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Catherine Shepherd: Verstummte Narben

Kafel Verlag

Der 10. Fall für Julia Schwarz!
Bereits der Prolog von „Verstummte Narben“ startet mit einer Gänsehaut-Szenerie, wovon es im aktuellen Geschehen noch reichlich gibt:
Gerade noch als Sachverständige vor Gericht, bekommt die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz kurze Zeit später einen Anruf von Kommissar Florian Kessler, der zu einem Leichenfund gerufen wurde. Er bittet Julia darum, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Schon der Fundort des weiblichen Leichnams ist bizarr, denn die Verstorbene liegt nur mit einem Nachthemd bekleidet vor einem Grab auf einem Friedhof…
Nachdem Julia am Fundort angekommen ist, betrachtet sie die Tote näher: rings um den Hals sieht sie einen schmalen verfärbten Streifen, der sie vermuten lässt, dass das Opfer erdrosselt wurde. Unter der Toten entdeckt sie ein Foto, das Datum von in drei Tagen ist darauf vermerkt und zeigt eine andere Frau mit weit aufgerissenem Auge. Das nächste Opfer?
Als Julia sich die nähere Umgebung anschaut, erstarrt sie, denn der Name, der auf dem Grabstein steht, katapultiert sie viele Jahre in die Vergangenheit und sie wird an ihren Bruder erinnert, der viel zu früh eines gewaltsamen Todes starb….
Während Kommissar Kessler und sein Team sich an die Arbeit machen, um die Tote zu identifizieren, entdeckt Julia Schwarz bei der Obduktion dann ein ihr aus einem anderen Mordfall bekanntes Merkmal an der Toten. Doch der Fall ist abgeschlossen und der Täter sitzt seit vielen Jahren im Gefängnis. Da die Ermittlungen aber in alle Richtungen gehen, sucht Kommissar Kessler, den damaligen Täter im Gefängnis auf, doch der zeigt sich wenig kooperativ, Informationen will er nur an Julia Schwarz geben……
Für Julia wird es diesmal ein sehr persönlicher Fall und wie auch schon in „Der Nachtschattenmann“ gerät sie in die eine oder andere lebensbedrohliche Situation, sodass die Spannung von Anfang bis Ende auf einem hohen Level liegt.
Dies sind nur kleine Puzzleteile der aktuellen spannenden und nervenaufreibenden Gesamthandlung, denn es gibt weitere Opfer zu beklagen und eine Vielzahl an verdächtigen Personen erschweren den Ermittlern die Arbeit.
Es ist Catherine Shepherd wieder einmal wunderbar gelungen, die Leserschaft von einem Verdachtsmoment zum anderen zu schicken, falsche Fährten auszulegen und erst ganz am Ende das „Böse“ zu präsentieren. Herrlich!
Ich liebe es – ganz besonders bei den Julia-Schwarz-Thrillern – mitzuraten, wer hier sein Unwesen treibt. Es ist mir nicht wirklich gelungen, dazu war die Person zu gut versteckt.
Dieser Thriller ist rundum gelungen, ganz besonders für nervenstarke Leser geeignet, denn wie oben bereits erwähnt gibt es reichlich Nervenkitzel und Gänsehautmomente, die ich wieder genossen habe und ich daher meine unbedingte Leseempfehlung aussprechen möchte und die volle Punktzahl vergebe. Man darf gespannt sein, wie es in dieser Reihe weiter geht.
Fazit: Nervenkitzel und Gänsehautmomente auf hohem Niveau sind hier garantiert, weswegen es die volle Punktzahl und meine unbedingte Leseempfehlung für diesen Thriller gibt! Gern mehr davon!
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Arttu Tuominen: Was wir nicht sehen wollen

