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Simon Beckett: Knochenkälte

rowohlt wunderlich

Gerade hatte ich die lesenswerte Kurzgeschichte „Der Wendepunkt“ beendet, die zur Einstimmung des lange erwarteten, neuen Einsatzes von Dr. David Hunter kürzlich erschienen war, wo es schon mal einen „Vorgeschmack“ auf den siebten Thriller um den forensischen Anthropologen gab.
Nachdem ich nun „Knochenkälte“ in Gänze genossen habe, gibt es hier einen kleinen Einblick, worum es aktuell geht:
Ein „Auftrag“ bzw. ein Hilfeersuchen die Cumbria Police bei einem Fall zu unterstützen, führt David Hunter von London aus in eine ihm unbekannte Gegend. Er gerät bei eisigen Temperaturen in einen Sturm, der nicht nur seine Sicht beeinträchtigt, sondern sein Navi ausfallen lässt und nur ein schmaler Weg ihn immer weiter höher in eine Gebirgslandschaft führt. Umdrehen ist keine Option und nach einer Irrfahrt durch Sturm und Regen landet er in dem kleinen Ort Edendale, wo die Bewohner ihn nicht unbedingt mit offen Armen empfangen, Fremde mag man hier offenbar nicht. Auf der Suche nach einer Unterkunft landet er dann in dem heruntergekommenen Hillside House, einem ehemaligen Hotel, dessen Bewohner ihn mitten in der Nacht auch nicht besonders herzlich empfangen, ihm aber ein Zimmer zur Verfügung stellen.
Am nächsten Morgen ist zwar das Unwetter abgezogen, aber die Schäden, die es hinterlassen hat, zwingen David Hunter dazu für unbestimmte Zeit vor Ort zu bleiben, denn die einzige Straße, die rein oder raus aus dem Ort führt, ist von den Regenmassen weggespült worden…
Um den Kopf etwas frei zu bekommen, macht Dr. Hunter einem Spaziergang in dem nahegelegenen Wald. Der Sturm hat hier eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, wobei selbst riesige Bäume entwurzelt wurden und schon allein der Anblick dieser Zerstörung lässt den Spaziergänger innehalten. Als er sich dabei ein wenig umschaut, entdeckt er im Wurzelwerk eines alten Baumes ein menschliches Skelett. Bei genauem Betrachten, erkennt er, dass die Wurzeln des Baumes schon durch die Knochen hindurchgewachsen sind, was ihn vermuten lässt, dass dieser Körper hier bereits viele Jahre verborgen lag, bis das Unwetter ihn freigelegt hat….
Oben am Fundort gibt es kein Handynetz und auch im Hotel oder im Ort selbst scheitert der Versuch die Polizei zu alarmieren bzw. überhaupt jemanden auf seinen unfreiwilligen Aufenthalt aufmerksam zu machen, denn die Strom-/Telefonverbindungen in Edendale sind unterbrochen.
Was sich nach dem Bekanntwerden des Skelettfundes im Wald alles weiter ereignet und mit was für ungehobelten, aufbrausenden, undurchsichtigen und zur Gewalt bereiten Dorfbewohnern es David Hunter hier zu tun bekommt, werde ich nicht verraten.
Einmal mehr beweist Simon Beckett, wie er seine Leserschaft einfangen kann.
Er schwört eine unheimliche Atmosphäre herauf, die sich langsam steigert und durch seine bildhafte Beschreibung der Szenerien, kann ich mir vorstellen, dass bei dem einen oder anderen in Erinnerung an das Gelesene, Spaziergänge im Wald mit einer Gänsehaut behaftet sind.
Die Personen, die einem in diesem Ort begegnen, sind gut beschrieben, man kann sie sich vor Augen führen, wobei ich keinem wirklich begegnen würde wollen.
Unheimliche, düstere und ganz besonders lebensbedrohliche Situationen verlangen von David Hunter wieder mal alles ab und man kann nur den Hut ziehen, dass er mit soviel Leidenschaft immer noch für seinen Beruf brennt.
Fazit: Alles in allem bekommt der aktuelle „Hunter“ von mir die volle Punktzahl für unheimliche Spannung, die einen von Anfang bis Ende in den Bann zieht und Gänsehautmomente garantiert, aber auch Lust auf mehr macht.
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Grantchester – Staffel 5 –

Edel Motion VÖ 04.04.25

Fünf lange Jahre mussten die Fans von „Grantchester“ warten, bis nun endlich Staffel 5 der britischen Krimi-Reihe für das Heimkino erschienen ist!

