Der 6. Einsatz für Alexander Blix und Emma Ramm
Seit dem Debüt dieser norwegischen Thriller-Reihe, die mit dem Titel Blutzahl begann, ist in der Rahmenhandlung viel passiert.
Mittlerweile ist Alexander Blix nicht mehr als Ermittler bei der Osloer Polizei tätig. Wie es dazu kam, kann man übrigens in Bluttat nachlesen.
Emma Ramm, einst Bloggerin und Journalistin ist stets an seiner Seite und hält auch zu ihm, als er selbst in Schwierigkeiten gerät!
Jetzt ist Emma nicht mehr als Journalistin tätig, denn sie betreibt gemeinsam mit Blix seit geraumer Zeit eine Privatdetektei.
Blix tut sich aber immer noch etwas schwer, seine einstige Arbeit bei der Polizei abzustreifen, ist auch sofort wieder im Ermittlermodus als sich während eines Telefongesprächs mit Emma folgendes ereignet:
Es herrschen sommerliche Temperaturen in Oslo. Emma, ihre Schwester Irene und dessen 12-jährige Tochter Martine haben sich zum Essen in einem Lokal verabredet. Allerdings verlief das Gespräch zwischen den beiden Schwestern nicht so gut, weswegen Irene mit ihrer Tochter kurzerhand aufbricht und sie in die Innenstadt weitergehen. Während Emma mit Blix telefoniert, knallt es in Emmas näheren Umgebung und es bleibt nicht dabei, weswegen Blix folgert, es handelt sich dabei um Schüsse…
… und die kommen aus der Richtung in die gerade Irene und Martine gegangen sind..
… Emma hält nichts mehr und trotz Blix Warnung sich nicht in die Gefahrenzone zu begeben, rennt sie los und sieht kurze Zeit später Martine am Boden knien, wo Irene blutüberströmt vor ihr liegt….
Von jetzt auf gleich sind die sommerlichen Temperaturen vergessen und es beginnt ein eiskalter Plot!
Dies ist der Beginn eines Handlungsstrangs von „Blutregen“, wo es im Verlauf einem unbekannten, gut getarnten Heckenschützen immer wieder gelingt in Oslo für Chaos und Entsetzen zu sorgen. Es gibt dabei mehrere Tote und Schwerverletzte, wozu auch Emmas Schwester Irene zählt, deren Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt…
Blix Spürsinn ist sofort aktiviert. Anfangs versucht er noch seine einstige Kollegin bei der Polizei mit Hinweisen zu unterstützen, doch die ist nicht besonders daran interessiert und hält ihn auf Abstand. Doch Blix lässt sich davon nicht abhalten seine eigenen Recherchen fortzusetzen. Emma unterstützt ihn soweit es ihr möglich ist, denn sie muss sich jetzt erst einmal um Martine kümmern.
Auch als die Polizei in einer Pressekonferenz von einer Festnahme berichtet, geht Blix weiter seinen eigenen „Ermittlungsansätzen“ nach, denn der Täter scheint zwar willkürlich zu morden, aber macht er dies nicht nur, um etwas anderes zu verbergen? Man darf gespannt sein, wer hier richtig liegt…
Zwar geben die Autoren einen Blick in die Gemütslage und die Gedankengänge des Heckenschützen und man erfährt, warum er immer wieder tötet, doch wer letztendlich hinter der Maske des Bösen steckt – auch wenn man als Leser denkt – „ich weiß, wer es ist!“ – erfährt man es erst im Showdown ganz am Schluss! Was mir gut gefallen hat!
Einmal mehr kann ich hier von spannender und fesselnder Unterhaltung sprechen. Die Figuren haben sich im Verlauf weiterentwickelt und auch als Privatermittler machen Blix und Ramm eine gute Figur.
Nur das Blix immer noch nicht so richtig „verarbeitet“ hat, dass er nicht mehr für die Osloer Polizei tätig ist und trotzdem auf „eigene Faust“ weitermacht!?? Na ja, etwas (dichterische) Freiheit muss man den Autoren ja auch zugestehen.
Alles in allem vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten und hoffe, dass es noch lange in dieser Reihe so spannend weitergeht.