Lübbe

Bereits zum fünften Mal geht es handlungsmäßig nach Finnland, in die Küstenstadt Pori, wo das Ermittler-Team um Jari Paloviita es diesmal mit einer Reihe von schrecklichen Verbrechen zu tun bekommt. Anfänglich sind es übermütige Jugendliche, die sich um den Rädelsführer Ilkka Rajala scharen. Seine Anhängerschar wird immer gewaltbereiter, zerstört unter Einfluss von Drogen fremdes Eigentum, es wird herumgepöbelt, randaliert und schikaniert, besonders angetan haben es den Jugendlichen, obdachlose Menschen…. 
In den frühen Morgenstunden wird Jari Paloviita zu einem Tatort in einem Waldgebiet gerufen. Dort angekommen liegt eine Dunstwolke von Benzin in der Luft und es bietet sich ihm ein schauriger Anblick: Ein bis zu Unkenntlichkeit verbrannter Leichnam liegt am Boden.
Die ersten Ermittlungen ergeben, dass es sich offenbar um einen obdachlosen Mann handelt, den man mit Benzin übergossen und angezündet hat.
Der Verdacht liegt nahe, dass die Bande um Ilkka etwas mit dem Mord zu tun hat und sie damit die rote Linie überschritten haben und nun in die schwere Kriminalität abgerutscht sind….
Es bleibt nicht bei dem einen Brandopfer im Obdachlosenmilieu und die Ermittler bekommen alle Hände voll zu tun, denn ihr Augenmerk liegt nicht nur bei der jugendlichen Bande, sondern auch ein aufstrebender Drogenboss könnte seine Finger im Spiel haben.. 
Überraschenderweise engagiert sich die Kommissariatsleiterin Susanna Manner bei der Aufklärung der Brandmorde und taucht sogar an den Tatorten auf, so ganz gegen ihre sonstige Arbeitsweise. Was sich hinter ihrem Engagement verbirgt, ist ein Handlungsstrang, der mit reichlich krimineller Energie angereichert ist.
Der Titel „Was wir nicht sehen wollen„, ist gut gewählt und passt zum Inhalt. Die bekannten Mitwirkenden dieser Krimi-Reihe haben sich weiterentwickelt und es gibt wie bisher einen wohl dosierten Einblick in ihr Privatleben.
Ich habe diese Kriminalgeschichte wieder gern gelesen, die Figuren sind mir seit dem ersten Band dieser Reihe bekannt und ich hatte keine Probleme mich im Geschehen zurechtzufinden. Etwas Schwierigkeiten dagegen hatte ich mit dem Thema „Hypnose“ und wie es sich auf einen Teil der Mitwirkenden ausübt. Es klärt sich zwar zum Schluss alles nachvollziehbar auf, aber bis es so weit ist, dauert es diesmal etwas, weswegen der Spannungsbogen etwas abflacht, was schade ist. An das vorherige Buch „Was wir ihnen antun“ kommt das aktuelle inhaltlich nicht ganz heran, weswegen ich diesmal vier von fünf möglichen Punkten vergebe. 
Fazit: Reicht inhaltlich nicht ganz an die vorherigen Bücher heran, ist aber lesenswert und für Fans der Reihe unabdingbar.
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Kim Faber/Janni Pedersen: Eisland

blanvalet

Ein neuer Fall für Juncker und Kristiansen

Eisland“, ist der fünfte Fall für die beiden dänischen Ermittler Martin Junkersen, genannt Junker und Signe Kristiansen.
Wer die Reihe von Beginn an kennt, der weiß, dass zwischenzeitlich einiges passiert ist und Junker und Kristiansen zwar noch auf der gleichen Dienststelle der Kopenhagener Polizei arbeiten, aber in unterschiedlichen Bereichen, weswegen Junker mit seiner Kollegin Nabiha Khalid ein Team bildet.
Aber wie auch schon im vorherigen Buch „Mörderland“ dauert es nicht lange und Signe ist wieder mit von der Partie. Es ist sieben Jahre her als sie und Juncker im Mordfall des elfjährigen Lukas ermittelten und einige Zeit später Robert Danius für den Mord für schuldig befunden und zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.
Aktuell sind neue Informationen aufgetaucht, die Zweifel an Danius Schuld aufwerfen. Er wird aus der Haft entlassen und der Fall muss neu aufgerollt werden, ohne erneut gegen Danius zu ermitteln. 
Junker und Kristiansen sind immer noch davon überzeugt, den richtigen hinter Gitter gebracht zu haben, weswegen sie trotz des Verbots ihres Vorgesetzten auf eigene Faust sich den Fall noch einmal genau anschauen. Was sie dabei alles zu Tage fördern, ist kaum in Worte zu fassen….
Dies ist nur ein Handlungsstrang von vielen, denn das Autoren-Duo hat für die Leserschaft eine geballte Ladung kriminelle Energie auf Lager, die nach und nach sichtbar wird und neben weiteren Morden, Erpressung und weitreichende Bandenkriminalität nur ein paar Themen sind, die einen hier erwarten. Besonders gut gelungen finde ich, dass der rote Faden zwischen den ganzen Straftaten nie verloren geht, man immer am Puls des Geschehens bleibt und die vielen Mitwirkenden alle richtig einordnen kann.
Einmal angefangen zu lesen, war es schwierig hier eine Pause einzulegen, denn von Anfang an ist fesselnde Spannung vorhanden, die bis zum Schluss anhält.
Die Figuren haben sich weiterentwickelt, waren mir aber gleich wieder präsent, sodass ich sofort in die Handlung eintauchen konnte.
Wie gewohnt ist auch das Privatleben der Hauptermittler in die Rahmenhandlung eingewoben, was gut passt und auf keinen Fall mehr fehlen darf. Daher kann ich auch nur empfehlen die spannende Thriller-Reihe vom ersten Buch an zu genießen, da es sich auf jeden Fall lohnt, man aber auch in der aktuellen Handlung die „Zwischentöne“  noch besser einordnen kann.
Da diesmal Nabiha Khalid einen wichtigen Part in der Handlung übernimmt und es auch in ihrem familiären Umfeld einige Turbulenzen gibt, darf man gespannt sein, wie es weitergeht.
Ich für meinen Teil vergebe hier die volle Punktzahl für diesen lesenswerten Thriller, der einem spannende Lesestunden bereitet, die für meinen Teil noch länger anhalten hätten können. So darf es gern noch lange mit dieser Buchreihe weitergehen!
Fazit: Volle Punktzahl für Fall Nr. 5, wo eine geballte Ladung an krimineller Energie, den  Spannungsbogen nicht abreißen lässt! Gern weiter so!
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Reese Witherspoon/Harlan Coben: Ohne ein letztes Wort

