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Val McDermid: Die Straße der Knochen

Droemer

Der 8. Fall für Karen Pirie

Seit 2013 befindet sich das Hörbuch  „Echo einer Winternacht“ – dem Start dieser Krimi-Reihe – in meiner Sammlung. Als dann 2023 die ersten Bücher verfilmt wurden und unter dem Titel „Echo einer Mordnacht“ fürs Heimkino erschienen, nahm die schottische Polizistin auch visuell Gestalt an. Lauren Lyle schlüpfte in die Rolle der (damals noch DS) Karen Pirie und Chris Jenks in die von DC Jason Murray, was gut passt. Mit jugendlichem Enthusiasmus und Engagement lösten sie damals ihre ersten gemeinsamen Cold Cases bzw. alten ungelösten Kriminalfälle.
Inzwischen ist einige Zeit vergangen, Karen ist mittlerweile DCI und Leiterin der HCU (Historic Case Unit – Abteilung für alte ungelöste Kriminalfälle) – der schottischen Polizei. Ihr kleines aber feines Team besteht u.a. aus DS Daisy Mortimer und natürlich DC Jason Murray. 
Im aktuellen, bereits 8. Fall dieser Reihe mit dem Titel „Die Straße der Knochen“ wird das Team regelrecht mit Arbeit „überschwemmt“:
Silvester 2013: Auf einer Party der High Society, wo sich illustre Gäste zusammenfinden und das bevorstehende Referendum um die Unabhängigkeit Schottlands in aller Munde ist, kommt es zu einem einschneidenden Ereignis bzw. einem kriminellen Geschehen, das zwar im Verborgenen geschieht und dort auch für lange Zeit schlummert, aber nicht unbeobachtet bleibt…
2025: Widrige Witterungsbedingungen mit sintflutartigem Regen führen zu Sturzbächen und großen Überschwemmungen. Durch die gewaltigen Wassermassen wird ein Stück Autobahn weggespült und dabei ein menschliches Skelett freigelegt. Später werden die Überreste Sam Nimmo, einem Investigativjournalisten zugeordnet, der vor mehr als zehn Jahren unter fragwürdigen Umständen verschwand.
Nachdem bekannt wird, wen man gefunden hat, ist das mediale Interesse groß, denn Sam Nimmo wurde vor seinem Verschwinden verdächtigt seine schwangere Verlobte getötet zu haben. Die damaligen Ermittlungen deuteten alle in diese Richtung und man vermutete, dass Nimmo sich abgesetzt habe und untergetaucht sei. Ein Trugschluss wie es sich nun herausgestellt hat…
Das Team um Karen Pirie zeigt hier ihr kriminalistisches Gespür und Können, was aber auf eine harte Probe gestellt wird, denn nicht nur Nimmos Tod muss untersucht werden, sondern auch der seiner Verlobten muss neu aufgerollt werden. 
Im Verlauf der Gesamthandlung „stolpern“ die Ermittler über immer mehr kriminelle Energie, die geahndet werden muss, auch kristallisiert sich ein anderer Fragen aufwerfender Todesfall heraus. Besonders die Mitglieder eines obskuren Buchclubs haben es Pirie und Co. angetan. Ob es ihnen gelingt, einen Blick hinter die Fassaden dieser „Bücherwürmer“ zu werfen, bleibt hier unerzählt…
Für diesen seitenstarken Kriminalroman braucht man schon ein etwas Zeit und ich für meinen Teil eine ruhige Umgebung, denn Ablenken darf man sich hier nicht lassen, denn die Autorin hat hier für reichlich „Input“ gesorgt. Es dreht sich nicht nur um die Aufarbeitung der Kriminalfälle, sondern man bekommt auch Einblick ins politische Geschehen bzw. in die Zeitgeschichte, was zwar interessant ist, aber auch immer mal wieder den Spannungsbogen absinken lässt, was schade ist.
Das gut gehütete Geheimnis aus 2013 tangiert die aktuellen Ermittlungen und sorgt für eine unvorhersehbare Wendung im Geschehen, nur den Ausgang der ganzen Ermittlungsarbeit fand ich etwas „unrund“, da hatte ich nach den vielen Seiten etwas anderes erwartet.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, ziehe aber einen Punkt ab, da man beim Einordnen der unterschiedlichen Ereignisse und der Vielzahl an Mitwirkenden nicht so flüssig vorankam, zumal die Autorin neben der Kriminalhandlung auch noch politische Ereignisse bzw. Zeitgeschichte in die Gesamthandlung hat einfließen lassen, was dann die Spannung abflachen ließ. Daher insgesamt vier von fünf möglichen Punkten.
Fazit: Lesenswert, aber durch zu viel Input wird die Spannung etwas ausgebremst, daher vier von fünf möglichen Punkten

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