Kafel Verlag
Einmal mehr beachtenswert ist das toll gestaltete Cover-Bild des 16. Zons-Thriller „Böse Stunde“!
Für diejenigen, die diese spannende, unbedingt lesenswerte Thriller-Reihe noch nicht kennen, sei schon mal gesagt, dass die Gesamthandlung – wie auch schon zuvor in „Das Verbot“ – zum einen in der Gegenwart spielt, aber auch vor 500 Jahren, wo das Geschehen im mittelalterlichen Zons angesiedelt ist. In dieser Zeitebene taucht man durch die anschauliche Beschreibung des Ortes und der Szenerien ganz schnell in eine „andere Welt“ ab.
Für mich ist diese Buch-Reihe auch immer eine interessante Geschichtsstunde, aber auch eine schöne Erinnerung an einen runden Geburtstag, der im Mittelalterstil gefeiert wurde. Die Beschaffung der zeitgemäßen Kleidung einer Magd und eines Mönchs war schon eine Herausforderung, das Tragen dann noch eine ganz andere.
Aber ich schweife ab, hier gibt es einen Einblick ins aktuelle Buch:
Im Prolog herrscht beklemmende Dunkelheit. Jemand wird gefangen gehalten und kann sich kaum bewegen, ein Countdown startet und eine Stimme aus dem Nichts flüstert ein Datum..
Zons 1507: Die Magd Agathe wird ermordet am Ufer des Rheins gefunden. Bei ihr findet man ein kleines Zahnrad und ein mit rotem Sand gefülltes Stundenglas (Sanduhr). Diese Gegenstände geben Bastian Mühlenberg von der Stadtwache Rätsel auf, die er so schnell wie möglich lösen muss, denn seine Aufgabe ist es, herausfinden, wer für den Tod der Magd verantwortlich ist.
Als ein ähnlich gelagerter Mord geschieht, munkelt man, besonders in den Reihen der Kirchgänger, Bastian solle sich mal mit dem etwas sonderbaren Meister Cornelius unterhalten, der geheimnisvolle Dinge herstellt…
Kommissar Oliver Bergmann wird zu einem grausigen Leichenfund auf einem Parkplatz gerufen. Die Bergung der Leiche, die sich in einem von außen luftdicht „versiegelten“ Wagen befindet, gestaltet sich zeitaufwendig und schwierig. Weitere Morde geschehen und bei den Ermittlungen werfen kleine Zahnräder Fragen auf, die bei den Toten gefunden werden.
Was es in der Gegenwart mit dem Countdown und dem geflüsterten Datum zu tun hat, erschließt sich dem Leser erst gegen Ende der Handlung.
Mehr möchte ich vom spannenden Inhalt nicht verraten. Die Szenerie im Mittelalter ist düster und unheimlich, sodass einem dann und wann die Nackenhaare hochstehen. Wer hier sein Unwesen treibt, ist gut verborgen, warum die Person mir aber „verdächtig“ vorkam und ich sie mir gemerkt habe, kann ich nicht wirklich benennen und schmälert auch nicht das Lesevergnügen.
Ganz anders war es bei den Geschehnissen in der Gegenwart, auf die Auflösung wäre ich nie gekommen. Was mir aber gut gefallen hat, denn es zeigt erneut, welch eine hervorragende Geschichtenerzählerin Catherine Shepherd ist.
Alles in allem gibt es hier die Bestnote und meine unbedingte Lese-Empfehlung!
Fazit: Egal in welcher Zeitebene die Handlung hier spielt, man bekommt spannende Unterhaltung vom Feinsten geboten! Gern mehr davon!