Goldmann

Harlan Coben ist mir seit vielen Jahren als meisterhafter Geschichtenerzähler bekannt, zuletzt hatte ich seinen Thriller „In tiefster Nacht“ gelesen und hier vorgestellt.
Reese Witherspoon ist mir als Schauspielerin aus den unterschiedlichsten Filmen ein Begriff. Nun haben sich die beiden zusammengetan und den Thriller „Ohne ein letztes Wort“ geschrieben:
Die Handlung beginnt in Nordafrika in einem Flüchtlingslager. Während einer schwierigen Operation bei einem 15-jährigen Jungen, rücken feindliche Milizen immer näher an das Lager heran, stecken es in Brand und die Lage dort spitzt sich lebensbedrohlich zu. Wer fliehen kann, tut das, nur Marc, der operierende Arzt verlässt auch auf mehrfaches Drängen nicht den Op-Tisch, denn er will unbedingt seine Arbeit zu Ende bringen. Dann stürmen die bewaffneten Milizen herein….
Nach einem Zeitsprung von einem Jahr lernt man die renommierte Ärztin für plastische Chirurgie Maggie McCabe kennen, die genau wie ihr verstorbener Mann Marc bei der Armee gedient hat und im Fronteinsatz in Krisengebieten im Einsatz war. Doch nach dem Tod ihres Mannes gerät ihr Leben immer mehr in Schieflage. Sie nimmt Tabletten um den Alltag zu bewältigen, denn sie hat große finanzielle Schwierigkeiten und ganz besonders beruflich ist sie auf dem Tiefpunkt angelangt, denn man hat ihr die Approbation entzogen, d.h. sie darf ihren Beruf nicht mehr ausüben bzw. nicht mehr operieren!
Da kommt das geheimnisvolle Angebot von Dr. Barlow, einem alten Bekannten und mittlerweile – einer der führenden und einflussreichsten plastischen Chirurgen überhaupt – gerade richtig. Er lädt Maggie für weitere Informationen auf sein Luxusanwesen ein, wo er ihr erörtert, dass er im Auftrag eines sehr wohlhabenden, aber menschenscheuen Klienten einen Chirurgen sucht, weil er eine Nasenkorrektur wünscht. Da höchste Diskretion gewünscht wird, steht außer Frage, dass die Bezahlung für diesen Auftrag schwindelerregend hoch ist.
Maggie nimmt ohne lange zu zögern, den Auftrag an. Ein Flugzeug bringt sie an einen geheimen Ort, wo sie sich bald in einem perfekt ausgestatteten Operationssaal wiederfindet. Die Operation gelingt, aber kurze Zeit später ist ihr Patient wie vom Erdboden verschwunden und Maggie gerät in Lebensgefahr….
Ja, was soll ich sagen, ich hatte ehrlich gesagt so meine Schwierigkeiten mit diesem Thriller.
Die Hauptfigur Maggie McCabe wird als brillant, mutig und in ihrem Beruf als Ärztin für plastische Chirurgie aufgehend, beschrieben. Ich fand ihr Handeln bezüglich dem verlockenden Angebot eher blauäugig/naiv und unethisch, denn ohne triftigen Grund bekommt man seine Approbation nicht aberkannt.
Die Gesamthandlung mit einem bunten Mix an Themen wie z.B. Künstliche Intelligenz, plastische Operationen, Luxus pur, aber auch kriminelle Machenschaften wie z.B. Geldwäsche war dann auch noch mit vielen suspekten Mitwirkenden angereichert, die alle keine Sympathiepunkte von mir bekommen, sodass mir das richtige Einordnen und Weiterlesen eher schwerfielen.
Für die Kategorie „Thriller“ war für mich hier zu wenig fesselnde Spannung vorhanden bzw. flackerte sie nur kurz auf, als es um die Frage ging, was in Nordafrika nach dem Eindringen der Milizen weiter passiert war, sonst war Vieles vorhersehbar und nicht überraschend.
Aber wie immer, dies ist nur mein Eindruck von diesem Thriller, hier ist selber lesen angesagt!
Fazit: Schade, dieser Thriller konnte mich leider nicht begeistern 
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Yrsa Sigurdardóttir: Blut

