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Andrea Mara: Alles ihre Schuld

Goldmann

Die irische Autorin war mir bisher nicht bekannt. Die Inhaltsangabe auf der Coverrückseite von „Alles ihre Schuldklang interessant und ich war gespannt, was mich hier erwartet.

Zum Inhalt:

Marissa Irvine und Jenny Kennedy sind zwei Mütter, die sich bei einem Schulempfang kennenlernen, gut verstehen und besprechen, dass sich ihre beiden kleinen Jungs mal zum Spielen verabreden könnten. 
Von so einem „Playdate“ will Marissa ihren vierjährigen Sohn Milo nun abholen und ist erstaunt, als die Frau, die ihr öffnet nicht Jenny oder Jacobs Kindermädchen ist, sondern freundlich erwidert, dass Marissa sich wohl in der Adresse geirrt habe, denn sie kenne keinen Milo und er wäre auch nicht hier.
Marissa holt ihr Handy raus und zeigt der Frau Jennys Nachricht:

»Die Adresse ist Tudor Grove 14 – sollte ich noch nicht zu Hause sein, wenn du Milo abholst, passt unsere Nanny auf ihn und Jacob auf.«

Richtige Adresse, aber kein Milo! Wenn das für Marissa nicht schon schockierend genug ist, kommt es noch schlimmer, denn Jenny weiß nichts von einem ausgemachten Playdate und von ihr stammt auch nicht die Nachricht mit der Adresse…
Milo bleibt auch nach Einschalten der Polizei und einer intensiven Suche mit Handzetteln, Plakaten und Berichterstattungen in den Medien spurlos verschwunden…
Mehr darf man von Inhalt nicht verraten, das würde nur den Lesegenuss schmälern.
Die Handlung ist übersichtlich abgefasst und der mal etwas anders gestaltete Erzählstil der Autorin ist angenehm flüssig und fesselt die Leserschaft ganz geschickt ans Geschehen.
In kurzen Kapiteln, aber aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen setzt sich das Gesamtbild zusammen. Ein sich immer weiter ausdehnender Personenkreis wird „sichtbar“, aber mit offenen Karten scheint hier niemand zu spielen, was sich auch gut im wendungsreichen Verlauf widerspiegelt.
Insgesamt hat mir der mal etwas anders aufgebaute Erzählstil gut gefallen, besonders das die Arbeit der Polizei eher im Hintergrund stattfindet, bzw. sie nicht zu den Erzählsträngen gehört, sondern Ergebnisse, Erkenntnisse bzw. Fortschritte im Fall Milo sind geschickt ins Geschehen eingewoben. 
Von einem Thriller möchte ich hier nicht unbedingt sprechen, eher von einem spannenden Kriminalroman. An der einen oder anderen Stelle fand ich die Handlung etwas „unrund“ und das Tempo flacht im Mittelteil etwas ab, was etwas schade ist. Dies macht die Autorin aber wieder wett, denn ganz besonders gut ist ihr der Schlussakkord gelungen!
Beim Lesen „überfiel“ mich eine schwer zu beschreibende Skepsis zweier Personen gegenüber, obwohl es hier durchaus mehr verdächtige Kandidaten gibt und lag tatsächlich richtig, was aber das Lesevergnügen nicht geschmälert hat, denn den genauen Ausgang konnte ich natürlich nicht vorhersehen. Insgesamt gibt es von mir vier von fünf möglichen Punkten und meine unbedingte Lese-Empfehlung
Fazit: Mal anders aufgebaute Spannungsliteratur, an der man nicht vorbeikommt!
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KIN – Staffel 1

polyband VÖ 24.04.26

Der Titel dieser irischen Serie bedeutet Verwandtschaft oder auch Familienverbund und darum geht es auch inhaltlich in „KIN – Staffel 1“.
Im Mittelpunkt des Geschehens steht die irische Familie Kinsella, die in Dublin ihren kriminellen „(Drogen)Geschäften“ nachgeht. Zu der Familie gehört Amanda. Sie ist mit Jimmy verheiratet und hat mit ihm zwei halbwüchsige Jungen. Sie betreibt ein Autohaus, das vorrangig als Geldwaschanlage für die Familie dient.
Dann ist da noch Michael, der nach einem längeren Gefängnisaufenthalt wieder in der Familie begrüßt wird. Er hat mit dem Geschäftsgebaren seiner Familie abgeschlossen und will sich aus allem heraushalten, denn sonst bleibt ihm der Kontakt zu seiner Tochter Anna verwehrt, das will er auf keinen Fall aufs Spiel setzen.
Die Familie hört, was er sagt, aber akzeptieren kann sie es nicht, denn dazu passiert im Umfeld viel zu viel, als dass man auch nur auf ein Familienmitglied verzichten könnte. Denn obwohl Frank Kinsella, das Oberhaupt der Familie, einen Deal abgeschlossen hat, damit es nicht immer zu Reibereien im Milieu kommt, wird diese Absprache gebrochen. Dabei gerät einer von Amandas Söhnen zwischen die Fronten und stirbt.
Ab hier eskaliert die trügerische Waffenruhe und es wird sehr blutig.…..
Ein bißchen angelockt von den mitwirkenden und auf dem Cover abgebildeten Schauspielern (Clare Dunne, Charlie Cox, Ciaran Hinds und Aidan Gillan) war mir anfangs gar nicht so richtig klar, worauf ich mich hier einlasse. Ehrlich gesagt, habe ich fast die ganze Staffel hindurch gebraucht um die Verwandtschaftsverhältnisse in der Familie Kinsella richtig einzuordnen.
Die Storyline ist nicht neu und auch recht vorhersehbar, denn das Michael nach dem Gefängnisaufenthalt nur noch ein ruhiges normales Leben absolviert, wäre ja schon traumhaft und dass immer alle nach der Pfeife des Clan-Oberhauptes agieren, ist in so einer kriminellen Umgebung  ja auch kaum denkbar.
Nun ob man sich solche Serien anschauen möchte, überlasse ich jedem selbst. Ich habe mir letztendlich alle acht Folgen angeschaut, weil die Serie schauspielerisch bzw. die Rollen wirklich toll besetzt sind und insgesamt die düstere, angespannte Atmosphäre gut eingefangen wurde.
Fazit: Schauspielerisch toll besetzte irische Gangster-Serie! Fans dieses Genres werden hier sicherlich gut unterhalten!
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