Bookouture NetGalley
Von der amerikanischen Bestseller-Autorin Leslie Wolfe hatte ich zuvor noch kein Buch gelesen. Mit dem Thriller „Das Mädchen von Silent Lake“ startet ihre Reihe um die FBI-Profilerin Kay Sharp.
Gleich zu Beginn wird man als Leser in eine bedrückende und beängstigende Szenerie katapultiert, wo man die kleine Hazel und ihre Mutter Alison kennenlernt, die man entführt hat und sich nun in den Fängen eines brutalen Peinigers befinden…
Die Handlung spielt in Kalifornien, genauer gesagt umgeben von Bergen und Wäldern in der Kleinstadt Mount Chester, wo die angesehene FBI-Profilerin Kay Sharp aufgewachsen ist. Wegen eines tiefgreifenden familiären Ereignisses hatte sie ihre Heimat verlassen und fortan in San Francisco gelebt und gearbeitet. Eine Rückkehr „nach Hause“ hatte sie bisher immer vermieden und ausgeschlossen.
Durch den Hilferuf ihres immer noch dort lebenden und bis dato unbescholtenen Bruders Jacob, der zufällig in eine Kneipenschlägerei geraten war und deswegen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, schiebt sie all ihre Bedenken beiseite. Sie will ihm irgendwie helfen, denn sie versteht nicht, warum er überhaupt im Gefängnis landen konnte. Sie nimmt eine berufliche Auszeit und zieht wieder in ihr Elternhaus, wo sie mit schmerzlichen Erinnerungen konfrontiert wird…
Kay fällt ein Artikel in der Lokalzeitung auf, wo es um erste Erkenntnisse zu einem Leichenfund im Waldgebiet des nahegelegenen Silent Lake geht. Nachdem sie ein paar Erkundigungen zu dem Artikel eingezogen hat, ist ihr „Jagdtrieb“ geweckt, denn sie vermutet, dass es nicht bei dem einen Leichenfund bleiben wird und hier ein perfider Mörder sein Unwesen treibt…
Im weiteren Verlauf arbeitet Kay dann als Beraterin für die örtliche Polizei an dem sich ausweitenden Kriminalfall, denn es werden tatsächlich weitere Frauenleichen in der Nähe des Silent Lake gefunden…
Das Buch beginnt vielversprechend und spannend und man erfährt einiges über die Sitten und Gebräuche einer anderen Kultur, was inhaltlich gut passt.
Die Spannung leidet allerding darunter, dass die Autorin sehr ausgedehnt immer wieder in die „Gedankenwelt“ der Profilerin abschweift. Dabei muss man gut aufpassen, dass man den „roten Faden“ nicht verliert.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich auch mit der Figur der Kay Sharp, die auf der einen Seite eine brillante erfolgreiche Profilerin darstellt, andererseits aber durch die Erlebnisse in ihrer Kindheit traumatisiert ist, Selbstzweifel hegt und unüberlegt handelt, was sich besonders im Showdown widerspiegelt.
Auch fand ich die Übersetzung nicht ganz gelungen, es kommen Begriffe und Formulierungen im Text vor, die auch durch „Nachschlagen“ kaum Sinn ergaben, so dass ich vermute, es handelt sich dabei um amerikanische Umgangssprache, die hier nicht in die deutsche Übersetzung „eingepasst“ wurde, so dass der Lesefluss beeinträchtigt wird.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieser Thriller vielversprechend und spannend beginnt. Auch den Einblick in die Sitten und Gebräuche einer anderen Kultur fand ich sehr interessant und gut in die Gesamthandlung eingewoben. Doch durch die oben aufgezählten „Unebenheiten“ verliert sich die Spannung und der Lesefluss wird behindert, weswegen ich hier nur drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Schade, vielversprechender und spannender Beginn, was sich leider im Verlauf verliert und daher der Thriller insgesamt nur eine durchschnittliche Punktzahl erhält
btb
2011 habe ich das erste Mal ein Buch von der isländischen Autorin gelesen, es war „Das letzte Ritual“. Seitdem bin ich ein großer Fan von Yrsa Sigurdardóttirs Thrillern und kann sagen, dass ich alle bisher in Deutschland erschienen Bücher von ihr gelesen habe. Im Verlauf der Jahre waren es eine ganze Menge, wovon mir ganz besonders „Geisterfjord“ noch in Erinnerung geblieben ist, denn die erzählte Geschichte war nicht nur spannend, sondern auch nervenaufreibend und gruselig…
Nun ist ihr neuer Thriller „Schnee“ erschienen und etwas hat die aktuelle Handlung mit dem zuletzt erwähnten Buch gemeinsam: es wird nervenaufreibend und gruselig:
Eine fünfköpfige Gruppe junger Leute macht sich bei strengen winterlichen Temperaturen zu einer Wanderung ins schneebedeckte isländische Hochland auf. Dort werden sie von einem Unwetter überrascht….