btb

Der neue Thriller „Blut“ führt den Leser in den hohen Norden, genauer gesagt nach Island, wo auf einem Recyclinghof in mehreren Säcken mit Gartenabfällen menschliche Knochen gefunden werden. Dies ist ein Puzzlesteinchen der Gesamthandlung.
Dann lernt man Gunnis kennen, eine junge Frau, deren Traumjob es ist, Köchin auf einem Fischtrawler zu werden, genau wie einst ihr verstorbener Vater es war. Und ihr Traum geht in Erfüllung, als man sie kurzfristig anheuert, um für einen erkrankten Koch einzuspringen.
Sie wird an Bord eher verhalten vom Kapitän und der Mannschaft spürbar ablehnend begrüßt. Sie ahnt, dass es etwas mit dem Tod ihres Vaters zu tun haben könnte, denn auf dem Trawler, auf dem er zuletzt arbeitete, kam es zu einem folgenschweren Brand, den er verursacht haben soll. Neben ihm starben noch viele weitere Menschen bei diesem schrecklichen Ereignis, weswegen man ihr wohl mit Skepsis begegnet. 
Als Gunnis einen Gegenstand findet, den sie ihrem Vater zuordnet und Papiere, die auf den damaligen Brand ein ganz anderes Licht werfen, spannt sich die Lage an Bord an. Es passieren merkwürdige Dinge in ihrem Umfeld, die sie versucht logisch nachzuvollziehen bzw. jemanden dafür ausfindig zu machen, der ihr diese „Streiche“ spielt, was ihr aber nicht gut gelingt, bis es dann lebensbedrohlich für Gunnis wird…
Wer die zuvor erschienenen Thriller „Schnee“, „Nacht“ und „Rauch“ ebenfalls gelesen hat, erkennt sicherlich die Gerichtsmedizinerin Iðunn und den Polizisten Týr hier wieder. Sollte jemand die eben genannten Thriller noch nicht kennen, kann ich sie nur empfehlen, man benötigt aber keine Vorkenntnisse, um der aktuellen Handlung zu folgen.
Tyr und seine Kollegin Karo müssen sich mit einem ausufernden Nachbarschaftsstreit auseinandersetzen, der sich langsam zuspitzt. Auf der einen oder anderen „Zaunseite“ passieren immer neue unerklärliche Dinge, wo ein bereits verstorbener Hund wieder „auftaucht“ und dann auch noch ein Fragen aufwerfender Todesfall die einstige ruhige Wohngegend erschüttert…
Und in Iðunns Aufgabenkreis fällt dann die Untersuchung des oben erwähnten menschlichen Knochenfundes.
Den angenehmen, ruhigen Erzählstil der isländischen Autorin kenne und mag ich bereits seit vielen Jahren, denn ich habe alle ihre bisher in Deutschland erschienen Bücher gelesen.
Auch diesmal schwört sie peu à peu eine düstere, nichts Gutes ahnende Atmosphäre herauf. Die bildhafte Sprache lässt einem in manchen Szenen die Nackenhaare hochstehen. Man rätselt mit, wer an Bord oder auch in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt. Tatsächlich war mir eine Figur von Anfang an, nicht ganz geheuer und ich lag damit richtig, was ich aber nicht als Punktabzug werte, denn das eigentliche Geschehen und was sich dahinter noch alles verbirgt, konnte ich natürlich nicht erahnen. Alles in allem hat mir dieser „ruhig“ erzählte Thriller wieder sehr gut gefallen und ich kann nur meine Lese-Empfehlung aussprechen und bin auf den nächsten Thriller der Autorin gespannt.
Fazit: Ruhig erzählter, sich langsam aufbauender Thriller mit Gänsehautmomenten, den man nicht verpassen sollte!
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Satu Rämö: Hildur – Die Toten am Meer