Kurzer Rückblick, worum es in der Serie geht:

Die erste Staffel führt ins Jahr 1953, wo in der englischen Grafschaft Cambridgeshire  ein Dorf mit Namen Grantchester zum Leben erwacht und die Kulisse für diese Krimi-Reihe bildet.
Die beiden Hauptfiguren zieren das DVD-Cover. Es handelt sich dabei um Geordie Keating (Robson Green), den ortsansässigen Detective Inspector und Sidney Chambers (James Norton), den charismatischen Geistlichen/Vikar der Gemeinde. Diese beiden bilden ein etwas ungewöhnliches, aber effektives Ermittler-Team.
Anfang der vierten Staffel hieß es Abschied nehmen von Sidney Chambers bzw. von James Norton. Wie es dazu kommt, wird hier aber nicht verraten, dazu ist diese Serie einfach zu unterhaltsam, spannend und sehenswert.
Obwohl ich mir kaum vorstellen konnte, wie es ohne James Norton weitergehen könnte, muss ich sagen, dass den Machern dieser Serie ein toller Clou gelungen ist, indem sie Tom Brittney als Pfarrer Will Davenport besetzt haben!
Schon nach der ersten Szene, wo Will Davenport mit seinem Motorrad ganz lässig in Grantchester  auftaucht und sich dann als neuer Pfarrer der Gemeinde entpuppt, war mir klar, das passt! Mit seiner charmanten Art fängt er nicht nur die Zuschauer ein, sondern man merkt auch, dass die Chemie zwischen ihm und dem ganzen Schauspiel-Ensemble stimmt, wovon man sich beim „Blick hinter die Kulissen“ im Bonus-Material selbst überzeugen kann.
Nur bei der Zusammenarbeit als „Ermittler-Duo“ sind noch ein paar Steine aus dem Weg zu rollen. Was sich dann in heftigen Wortgefechten zwischen den beiden Hauptfiguren widerspiegelt, aber mittlerweile augenzwinkernd auch Ausdruck ihrer besonderen Freundschaft vor und hinter der Kamera ist.
In  „Grantchester – Staffel 5“ ist man mittlerweile im Jahr 1957 angekommen, was sich wunderbar in der modischen Ausstattung und dem ganzen Flair ringsherum widerspiegelt. Der idyllische Schauplatz trügt allerdings mal wieder, denn die Kriminalfälle haben es in sich und lassen sich auf den ersten Blick nicht lösen.
Da kommen die beiden „Spürnasen“ ins Spiel, denn durch ihre unterschiedlichen Herangehensweisen ändert sich so mancher Blickwinkel auf das Geschehen und nach erfolgreichem Abschluss eines Falls wird dies meist mit einem Pint im Pub besiegelt.

Hier gibt es noch einen kleinen Einblick ins weitere aktuelle Geschehen: Trailer

Immer mit feinem Humor angereichert, kommt es hier und da zu zwischenmenschlichen Turbulenzen wie z.B. im Pfarrhaus. Dort hält der technische Fortschritt in Form eines Fernsehapparates Einzug, was nicht jedermann anfänglich begeistert. Auch der Besuch von Geordies Schwiegermutter bringt das Familienleben der Keatings ins Wanken, sodass es auch in der Rahmenhandlung niemals langweilig wird und ich gern noch viele weitere Folgen dieser spannenden Ausnahme-Serie sehen würde.
Fazit: Daumen hoch für dieses Serien-Highlight, dessen 5. Staffel viel zu schnell vorbei ist und man wunderbar mit feinem Humor, einem tollen Schauspiel-Ensemble und sehr spannenden Kriminalfällen unterhalten wird! Gern noch lange weiter so!
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Detective Grace – Staffel 1

