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Thomas Enger/Jørn Lier Horst: Blutregen

blanvalet

Der 6. Einsatz für Alexander Blix und Emma Ramm

Seit dem Debüt dieser norwegischen Thriller-Reihe, die mit dem Titel Blutzahl begann, ist in der Rahmenhandlung viel passiert.
Mittlerweile ist Alexander Blix nicht mehr als Ermittler bei der Osloer Polizei tätig. Wie es dazu kam, kann man übrigens in Bluttat nachlesen.
Emma Ramm, einst Bloggerin und Journalistin ist stets an seiner Seite und hält auch zu ihm, als er selbst in Schwierigkeiten gerät!
Jetzt ist Emma nicht mehr als Journalistin tätig, denn sie betreibt gemeinsam mit Blix seit geraumer Zeit eine Privatdetektei. 
Blix tut sich aber immer noch etwas schwer, seine einstige Arbeit bei der Polizei abzustreifen, ist auch sofort wieder im Ermittlermodus als sich während eines Telefongesprächs mit Emma folgendes ereignet:
Es herrschen sommerliche Temperaturen in Oslo. Emma, ihre Schwester Irene und dessen 12-jährige Tochter Martine haben sich zum Essen in einem Lokal verabredet. Allerdings verlief das Gespräch zwischen den beiden Schwestern nicht so gut, weswegen Irene mit ihrer Tochter kurzerhand aufbricht und sie in die Innenstadt weitergehen. Während Emma mit Blix telefoniert, knallt es in Emmas näheren Umgebung und es bleibt nicht dabei, weswegen Blix folgert, es handelt sich dabei um Schüsse…
… und die kommen aus der Richtung in die gerade Irene und Martine gegangen sind..
… Emma hält nichts mehr und trotz Blix Warnung  sich nicht in die Gefahrenzone zu begeben, rennt sie los und sieht kurze Zeit später Martine am Boden knien, wo Irene blutüberströmt vor ihr liegt….
Von jetzt auf gleich sind die sommerlichen Temperaturen vergessen und es beginnt ein eiskalter Plot!
Dies ist der Beginn eines Handlungsstrangs von „Blutregen“, wo es im Verlauf einem unbekannten, gut getarnten Heckenschützen immer wieder gelingt in Oslo für Chaos und Entsetzen zu sorgen. Es gibt dabei mehrere Tote und Schwerverletzte, wozu auch Emmas Schwester Irene zählt, deren Leben nur noch an einem seidenen Faden hängt…
Blix Spürsinn ist sofort aktiviert. Anfangs versucht er noch seine einstige Kollegin bei der Polizei mit Hinweisen zu unterstützen, doch die ist nicht besonders daran interessiert und hält ihn auf Abstand. Doch Blix lässt sich davon nicht abhalten seine eigenen Recherchen fortzusetzen. Emma unterstützt ihn soweit es ihr möglich ist, denn sie muss sich jetzt erst einmal um Martine kümmern.
Auch als die Polizei in einer Pressekonferenz von einer Festnahme berichtet, geht Blix weiter seinen eigenen „Ermittlungsansätzen“ nach, denn der Täter scheint zwar willkürlich zu morden, aber macht er dies nicht nur, um etwas anderes zu verbergen? Man darf gespannt sein, wer hier richtig liegt…
Zwar geben die Autoren einen Blick in die Gemütslage und die Gedankengänge des Heckenschützen und man erfährt, warum er immer wieder tötet, doch wer letztendlich hinter der Maske des Bösen steckt – auch wenn man als Leser denkt – „ich weiß, wer es ist!“  – erfährt man es erst im Showdown ganz am Schluss! Was mir gut gefallen hat!
Einmal mehr kann ich hier von spannender und fesselnder Unterhaltung sprechen. Die Figuren haben sich im Verlauf weiterentwickelt und auch als Privatermittler machen Blix und Ramm eine gute Figur.
Nur das Blix immer noch nicht so richtig „verarbeitet“ hat, dass er nicht mehr für die Osloer Polizei tätig ist und trotzdem auf „eigene Faust“ weitermacht!??   Na ja, etwas (dichterische) Freiheit muss man den Autoren ja auch zugestehen.
Alles in allem vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten und hoffe, dass es noch lange in dieser Reihe so spannend weitergeht.
Fazit: Die fesselnde Handlung beginnt mit einem Knall und endet auch so! Blix und Ramm zeigen, dass sie als Privatdetektive ein gutes Team sind und man darf gespannt sein, wie die Reihe weiter geht!
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Jørn Lier Horst/ Jan-Erik Fjell: Hörst Du den Schrei?