Heyne

Bereits zum vierten Mal geht es in den hohen Norden, genauer gesagt nach Island, wo die Kriminalpolizistin – und Titelfigur dieser Krimi-Reihe – Hildur Rúnarsdóttir in Ísafjörður arbeitet. Um ihre privaten Probleme und den Berufsalltag für einige Zeit aus dem Kopf zu bekommen, greift sie sich gern ihr Surfbrett und fährt ans Meer.
Doch so richtig viel Zeit dafür hat sie im aktuellen Buch „Die Toten am Meer“ nicht, da ihr kriminalistisches Feingefühl gefragt ist, wie auch zuletzt in „Schatten des Nordlichts“. Gemeinsam mit ihrem aus Finnland stammenden Kollegen Jakob bekommt sie eine Vielzahl an Fällen „auf den Tisch“:
Ganz besonders gefällt mir an dieser Reihe, die angenehme und bildhafte Erzählweise der Autorin und wie sich aus vielen Teilchen nach und nach die Gesamthandlung zusammensetzt. Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack: 
Hildurs Schwester Rosa ist ins leer stehende Elternhaus gezogen und renoviert es eigenständig. Bei notwendigen Erdarbeiten entdeckt man vier menschliche Skelette. Von den polizeilichen Ermittlungen ist Hildur ist zwar ausgeschlossen, trotzdem recherchiert sie in der Vergangenheit ihrer Familie, des Ortes und der näheren Umgebung, um herauszubekommen, was auf dem elterlichen Grundstück geschehen ist. 
Island wird besonders in den Sommermonaten von vielen Kreuzfahrtschiffen angesteuert, sodass immer mehr Touristen ins Land kommen. Während gerade eines dieser Schiffe im Hafen liegt, taumelt blutüberströmt ein Mann mit schweren Gesichtsverletzungen in Richtung Innenstadt. Man nimmt sich seiner an und bringt ihn ins nahegelegene Krankenhaus. Auf Hildur wirkt der Mann verängstigt, doch ihre Fragen will/kann er nicht beantworten. Nur auf das Kreuzfahrschiff will er auf gar keinen Fall …
Diebstähle in Sommerhäusern und im Seniorenheim des Ortes beschäftigen die Ermittler. Hildur verbindet ihre Recherchen im Heim mit einem ihrer regelmäßigen Besuche bei Helga, einer alten, aber geistig noch recht regen Freundin ihrer Mutter. Von einem Tag auf den anderen ist Helga tot. Bei Hildur kommen Zweifel an einer natürlichen Todesursache auf und sie sollte recht behalten.
Wer die Reihe wie ich von Anfang an kennt, wird keine Mühe haben, sich im Geschehen zurechtzufinden. Anderen Lesern kann ich nur empfehlen, diese lesenswerte, besondere Krimi-Reihe von Beginn an zu genießen, um so die Feinheiten der Rahmenhandlung richtig einordnen zu können. 
Mir gefällt diese etwas andere, leise erzählte Krimi-Reihe aus Island sehr gut. Neben den polizeilichen Ermittlungen erfährt man viel über das Land und seine Bewohner. Die beiden (Haupt)-Figuren Hildur und Jakob, ihr Privatleben und ihre Sorgen und Nöte sind einem mittlerweile gut bekannt, was auch in der aktuellen Rahmenhandlung weitererzählt wird und keinesfalls fehlen darf. 
Auch wenn knisternde Spannung hier nicht wirklich greifbar ist, konnte ich das Buch nicht aus den Händen legen. Seite um Seite flog nur so dahin, weswegen ich die volle Punktzahl vergebe und gespannt bin, wie es im Leben von Hildur und Co. weitergeht.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen leise erzählten Kriminalroman, der einen von der ersten Seite einfängt und festhält, weswegen die Reihe gern noch lange weitergehen darf!
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Max Bentow: Rabenland

