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Ellis – Staffel 1

Edel Motion VÖ 29.08.25

Britische Krimi/Thriller-Serien konnten mich schon immer begeistern und viele davon schaue ich auch gern immer mal wieder an.
Nun gibt es mit der ersten Staffel der Serie „Ellis“ Nachschub für das Heimkino:
Aus der Vielzahl der bisher bekannten/erfolgreichen Krimi-Serien sticht diese gleich mal sehr positiv hervor, denn die namengebende Titelfigur DCI Ellis ist eine farbige Polizistin, wunderbar besetzt mit der gebürtigen Londonerin mit jamaikanischen Wurzeln, Sharon D Clarke.
Angesiedelt ist die drei Episoden á 90 Minuten umfassende Handlung  im Peak District, einer eher ländlichen Gegend im Norden Englands.
Ohne groß auf die einzelnen Kriminalfälle einzugehen, nur ein orientierender Blick auf die Rahmenhandlung:
Aus einem See ragt halb ein Auto heraus als es entdeckt wird. Im Inneren wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Brisant wird es, als feststeht, dass es sich bei dem Toten um den Sohn einer ehemaligen Abgeordneten handelt. Diese hatte schon früher große Ressentiments gegen die örtliche Polizei, der sie nicht vertraut, weswegen sie ihren Einfluss gelten macht und man DCI Ellis aus London abkommandiert, um die örtliche Polizei, sprich DCI James Belmont und sein Team zu unterstützen.
Bei dem kommt diese „Hilfe“ nicht gut an, denn von Einmischung von „außen“ hält er nichts. Aber um den Schein zu wahren, stellt man der unbeirrbaren DCI den etwas schüchtern wirkenden, aber durchaus cleveren DS Chet Harper (Andrew Gower) zur Seite. Eigentlich soll er seinen Vorgesetzten über jeden Schritt informieren, den DCI Ellis tut, da er aber schnell erkennt, was für eine gut beobachtende und ganz besonders toughe Ermittlerin sie ist, muss er sich bald entscheiden, wem seine Loyalität gehört. 
Die beiden bilden recht schnell ein zwar ungleiches, aber effektives und erfolgreiches Ermittler-Team, dem man gern über die Schulter schaut, wenn sie zu kniffligen, bisher ungelösten Fällen gerufen werden, wo die örtlichen Reviere nicht weitergekommen sind. Dies ist auch eine Besonderheit der Serie, denn ein eigenes Büro bzw. eine feste Einsatzstelle hat das Duo nicht, weswegen sie sich immer wieder auf neue Gegebenheiten einstellen müssen.
Man spürt von Anfang an, dass die Chemie zwischen dem neuen Ermittler-Duo nicht nur vor der Kamera stimmt, sondern auch dahinter – wie man es auch im Bonus-Material von den Schauspielern selbst hören kann.
Ich für meinen Teil kann diese neue britische Krimi-Serie nur empfehlen und würde mich über eine baldige Fortsetzung freuen!
Fazit: Die neue sehenswerte britische Krimi-Serie punktet mit spannenden Fällen und einem ungleichen, aber Köpfchen habenden Ermittler-Duo! Gern mehr davon!
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Arno Strobel: Welcome Home