Fazit: Die fesselnde Handlung beginnt mit einem Knall und endet auch so! Blix und Ramm zeigen, dass sie als Privatdetektive ein gutes Team sind und man darf gespannt sein, wie die Reihe weiter geht!
Lautete der Titel des 2025 erschienenen Thrillers von Andreas Winkelmann noch „Ihr werdet sie nicht finden“, kommt mir dieser Titel wie eine kleine Brücke zum aktuellen Inhalt von „Moorland – Die Zwillinge“ vor:
Eine kleine Gemeinde, wo das naheliegende Moorgebiet die Landschaft geprägt hat, ist Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Die Einheimischen wissen um die Tücken und Unwägbarkeiten, die dieses Gebiet so gefährlich, aber auch geheimnisvoll macht. Aber nicht jeder lässt sich davon abhalten, nicht auch mal vom richtigen Pfad abzubiegen….
Moorbach heißt der Ort, wo Kommissarin Malia Gold ihre neue Stelle bei der örtlichen Polizei antritt. 15 Jahre lang hatte sie ihrem Heimatort den Rücken gekehrt, was dann im Verlauf zu schwierigen Begegnungen mit Menschen kommt, die überrascht sind, sie vor Ort zu sehen, da man jahrelang keinen Kontakt hatte.
Direkt an ihrem ersten Arbeitstag bekommt Malia einen Vermisstenfall zugeteilt. Der Vater der 18-jährigen Zwillinge Jana und Nike Mertens macht sich Sorgen, denn die beiden sind mal wieder im Moor unterwegs um für ihren TikTok-Kanal neue Fotos aufzunehmen. Da die beiden zuverlässig sind und sich an Absprachen halten, wendet er sich an die Polizei, denn sie sind nicht wie besprochen nach Hause gekommen und nicht erreichbar. Mittlerweile wird es dunkel, es zieht Nebel auf und es wird bitterkalt. Keine guten Voraussetzungen um sich im tückischen Moor aufzuhalten, wo schon ein falscher Schritt verheerende Folgen haben kann!
Die eingeleitete Suche bleibt ergebnislos…
Dann tauchen verstörende Bilder mit einer der Zwillingsschwestern auf ihrem TikTok-Kanal auf, die nichts Gutes erahnen und ein Verbrechen vermuten lassen.
Die Befragung der Einheimischen bringt Widersprüchliches zu Tage, kaum einer spielt mit offenen Karten.
Auffällige Persönlichkeiten tauchen genau wie verdächtige Personen im Geschehen auf und sorgen für Turbulenzen.
Bei einem der Mitwirkenden musste ein wenig schmunzeln:
Hat sich Andreas Winkelmann hier eine Tarnkappe aufgesetzt und sich als „Alex“ in die Handlung geschrieben? Es wäre ja dann sein „drittes Ich“, sein zweites schreibt ja schon Bücher unter dem Namen Frank Kodiak!
Das Buchcover ist passend zum Inhalt gestaltet und ein echter Hingucker!
Einmal mehr beweist Andreas Winkelmann, dass er ein toller Geschichtenerzähler ist. Der spannungsgeladene Thriller liest sich gut und durch die bildhaft geschilderte Szenerie kann man das Geschehen problemlos verfolgen und die Mitwirkenden gut erkennen.
Allein schon durch das Setting mit der Moorlandschaft beschwört er einen gewissen Nervenkitzel herauf.
Dies wird noch verstärkt, wenn man die Hörbuch-Version von „Moorland – Die Zwillinge“ wählt, denn die ungekürzte Lesung hat der Schauspieler und Synchronsprecher Charles Rettinghaus übernommen.
Seine markante Stimme und sein ausdrucksvoller Vortrag passen sehr gut zur Handlung. Da braucht es nicht mehr viel und man hat die Moorlandschaft mit Nebelschwaden direkt vor Augen und einem läuft der eine oder andere Schauer über den Rücken. Man kann die unheimliche und unheilvolle Atmosphäre direkt spüren, was die vorherrschende Ungewissheit noch unterstreicht. Toll!