Goldmann Verlag  Ebook

Fall Nr. 2 für Nils Trojan und Carlotta Weiss

Mit „Eulenschrei“ startete Max Bentow eine neue Thriller-Reihe, wo sein bekannter, zuvor in mehr als zehn Bänden agierender Berliner Kommissar Nils Trojan nun mit der Kriminalpsychologin Carlotta Weiss ein Ermittler-Duo bildet. 
Die Zusammenarbeit der beiden fand ich gelungen, genau wie den nervenaufreibenden Thriller, der die Höchstpunktzahl von mir erhielt.
Jetzt ist „Rabenland“ erschienen, dessen Coverbild sehr gut widerspiegelt, welche Szenerien in der aktuellen Handlung immer wieder auftauchen und für eine angstschürende und düstere Stimmung sorgen.
333 Tage sind vergangen, seit Lilly Steiner wie vom Erdboden verschluckt ist. Ihr Zwillingsbruder Daniel sitzt mit seinen Eltern am Kaffeetisch, denn es ist sein 18. Geburtstag. Die Stimmung ist gedrückt, denn Lillys Stuhl ist immer noch leer. Es herrscht in der Familie große Ratlosigkeit, wenn es darum geht, was mit Lilly geschehen sein könnte.
Auf einer Landstraße, die an ein großes Waldgebiet grenzt, läuft unvermittelt ein junges Mädchen vor ein vorbeifahrendes Auto. Der Autofahrer hilft ihr aufzustehen, doch sie wirkt völlig panisch und verwirrt, er fährt sie vor ein Krankenhaus.
Dort erzählt das Mädchen, dass sie Lilly Steiner heiße, sich aber sonst an nichts mehr erinnern könne..
Nils Trojan und Carlotta Weiss eilen ins Krankenhaus, doch um herauszufinden, was Lilly in der Zwischenzeit durchmachen musste, braucht es viel Geduld und Zeit. Sie ist völlig traumatisiert und erinnert sich nicht daran, was mit ihr geschehen ist. 
Einige Zeit vergeht und sie darf nach Hause gehen. Alles fühlt sich für sie fremd an, auch die Menschen, die sie umgeben.  Nur ihren Zwillingsbruder zieht sie später ins Vertrauen und erzählt von einem Wald, von Raben und dass sie deren Sprache verstehe und sich mit ihnen verständigen könne..
Ab hier wird es gruselig, unheimlich und düster.
Das an die Landstraße grenzende schwer zugängliche Waldgebiet, wo Lilly aufgefunden wurde, wird von einem Suchteam nebst Nils und Carlotta erkundet, wo sie auf erschreckende Dinge stoßen und lautstark von einer großen Schar Raben in Augenschein genommen werden….
Mehr über den Inhalt möchte ich nicht verraten, denn was sich Max Bentow wieder hat einfallen lassen, liest sich flüssig. Die Seiten fliegen nur so dahin und es gibt reichlich Gänsehautmomente, wo nicht nur Nils und Carlotta die Nackenhaare hochstehen. Durch die bildhafte Sprache wird eine unheilvolle Atmosphäre heraufbeschworen, die bis ganz zum Schluss anhält.
Mir hat der aktuelle Thriller gut gefallen, der Inhalt reicht aber insgesamt an den Vorgängerband nicht heran. Besonders ungewohnt, war für mich, dass ich recht schnell ahnte, wer hier sein Unwesen treibt und auch richtig lag. Die Figur fand ich zu „überzeichnet“ und das ganze Benehmen merkwürdig. Zwar konnte ich den genauen Ausgang der Geschichte nicht erahnen, fand aber die Auflösung auch nicht so gut gelungen und etwas „unrund“, was schade ich, denn das Thema selbst fand ich interessant und spannend. 
Dennoch vergebe vier von fünf möglichen Punkten und hoffe, dass die Reihe weiter fortgeführt wird.
Fazit: Etwas schwächer als der Vorgängerband, aber auf jeden Fall nervenaufreibend und lesenswert!
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Catherine Sheperd: Das heimliche Zimmer