Nach einer Woche gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihnen, so dass sie als vermisst gelten. Anhand ihrer Handydaten, kann man ihren Weg bis in ein weitläufiges Naturschutzgebiet verfolgen, bis der Kontakt abreißt. Suchtrupps machen sich auf den Weg, denn es besteht immer noch die die Hoffnung, dass die Gruppe in einer der verstreut liegenden Hütten Unterschlupf gefunden hat. Doch dann macht einer der Suchmannschaften eine schreckliche Entdeckung…
Während die Gruppe bereits handlungsmäßig als vermisst gilt, „wandert“ man als Leser mit den „Fünf“ bei widrigen Wetterbedingungen weiter voran, gerät in nervenaufreibende Situationen, wo einem beim Lesen die Nackenhaare hochstehen und die Kälte den Rücken hochkriecht, denn die Autorin hat ein ganz besonderes „Händchen“ wenn es darum geht, anschaulich und bildhaft Szenerien zu beschreiben, so dass man das Gefühl hat, mitten drin im Geschehen zu sein….brrrrrh!
Ein weiterer Handlungsteil führt zu einer abgelegenen Radarstation, wo es zu seltsamen Ereignissen kommt und im Verlauf ein Mitarbeiter psychisch an seine Grenzen gerät….
Der Autorin ist es mal wieder meisterhaft gelungen, einen sehr nervenaufreibenden Thriller zu schreiben. Von Anfang an schwebt eine angespannte und nichts Gutes verheißende Atmosphäre über dem Geschehen.
Ganz besonders gut hat mir gefallen, wie ein „kleines Fundstück“ aus dem Prolog, dann den Weg in die Gesamthandlung findet und sich als ganz besonderes Puzzlesteinchen entpuppt. Während nach und nach sich Fragen aufklären, Geschehnisse nachvollziehbar werden und auch Ereignisse aus der Vergangenheit hier ihren Abschluss finden, hat mich allerdings die „Demaskierung“ des Bösen völlig überrascht, denn damit hätte ich nicht gerechnet! Echt klasse!
Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen, weswegen er von mir volle Punktzahl bekommt und ich meine unbedingte Lese-Empfehlung ausspreche!
Ich gebe aber zu bedenken, dass man hier starke Nerven braucht, da man aus der schönen Landschaftsidylle von jetzt auf gleich in einen Alptraum katapultiert wird!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen meisterhaft erzählten, fesselnden und nervenaufreibenden Thriller!
Goldmann
Hörverlag
Vor zwei Jahren habe ich „Der Junge aus dem Wald“ von Harlan Coben gelesen. Handlungsmäßig ging es darum, dass man einen ca. fünfjährigen Jungen „entdeckt“ hatte, der allein für längere Zeit im Wald gelebt hat. Er erinnerte sich nicht an seinen Namen, konnte keine Angaben machen, woher er kam und wie er in den Wald gekommen ist. Man nimmt sich seiner an, er lebt fortan in einer Pflegefamilie und wird „Wilde“ genannt. Als Erwachsener ist er ein erfolgreicher Privatdetektiv…
Ich muss gestehen, das Buch hatte mich etwas enttäuscht, denn den sonst so fesselnden Erzählstil des Autors, den ich aus vielen seiner Bücher kenne und sehr schätze, habe ich damals vermisst, genau wie die Klärung der Fragen zu Wildes Identität und Vergangenheit.
Nun ist der neue Thriller des Autors mit dem Titel „Was im Dunkeln liegt“ erschienen und zu meiner großen Überraschung ist es die Fortsetzung des oben erwähnten Buches:
Wilde ist immer noch ein Einzelgänger und mittlerweile um die 40 Jahre alt. An seiner Vorliebe für das Leben im Wald hat sich nichts geändert.
Was ich im ersten Buch inhaltlich vermisst hatte, nimmt diesmal Formen an, denn Wilde beschäftigt sich mit seiner Vergangenheit und der Frage wer seine Eltern sind.
Durch eine Internet-Website, die anhand von „DNA-Abgleichen“ familiäre Verbindungen aufzeigt, gibt es einen vielversprechenden Treffer, der auf ein nahes Verwandtschaftsverhältnis zu Wilde hindeutet. Eine erste Kontaktaufnahme verläuft dann aber ganz anders als erwartet und wirft mehr Fragen auf, als dass Wilde welche beantwortet bekommt. Dann bricht der Kontakt ab, weswegen Wilde anfängt zu recherchieren und sich dann auf die Suche nach dieser Person macht. Dabei gerät er mit dem Gesetz in Konflikt, weswegen sogar das FBI auf ihn aufmerksam wird…
Die Handlung führt in die Welt der Reality-Shows, den dort agierenden Menschen und die dazugehörige Social-Media-Welt, wo mit Klatsch, Tratsch oder auch Fake-News völlig unbekümmert umgegangen wird, man über daraus resultierende Konsequenzen nicht nachdenkt, auch wenn dabei ein“Menschenleben“ auf der Strecke bleibt…
Beim Eintauchen in diese „Scheinwelt“ muss man ganz genau aufpassen, damit man nicht den roten Faden verliert, denn was hier wahr oder falsch ist, kann man bald nicht mehr unterscheiden…
Wenn dies nicht schon genug „Input“ für den Leser ist, dem sei gesagt, es kommt noch mehr dazu, was ich aber nicht im Einzelnen aufzählen möchte…
Alles in allem kann man sagen, dass diesmal tatsächlich viele offene Fragen beantwortet werden, es aber immer noch ein paar Lücken gibt.
