argon
Arno Strobels Thriller sind mir seit langem bekannt, ganz besonders die „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gefällt mir sehr gut.
Mit „Ungelöst – Die erste Zeugin“ startet der Autor seine neue „Cold-Case-Thriller-Reihe“:
Die 22jährige Luisa Menkhoff ist hochintelligent, durch ihr eidetisches Gedächtnis (mancher spricht auch von einem fotografischen Gedächtnis) hat sie gerade ihr Medizinstudium mit Bravour bestanden, da ihr Berufsziel aber forensische Psychiaterin ist, hat sie aber noch einen längeren Ausbildungsweg vor sich. Sie ist die Tochter des mittlerweile verstorbenen und einstigen Kriminalkommissars Bernd Menkhoff, diese Romanfigur ließ Arno Strobel vor einiger Zeit z.B. in „Das Wesen“ ermitteln.
Ramin Brunner ist in der aktuellen Handlung ein Münchener Hauptkommissar, dem gerade die Leitung der neuen Cold-Case-Einheit in Aussicht gestellt worden ist.
Diese beiden Hauptfiguren sind vornehmlich an der Aufklärung des aktuellen Kriminalfalls beteiligt und das kam so:
Luisa ist gerade auf dem Uni-Campus unterwegs als sie abrupt vor einem angehefteten Flugblatt stehen bleibt, wo es um die Suche nach einer Vermissten geht. Luisa kennt die Frau auf dem Foto und sie wird von jetzt auf gleich in ihre traumatische Vergangenheit zurückkatapultiert wird. Luisa wurde im Alter von fünf Jahren von Joachim Lichner entführt. Und diese Frau auf dem Flugblatt ist Nicole Klement, die ihr damals mit einem Messer in der Hand in einer abgelegenen Hütte gegenübersaß, denn sie war die Partnerin ihres Entführers…
Luisa wendet sich an die Polizei und trifft dort auf Ramin Brunner. Da Luisa sich auch nach so langer Zeit noch genau an die Geschehnisse von damals kann, treibt Ramin Brunner die Suche nach der Vermissten voran.
Nach einem Twist kommt dann der Verdacht auf, Luisas ehemaliger Entführer sei wieder aktiv und hat seine einstige Komplizin „dazugeholt“, denn es wird wieder ein sechsjähriges Kind vermisst….
Ganz ehrlich so ganz warm bin ich mit den beiden Hauptfiguren nicht geworden und dass es im Verlauf auch noch zwischenmenschlich zwischen den beiden anfängt zu knistern, brauche ich in einem spannenden Thriller eigentlich nicht.
Auch wenn durch Twists hier falsche Fährten gelegt werden, fand ich die Handlung stellenweise vorhersehbar und insgesamt eher durchschnittlich. Da es aber der Beginn einer Reihe ist, möchte ich erst noch zuwarten, wie es weitergeht.
Die Hörbuch-Lesung hat erfreulicherweise der bekannte Hörbuch- und Synchronsprecher Dietmar Wunder übernommen. Seine Stimme leiht er z.B. 007 alias Daniel Craig oder auch Adam Sandler, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Seine besondere Vortragsweise und wandelbare Stimme ist mir daher seit langem gut bekannt.
In der aktuellen Lesung verwandelt er stimmlich den Text dieses Thrillers in Bilder, die man dann direkt vor Augen hat. Es reichte manchmal nur ein akzentuiert vorgetragenes Wort in einer düsteren Szenerie und es stellten sich bei mir die Nackenhaare hoch..
Fazit: Insgesamt finde ich den Serien-Auftakt eher durchschnittlich, möchte aber noch abwarten, wie sich die Reihe weiterentwickelt. Für die hörenswerte Lesung von Dietmar Wunder gibt es einen Extrapunkt und daher insgesamt vier von fünf möglichen Punkten!