Kafel Verlag

Fall Nr. 10 für Laura Kern, der Spezialermittlerin des LKA Berlin
Ein Jahr ist vergangen seit „Der Betrachter“, ein Serienmörder, der bei seinen Opfern ein besonderes „Geschenk“ hinterließ, von Laura Kern und ihrem Kollegen Max Hartung entlarvt wurde.
Nun ist mit „Das heimliche Zimmer“ ein neuer Thriller aus der Feder von Catherine Shepherd erschienen und führt das Ermittler-Duo Kern und Hartung in den Berliner Stadtteil Moabit. Dort wurde in einer stillgelegten U-Bahn-Station von einem Drogenabhängigen die Leiche eines Schülers entdeckt.  
Vor Ort angekommen, bietet sich den beiden eine trostlose, düstere und voller Graffiti besprühte Szenerie, die nur so vor Schmutz strotzt und fürchterlich stinkt. Langsam bewegen sie vorwärts und im Schein ihrer Taschenlampen entdecken sie dann, den an einer Säule befestigten ca. 16-jährigen Teenager, dessen T-Shirt voller Blut ist. Aus seiner Brust ragt ein Gegenstand und seine leblosen Augen starren sie an.
Ein Schulkamerad, mit dem der Tote zuvor Streit hatte, rückt in den Fokus der Ermittlungen, doch dessen Erinnerungsvermögen hat durch Drogenkonsum Lücken und die Beweislage gegen ihn ist dürftig, bis dann ein weiterer Mord in seinem Umfeld geschieht…..
Wer die Thriller von Catherine Shepherd kennt und liebt, so wie ich, der stimmt mir sicherlich zu, wenn ich sage, dass die Autorin eine meisterhafte Geschichtenerzählerin ist und sehr geschickt „das Böse“ in ihren Büchern versteckt.  Auch im aktuellen Thriller bleibt der Spannungsbogen bis zum Schluss gespannt und erst dann öffnet sich der Vorhang und man erkennt, wer sein hier Unwesen getrieben hat.
Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Autorin den Kriminalfall diesmal im Bereich Jugend/Schule etc. hat spielen lassen und wie gut ihr hier die ganze damit verbundene Thematik gelungen ist.
Ach übrigens, noch ein kleiner Hinweis, was es mit dem titelgebenden „heimlichen Zimmer“ auf sich hat, denn das erschließt sich dem Leser erst im Verlauf des Geschehens, was gut passt.
Ich für meinen Teil freue mich immer, wenn es neuen Lesestoff von Catherine Shepherd gibt, denn nervenaufreibende Spannung bis zum Schluss ist immer garantiert und ich kann nur jeden ihrer Thriller – ganz besonders auch diesem – meine unbedingte Leseempfehlung geben!
Fazit: Glückwunsch an die Autorin für den 10. Fall der Thriller-Reihe um Laura Kern, der spannungsgeladen ist und mit einem unvorhersehbaren Ende nochmal extra punkten kann!
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Johannes Selåker: BLUTLINIEN – Das Mädchen im Wald

blanvalet

Von Johannes Selåker kenne ich bereit den Kriminalroman „Sommersonnenwende“, den er gemeinsam mit Pascal Engman geschrieben hat.
Nun ist sein Buch „BLUTLINIEN – Das Mädchen im Wald“ erschienen, das den Start einer neuen Thriller-Reihe einleitet.
Das seitenstarke Werk spielt rings um die nordschwedische Stadt Umeå und setzt sich aus unterschiedlichen Handlungssträngen zusammen bzw. wird aus Sicht verschiedener Personen erzählt.
Als Resümee der Gesamthandlung, möchte ich schon mal vorweg anmerken, dass man hier starke Nerven braucht!
Bereits im Prolog standen mir die Nackenhaare hoch: Vor laufender Kamera stirbt eine junge Frau und das kann man live im Internet sehen!
Der persönliche Hintergrund dieser jungen Frau ist ein Teil der Handlung, die zu einer sektenähnlichen Glaubensgemeinschaft führt, wo strenge Regeln an der Tagesordnung sind und bei Verfehlungen wie z. B. der Besitz/der Nutzung eines Handys schwere Strafen drohen.
Die Verbindung zur Glaubensgemeinschaft und der Tod der jungen Frau beschäftigen sämtliche Medien und die Schlagzeilen überschlagen sich.
Sabotageaktionen einer unbekannten Gruppe, die anfangs noch kein großes Aufsehen erregen, übernehmen dann schnell die Schlagzeilen. Das Treiben der Unbekannten häuft sich und die Gewaltbereitschaft steigert sich von Mal zu mal.  Es dauert nicht lange, bis der erste Todesfall mit dieser Gruppierung in Verbindung gebracht wird.
Wie bereits erwähnt, sind die beiden oben aufgeführten Geschehnisse schlagzeilenträchtig. Die Recherche in beiden Fällen übernimmt die gerade aus privaten Gründen nach Umeå gezogene Journalistin Selma Halilović.
Während eine Schlagzeile die nächste jagt, stößt Selma auf merkwürdige Verbindungen zwischen den beiden Fällen, denen sie unbedingt nachgehen will. Mit diesen Spekulationen stößt sie aber bei ihrem Arbeitgeber auf taube Ohren, weswegen sie auf eigene Faust nachforscht und dabei völlig ausblendet, in welche Gefahr sie sich dabei begibt…
Ich muss gestehen, ich habe mich etwas schwergetan mit dem Lesen dieses Thrillers. Woran es genau lag, kann ich nicht benennen. Vielleicht lag es an der Übersetzung, denn ich musste teilweise Worte nachschlagen oder übersetzen lassen, die mir nicht geläufig waren, um dann überhaupt den Sinn einiger Sätze zu verstehen. Durch diese „Pausen“ zerriss immer wieder der Spannungsfaden, was schade ist.
Außerdem hatte ich große Schwierigkeiten mit der Figur der Selma. Ihre Gedankengänge, ihr merkwürdiges Verhalten, sowohl arbeitsmäßig als auch zwischenmenschlich konnte ich schwer nachvollziehen, obwohl sie eine gute „Spürnase“ hat. 
Alles in allem vergebe ich drei von fünf Punkten, da dies aber der Auftakt einer Thriller-Reihe ist, möchte ich erst noch abwarten, wie sich der weitere Verlauf entwickelt.
Fazit: Eher durchschnittler Thriller-Reihen-Start und nichts für schwache Nerven
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Harlan Coben: In tiefster Nacht