Der Spannungsbogen schankt auf und ab durch das Gros an Informationen, den vielen Mitwirkenden und der ständigen Frage, bekommt man hier die Wahrheit oder eine Lüge präsentiert…
Insgesamt hat mir dies Buch auf jeden Fall besser gefallen, als das vorherige. Was man hier letztendlich über Wildes Vergangenheit und die Suche nach seiner Identität erfährt, ist interessant, bewegend und spannend aufgeschrieben, auch wenn noch ein paar Lücken geschlossen werden könnten.
Doch die oben aufgeführten „Unebenheiten“ sind doch etwas störend und sie behindern den Lesefluss, weswegen ich hier drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Da mir auch die gekürzte Hörbuch-Version von „Was im Dunklen liegt“ vorliegt, muss ich sagen, die bekommt noch einen Punkt dazu, denn mit Detlef Bierstedt, der seine markante Stimme u.a. ja auch George Clooney „leiht“ und Gabriele Blum ist hier eine tolle und passende Sprecherauswahl getroffen worden.
Durch ihre gekonnte Vortragsweise lassen diese beiden Sprech-Profis hier die Handlung lebendig werden und sie schaffen es tatsächlich, dass man der wendungs- und inhaltsreichen Geschichte gut folgen und die unterschiedlichen Handlungsstränge besser einordnen kann, was ein großer Pluspunkt ist, weshalb ich die Hörbuch-Version bevorzuge und mir in dieser Form auch noch eine weitere Fortsetzung mit „Wilde“ vorstellen könnte.
Fazit: Die Fortsetzung der Reihe ist wesentlich interessanter und spannender geraten, hat aber zu viel „Input“, worunter der Spannungsbogen leidet.
Die Hörbuch-Version mit Detlef Bierstedt und Gabriele Blum als Sprecher-Duo ist eine sehr gute Wahl, denn durch ihr stimmliches Knowhow wird der Inhalt klarer, verständlicher und das richtige Einordnen gelingt leichter, was ein großer Pluspunkt ist, weshalb ich diese „Buch-Form“ priorisiere und vier von fünf möglichen Punkten vergebe!
Goldmann
Rechtsanwalt Vernau „ermittelt“ in seinem 7. Fall!
2020 erschien aus dieser Reihe der sechste Kriminalroman „Requiem für einem Freund“, wo der Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau einsatzmäßig etwas auf den Pfaden von „James Bond“ wandeln durfte. Da ist es auch nicht ganz verwunderlich, dass Elisabeth Herrmann ihren „Hauptdarsteller“ erst einmal in den verdienten Urlaub schickt, den der dann in einem Bootshaus am „Düstersee“ in der Uckermark antritt.
Im Prolog geht es zeitlich erst einmal zehn Jahre zurück, wo ein junges Pärchen in eine baufällige, mit Brettern vernagelte Villa eindringt um ein paar lauschige Stunden zu verbringen. Nach kurzer Zeit bricht dort ein verheerendes Feuer aus, das nur einer von beiden überlebt…
Das Bootshaus hatte Joachim Vernau nach einem feucht-fröhlichen Abend eher zufällig von seinem zielstrebigen und ambitionierten Kollegen Christian Steinhoff zur Verfügung gestellt bekommen.
Allerdings hatten Vernau und seine langjährige gute Freundin und Kollegin Marie-Luise – die ihn netterweise zu seinem Feriendomizil chauffierte – sich unter dem Begriff „Ferien in der Uckermark“ etwas anderes vorgestellt. Marie-Luise bringt es dann auf den Punkt: „…jedenfalls nicht so etwas Protziges“ und lässt ihn dann inmitten einer illustren Gesellschaft stehen, die den Begrüßungsworten ihres Gastgebers Steinhoff lauschend, sich im Garten des weitläufigen Anwesens und auf der großzügigen Terrasse der prächtigen Villa verteilt hat.
