte dritte Band der Reihe mit dem Titel „Die letzte Lügnerin“ hatte es im letzten Jahr in sich: Ein hochrangiger Politiker suchte rechtlichen Beistand in Rocco Eberhardts Kanzlei, da er ins Fadenkreuz der Medien geraten war, wo er sich schwerwiegenden Korruptionsvorwürfen ausgesetzt sah. Eberhardt übernahm das Mandat, ohne zu ahnen, was für ein persönlicher Fall es für ihn werden sollte…
Nach den auch emotionalen Ereignissen in der nahen Vergangenheit ist Rocco Eberhardt nach einer gewissen „Auszeit“ nun mit einem neuen Fall beschäftigt. Seine Mandantin ist die Chirurgin Dr. Sasha Müller, die als Chefärztin in einem Berliner Klinikum arbeitet. Sie wendet sich an den Strafverteidiger, weil ihr bei einer Routine-Op ein Patient gestorben ist. Sie kann sich die Komplikationen während der Operation nicht erklären, da sie sich streng an den Behandlungsplan gehalten hat. Doch das besondere an diesem Behandlungsplan ist, dass er nicht von der Operateurin selbst, sondern von einem KI-System, also einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde.
Das vorliegende Obduktionsergebnis ist eindeutig: Der Tod des Patienten trat infolge eines Behandlungsfehlers auf. Deswegen muss sich Dr. Müller jetzt vor Gericht verantworten. …
War es menschliches Versagen oder hat sich gar die KI geirrt?
Das Thema „KI in der Medizin“ ist am Puls der Zeit. Worum es sich dabei handelt, wird hier von den beiden Autoren von allen Seiten betrachtet bzw. gut und verständlich erklärt, sodass man der Handlung gut folgen kann.
Anmerken möchte ich aber: Obwohl sehr umfangreich nach der Lösung gesucht wird, wer hier für den Tod des Patienten zur Rechenschaft gezogen werden muss, fiel mir ein Aspekt auf, dem nicht weiter nachgegangen wurde, bzw. erst am Schluss zum Tragen kommt. Tatsächlich lag ich damit richtig, sodass mich der Ausgang des Geschehens dann nicht mehr überrascht hat.
Dennoch ist der Justizkrimi gut gelungen, unterhaltsam und lesenswert, weswegen ich insgesamt vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Thematisch am Puls der Zeit, gut gelungen, unterhaltsam und lesenswert!
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Viveca Sten: Tief im Schatten

Der-Audio-Verlag

Der zweite Fall für Hanna Ahlander

Im Oktober 2022 startete mitKalt und still“ die neue Krimi-Reihe der schwedischen Autorin Viveca Sten, die in den kleinen Ort Åre in Nordschweden führt.
Vera Teltz hatte die Lesung der Hörbuch-Version übernommen, was eine sehr gute Wahl war, denn durch ihre angenehme Stimme und ihre Vortragsart wurde die fesselnde Handlung lebendig. Auch das neue Ermittler-Duo Hanna Ahlander und Daniel Lindskog kam bei mir gut an, weswegen ich den Start der Reihe als gelungen eingestuft habe.
 Winterliche Straßenverhältnisse und eisige Temperaturen erschweren dem Ermittler-Duo in „Tief im Schatten“ das Vorankommen, denn sie werden zu einem Leichenfund in der Nähe der norwegischen Grenze gerufen. 
Zu meiner großen Freude hat Vera Teltz wieder die Lesung des Hörbuchs übernommen.  Ihr gelingt es schon nach wenigen Worten, die passende Atmosphäre aufkommen zu lassen, dass man die Mitwirkenden wiedererkennt und es keine Mühe bereitet, in die fesselnde Handlung „einzusteigen“.
Der Anblick, der sich ihnen am Fundort bietet, ist grauenhaft. Eine schneebedeckte männliche Leiche liegt nur spärlich bekleidet in einem Gebüsch. Die Hände sind auf dem Rücken mit Kabelbindern fixiert.  Eine große klaffende Wunde am Hinterkopf und weitere Spuren von großer Gewaltanwendung sind sichtbar.
Dies ist ein Erzählstrang der Gesamthandlung, ein weiterer führt zu Rebecca, einer jungen Frau, die in einer religiösen Familie aufwächst und in deren weiteren Lebensweg man als Zuhörer immer mal wieder Einblick erhält. Doch dann muss etwas Gravierendes geschehen sein, denn von einem Tag auf den anderen erscheint sie nicht mehr zur Arbeit und jede Kontaktaufnahme mit ihr scheitert…
Mehr möchte ich zum Inhalt gar nicht preisgeben, denn dazu ist die Gesamthandlung einfach zu fesselnd und spannend und die Lesung besonders hörenswert!
Die Geschichte, die die Autorin hier erzählt, ist keine leichte Kost. Die bildhaft geschilderten Szenerien zeigen befremdliche Situationen, bewegende Momente und verstörende Bilder, die einen erstarren und die Nackenhaare hochstehen lassen, denn hier liegen Glück, Leid und Hass ganz dicht beieinander.
Immer mal wieder gab es Momente, wo ich dachte, jetzt weiß ich, wer hier von den Ermittlern gesucht wird. Aber ich lag falsch, denn Viveca Sten ist eine meisterhafte Geschichtenerzählerin und überrascht dann auch noch mit einem unerwarteten Showdown bzw. Ausgang der Handlung! Toll, dafür gibt es die volle Punktzahl!
Vera Teltz besondere Vortragsweise lässt einen die Zeit vergessen. Es gelingt ihr, ihre Stimme so zu nuancieren, dass man die eiskalte Kulisse direkt spüren kann. Außerdem bekommen die Figuren „ein Gesicht“, welches man in der nervenaufreibenden Handlung sofort wiedererkennt und das Kopfkino beginnt!
Fazit: Gelungene spannungsgeladene Fortsetzung der Reihe, die durch die Hörbuchfassung noch ein „Sahnehäubchen“ obendrauf bekommt!
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