Edel Motion VÖ 21.01.21
Letztes Jahr im Januar erschien Staffel 6 der sehenswerten britischen Krimi-Reihe „Der junge Inspektor Morse“, wo Hauptdarsteller Shaun Evans als DS Morse optisch mit einem Schnauzbart überraschte, was aber modisch durchaus Ende der 1960ziger Jahre „angesagt“ war. Waren anfangs die „Thames-Valley-Teammitglieder“ durch Umstrukturierungen in alle Winde verstreut, endete die Staffel dann glücklicherweise mit einem wiedervereinten Team!
„Staffel 7“ beginnt mit dem Jahreswechsel 1969/70, den DS Morse aber nicht in Oxford erlebt, denn er hat Urlaub. Er verbringt ihn in Venedig, wo er dann während einer Opernaufführung die geheimnisvolle Violetta kennenlernt und mit ihr eine leidenschaftliche Affäre beginnt.
…schweren Herzens reist er zurück in seine Heimat und wird auf der Arbeit gleich mit dem ungeklärten Mord an der jungen Kellnerin Molly Andrews konfrontiert, die man in der Silvesternacht am Kanalufer ermordet aufgefunden hatte. Für DSI Fred Thursday ist der Fall klar, denn er verdächtigt den Freund der Ermordeten, doch Morse ist da anderer Meinung, was zu Unstimmigkeiten zwischen ihnen führt. ..
Während die Ermittler alle Hände voll zu tun haben und in weiteren Todesfällen ermitteln – auf die ich hier im Einzelnen gar nicht weiter eingehen möchte – macht Fred Thursday nächtliche Spaziergänge, wo er auf eigene Faust, den Freund von Molly Andrews „im Auge behält“, denn er ist sich sicher, dass er der Mörder ist, auch wenn immer noch hieb- und stichfeste Beweise fehlen…
Die Spannungen zwischen Morse und Thursday kochen im Verlauf der Gesamthandlung hoch, selbst an einem Tatort führen sie Wortgemetzel, was für die anderen Teammitglieder schwer zu ertragen ist und leider dann auch für einen der Kontrahenten dienstliche Konsequenten mitsichbringt. ..
Der sonst eher desillusionierte und grüblerische DS Morse darf sich hier einmal von seiner charmanten und romantischen Seite zeigen, hat doch die geheimnisvolle Violetta ihm in Italien den Kopf verdreht ….
Besonders zum Tragen kommt der folgenschwere Zwist zwischen Morse und Thursday! Da muss man mal abwarten, ob sich das einstige Vertrauensverhältnis zwischen den beiden nicht doch wieder kitten lässt…
Ich habe diese (leider nur drei) neuen Folgen genossen, genau wie das Bonus-Material, wo es einen Blick hinter die Kulissen gibt.
Seid der ersten Staffel bin ich Fan dieser Reihe! Cast und Crew machen durchgehend einen tollen Job, so dass erneut fesselnde Spannung auf hohem Niveau und gute Unterhaltung garantiert sind.
Fazit: Das hohe Niveau der spannungsgeladenen und unbedingt sehenswerten britischen Krimi-Reihe ist ungebrochen! Shaun Evans punktet nicht nur vor der Kamera, sondern führt diesmal auch Regie, was gern so fortgesetzt werden darf!
EdelMotion VÖ 17.12.21
Wer kennt ihn nicht, den etwas eigenwilligen sizilianischen Commissario Salvo Montalbano, den der 2019 verstorbene italienische Schriftsteller Andrea Camilleri in seinen Kriminalromanen auf Mörderjagd schickte.
Mittlerweile sind nicht nur die Bücher Kult, sondern auch die Verfilmungen, wovon insgesamt sieben Staffeln in Deutschland erschienen sind, die man im TV oder auf DVD anschauen konnte/kann.
Die Drehbücher der Verfilmungen entstanden in Zusammenarbeit mit Andrea Camilleri, die allerdings nicht unbedingt buchkonform sind, was aber dem Unterhaltungswert nicht schmälert.
Zum 20. Jahrestag der deutschen Erstausstrahlung gibt jetzt eine Neuauflage aller bisherigen Staffeln und mit „Commissario Montalbano – Volume 8“ vier bisher unveröffentlichte, erstmals synchronisierte Folgen nebst italienischer Originalfassung und deutschen Untertiteln!