Doch Ruhe und Entspannung ist Joachim Vernau in seinem Urlaub nicht beschieden, denn er entdeckt kurze Zeit später Steinhoff tot auf einer Bank sitzend und bald darauf sieht er am Straßenrand eine blutüberströmte junge Frau liegen, über die gebeugt eine ältere steht, die einen schweren Bolzenschneider in der Hand hält…
Mehr möchte ich vom Inhalt nicht verraten, denn einmal angefangen, ist man schnell mitten im Geschehen und das „Kopfkino“ beginnt. Elisabeth Herrmann nimmt ihre Leserschaft mit zu einer kleinen Dorfgemeinschaft, die mit den Machenschaften eines dubiosen Investors zu kämpfen hat. Joachim Vernau wiederum gerät in den Strudel von Ereignissen, wo er plötzlich einer Person gegenübersteht, die er an seinem Urlaubsort definitiv nicht erwartet hatte, die aber seinen juristischen Beistand braucht, was ihm widerstrebt, er aber keinesfalls ablehnen kann, da diese Person seiner Mutter sehr nahesteht…
Verdächtige Personen gibt es zu Hauff, doch wer letztendlich hier sein Unwesen treibt, war nicht vorhersehbar, was schon ein großer Pluspunkt ist. Feiner Humor durchzieht diesen gelungenen spannenenden Kriminalroman und lockert die düsteren und teilweise beklemmenden Szenerien etwas auf. Ich habe dieses Buch gern gelesen, vor meinem „inneren Auge“ Jan Josef Liefers erneut in die Rolle des Rechtsanwalts Vernau schlüpfen sehen und mich gut unterhalten gefühlt, weswegen ich hier meine Leseempfehlung ausspreche und mich auf die „echte“ Verfilmung freue!
Fazit: Fortsetzung gelungen! Unterhaltsam, spannend, unvorhersehbar und mit einer Prise Humor angereichert! Gern weiter so!
SagaEgmont
Ich kenne von der dänischen Autorin die sehr spannenden Kriminalromane mit der Journalistin Nora Sand, die zuletzt in „Falsche Gesichter“ ihrem kriminalistischen Spürsinn nachging.
Nun schickt Lone Theils erstmals Kriminalkommissar Georg Guldmann in Kopenhagen mit seinem Team auf Mördersuche:
Vom Besatzungsmitglied eines Sightseeing-Schiffs, das gerade zu einer Kanal-Tour abgelegt hatte, wird die Leiche einer jungen Frau im Wasser treibend, entdeckt. Nachdem sie identifiziert ist, muss Kommissar Guldmann nicht nur ihren Angehörigen die Todesnachricht überbringen, sondern auch darüber informieren, dass man sie ermordet hat.
Die Ermittlungen führen anfangs in die Welt der gehobenen Gastronomie, wo die junge Frau eine Ausbildung zur Köchin absolvierte. Die eine oder andere Person in ihrem beruflichen Umfeld rückt in den Fokus der Ermittler.
Bei den weiteren Recherchen wird auf einem Überwachungsvideo jemand mit einer besonderen Kopfbedeckung entdeckt, den die Ermittler gern als Zeugen befragen würden, doch selbst nach einem Aufruf in den Medien, meldet sich die Person nicht...
Die Ermittlungen werden ausgeweitet und führen sogar in die höheren Kreise der Gesellschaft, wo Fingerspitzengefühl bei den Befragungen angesagt ist..
… und dann wird die nächste Frauenleiche entdeckt…
Ich habe „87 Sekunden“ in der Hörbuch-Version genossen. Der Sprecher Omid-Paul Eftekhari war mir bis dato unbekannt. Er hat eine sehr angenehme Stimme, die er sehr gut modulieren kann, so das man die Mitwirkenden unterscheiden bzw. wiederzuerkennen kann. Recht schnell gelingt es ihm durch seine Vortragsweise beim Zuhörer das „Kopfkino“ zu starten, so dass man hier von fesselndem Hörgenuss sprechen kann!
Die Autorin hat einen flüssigen, bildhaften Erzählstil, so dass man die Szenerien gut vor Augen hat und schnell im Geschehen „gefangen“ ist. Auch wenn die Handlung eher seicht beginnt, sollte man sich davon nicht täuschen lassen, denn ganz besonders im letzten Drittel nimmt die Handlung an Fahrt auf und punktet mit einem unvorhersehbaren Schlussakkord, was mir sehr gut gefallen hat.
Erfrischend fand ich auch, dass die Autorin hier keinen psychisch angeschlagenen, sondern den fachlich kompetenten, sympathischen Kommissar Georg Guldmann „in den Ring schickt!
Alles in allem, kann ich sagen, der Hörbuch-Lesung durch Omid-Paul Eftekhari hätte ich gern noch weiter gelauscht, denn die Zeit ist nur so dahingeflogen, was natürlich auch daran liegt, dass es Lone Theils mal wieder gelungen ist, einen spannenden Kriminalroman zu schreiben.
Hier passt alles wunderbar zusammen, weswegen ich die volle Punktzahl vergebe und mir einen weiteren Einsatz mit Kommissar Guldmann und seinem Team wünschen würde!
Fazit: Der Sprecher ist eine gute Wahl, schafft er doch stimmlich die passende Atmosphäre zu dieser spannenden Buchvorlage, so dass sich beides zu einem Hörgenuss zusammenfügt! Bitte mehr davon!