blanvalet

Von Jørn Lier Horst kenne ich die spannende Buchreihe um Emma Ramm und Alexander Blix, die er mit seinem norwegischen Autorenkollegen Thomas Enger schreibt, aber auch die Verfilmungen seiner  Bücher um Kommissar William Wisting.
Nun ist mit „Hörst Du den Schrei?“ der Auftakt zu seiner neuen Krimi-Reihe erschienen, die er gemeinsam mit Jan-Erik Fjell (seine Bücher sind mir bisher nicht bekannt) geschrieben hat.
Die Handlung spielt in und um Fagernes, einem kleinen Ort in Norwegen. Dort war vor 15 Jahren Leah Forsberg verschwunden. In einem aufsehenerregenden Indizienprozess wurde dann Tobias Forsberg wegen Mordes an seiner Tochter zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt. Leahs Leiche wurde aber nie gefunden!
Markus Heger ist Podcaster und sein Krimi-Podcast Crimecast hat viele Zuhörer. Auch er hatte vor geraumer Zeit über das Verschwinden von Leah Forsberg berichtet und für ihn sind auch nach 15 Jahren immer noch einige Fragen ungeklärt.
Die Journalistin Mathilde Wold gehört auch zu den Zuhörern von Crimecast und die Berichterstattung zum damaligen Verschwinden um Leah macht sie hellhörig und sie fängt an zu recherchieren und auch sie hat noch offene Fragen, weswegen sie sich an Markus Heger wendet.
Der ist aber gerade mit einem anderen Fall beschäftigt und mehr als zu kurzen Telefonaten mit Mathilde Wold kommt es nicht, denn sie wird kurze Zeit später von ihrer Vermieterin als vermisst gemeldet…
Dieser Umstand beschäftigt den Podcaster und er fängt an auf eigene Faust zu ermitteln, denn er vermutet einen Zusammenhang mit dem Verschwinden von Mathilde Wold und ihren Recherchen zum Fall „Leah Forsberg“…..
Mehr möchte ich zum Inhalt dieses spannenden Kriminalromans nicht verraten, denn was das Autoren-Duo hier niedergeschrieben hat, fesselt von der ersten Seite an. Der Schreibstil ist angenehm, man findet sich im Geschehen gut zurecht.
Es gibt eine Reihe Mitwirkender, die eine ganze Menge kriminelle Energie in die Handlung bringen und ganz besonders verdächtige Personen tauchen immer wieder auf, sodass es den beiden Autoren wirklich gut gelungen ist, die Leserschaft auf einige falsche Fährten zu schicken.
Kurz vor dem Showdown war ich überzeugt, die Lösung gefunden zu haben, um dann zu erfahren, dass ich völlig daneben lag, denn als beim Schlussakkord dann „die Bombe platzt“, musste ich einen kurzen Überraschungsmoment verdauen, was aber nicht lange anhielt, denn es fallen alle Puzzleteile an den richtigen Platz und das unvorhersehbare Geschehen wird nachvollziehbar erklärt.
Fazit Toll! So muss ein spannender Krimi sein und es dürfen gern noch weitere davon folgen! 
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Thomas Enger/Jørn Lier Horst: Blutnacht