Edel Motion VÖ 25.11.22

Eine neue britische Krimi-Serie erobert das Heimkino:
Die Serie basiert auf den Romanvorlagen des Bestsellerautors Peter James.
Ich muss gestehen, der Autor war mir bisher nicht bekannt, weswegen ich etwas nachgeforscht habe. Nun weiß ich, dass gerade in diesem Jahr der 15. Band der Thriller-Reihe um Detective Roy Grace in Deutschland erschienen ist, sodass man gespannt sein darf, ob auch alle Bücher verfilmt werden.
Die 1. Staffel macht auf jeden Fall Lust auf mehr!
Die Handlung spielt im englischen Seebad Brighton und Detective Roy Grace (übrigens toll besetzt mit John Simm – vielen sicherlich bekannt aus Life on Mars, Doctor Who oder Mad Dogs) fristet sein berufliches Dasein zurzeit in einem Hinterzimmer. Er ist dazu abgestellt, um alte/ungelöste Fälle, die wenig Aussicht auf Erfolg haben, aufzuarbeiten. Diese Strafversetzung wurde ihm zuteil, weil er in den Augen seiner Vorgesetzten seinen letzten Fall „vergeigt“ hatte, da er während der schwierigen Ermittlungen ein Medium zurate gezogen hatte. Damit nicht genug, denn die Presse bekam Wind davon, weswegen das Ansehen von Roy Grace sehr gelitten hat. Auch privat ist Grace sehr angeschlagen, denn vor sechs Jahren verschwand seine Ehefrau spurlos und irgendwie kann er diesen Umstand nicht akzeptieren und sucht insgeheim immer noch nach ihr.
Nur sein alter Freund und Kollege DS Glenn Branson (Richie Campbell) hält unbeirrt zu ihm und setzt unweigerlich seinen Job auf Spiel, als er Roy bei einem neuen Fall um Hilfe bittet. Unter anfänglichem Protest seiner Vorgesetzten, aber im Verlauf durch den Erfolg bei den Ermittlungen geschuldet, bilden dann die beiden Freunde und Ermittler ein Team:
Die erste Staffel „Detective Grace“ setzt sich aus zwei 90-minütigen Folgen sowie reichlich Bonus-Material zusammen. Dort gibt es einen Blick hinter die Kulissen mit Interviews von Cast und Crew und auch der Buchautor Peter James kommt zu Wort.
Da es ja nur zwei Folgen sind, möchte ich nur kurze Stichpunkte zum Inhalt geben:
Ein Junggesellenabschied scheint völlig außer Kontrolle geraten zu sein, denn es gibt Tote und der Bräutigam gilt seitdem als vermisst.
Im anderen Fall sind bizarre SM-Praktiken jemandem zum Verhängnis geworden. Eine zerstückelte Frauenleiche wird gefunden und es taucht ein brisanter USB-Stick auf, der ins Darknet führt.
In beiden Folgen sucht der Detective das Pendel schwingende Medium auf, was den besonderen Touch der Serie ausmacht, aber keinesfalls störend wirkt.
Mir hat die erste Staffel gut gefallen und ganz besonders die Besetzung mit John Simm als Roy Grace.
Und mit dieser Ansicht bin ich nicht allein, denn Peter James kommt ja im Bonus-Material auch zu Wort und bekundet dort sein Wohlwollen zu dieser gelungenen Besetzung, wie auch bei den anderen Mitwirkenden.
Da es ja bereits 15 Buchvorlagen dieser Krimi-Reihe gibt, kann man nur hoffen, dass sie auch alle verfilmt werden!
Fazit: Neue, sehenswerte britische Krimi-Reihe, die durch die gelungene Besetzung zusätzlich punkten kann und hoffentlich bald fortgesetzt wird.
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