Die Rolle des Salvo Montalbano ist wunderbar passend besetzt mit dem italienischen Schauspieler Luca Zingaretti, der die Figur des Commissarios sympathisch rüberkommen lässt. Auch hat er von Anfang an die Rolle inne und ist mittlerweile eine Art Symbiose mit dieser Figur eingegangen, so dass man Luca Zingarettis Konterfei sofort mit Commissario Montalbano verknüpft.
Die Handlung spielt in der fiktiven Stadt Vigàta. Eingestimmt durch die im Vorspann gezeigte wunderschöne Kulisse, sieht man den Commissario wie er durch sein Haus am Meer mit direktem Strandzugang wandelt. Er liebt gutes Essen, Wein und schöne Frauen, ganz besonders seine Dauerverlobte Livia (deren Darstellerinnen allerdings im Verlauf wechselten)
Zum engeren Ermittlerteam Montalbanos gehören sein Stellvertreter Augello und Fazio. Einen besonderen Stellenwert hat aber auch der immer etwas hektisch und aufgeregt wirkende Catarella, der vom Commissario allerdings eher mit einfachen Aufgaben beschäftigt wird.
Die Kriminalfälle sind an eindrucksvollen Schauplätzen gedreht worden und suggerieren für einen ganz kleinen Augenblick „Heile Welt“, doch diese Seifenblase platzt ganz schnell, denn was sich Andrea Camilleri hier ausgedacht hat, ist eher ein unverblümter Blick hinter die Fassaden der Gesellschaft, wo es z.B. in den neuen Folgen darum geht:
wer für den Tod einer 70 Jahre alten Frau verantwortlich ist, die auch in diesem hohen Alter noch als Prostituierte arbeite und nicht nur von ihren Kunden sehr geschätzt wurde..
oder warum ein wohlhabendes Familienoberhaupt gleich zweimal ermordet wurde!
Was soll ich noch weiter schreiben: Die darstellerische Besetzung ist mit Luca Zingaretti hat mittlerweile Wiedererkennungswert und ist wunderbar gelungen und in den neuen vier Folgen schaut der Autor hinter die Fassaden der Gesellschaft und hat diese Vorkommnisse in seine Krimis mit eingewoben, so dass man hier wieder gut unterhalten wird.
Fazit: Die vier neuen Folgen der Kult-Serie sind unterhaltsam und sehenswert!
EdelMotion VÖ 10.12.21
Einen Krimi oder einen Thriller im Fernsehen oder auf DVD anzuschauen, der zur Unterhaltung der Zuschauer gedreht wurde, ist immer noch etwas anderes als der Inhalt dieser DVD, denn bei „The Pembrokeshire Murders“ handelt es sich um die Verfilmung realer Ereignisse, die sich im Zeitraum zwischen 1980 bis 1996 in Wales in der Grafschaft Pembrokeshire ereigneten:
1985: Die Geschwister Helen und Richard Thomas werden in ihrem Haus erschossen und dann verbrannt.
1989: Auf einem Küstenpfad wird das Ehepaar Gwenda und Peter Dixon aus nächster Nähe erschossen.
1996: Fünf Teenager werden brutal überfallen, wobei es zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigung kommt. Der maskierte Täter kann unerkannt entkommen und wie bei den oben genannten Fällen nicht ermittelt werden.
2006: Detective Steve Wilkins (Luke Evans) übernimmt als stellvertretender Leiter die Kriminalpolizei in Pembrokeshire. Mit einem kleinen, aber feinen Team rollt er anfänglich den „Küstenpfad-Mord“ von 1989 am Ehepaar Dixon wieder auf. Im Verlauf finden sich Zusammenhänge mit den oben aufgezählten Straftaten und als Hauptverdächtiger rückt der wegen zahlreicher Einbrüche seit geraumer Zeit in Haft sitzende John William Cooper (Keith Allen) in den Fokus der Ermittler.
Da Coopers als Vorzeigehäftling gilt, könnte er bald auf Bewährung entlassen werden. Steve Wilkens mit seinem Team setzt alles daran, dass er nicht wieder in Freiheit gelangt, denn sie gehen davon aus, dass Cooper der Täter bzw. der Mörder ist, der für die Straftaten verantwortlich ist. Aber die Zeit drängt, es gibt zwar viele Indizen, aber hieb- und stichfeste Beweise nach der langen Zeit zu finden, ist schwierig..