argon Verlag  NetGalley.de

Von Arno Strobel habe ich in letzter Zeit seine spannende „Mörderfinder-Reihe“ um den Fallanalytiker Max Bischoff gehört oder gelesen, kenne aber auch einige „Outstanding-Thriller“ von ihm.
Bei seinem neuen Werk „Welcome Home“ habe ich mich für die Hörbuch-Version entschieden. Die Lesung hat Sascha Rotermund übernommen, was immer eine gute Wahl ist, denn seine angenehme Stimme/Vortragsweise kenne ich bereits aus vielen anderen Hörbüchern.
Die aktuelle Handlung spielt im Spessart. In der neu entstandenen Siedlung „Auf Mons“ beziehen Ines und Marco Winkler mit ihrer vierjährigen Tochter Emilia und dem Labradoodle James ihr neues Haus. Sie sind überglücklich, dass ihr Traum von einem Eigenheim Realität geworden ist. Die gesamte Nachbarschaft entpuppt sich als freundlich, nett und hilfsbereit.
Doch das Glücksgefühl währt nur kurz, denn bereits in der ersten Nacht wird Marco von Geräuschen im Haus geweckt. Erst schenkt er denen keine große Beachtung, bis dann James anfängt, unaufhörlich zu knurren.
In der nächsten Nacht weckt Ines Marco auf, sie ist völlig verängstigt, denn sie ist aus dem Schlaf aufgeschreckt, weil sie das Gefühl hatte, dass jemand an ihrem Bett steht und sie beobachtet. Marco macht einen Kontrollgang durchs Haus, dort ist aber niemand und es gibt keine weiteren Auffälligkeiten. 
Die Vorkommnisse häufen sich und besonders Ines wird immer ängstlicher, zumal nun auch von dem einen oder anderen Nachbarn ähnliche Dinge berichtet werden und in einem leerstehenden Haus in der unmittelbaren Nähe der Winklers eine schrecklich zugerichtete Frauenleiche entdeckt wird…
Die hier heraufbeschworene Szenerie und den damit verbundenen weiteren Verlauf kennt man schon aus dem einen oder anderen Gruselfilm oder Thriller, sodass die „Gänsehautmomente“ mich nicht unbedingt überrascht haben.
Etwas merkwürdig fand ich, wie das zuständige Ermittler-Team hier agiert. Es hat mich doch sehr überrascht, dass auf Druck von Marco, er Einblick in die polizeilichen Ermittlungen bekommt!
Zwar gibt es die eine oder andere Wendung in der Handlung und auch in Richtung Showdown kommt etwas mehr Spannung auf, doch insgesamt fand ich die hier erzählte Geschichte eher mittelmäßig, da zu vorhersehbar.  
Hervorheben kann ich nur die gekonnte und hörenswerte Lesung von Sascha Rotermund, die mir wieder gut gefallen hat.
Fazit: Eher mittelmäßige Story, der es anfangs auch an Spannung fehlt, was aber durch eine hörenswerte Lesung durch Sascha Rotermund gut aufgefangen wird!
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Satu Rämö: Hildur – Die Toten am Meer

Heyne

Bereits zum vierten Mal geht es in den hohen Norden, genauer gesagt nach Island, wo die Kriminalpolizistin – und Titelfigur dieser Krimi-Reihe – Hildur Rúnarsdóttir in Ísafjörður arbeitet. Um ihre privaten Probleme und den Berufsalltag für einige Zeit aus dem Kopf zu bekommen, greift sie sich gern ihr Surfbrett und fährt ans Meer.
Doch so richtig viel Zeit dafür hat sie im aktuellen Buch „Die Toten am Meer“ nicht, da ihr kriminalistisches Feingefühl gefragt ist, wie auch zuletzt in „Schatten des Nordlichts“. Gemeinsam mit ihrem aus Finnland stammenden Kollegen Jakob bekommt sie eine Vielzahl an Fällen „auf den Tisch“:
Ganz besonders gefällt mir an dieser Reihe, die angenehme und bildhafte Erzählweise der Autorin und wie sich aus vielen Teilchen nach und nach die Gesamthandlung zusammensetzt. Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack: 
Hildurs Schwester Rosa ist ins leer stehende Elternhaus gezogen und renoviert es eigenständig. Bei notwendigen Erdarbeiten entdeckt man vier menschliche Skelette. Von den polizeilichen Ermittlungen ist Hildur ist zwar ausgeschlossen, trotzdem recherchiert sie in der Vergangenheit ihrer Familie, des Ortes und der näheren Umgebung, um herauszubekommen, was auf dem elterlichen Grundstück geschehen ist. 
Island wird besonders in den Sommermonaten von vielen Kreuzfahrtschiffen angesteuert, sodass immer mehr Touristen ins Land kommen. Während gerade eines dieser Schiffe im Hafen liegt, taumelt blutüberströmt ein Mann mit schweren Gesichtsverletzungen in Richtung Innenstadt. Man nimmt sich seiner an und bringt ihn ins nahegelegene Krankenhaus. Auf Hildur wirkt der Mann verängstigt, doch ihre Fragen will/kann er nicht beantworten. Nur auf das Kreuzfahrschiff will er auf gar keinen Fall …
Diebstähle in Sommerhäusern und im Seniorenheim des Ortes beschäftigen die Ermittler. Hildur verbindet ihre Recherchen im Heim mit einem ihrer regelmäßigen Besuche bei Helga, einer alten, aber geistig noch recht regen Freundin ihrer Mutter. Von einem Tag auf den anderen ist Helga tot. Bei Hildur kommen Zweifel an einer natürlichen Todesursache auf und sie sollte recht behalten.
Wer die Reihe wie ich von Anfang an kennt, wird keine Mühe haben, sich im Geschehen zurechtzufinden. Anderen Lesern kann ich nur empfehlen, diese lesenswerte, besondere Krimi-Reihe von Beginn an zu genießen, um so die Feinheiten der Rahmenhandlung richtig einordnen zu können. 
Mir gefällt diese etwas andere, leise erzählte Krimi-Reihe aus Island sehr gut. Neben den polizeilichen Ermittlungen erfährt man viel über das Land und seine Bewohner. Die beiden (Haupt)-Figuren Hildur und Jakob, ihr Privatleben und ihre Sorgen und Nöte sind einem mittlerweile gut bekannt, was auch in der aktuellen Rahmenhandlung weitererzählt wird und keinesfalls fehlen darf. 
Auch wenn knisternde Spannung hier nicht wirklich greifbar ist, konnte ich das Buch nicht aus den Händen legen. Seite um Seite flog nur so dahin, weswegen ich die volle Punktzahl vergebe und gespannt bin, wie es im Leben von Hildur und Co. weitergeht.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen leise erzählten Kriminalroman, der einen von der ersten Seite einfängt und festhält, weswegen die Reihe gern noch lange weitergehen darf!
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Max Bentow: Rabenland

