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Chris Chibnall: Septembermord

Piper Verlag

Chris Chipnall als Drehbuchautor verbinde ich mit der spannenden britischen Krimi-Reihe „Broadchurch“, dessen erste der drei Staffeln 2015 erschien und mit David Tennant und Olivia Colman als Ermittler-Duo sehenswert verfilmt wurde.
Mit „Septembermord“ debütiert er nun als Autor in der Kategorie Kriminalroman:
Mit einer kleinen Landschaftsskizze, die mit Westliches Dorset betitelt ist und mit Markierungen versehen ist, die man dann als Handlungsorte im Roman wiederfindet, startet das Buch.
Ohne großes Vorgeplänkel ist man mitten im Geschehen, wo Ewan spätabends mit seinem Auto auf dem Weg nach Hause ins beschauliche englische Küstenörtchen Fleetcombe ist. Gedanklich ist er noch bei seiner gebrechlichen Mutter, die er gerade besucht hatte als plötzlich mitten auf der Straße ein Hindernis auftaucht. Durch eine abrupte Lenkradbewegung und eine Vollbremsung kann er gerade noch ausweichen. Ewan atmet erst einmal durch und steigt dann aus um nachzusehen, was dort mitten auf der Straße liegt. Die Szenerie, die sich ihm dann offenbart, ist bizarr:
Jim Tiernan, der Betreiber des örtlichen Pubs „The White Hart“ ist tot. Seine Leiche hat man grotesk mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf mitten auf der Straße „zur Schau gestellt“….
Ab hier übernehmen DS Nicola Bridge und DC Harry Ward die Ermittlungen. Der Tod von Jim Tiernan macht bei den Bewohnern von Fleetcombe schnell die Runde. Einige davon sind, machen oder benehmen sich verdächtig und ob sie bei den Befragungen alle mit offenen Karten spielen, bleibt abzuwarten bzw. wird hier nicht erzählt.
Ich für meinen Teil habe diesen Kriminalroman gern gelesen. Die Atmosphäre ist von Beginn an düster und angespannt. Die mitwirkenden Personen sind gut gezeichnet und man hat sie und die ganze Szenerie gut vor Augen. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass man keinesfalls den Ausgang des Geschehens vorhersehen kann, was schon mal ein großer Pluspunkt ist.
Dass Chris Chipnall sich in Sachen spannender Unterhaltung gut auskennt, merkt man beim Lesen sofort, denn sein Erzählstil ist angenehm flüssig und bildhaft, weswegen ich insgesamt nur sagen kann:
Volle Punktzahl und unbedingte Lese-Empfehlung für das gelungene spannende Debüt!
Gern würde ich auch den beiden Ermittlern in einer Fortsetzung wieder über die Schulter schauen, denn sie bilden ein gutes Team.
Fazit: Volle Punktzahl für das gelungene spannende Debüt von Chris Chibnall als Krimi-Autor! Es darf gern eine Fortsetzung geben!
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Catherine Shepherd: Böse Stunde

Kafel Verlag

Einmal mehr beachtenswert ist das toll gestaltete Cover-Bild des 16. Zons-Thriller „Böse Stunde“!
Für diejenigen, die diese spannende, unbedingt lesenswerte Thriller-Reihe noch nicht kennen, sei schon mal gesagt, dass die Gesamthandlung – wie auch schon zuvor in „Das Verbot“ – zum einen in der Gegenwart spielt, aber auch vor 500 Jahren, wo das Geschehen im mittelalterlichen Zons angesiedelt ist. In dieser Zeitebene taucht man durch die anschauliche Beschreibung des Ortes und der Szenerien ganz schnell in eine „andere Welt“ ab.
Für mich ist diese Buch-Reihe auch immer eine interessante Geschichtsstunde, aber auch eine schöne Erinnerung an einen runden Geburtstag, der im Mittelalterstil gefeiert wurde. Die Beschaffung der zeitgemäßen Kleidung einer Magd und eines Mönchs war schon eine Herausforderung, das Tragen dann noch eine ganz andere.
Aber ich schweife ab, hier gibt es einen Einblick ins aktuelle Buch:
Im Prolog herrscht beklemmende Dunkelheit. Jemand wird gefangen gehalten und kann sich kaum bewegen, ein Countdown startet und eine Stimme aus dem Nichts flüstert ein Datum..
Zons 1507: Die Magd Agathe wird ermordet am Ufer des Rheins gefunden. Bei ihr findet man ein kleines Zahnrad und ein mit rotem Sand gefülltes Stundenglas (Sanduhr). Diese Gegenstände geben Bastian Mühlenberg von der Stadtwache Rätsel auf, die er so schnell wie möglich lösen muss, denn seine Aufgabe ist es, herausfinden, wer für den Tod der Magd verantwortlich ist.
Als ein ähnlich gelagerter Mord geschieht, munkelt man, besonders in den Reihen der Kirchgänger, Bastian solle sich mal mit dem etwas sonderbaren Meister Cornelius unterhalten, der geheimnisvolle Dinge herstellt…
Kommissar Oliver Bergmann wird zu einem grausigen Leichenfund auf einem Parkplatz gerufen.  Die Bergung der Leiche, die sich in einem von außen luftdicht „versiegelten“ Wagen befindet, gestaltet sich zeitaufwendig und schwierig. Weitere Morde geschehen und bei den Ermittlungen werfen kleine Zahnräder Fragen auf, die bei den Toten gefunden werden. 
Was es in der Gegenwart mit dem Countdown und dem geflüsterten Datum zu tun hat, erschließt sich dem Leser erst gegen Ende der Handlung.
Mehr möchte ich vom spannenden Inhalt nicht verraten. Die Szenerie im Mittelalter ist düster und unheimlich, sodass einem dann und wann die Nackenhaare hochstehen. Wer hier sein Unwesen treibt, ist gut verborgen, warum die Person mir aber „verdächtig“ vorkam und ich sie mir gemerkt habe, kann ich nicht wirklich benennen und schmälert auch nicht das Lesevergnügen.
Ganz anders war es bei den Geschehnissen in der Gegenwart, auf die Auflösung wäre ich nie gekommen. Was mir aber gut gefallen hat, denn es zeigt erneut, welch eine hervorragende Geschichtenerzählerin Catherine Shepherd ist.
Alles in allem gibt es hier die Bestnote und meine unbedingte Lese-Empfehlung!
Fazit: Egal in welcher Zeitebene die Handlung hier spielt, man bekommt spannende Unterhaltung vom Feinsten geboten! Gern mehr davon!
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Val McDermid: Die Straße der Knochen

