Seit vielen Jahren bin ich ein Fan der kanadischen Autorin. Ich habe alle in Deutschland bisher erschienen Thriller von ihr gelesen oder angehört. Ein paar Jahre sind vergangen seitdem zuletzt der Thriller „Tief in den Wäldern“ erschienen ist. Inhaltlich hatte Chevy Stevens sich dabei von realen Ereignissen inspirieren lassen, was im Nachhinein immer noch für eine Gänsehaut sorgt, denn bis heute sind die Verbrechen, die am „Highway of Tears“ geschehen sind, immer noch nicht endgültig aufgeklärt.
Hier gibt es jetzt einen kleinen Einblick in ihr neues Werk mit dem Titel „Halt niemals an“:
Man lernt anfangs Alice und Tom kennen, die mit ihrem neuen Wohnmobil gerade auf einen Campingplatz zusteuern. Die zwei wollen sich nach einer schicksalhaften Zeit eine Auszeit gönnen.
Das junge Pärchen Jenny und Simon ist zu Fuß bzw. per Anhalter unterwegs. Sie sind auf der Suche nach einer Mitfahrgelegenheit als sie auf Alice und Tom treffen.
Die vier kommen ins Gespräch, man ist sich sympathisch und nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Campingplatz reisen sie gemeinsam im Wohnmobil weiter.
Was anfänglich noch wie „heile Welt“ aussieht, hat aber für eins der Pärchen recht schnell einen schalen Beigeschmack, denn die anderen entpuppen sich als „gesuchte Straftäter“, die sich offenbar auf der Flucht befinden. Das harmonische Miteinander verpufft recht schnell und die Vierergruppe spaltet sich in gewaltbereite Entführer und in eingeschüchterte Geiseln, die um ihr Leben bangen müssen….
Mehr möchte ich von der Handlung nicht verraten, die im Jahr 1976 angesiedelt ist. Den Zeitgeist von damals hat die Autorin gut eingefangen und in die Geschichte einfließen lassen, wo z.B. kaum jemand ein Telefon oder gar Handy zur Verfügung hatte.
Das Zusammentreffen der vier Hauptpersonen steht von Anfang an unter keinem guten Stern, was man trotz der erst vorherrschenden Harmonie untergründig spürt. Zwar weiß man nicht sofort, wer hier die kriminelle Energie mitbringt, aber das dauert nicht lange und die blutige Spur, die sich dann durch die Handlung zieht, kam nicht ganz überraschend.
Das Hörbuch wird von Christiane Marx vorgetragen. Sie ist die perfekte Besetzung um diesen Kanada-Thriller stimmlich zum Leben zu erwecken. Die Hauptfiguren wie Jenny, Alice, Simon und Tom kann man durch ihre Stimmnuancen gut unterscheiden und sie schafft auch die unterschiedlichen Emotionen – die im Verlauf zum Tragen kommen – gekonnt auszudrücken. Dies wirkt sich auch positiv auf die teils vorhersehbare Handlung aus.
Durch den angenehmen und bildhaften Erzählstil der Autorin ist man zwar gleich mitten im Geschehen, aber da ich andere Thriller von Chevy Stevens kenne, ist dies eher einer ihrer etwas schwächeren Bücher. Insgesamt gibt es von mir für die Thematik und Umsetzung drei von fünf Punkten.
Da aber wie oben bereits erwähnt Christiane Marx dieses Hörbuch so wunderbar einfühlsam und stimmlich nuanciert vorträgt, gibt es dafür einen Extrapunkt und somit für die Hörbuch-Version insgesamt vier von fünf möglichen Punkten. Daher kann ich diesen hörenswerten Thriller nur empfehlen.
Fazit: Christiane Marx wunderbare Lesung dieses kanadischen Thrillers ist einen Extrapunkt wert und bekommt meine Hör-Empfehlung!
List NetGalley
Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich etwas von Camilla Läckberg gelesen habe; genauer gesagt war es 2023, wo ich das bisher letzte Buch aus der spannenden und mittlerweile auch verfilmten Falck/Hedström-Reihe „Kuckuckskinder“ hier vorgestellt habe. Tatsächlich habe ich die Autorin auch einmal live bei einer Lesung erleben dürfen, was mir in guter Erinnerung geblieben ist.
Eher durch Zufall bin ich auf den dritten und wohl auch letzten Teil der „FAYE-Reihe“ mit dem Titel „Revenge“ aufmerksam geworden. Da ich den angenehmen Schreibstil der Autorin gut kenne, habe ich es gewagt, dieses Buch auch ohne Vorkenntnisse zu lesen. Und darum geht es inhaltlich:
Faye, die Hauptfigur dieses Buches lernt man sprichwörtlich „hinter schwedischen Gardinen“ kennen. Wie es dazu gekommen ist, erzählt die Autorin geschickt in Zeitsprüngen und aus unterschiedlichen Perspektiven, sodass das Einordnen keinerlei Schwierigkeiten bereitet.
Teil 1 der Gesamthandlung ist mit „Acht Monate zuvor“ betitelt:
Die erfolgreiche Unternehmerin Faye Adelheim hat privat schwierige Zeiten durchlebt. Sie hofft, diese nun endlich hinter sich zu haben und blickt daher vorsichtig optimistisch in die Zukunft.
Während eines Restaurantbesuchs kommt es dann für sie zu einer dramatischen Wende in ihrem Leben, denn sie sieht durch eine Fensterscheibe in die furchteinflößenden, stechenden Augen ihres Vaters! Dieser ist offenbar aus dem Gefängnis geflohen und jetzt auf einem Rachefeldzug, wobei Faye an oberster Stelle steht!
Da ihr Vater seit jeher ein gefährlicher, brutaler und unberechenbarer Mann ist, stellt sein Auftauchen nicht nur für Faye allein eine ernstzunehmende Bedrohung dar, sondern dies gilt auch für ihre Familie.
Faye nimmt allen Mut zusammen, denn sie will sich ihrem Vater nicht kampflos ergeben, daher versammelt sie ihre Vertrauenspersonen um sich und sie offenbart ihnen ihren Plan, denn sie ist fest entschlossen, sich ein für alle Mal dieser Bedrohung zu entledigen…
Ob ihr Plan aufgeht, wird hier nicht verraten…
Ich hatte keine Schwierigkeiten, dem Inhalt dieses Romans (?) – ich finde Thriller trifft es besser! – ohne Vorkenntnisse zu folgen. Einmal mehr hat Camilla Läckberg bewiesen, was für eine tolle Geschichtenerzählerin sie ist!
Die Szenerien werden bildhaft beschrieben, sodass man sie direkt vor Augen hat. Auch die mitwirkenden Figuren sind gut gezeichnet und wiedererkennbar.
Besonders der Balance-Akt zwischen „gut und böse“ ist der Autorin gut gelungen, denn manch eine mitwirkende Figur kommt auf den ersten Blick nett und sympathisch rüber, obwohl man dann auch von einer dunklen Seite erfährt, wo es zu kriminellen, mörderischen Handlungen kommt.
Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, nur an manchen Stellen fand ich die Handlung etwas „unrund“ bzw. vorhersehbar, sodass ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe und meine Lese-Empfehlung ausspreche, da Spannung von Anfang an vorhanden ist und man selbst ohne Vorkenntnisse der fesselnden Handlung folgen kann.
Fazit: Camilla Läckberg beweist einmal mehr was für eine tolle Geschichtenerzählerin sie ist! Sie kann auch diesmal mit spannender und fesselnder Unterhaltung punkten!