Von Kristina Ohlsson habe ich vor vielen Jahren ihren Debüt-Krimi „Aschenputtel“ als Hörbuch genossen, der aber so gar nichts mit Märchen zu tun hatte und man beim Lesen schon starke Nerven brauchte, daran kann ich mich noch erinnern.
Damals und wie auch aktuell hat Uve Teschner die Lesung des Hörbuchs übernommen, der mit seiner angenehmen Stimme den Zuhörer „an die Hand nimmt“ um an die Westküste Schwedens zu reisen, wo die neue Krimi-Reihe der Autorin mit dem Titel „Die Tote im Sturm“ in das beschauliche, idyllisch gelegene Örtchen Hovenäset führt.
Doch die Idylle trügt, das muss auch der „Stockholmer“, wie die Einheimischen den neu zugezogenen Vermögensberater August Strindberg nennen, bald feststellen. Der wollte nach der Trennung von seiner Freundin nur einen Ortswechsel und eine berufliche Veränderung, weswegen er auch das örtliche Bestattungsunternehmen gekauft hat, um dort einen Secondhand-Laden zu eröffnen.
Hinter vorgehaltener Hand wird über diesen Kauf im Ort getuschelt, was August nicht verborgen bleibt, doch er denkt sich nichts dabei, bis man ihn mehrfach darauf anspricht, dass er doch wohl wisse, in was für ein Haus er gezogen sei?
Doch August ist ahnungslos und so richtig erzählen will ihm auch niemand, was es mit dem Haus auf sich hat, doch das ändert sich dann bald, denn….
…..am gleichen Tag, an dem August im Ort angekommen ist, zieht gegen Abend ein Sturm über den kleinen Ort hinweg. Die Lehrerin Agnes Eriksson war noch einmal nach draußen gegangen um etwas zu erledigen, doch sie kommt nicht zurück und bald gilt sie als vermisst.
Eine großangelegte Suchaktion wird eingeleitet, wo Polizei und Freiwillige aus dem Ort jeden Winkel durchsuchen. Auch August schließt an, wo er erste Kontakte knüpft und der Polizistin Maria Martinssons begegnet, die mit einem Kollegen „abkommandiert“ wurde, um die weiteren Ermittlungen voranzutreiben.
Doch Agnes bleibt verschwunden.
Der Zuhörer erfährt durch eingewobene Auszüge aus ihren Tagebuch, dass sie ein Geheimnis verbirgt, dass niemals gelüftet werden darf…
Die Gerüchteküche im Ort fängt an zu brodeln und man zieht Parallelen zu einem alten Kriminalfall, denn vor vielen Jahren verschwandt eine Frau auf ähnliche Weise, die dann bestialisch ermordet aufgefunden wurde. Obwohl der Täter gefasst und bestraft wurde, meinen viele, der wirkliche Mörder von damals wäre noch auf freiem Fuss!
Und was August dann erfährt, kann er kaum glauben, denn in seinem neuen Haus geschah einst gesagter Mord!
Von Anfang an schwebt eine angespannte Atmosphäre über dem Geschehen. Bis die Handlung allerdings richtig in Gang kommt, dauert es etwas. Nachdem Agnes verschwunden ist, wird im Hintergrund zwar nach ihr gesucht, aber der Zuhörer bekommt erst einmal Einblick in das Leben verschiedener Familien und Mitwirkenden, die allesamt ihre „Päckchen“ zu tragen haben, was sie aber geschickt hinter einer Fassade verbergen, die erst peu à peu zu bröckeln beginnt.
Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und einem stehen die Nackenhaare hoch, was dann alles an gut gehüteten Geheimnissen ans Tageslicht kommt!
Mir hat das Hörbuch gut gefallen, auch wenn man genau zuhören muss, welches Puzzlesteinchen gerade vorgelesen wird, wie z.B. Agnes Tagebucheinträge, die so spontan anfangen, dass ich mir die Passage noch einmal angehören musste, damit ich sie richtig einordnen konnte. Durch Uve Teschners gekonnte Vortragsweise gelingt das auch weiterhin gut, aber ablenken lassen, sollte man sich nicht.
Anmerken möchte ich auch noch, dass August Strindberg eigentlich nicht ermittelt, so wie es auf dem Cover steht, er gerät eher zufällig an Informationen, die im Verlauf bei der Suche nach Agnes wichtig sind, aber eine Art Privat- oder Hobbydetektiv ist er nicht.
Eine zarte Prise Humor konnte ich entdecken, die die doch recht brisante und auch nervenaufreibende Thematik hier gut vertragen kann.
Fazit: Hörenswert! Dieser Krimi beginnt leise, während die Atmosphäre gleich angespannt und nichts Gutes erahnend über dem Geschehen schwebt. Im letzten Drittel steigt die Spannung und der Schlussakkord lässt einem dann die Nackenhaare hochstehen!