Goldmann Verlag  Ebook

Fall Nr. 2 für Nils Trojan und Carlotta Weiss

Mit „Eulenschrei“ startete Max Bentow eine neue Thriller-Reihe, wo sein bekannter, zuvor in mehr als zehn Bänden agierender Berliner Kommissar Nils Trojan nun mit der Kriminalpsychologin Carlotta Weiss ein Ermittler-Duo bildet. 
Die Zusammenarbeit der beiden fand ich gelungen, genau wie den nervenaufreibenden Thriller, der die Höchstpunktzahl von mir erhielt.
Jetzt ist „Rabenland“ erschienen, dessen Coverbild sehr gut widerspiegelt, welche Szenerien in der aktuellen Handlung immer wieder auftauchen und für eine angstschürende und düstere Stimmung sorgen.
333 Tage sind vergangen, seit Lilly Steiner wie vom Erdboden verschluckt ist. Ihr Zwillingsbruder Daniel sitzt mit seinen Eltern am Kaffeetisch, denn es ist sein 18. Geburtstag. Die Stimmung ist gedrückt, denn Lillys Stuhl ist immer noch leer. Es herrscht in der Familie große Ratlosigkeit, wenn es darum geht, was mit Lilly geschehen sein könnte.
Auf einer Landstraße, die an ein großes Waldgebiet grenzt, läuft unvermittelt ein junges Mädchen vor ein vorbeifahrendes Auto. Der Autofahrer hilft ihr aufzustehen, doch sie wirkt völlig panisch und verwirrt, er fährt sie vor ein Krankenhaus.
Dort erzählt das Mädchen, dass sie Lilly Steiner heiße, sich aber sonst an nichts mehr erinnern könne..
Nils Trojan und Carlotta Weiss eilen ins Krankenhaus, doch um herauszufinden, was Lilly in der Zwischenzeit durchmachen musste, braucht es viel Geduld und Zeit. Sie ist völlig traumatisiert und erinnert sich nicht daran, was mit ihr geschehen ist. 
Einige Zeit vergeht und sie darf nach Hause gehen. Alles fühlt sich für sie fremd an, auch die Menschen, die sie umgeben.  Nur ihren Zwillingsbruder zieht sie später ins Vertrauen und erzählt von einem Wald, von Raben und dass sie deren Sprache verstehe und sich mit ihnen verständigen könne..
Ab hier wird es gruselig, unheimlich und düster.
Das an die Landstraße grenzende schwer zugängliche Waldgebiet, wo Lilly aufgefunden wurde, wird von einem Suchteam nebst Nils und Carlotta erkundet, wo sie auf erschreckende Dinge stoßen und lautstark von einer großen Schar Raben in Augenschein genommen werden….
Mehr über den Inhalt möchte ich nicht verraten, denn was sich Max Bentow wieder hat einfallen lassen, liest sich flüssig. Die Seiten fliegen nur so dahin und es gibt reichlich Gänsehautmomente, wo nicht nur Nils und Carlotta die Nackenhaare hochstehen. Durch die bildhafte Sprache wird eine unheilvolle Atmosphäre heraufbeschworen, die bis ganz zum Schluss anhält.
Mir hat der aktuelle Thriller gut gefallen, der Inhalt reicht aber insgesamt an den Vorgängerband nicht heran. Besonders ungewohnt, war für mich, dass ich recht schnell ahnte, wer hier sein Unwesen treibt und auch richtig lag. Die Figur fand ich zu „überzeichnet“ und das ganze Benehmen merkwürdig. Zwar konnte ich den genauen Ausgang der Geschichte nicht erahnen, fand aber die Auflösung auch nicht so gut gelungen und etwas „unrund“, was schade ich, denn das Thema selbst fand ich interessant und spannend. 
Dennoch vergebe vier von fünf möglichen Punkten und hoffe, dass die Reihe weiter fortgeführt wird.
Fazit: Etwas schwächer als der Vorgängerband, aber auf jeden Fall nervenaufreibend und lesenswert!
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Danielsson/Voosen: Schwüre, die wir brechen