Droemer

Der 8. Fall für Karen Pirie

Seit 2013 befindet sich das Hörbuch  „Echo einer Winternacht“ – dem Start dieser Krimi-Reihe – in meiner Sammlung. Als dann 2023 die ersten Bücher verfilmt wurden und unter dem Titel „Echo einer Mordnacht“ fürs Heimkino erschienen, nahm die schottische Polizistin auch visuell Gestalt an. Lauren Lyle schlüpfte in die Rolle der (damals noch DS) Karen Pirie und Chris Jenks in die von DC Jason Murray, was gut passt. Mit jugendlichem Enthusiasmus und Engagement lösten sie damals ihre ersten gemeinsamen Cold Cases bzw. alten ungelösten Kriminalfälle.
Inzwischen ist einige Zeit vergangen, Karen ist mittlerweile DCI und Leiterin der HCU (Historic Case Unit – Abteilung für alte ungelöste Kriminalfälle) – der schottischen Polizei. Ihr kleines aber feines Team besteht u.a. aus DS Daisy Mortimer und natürlich DC Jason Murray. 
Im aktuellen, bereits 8. Fall dieser Reihe mit dem Titel „Die Straße der Knochen“ wird das Team regelrecht mit Arbeit „überschwemmt“:
Silvester 2013: Auf einer Party der High Society, wo sich illustre Gäste zusammenfinden und das bevorstehende Referendum um die Unabhängigkeit Schottlands in aller Munde ist, kommt es zu einem einschneidenden Ereignis bzw. einem kriminellen Geschehen, das zwar im Verborgenen geschieht und dort auch für lange Zeit schlummert, aber nicht unbeobachtet bleibt…
2025: Widrige Witterungsbedingungen mit sintflutartigem Regen führen zu Sturzbächen und großen Überschwemmungen. Durch die gewaltigen Wassermassen wird ein Stück Autobahn weggespült und dabei ein menschliches Skelett freigelegt. Später werden die Überreste Sam Nimmo, einem Investigativjournalisten zugeordnet, der vor mehr als zehn Jahren unter fragwürdigen Umständen verschwand.
Nachdem bekannt wird, wen man gefunden hat, ist das mediale Interesse groß, denn Sam Nimmo wurde vor seinem Verschwinden verdächtigt seine schwangere Verlobte getötet zu haben. Die damaligen Ermittlungen deuteten alle in diese Richtung und man vermutete, dass Nimmo sich abgesetzt habe und untergetaucht sei. Ein Trugschluss wie es sich nun herausgestellt hat…
Das Team um Karen Pirie zeigt hier ihr kriminalistisches Gespür und Können, was aber auf eine harte Probe gestellt wird, denn nicht nur Nimmos Tod muss untersucht werden, sondern auch der seiner Verlobten muss neu aufgerollt werden. 
Im Verlauf der Gesamthandlung „stolpern“ die Ermittler über immer mehr kriminelle Energie, die geahndet werden muss, auch kristallisiert sich ein anderer Fragen aufwerfender Todesfall heraus. Besonders die Mitglieder eines obskuren Buchclubs haben es Pirie und Co. angetan. Ob es ihnen gelingt, einen Blick hinter die Fassaden dieser „Bücherwürmer“ zu werfen, bleibt hier unerzählt…
Für diesen seitenstarken Kriminalroman braucht man schon ein etwas Zeit und ich für meinen Teil eine ruhige Umgebung, denn Ablenken darf man sich hier nicht lassen, denn die Autorin hat hier für reichlich „Input“ gesorgt. Es dreht sich nicht nur um die Aufarbeitung der Kriminalfälle, sondern man bekommt auch Einblick ins politische Geschehen bzw. in die Zeitgeschichte, was zwar interessant ist, aber auch immer mal wieder den Spannungsbogen absinken lässt, was schade ist.
Das gut gehütete Geheimnis aus 2013 tangiert die aktuellen Ermittlungen und sorgt für eine unvorhersehbare Wendung im Geschehen, nur den Ausgang der ganzen Ermittlungsarbeit fand ich etwas „unrund“, da hatte ich nach den vielen Seiten etwas anderes erwartet.
Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen, ziehe aber einen Punkt ab, da man beim Einordnen der unterschiedlichen Ereignisse und der Vielzahl an Mitwirkenden nicht so flüssig vorankam, zumal die Autorin neben der Kriminalhandlung auch noch politische Ereignisse bzw. Zeitgeschichte in die Gesamthandlung hat einfließen lassen, was dann die Spannung abflachen ließ. Daher insgesamt vier von fünf möglichen Punkten.
Fazit: Lesenswert, aber durch zu viel Input wird die Spannung etwas ausgebremst, daher vier von fünf möglichen Punkten
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