Atrium Verlag
Vor ein paar Jahren habe ich das erste Buch aus der Feder des italienischen Autors Donato Carrisi, den Thriller „Der Nebelmann“ gelesen. Seine wunderbare Art spannende Geschichten zu erzählen, aber auch ganz besonders das Buch sind mir im Gedächtnis geblieben, genau wie einige Zeit später dann sein Thriller „Diener der Dunkelheit“. Beide Bücher sind mittlerweile starbesetzt verfilmt worden.
Nun möchte ich seinen aktuellen Thriller „Ich bin der Abgrund“ vorstellen, der mich von der ersten Seite an gefesselt, die Nackenhaare hat hochstehen lassen und nach der „Anmerkung des Autors“, dass die Handlung von wahren Ereignissen inspiriert wurde, erst einmal innehalten hat.
Bevor ich etwas genauer auf den Inhalt eingehe, muss ich anmerken, dass die Thematik hier schon „hard stuff“ ist und „unter die Haut“ geht, weswegen sie nicht für jedermann geeignet ist, denn es dreht sich hier um unterschiedliche Arten von Missbrauch, sei es nun körperlich oder auch seelisch. Dem Autor ist es zwar gelungen wohl dosiert und nie ins Detail gehend die verstörenden Szenerien zu schildern, aber nichtsdestotrotz durchlebt man hier eine Achterbahn der Gefühle, fragt sich auch, wer hier eigentlich Opfer oder Täter ist:
Die Gesamthandlung ist in der schönen Landschaftskulisse des Comer Sees in Italien angesiedelt. Doch die trügt!
Anfangs gerät ein fünfjähriger Junge in akute Lebensgefahr. Dann „taucht“ dieser als junger Erwachsener in der Handlung wieder auf. Er ist ein Müllmann, der gern allein arbeitet und gern für sich ist, denn Menschen mag er nicht sonderlich gern, weswegen er sich unauffällig verhält um nicht aufzufallen. Sein Tag ist durchstrukturiert und von Routine geprägt.
Diese Tristesse wird jäh unterbrochen, als er eher unfreiwillig ein 13jähriges Mädchen, das eine auffällige lila Haarsträhne trägt, vor dem Ertrinken aus dem See rettet. Nach der Einlieferung ins Krankenhaus wird bei dem Mädchen ein Stück rotlackierter Fingernagel entdeckt….
Die Begegnung dieser beiden Menschen, ist ein wichtiger Bestandteil des weiteren Geschehens, wo man Einblick in ihrer beider Leben und Leiden bekommt…
In einem anderen Erzählstrang wird ein Leichenteil im Wasser des Comer Sees entdeckt, das sich als Frauenarm „entpuppt“, an dessen Hand ein rotlackierter Fingernagel abgebrochen ist…
Aus diesen Puzzlesteinchen hat der Autor einen sehr spannenden, nervenaufreibenden und bewegenden Thriller zusammengesetzt, der in den „Abgrund“ der menschlichen Seele blicken lässt. Besonders gefallen hat mir, wie sensibel Donato Carrisi mit dem brisanten Thema umgegangen und wie meisterhaft es ihm gelungen ist, daraus einen dermaßen spannenden Thriller zu schreiben! Nervenstarken Thriller-Fans kann ich dies Buch nur empfehlen.
Fazit: Dieser meisterhaft gelungene Thriller geht unter die Haut, ist spannend, nervenaufreibend und wirkt noch lange nach!
Polyband VÖ 29.07.22
Die sechs Folgen der neuen britischen Krimi-Reihe „The Responder“ führen den Zuschauer auf die Straßen von Liverpool, wo zumeist in Nachtschicht Chris Carson (Martin Freeman) als Emergency Response Police Officer „dem ganz normalen Wahnsinn“dieser Stadt ausgesetzt ist.
Wenn man den Titel der Reihe frei übersetzt, lautet er „der Antwortende“. Chris Carsons Arbeit besteht darin, mit seinem Einsatzwagen – gern allein oder auch mit einer weiteren Person als Unterstützung – durch die Straßen Liverpools zu fahren, um „die Stadt im Blick zu behalten“. Wenn die Einsatzzentrale Notrufe „hereinbekommt“, wird von dort angefragt, ob jemand von den „Respondern“ in der Nähe ist, um nach dem Rechten zu schauen. Wenn Chris dann „antwortet“ taucht er in eine recht verstörende und deprimierende Welt ein, wo Ehestreitigkeiten, alle möglichen Fälle von Kriminalität, Drogen, Alkohol und Gewalt an der Tagesordnung sind. Er ist einer der Ersten, der verstörende Bilder an Tatorten sieht oder rings um ihn herum, das ganze Elend ertragen, verarbeiten und verkraften muss. Und genau das nagt schon seit geraumer Zeit an seiner Psyche, mit der es mittlerweile nicht zum Besten steht…
Da aber sein Beruf auch seine Berufung ist, fährt er jeden Tag aufs Neue wieder zum Dienst, wo er sich nicht immer an die Vorschriften hält, was schon zu einigen dienstlichen/disziplinarischen Konsequenzen geführt hat….