Wie es gelingt durch den technischen Fortschritt – schon allein bezüglich DNA-Abgleich – hier wichtige Erkenntnisse zu erlangen, die die Ermittler voranbringen, ist erstaunlich!
Aber nicht nur der technische Fortschritt ist hier federführend um den Fall zu lösen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den Ermittlern und dem Kriminalreporter John Hill.
Immer vor Augen, dass es sich hier um einen schrecklichen und weitreichenden realen Kriminalfall handelt, ist die Verfilmung spannend gelungen und sehenswert. Auch darstellerisch kann sie punkten, besonders Keith Allens Darstellung von John William Cooper lässt einem die Nackenhaare hochstehen!
Wenn dies nicht in Wirklichkeit passiert wäre, würde ich hier von einem spannenden und fesselnden Thriller, sprechen. Aber davon möchte doch Abstand nehmen, denn es erscheint mir doch unpassend.
Auch wenn die Filmemacher sich hier auf die weitreichenden, akribischen Ermittlungen konzentriert haben und man nur wohl dosierte Details der einzelen Fälle präsentiert bekommt, liegt eine unheilvolle Anspannung „in der Luft“, weswegen ich hier von einer sehenswerten Aufarbeitung eines weitreichenden Kriminalfalls mit Gänsehautgarantie sprechen möchte.
Fazit: Unbedingt sehenswerte Aufarbeitung eines realen Kriminalfalls, der einen die Nackenhaare hochstehen lässt!
EdelMotion VÖ 03.12.21
Zwei Jahre hat es gedauert bis nun endlich die spannende Serie um die Stockholmer Polizistin „Hanna Svensson“ mit acht neuen Folgen weitergeht bzw. Staffel 2 auf DVD fürs Heimkino erschienen ist.
Staffel 1 – die ja mit dem Tod des einflussreichen Clan-Chefs Davor Mimica endet, sollte man zum besseren Hintergrundverständnis der aktuellen Staffel schon kennen, damit man die Geschehnisse auch richtig einordnen kann.
Christian (Adam Pålsson), dem Sohn von Hanna Svensson (Marie Richardson), war es ja „undercover“ gelungen sich durch einen Job als Hilfskraft im Restaurant der Familie Mimica unentbehrlich zu machen und dann auch noch mit Blanka, der Schwester des Clan-Chefs anzubandeln. Durch seine Informationen konnten viele der kriminellen „Geschäfte“ der Mimicas von der Polizei vereitelt werden.
Der Familie Mimica wird bald klar, dass es Christian war, der die Information an die Polizei weitergegeben hat, weswegen sie auf Rache sinnen und er bald in höchster Lebensgefahr schwebt. Er taucht mit Blanka in der Karibik unter…
Durch den Tod von Davor Mimica ändern sich die Machtverhältnisse im Milieu und eine gut organisierte Gruppe von korrupten, machthungrigen und landesweit agierenden Polizisten, die sich „Der Ring“ nennt, zieht neuerdings im Verborgenen ihre Fäden, wo Drogen- und Waffenhandel an der Tagesordnung sind und auch vor Mord und Totschlag nicht Halt gemacht wird.
Während Hanna ihren Sohn in Sicherheit wähnt, sucht sie nach einem Leck in den eigenen Reihen, das bereits in Staffel 1 existierte und so wertvolle Informationen an die Mimica flossen…
Die acht neuen Folgen haben es wieder in sich: Während Hanna fast auf sich alleingestellt ist – nur ihr zuverlässiger Kollege Björn ist stets an ihrer Seite – hat sie es sich auf die Fahnen geschrieben, dass sie ein für alle Mal der Familie Mimica das Handwerk legen will, damit ihr Sohn wieder nach Schweden zurückkehren kann. Doch ob ihr das wirklich gelingt, bleibt dahingestellt, denn viel mächtiger sind die Mitglieder des „Rings“, die es nun zu enttarnen und zu stoppen gilt, um dann der ganzen Organisation den „Garaus“ zu machen….
Tatsächlich habe ich wieder alle acht Folgen am Stück angesehen, denn einmal angefangen, ist man ganz schnell im Geschehen gefangen und will nur eins, wissen wie es weitergeht….
Ich vergeben hier die volle Punktzahl für Spannung, Wendungsreichtum, schauspielerische Besetzung und großem Unterhaltungswert!
Fazit: Hält das Niveau der ersten Staffel, ist spannungsgeladen, wendungsreich und schauspielerisch exzellent besetzt!