Goldmann

Der amerikanische Schriftsteller Harlan Coben gehört zu meinen Lieblingsautoren, denn seine spannenden und wendungsreichen Thriller können mich schon über viele Jahre hinweg immer wieder begeistern, zuletzt habe ich von ihmWas im Dunkeln liegt gelesen/gehört und hier vorgestellt.
Gerade ist sein neuester Thriller In tiefster Nacht“ erschienen, in den ich hier ein wenig Einblick geben möchte:
Im Prolog lernt man den 21-jährigen Amerikaner Sami Kierce kennen, der gerade seinen College-Abschluss in der Tasche hat und als Rucksack-Tourist durch Europa reist. Er ist im spanischen Málaga angekommen, wo er die charmante Anna kennen und lieben lernt. Gemeinsam verbringen sie die nächsten Tage und genießen nebst Alkohol und Drogen das Leben in vollen Zügen.
Nach einer ausschweifenden Nacht erwacht Sami mit „dicken Kopf“ in einem Bett. Er ist überall mit Blut besudelt, hält ein blutverschmiertes Messer in der Hand und neben ihm liegt die tote Anna!
Was war geschehen? – Sami kann die Frage nicht beantworten, er hat den totalen Black-out!
22 Jahre später lebt Sami Kierce in New York City. Er hat privat einige Höhen und Tiefen durchlebt und beruflich hält er sich nach seiner Suspendierung als Police Detective mit Kursen an einer Abendschule über Wasser. Und genau in so einer Unterrichtsstunde passiert es: Zwischen seinen Kursteilnehmern entdeckt er sie: Anna! 
Ihre Blicke treffen sich und Sami ist irritiert, aber es besteht für ihn kein Zweifel, dass sie es ist – dann ist sie auch schon wieder verschwunden.
Sami kann es nicht fassen, er sprintet hinter der Frau her, will sie zur Rede stellen, um endlich eine Antwort zu bekommen, was damals in Spanien passiert ist, denn diese zerstörerische Ungewissheit hat sein ganzes Leben beherrscht.  Nun will er nur noch eins: Anna finden! 
Einmal mehr hat Harlan Coben hier bewiesen, dass er ein meisterhafter Geschichtenerzähler ist. Die Handlung hat mich sofort „eingefangen“ und die Seiten flogen nur so dahin. Nicht nur Sami Kierce will nach dem traumatischen Erlebnis in Spanien wissen, was passiert ist. Auch als Leser rätselt man unweigerlich mit, bekommt aber auch viele neue Wendungen im Geschehen präsentiert, sodass man auch ein bisschen aufpassen muss, dass man bei den vielen Mitwirkenden, nicht „falsch abbiegt“. Doch durch den angenehmen, flüssigen Erzählstil ist man schnell wieder in der Spur und kann das packende und Gänsehaut machende Ende dieses Thrillers genießen.
Fazit: Düster, bewegend, nervenaufreibend und fesselnd erzählter Thriller, den man unbedingt lesen sollte!
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