Auf den genauen Inhalt, der mal etwas anders aufgemachten sehenswerten Polizei-Serie, möchte ich gar nicht eingehen, nur so viel noch:
Chris ist eigentlich ständig unterwegs, weswegen seine Ehe zu zerbrechen droht.
Da es seiner todkranken Mutter an nichts fehlen soll, hat er sie einem sehr guten Heim untergebracht, was er allerdings finanziell kaum „wuppen“ kann…
Carl, seit der gemeinsamen Schulzeit sein bester Freund, ist ein Dealer, der ihn immer wieder um Hilfe ersucht, was Chris als Polizisten auf einem sehr schmalen Grat wandern lässt…
Einer dieser schmalen Grate hat mit der jungen drogenabhängigen Casey zu tun, die er aus unzähligen Einsätzen kennt und immer wieder versucht aus dem Drogen- bzw. kriminellen Milieu herauszuführen. Und genau diese junge Dame hat Carl eine große Menge Drogen gestohlen, was dazu führt, dass Officer Chris Carson in eine Spirale unvorhersehbarer Ereignisse gerät, die ihm seinen Job kosten könnten…
Die gesamte schauspielerische Besetzung ist gelungen, allen voran Martin Freeman als Responder zeigt hier all sein darstellerisches Können und schon anhand seiner Mimik kann man die Seelenqualen und seine Zerrissenheit gut erkennen und nachvollziehen.
Beim Anschauen hatte ich das Gefühl, man bekommt hier einen Einblick in den realen Alltag eines Polizisten, der mit vielen menschlichen Schicksalen und kaum fassbarem Elend konfrontiert wird, so dass man gut nachempfinden kann, welche psychischen Herausforderungen, das an einen stellt.
Mir hat die „etwas andere“ sehr realistisch aufgemachte Polizei-Serie gut gefallen und ganz besonders – wie bereits erwähnt – die tolle darstellerische Besetzung. Gern würde ich in einer Fortsetzung sehen, ob es Officer Carson gelungen ist, sich nach dieser ersten nervenaufreibenden Staffel etwas psychisch zu erholen und ob seine Bemühungen bezüglich der Drogengeschäfte nachhaltig gelöst worden sind.
Fazit: Mal etwas anders aufgemachte, mit tollen Darstellern besetzte, spannende Polizei-Serie, die gern fortgeführt werden darf!
Polyband
Die achtteilige Serie führt den Zuschauer nach Südafrika, wo Anfang der 1990ziger Jahre die zwölfjährige Reyka Gama (Kim Engelbrecht) mit ihrer Mutter Elsa in KwaZulu-Natal lebt.
Während ihre Mutter beruflich kurz abgelenkt ist, wird Reyka auf einem öffentlichen Platz entführt und mehrere Jahre von dem Farmer Angus Speelman (Iain Glenn) gefangen gehalten…
Viele Jahre später kommt Reyka als erwachsene Frau und Mutter einer Teenagertochter nun als Polizistin und Profilerin auf Wunsch des örtlichen Polizeichefs Hector Zwane zurück in ihre Heimat, da ihre beruflichen Fähigkeiten dringend benötigt werden:
Anfangs wird ein menschlicher abgetrennter Arm von einem Hund aus den Zuckerrohrfeldern „mitgebracht“. Im Verlauf wird auch der schrecklich entstellte Leichnam der dazugehörigen Frau gefunden. Es werden in den Feldern immer mehr Leichen junger Frauen gefunden, so dass bald von einem Serienmörder ausgegangen wird…
Reyka unterstützt mit ihrem Know-how die Ermittlungen, allerdings begegnen ihr die Menschen, die im Zusammenhang mit den Morden in den Zuckerrohrfeldern befragt werden nicht immer freundlich, sie sind eher misstrauisch ihr gegenüber, ist sie doch eine Frau gemischt ethnischer Herkunft, die sich in ihren Augen entscheiden soll, auf welcher „Seite sie steht“…
Ein anderer Teil der Handlung wird in Rückblicken erzählt, wo Reykas jahrelange Gefangenschaft und wie sie daraus entfliehen kann, thematisiert wird.
Die Jahre in der „Obhut“ Spellmans haben sie traumatisiert und zerren ganz besonders an ihrer verletzten Psyche als man sie zu einer Anhörung vorlädt, wo sie eine Stellungnahme abgeben soll, ob Spellman, der wegen ihrer Entführung seit 20 Jahren inhaftiert ist, nun aus dem Gefängnis entlassen werden kann….
Besonders gut hat mir gefallen, wie es Iain Glenn gelungen ist, die „zwei Seiten“ des Entführers darzustellen, so dass man ihm als liebevollen „Vater“ durchaus Sympathie entgegenbringt, aber wenn seine „dunkle Seite“ zutage tritt, wo der kontrollierende, manipulierende und angstverbreitende Psychopath sichtbar wird, dabei können einem schon die Nackenhaare hochstehen..