Egal ob die Buch- oder Hörbuch-Version, ich kann diesen Thriller nur empfehlen!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen Nervenkitzel, der in Buchform als Page-Turner daherkommt und durch die markante Stimme von Charles Rettinghaus in der Hörbuch-Lesung eiskalt serviert wird!
Arno Strobels Thriller sind mir seit langem bekannt, ganz besonders die „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gefällt mir sehr gut.
Mit „Ungelöst – Die erste Zeugin“ startet der Autor seine neue „Cold-Case-Thriller-Reihe“:
Die 22jährige Luisa Menkhoff ist hochintelligent, durch ihr eidetisches Gedächtnis (mancher spricht auch von einem fotografischen Gedächtnis) hat sie gerade ihr Medizinstudium mit Bravour bestanden, da ihr Berufsziel aber forensische Psychiaterin ist, hat sie aber noch einen längeren Ausbildungsweg vor sich. Sie ist die Tochter des mittlerweile verstorbenen und einstigen Kriminalkommissars Bernd Menkhoff, diese Romanfigur ließ Arno Strobel vor einiger Zeit z.B. in „Das Wesen“ ermitteln.
Ramin Brunner ist in der aktuellen Handlung ein Münchener Hauptkommissar, dem gerade die Leitung der neuen Cold-Case-Einheit in Aussicht gestellt worden ist.
Diese beiden Hauptfiguren sind vornehmlich an der Aufklärung des aktuellen Kriminalfalls beteiligt und das kam so:
Luisa ist gerade auf dem Uni-Campus unterwegs als sie abrupt vor einem angehefteten Flugblatt stehen bleibt, wo es um die Suche nach einer Vermissten geht. Luisa kennt die Frau auf dem Foto und sie wird von jetzt auf gleich in ihre traumatische Vergangenheit zurückkatapultiert wird. Luisa wurde im Alter von fünf Jahren von Joachim Lichner entführt. Und diese Frau auf dem Flugblatt ist Nicole Klement, die ihr damals mit einem Messer in der Hand in einer abgelegenen Hütte gegenübersaß, denn sie war die Partnerin ihres Entführers…
Luisa wendet sich an die Polizei und trifft dort auf Ramin Brunner. Da Luisa sich auch nach so langer Zeit noch genau an die Geschehnisse von damals kann, treibt Ramin Brunner die Suche nach der Vermissten voran.
Nach einem Twist kommt dann der Verdacht auf, Luisas ehemaliger Entführer sei wieder aktiv und hat seine einstige Komplizin „dazugeholt“, denn es wird wieder ein sechsjähriges Kind vermisst….
Ganz ehrlich so ganz warm bin ich mit den beiden Hauptfiguren nicht geworden und dass es im Verlauf auch noch zwischenmenschlich zwischen den beiden anfängt zu knistern, brauche ich in einem spannenden Thriller eigentlich nicht.
Auch wenn durch Twists hier falsche Fährten gelegt werden, fand ich die Handlung stellenweise vorhersehbar und insgesamt eher durchschnittlich. Da es aber der Beginn einer Reihe ist, möchte ich erst noch zuwarten, wie es weitergeht.
Die Hörbuch-Lesung hat erfreulicherweise der bekannte Hörbuch- und Synchronsprecher Dietmar Wunder übernommen. Seine Stimme leiht er z.B. 007 alias Daniel Craig oder auch Adam Sandler, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Seine besondere Vortragsweise und wandelbare Stimme ist mir daher seit langem gut bekannt.
In der aktuellen Lesung verwandelt er stimmlich den Text dieses Thrillers in Bilder, die man dann direkt vor Augen hat. Es reichte manchmal nur ein akzentuiert vorgetragenes Wort in einer düsteren Szenerie und es stellten sich bei mir die Nackenhaare hoch..
Fazit: Insgesamt finde ich den Serien-Auftakt eher durchschnittlich, möchte aber noch abwarten, wie sich die Reihe weiterentwickelt. Für die hörenswerte Lesung von Dietmar Wunder gibt es einen Extrapunkt und daher insgesamt vier von fünf möglichen Punkten!










This Month : 3114
Total Users : 232748
Total views : 745745