blanvalet
Da ich Spannungsliteratur aus dem hohen Norden immer wieder gern lese, war ich auf den Start dieser schwedischen Krimi-Reihe mit dem Titel „Tatort Trelleborg“ gespannt, nicht zuletzt, da mir dieser Autor bisher nicht bekannt war.
Die Handlung führt ins Jahr 1989 in die südschwedische Region Trelleborg. Im eher spärlich besiedelten Gabeljung spielt der achtjährige Robin Falk mit zwei Nachbarsjungen im nahegelegenen Wald. Doch zur verabredeten Zeit kommt er nicht nach Hause und die beiden Nachbarsjungen haben ihn beim „Versteckenspielen“ aus den Augen verloren….
Die herbeigerufene Polizei zu der auch die Hauptfigur dieses Krimis, die junge Streifenpolizistin Gunni Hilding gehört, hilft bei der Suche nach Robin. Sie ist es auch die ihn dann leblos im Morast entdeckt…
Zu Gunnis großer Überraschung wird sie vom Dezernatsleiter der Abteilung für Gewaltverbrechen um Verstärkung bei den Ermittlungen zum Tod von Robin Falk gebeten. Gunni ist sich nicht sicher, ob sie dieser Aufgabe gewachsen ist, denn es handelt sich laut Obduktion um ein Tötungsdelikt, weswegen ihr dann auch die Befragungen besonders schwerfallen, da es sich ja bei den beiden Hauptzeugen um Kinder handelt….
Bald gilt der Fall als abgeschlossen und Gunni wechselt auf eigenen Wunsch wieder auf ihren einstigen Arbeitsplatz als Streifenpolizistin.
Fünf Jahre vergehen bis ein ähnlich gelagertes Verbrechen an einem achtjährigen Jungen begangen wird. Die Familie war auf der Durchreise und hatte für kurze Zeit auf einem Campingplatz pausieren wollen.
Gunni und ihr Kollege werden zur Verstärkung für die Befragungen auf den Campingplatz abkommandiert. Recht schnell wird sie an den Fall Robin Falk erinnert und sie sieht Parallelen. Auch kommen ihre Bedenken wieder hoch, die sie beim Abschluss des damaligen Falls geäußert hatte, diese wurden aber von ihren Vorgesetzten für nicht besonders relevant eingestuft. Nun lässt Gunni sich aber nicht beirren und unternimmt erst auf eigene Faust Nachforschungen und dann gemeinsam mit ihrer ehemaligen Kollegin vom Dezernat für Gewaltverbrechen, denn diese sieht auch Klärungsbedarf bei den Parallelen zum aktuellen Fall und dem Tod von Robin Falk…..
Das Buch liest sich gut und gibt Einblick in die umfangreichen polizeilichen Ermittlungen, wo jedes Fitzelchen umgedreht und ausgewertet werden muss. Einfühlsam wird dargelegt, was es mit einem Menschen macht, der einer Straftat verdächtigt wird oder auch welche seelischen Qualen die Angehörigen von Gewaltopfern durchmachen.
Zu Beginn fand ich es noch spannend die teils etwas zwielichtigen Mitwirkenden kennenzulernen, die in den Fokus der Ermittlungen gerieten. Allerdings war mir schnell klar und wird auch durch die Überschrift des Klappentextes suggeriert, dass beim Abschluss der Ermittlungen im Fall Robin, irgendwie noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Da überraschte dann auch nicht, dass fünf Jahre später von einem ähnlich gelagerten Fall berichtet wird.
Insgesamt fand ich die weit gefächerten Recherchen nach dem „Bösen“ etwas zäh, ganz im Gegensatz zur Auflösung, wer sich nun dahinter verbirgt. Zuwenig erfährt man meiner Meinung nach über das Warum all diese Verbrechen geschahen, das blitzt eher wie eine Randbemerkungen am Ende auf, was schade ist, da wäre noch Raum für mehr gewesen.
Auch Gunnis private Situation fand ich zu umfangreich thematisiert, teils rückt dabei der rote Faden in den Hintergrund, was den Spannungsbogen abflachen lässt.
Alles in allem vergebe ich hier drei von fünf Punkten, da das vorhandene Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist, sodass die Fortsetzung der Reihe noch abgewartet werden sollte.
Fazit: Guter Start der Reihe, aber stellenweise wurde das Potenzial noch nicht ganz ausgeschöpft, daher 3 von 5 Punkten, da die Fortsetzung noch abgewartet werden sollte.