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Judith Merchant: Aprikosenkind

Kiwi Verlag    NetGalley

Seit 2011 bin ich ein Fan dieser Autorin, denn damals erschien ihr erster Krimi aus der Jan-Seidel-Reihe „Nibelungenmord“, dem noch zwei weitere folgten. Zuletzt habe ich von ihr den Thriller „Schweig!“ gelesen, der 2021 erschien und sich im Verlauf als wendungsreiches Psycho-Duell entpuppte!
Nun ist zu meiner Freude ein neues Buch von Judith Merchant erschienen, das den Titel „Aprikosenkind“ trägt.
Die Titelfigur ist ein kleines fünfjähriges Mädchen namens Ruby. Sie ist ein besonderes Kind, die zwar in den Kindergarten geht, aber eigentlich lieber für sich allein ist und still an einem Platz sitzt, wo sie malen kann. Sprechen mag sie auch nicht besonders gern mit anderen Menschen, denn sie ist eher in sich gekehrt, überdenkt viele Dinge erst, bevor sie auf ihre ganz eigene Art und Weise kommuniziert…
Im Kindergarten wird dieses Verhalten von den Erwachsenen kritisch beäugt und man ist sich einig, dass Ruby anders ist als andere Kinder in ihrem Alter, weswegen man immer wieder an die Eltern herantritt und auf Untersuchungsmöglichkeiten oder Teste verweist, die vielleicht Rubys Verhalten in eine medizinische Diagnose „verwandeln“.
Rubys Mutter Nathalie kümmert sich hingebungsvoll um ihre kleine Tochter und gemeinsam mit ihrem Mann Gabriel sind die beiden sich einig, dass man Ruby nur etwas mehr Zeit geben sollte, um sich an neue Umgebung zu gewöhnen. Denn die kleine Familie wohnt noch nicht allzu lange in dem eher ländlich anmutenden, idyllisch gelegenen kleinen Ort. Hier hofften sie, würde Ruby „aufblühen“. Tatsächlich „taut“ Ruby etwas auf, als Rosa bei ihnen einzieht…
Wer die Bücher der Autorin und ihre ruhige besondere Erzählweise kennt, der weiß auch, wie meisterhaft sie die Leserschaft mit unvorhersehbaren Wendungen plötzlich aus der Idylle herauskatapultiert und nichts mehr ist, wie es einmal war.
Genau so passiert es in der aktuellen Handlung, weswegen ich auch keinen weiteren Blick ins Geschehen mehr für notwendig halte, denn dann würde ich das Lesevergnügen schmälern.
Nur soviel noch: Es geschehen merkwürdige Dinge im Haus der kleinen Familie, die dann im Verlauf die Frage aufkommen lässt, welche Geheimnisse liegen hier verborgen und spielt hier überhaupt jemand mit offenen Karten oder verbergen sich alle hinter trügerischen Fassaden…
Nun, ich werde es sicherlich nicht verraten, sondern kann nur sagen, dass von Beginn an eine angespannte Atmosphäre über dem Geschehen liegt und je weiter man sich „vorarbeitet“ umso mehr stellen sich einem die Nackenhaare hoch, wenn man erkennt, was für menschliche Abgründe sich hier auftun….
Ich habe mich spannend und fesselnd unterhalten gefühlt, nur der „Schlussakkord“ ist für meinen Geschmack etwas zu kurz geraten bzw. etwas zu „glatt“ gegangen, wenn man mal die wendungsreichen Geschehnisse Revue passieren lässt.
Daher vergebe ich vier von fünf möglichen Punkten und spreche meine Lese-Empfehlung aus!
Fazit: Leise erzählte, fesselnde und wendungsreiche Handlung, die einen sofort einfängt und dann in menschliche Abgründe blicken lässt!

 

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