blanvalet Verlag

Zuletzt hatte ich im Dezember 2021 in „Bluttat“ über das „Ermittler-Duo“ Ramm und Blix gelesen. Die damalige Handlung begann in einem Verhörzimmer, wo der norwegische Kriminalhauptkommissar Alexander Blix Rede und Antwort stehen musste, da er hinterrücks einen Mann erschossen hatte. Die Reporterin Emma Ramm wartete in einem anderen Raum auf ihre Befragung, da sie sich am Tatort befand…
Buch Nr. 3 dieser Thriller-Reihe hatte mich von Anfang an in Atem gehalten und bis zuletzt gefesselt, weswegen ich ganz fest hoffte, dass es den beiden Autoren irgendwie gelingt, hier noch für „Nachschlag“ zu sorgen.
Zu meiner großen Freude ist jetzt der vierte Band der Reihe mit dem Titel „Blutnacht“ erschienen.
Im Prolog bekommt man Einblick in die Gedankengänge von Walter Kroos, einem in Deutschland inhaftiertem Mörder. Der während eines Telefongesprächs eine ihn irritierende Information erhält. Kurze Zeit später befindet er sich auf der Flucht. Bei der Durchsuchung seiner Zelle finden die Beamten einen Zettel, worauf der Name Jarl Inge Ree steht.
Dieser Name führt dann recht schnell nach Norwegen und zu Alexander Blix, der mittlerweile wegen seiner Straftat verurteilt und inhaftiert ist. Er hat sich mit der schwierigen Situation als einstiger Kriminalhauptkommissar irgendwie arrangiert, der nun mit denjenigen seine Strafe verbüßt, die er einst dingfest gemacht hat. Gerade erst hatte wieder jemand von den Mithäftlingen versucht Blix schlagkräftig zu provozieren, der auf den Namen Jarl Inge Ree hört.
Gard Fosse, einstiger Kollege und Vorgesetzter von Blix kontaktiert ihn in der Haftanstalt. Er informiert ihn über die Geschehnisse in Deutschland und dass besagter Walter Kroos offenbar in Richtung Norwegen unterwegs ist und sich vermutlich aus welchen Gründen auch immer an Jarl Inge Ree rächen will. Blix soll ein Auge auf den Mithäftling haben und in den wenigen Tagen, die noch bis Rees Entlassung vorhanden sind, herausbekommen, was Kroos und Ree verbindet? Kein einfaches Unterfangen für Blix!
Emma Ramm hält weiterhin Kontakt zu Blix. Dieser bittet sie dann auch um Recherche in Sachen Kroos und Rees.
Im Verlauf mietet sich Emma auf einem Campingplatz in Osen ein, wo Rees viele Jahre lebte. Emmas Aufenthalt und ihre Spurensuche bleiben in dem kleinen Ort nicht verborgen, was sie in brenzliche Situationen und bald ihn höchste Lebensgefahr bringt.
Einschneidende Ereignisse in der Vergangenheit, ein aktueller Vermisstenfall und die Suche nach einem flüchtigen Mörder sind nur einige Szenerien aus der Gesamthandlung, die an manchen Stellen zwar erahnen lässt, was passiert sein könnte, jedoch das eigentliche Geschehen nicht vorhersehbar macht.
Das Buch ist fesselnd geschrieben, hat Sog-Charakter, sodass man sich der Handlung nicht entziehen kann, weswegen ich Seite um Seite verschlungen habe, mir aber am Ende wieder die Frage stellen muss: Gibt es eine weitere Fortsetzung der Reihe? Ich hoffe es sehr!
Fazit: Dieser fesselnd geschriebene Thriller hat Sog-Charakter! Er bekommt die volle Punktzahl, meine unbedingte Lese-Empfehlung und einen besonderen Platz in meinem Bücherregal!
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Randi Fuglehaug: Todesfall