Über der Handlung von „Reyka – Mord in Afrika“ schwebt eine düstere Atmosphäre und zeigt gruselige Szenerien in den Zuckerrohrfeldern. Man taucht in eine recht unbekannte Lebensart ein, die von Sitten und Gebräuchen geprägt ist. Die verschiedenen Handlungsstränge fügen sich zu einem spannenden Gesamtbild zusammen. Zwar hatte ich bald eine Idee, wer in den Zuckerrohrfeldern sein Unwesen treibt und lag richtig, was aber den Unterhaltungswert nicht unbedingt schmälert.
Überraschend und kaum nachvollziehbar, fand ich allerdings, dass aus so einem traumatisierten Menschen, wie Reyka es offensichtlich ist, dann im Erwachsenenleben eine in der Strafverfolgung tätige Polizistin wird, die sich zusätzlich auch noch als brillante Profilerin etabliert um sich in die Psyche von Schwerverbrechern hineinzuversetzen um sie dingfest zu machen. Realistischer ist dann, dass so ein seelisch verletzter Mensch, den normalen Alltag kaum auf die Reihe kriegt, was in Reykas Fall ja gut sichtbar ist, denn nicht ohne Grund unterstützt sie ihre bei ihr lebende Mutter bei vielen Dingen und besonders wenn es um ihre Teenagertochter geht. Aber das nur am Rande, nichtsdestotrotz wird man hier gut unterhalten.
Fazit: Trotz kleiner „Unebenheiten“ beinhaltet diese Serie Spannung, Nervenkitzel und sehenswerte Unterhaltung und kann mit einem tollen Darsteller-Ensemble punkten.
Etwas in meinen Unterlagen musste ich schon blättern, bis ich auf meine Rezension des im September 2013 erschienenen Hörbuchs „Erwartung“ des gleichnamigen Thrillers von Jussi-Adler-Olsen gestoßen bin. Mein Fazit damals lautete wie folgt:
Spezieller Humor (besonders die Dialoge zwischen Kommissar Carl Mørck und seinem Mitarbeiter Assad), fesselnde Spannung und bildhafte Sprache verschmelzen zu einem ganz besonderen Thriller, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Die jetzt erfolgte zweistündige Verfilmung „Erwartung – Der Marco Effekt –„ ist der fünfte Fall für den dänischen Kommissar Carl Mørck und das Sonderdezernat Q.
Die Fans der Reihe müssen sich allerdings etwas umorientieren, denn das gesamte bekannte Darsteller-Ensemble hat gewechselt: War Nikolaj Lie Kaas zuvor in die Rolle des Carl Mørck geschlüpft, hat diesen Part nun Ulrich Thomsen übernommen…
Bei einer Kontrolle im Zug greift man einen Jugendlichen aus dem Roma-Milieu auf. Da er keine Angaben zu seiner Identität macht, wird er durchsucht und man findet bei ihm die Ausweispapiere des seit Jahren als vermisst geltenden William Stark…
Ein neuer Fall bzw. ein alter Fall für das Sonderdezernat Q, denn William Stark arbeitete für das Ministerium und man hatte ihn nach Kamerun geschickt um dort Vorwürfen nachzugehen, ob eine angesehene und großzügig unterstützte Wohltätigkeitsorganisation in dubiose Geldgeschäfte verwickelt ist. Von dort kam er zwar nach Dänemark zurück, aber dann verliert sich seine Spur…
Wie allerdings der Junge, der nach einer intensiven Befragung durch Carl Mørck endlich seinen Namen mit Marco preisgibt, zu den Papieren von William Stark gekommen ist, dazu schweigt er beharrlich, weswegen nun das Sonderdezernat Q gefragt ist, um die fehlenden Puzzlesteinchen zusammenzusetzen…
Mal abgesehen davon, dass man sich erst einmal mit der Neubesetzung arrangieren muss (ganz besonders Carls ständiges Kaugummikauen nervt!), ist die Verfilmung ganz unterhaltsam.
Allerdings hätte ich mir gewünscht, zum besseren Verständnis der Gesamthandlung, mehr über die schwierigen Lebensumstände von Marco zu erfahren, als den psychischen Zustand von Carl Mørck hervorzuheben. Die „Figur Carl Mørck“ ist bereits seit Beginn der Buchreihe und auch schon in den vorherigen Filmen „grummelig“und psychisch angeschlagen und kein einfacher Mensch, das hätte man schauspielerisch ohne viele Worte darstellen können. Auch fehlte mir hier der ganz spezielle Humor zwischen Carl und seinem Team, was schade ist, denn dies ist ein wichtiger Part der Thriller-Reihe und war bisher in die vorherigen Verfilmungen gut eingewoben, daher vergebe ich hier insgesamt drei von fünf möglichen Punkten.
Fazit: Unterhaltsame Thriller-Verfilmung, die aber inhaltlich an die komplexe Buchvorlage nicht heranreicht!