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Im Dezember 2021 erschien von diesem Autor der Kriminalroman „Frost“, wo Helgi Reykdal – damals noch Kriminologie-Student – einen Part in der Handlung hat.
Einige Zeit später tritt er bei der Polizei in Reykjavik seine Stelle als Mordermittler und somit die Nachfolge der ausscheidenden Polizistin HULDA Hermannsdóttir an. Wer diese Ermittlerin noch nicht kennen sollte, dem kann ich nur die spannende gleichnamige Krimireihe empfehlen!
Die aktuelle Handlung des Romans „Stille“ setzt sich aus unterschiedlichen Zeitebenen zusammen, wobei die Gegenwart im Jahr 2012 angesiedelt ist:
Beruflich hat Kommissar Helgi Reykdal mittlerweile einige Erfahrung sammeln können, in seiner Freizeit aber gibt es nichts Schöneres für ihn, als Krimis zu lesen, am liebsten die von Agatha Christie, aber auch gern andere ältere Exemplare aus dem Angebot des familieneigenen Antiquariats.
Nach reichlich Turbulenzen in seinem Privatleben genießt er nun die Zweisamkeit mit seiner Freundin Anita. Doch diese Harmonie wird im Verlauf jäh gestört. Was genau geschieht, ist ein Teil der Gesamthandlung und wird hier nicht weiter thematisiert.
Helgis neuester Fall ist ungewöhnlich, aber für ihn ganz besonders interessant:
Die über Islands Grenzen hinaus bekannte und erfolgreiche Krimiautorin Elín S. Jónsdóttir ist spurlos verschwunden und Helgi wird mit der Suche nach ihr beauftragt. Er legt sich ganz besonders ins Zeug, denn er kennt natürlich alle Bücher von ihr!
Da Elin bereits etwas älter ist und ihre Eigenheiten hat, macht sich ihr enger Freundeskreis erstmal keine großen Sorgen, denn sie könnte ja freiwillig „untergetaucht“ sein. Helgi fängt an sich mit dem Leben der bekannten Schriftstellerin zu beschäftigen und Gespräche mit ihren Freunden zu führen.
Im Verlauf stößt er auf Ungereimtheiten, denn ihre Freunde scheinen nicht mit offenen Karten zu spielen.
In die Gesamthandlung sind Auszüge aus einem Interview eingewoben, das Elin im Jahr 2005 gegeben hat. Ob es bei der Suche nach ihr weiterhilft?
Ragnar Jónasson überrascht seine Leserschaft mit einem eingewobenen Handlungsstrang, der um 1977 spielt und wo HULDA Hermannsdóttir in Erscheinung tritt!...
Wer wie ich bisher alle Bücher von Ragnar Jónasson gelesen hat, der kennt und mag seinen ruhigen Erzählstil. Er schafft es immer wieder aufs Neue aus einer fast belanglosen Anfangssituation einen weitreichenden, oftmals sich aus mehreren Zeitebenen zusammensetzenden Plot zu entwickeln, der einen von Beginn an fesselt, erstaunen lässt und wie auch diesmal mit einem Cliffhanger sehnsüchtig auf das nächste Buch der Reihe warten lässt.
Volle Punktzahl für diesen spannenden und lesenswerten Island-Krimi, der für alle HULDA-Fans noch eine kleine Überraschung in petto hat, was mir besonders gut gefallen hat.
Fazit: Ruhig erzählter, von Beginn an spannend und fesselnd erzählter Island-Krimi, der die volle Punktzahl erreicht und für HULDA-Fans noch eine kleine Überraschung in petto hat! Gern noch lange weiter so!