Fischer Verlage

Der erste Fall für Agnes Tveit.
Randi Fuglehaug kennt sich im Handlungort und der Umgebung gut aus, denn sie ist dort aufgewachsen, was sich in den anschaulichen Beschreibungen der Landschaft und den örtlichen Gegebenheiten widerspiegelt. Ein Blick ins Internet und man ist schnell vor Ort und auch das Coverbild von „Todesfall lässt erahnen in welch einer atemberaubenden Landschaftskulisse die Geschichte spielt. Allerdings rückt die schnell in den Hintergrund, ereignet sich doch während eines angesagten Sportfestivals etwas Schreckliches:
Es geht nach Norwegen, genauer gesagt in den Ort Voss, der wohl auch als „der Ort“ gilt wo man sich trifft, wenn es um Extremsportarten wie Raften, Fallschirmspringen u.v.m. geht.
Genau dorthin, in den Ort ihrer Kindheit und Jugend kehrte die Journalistin Agnes Tveit vor einem Jahr zurück um der Hektik Oslos zu entfliehen.
Die Blicke der Zuschauer sind gen Himmel gerichtet, wo gerade die vier Freundinnen und begeisterten Fallschirmspringerinnen Gro, Joni, Kathrine und Veslemøy  aus der kleinen Cesna gesprungen sind und eine Sternformation bilden. Kurze Zeit sieht alles perfekt aus, doch dann ist dieser faszinierende Anblick vorbei, die Menschen am Boden erstarren und dann hört man nur noch Schreie und Panik bricht aus….
Agnes Tveit, die jetzt für die örtliche Zeitung arbeitet ist natürlich auch vor Ort um über das Festival zu berichten. Auch sie kann kaum begreifen, was sie sieht: Eine der vier Frauen liegt mit verrenkten Gliedmaßen tot am Boden…
Agnes fängt an zu Recherchieren um herauszufinden, was zum Tod der Frau geführt hat. Sie kennt die vier Frauen noch aus ihrer Jugend und je weiter sie das Leben jeder einzelnen durchleuchtet, um so mehr düstere Machenschaften, dunkle Geheimnisse und  zwischenmenschliche Dramen deckt sie auf…
Ich hatte etwas Schwierigkeiten mich in die Handlung hineinzulesen. Ob es an den norwegischen Namen oder meiner Unkenntnis  über das Thema Extremsportarten lag, kann ich nicht sagen. Die vielen Mitwirkenden, die man richtig einordnen musste und die mir nicht sonderlich sympathische Hauptfigur, die nach der Rückkehr aus Oslo damit hadert, dass man ihre jetzige Arbeit als Journalistin nicht mehr so wertschätzt wie einst, trugen wahrscheinlich auch dazu bei, dass ich mich mit dem Lesen etwas schwertat.
In die Kategorie „Krimi“ kann ich das Buch auch nicht einordnen, eher als Roman, wo es um die Aufarbeitung von zwischenmenschlichen Dramen geht. Hier hat jeder der Mitwirkenden sein Päckchen zu tragen und durch eine Spirale von Ereignissen, wo Eifersucht, Lug, Trug und Verrat an der Tagesordnung sind, kommt es dann zu kriminellen Handlungen und letztendlich zum Tod der begeisterten Fallschirmspringerin.
Bei der Suche „Was führte zum Tod der Frau“, gibt es hier für den Leser einfach zuviel „Input“, der richtig eingeordnet, zugeordnet und verarbeitet werden muss, was das Lesen des Buches etwas erschwert.  Nach ungefähr der Hälfte zieht dann endlich die Spannung etwas an und im Hinblick darauf, dass es hier das Krimi-Debüt der Autorin ist, möchte ich noch abwarten, wie sich die Fortsetzung der Reihe gestaltet und vergebe hier drei von fünf möglichen Punkten.
Fazit: Debüt-Krimi, das noch einige Unebenheiten aufweist und erst in der zweiten Hälfte Spannung aufkommen lässt.
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