KiWi-Verlag   NetGalley.de

Im September letzten Jahres startete mit „Tode, die wir sterben“ die neue schwedische Krimi-Reihe um den Malmöer Kommissar Jon Nordh und die aus Nordschweden stammende Ermittlerin Svea Karhuu. Die beiden charakterlich recht unterschiedlichen Hauptfiguren müssen sich erst einmal aneinander gewöhnen, um den recht kniffligen Fall zu lösen. Auch privat hat jeder sein Päckchen zu tragen, was in die Rahmenhandlung eingewoben wurde.
Vom Inhalt des aktuellen Krimis „Schwüre, die wir brechen“ darf man nicht so viel erzählen, damit hier die Lesefreude nicht getrübt und der Nervenkitzel nicht verloren geht, daher gibt es hier nur einen kleinen Einblick:
Es beginnt mit einem bizarren Leichenfund: Der kaum bekleidete männliche Tote liegt auf dem Boden eines Bootes und ihm fehlt sein Kopf bzw. wurde an seiner statt der eines Krokodils angenäht…
Kein alltäglicher Anblick und kein einfach gelagerter Fall für die beiden Ermittler North und Karhuu, die bald mit weiteren „kopflosen“ Leichen, denen ebenfalls Tierköpfe angenäht wurden, konfrontiert werden. Auch tauchen im Zusammenhang mit den Morden im weiteren Verlauf an Hieroglyphen erinnernde Zeichen auf, die erst einmal entschlüsselt werden müssen. Diese aufsehenerregenden Mordfälle bleiben den Medien nicht lange verborgen und werden von einer True-Crime-Podcasterin noch mit immer mehr unschönen Informationen befeuert, was die Bevölkerung in große Aufregung versetzt…
Die Gesamthandlung setzt sich wie ein großes Puzzle aus unterschiedlichen Zeitebenen, Handlungsorten und recht gruseligen Szenerien zusammen. Im Verlauf kristallisieren sich einige „markante“ Personen aus der Vielzahl an Mitwirkenden heraus, aus deren Perspektive fügt sich nach und nach alles zusammen.
Ich muss sagen, diesmal ist es dem Autoren-Duo wesentlich besser gelungen „den roten Faden“ zu markieren, sodass hier von Anfang an Spannung erzeugt wird, die bis zum Schluss anhält, was mir gut gefallen hat. Besonders gelungen ist meiner Ansicht nach auch der Einblick ins Seelenleben der „markanten“ Personen, wo so manche menschliche Tragödie sichtbar wird und nicht nur spannender Nervenkitzel bei der Jagd nach „dem Bösen“ zum Vorschein kommt.
Ich vergebe hier vier von fünf Punkten für diesen thematisch sehr interessanten und spannungsgeladenen Krimi, der Lust auf mehr macht und man gespannt sein darf, wie es weitergeht!
Fazit: Deutliche Steigerung zum Debüt! Hier gibt es Nervenkitzel mit spannend, ausgefeilter Thematik! So darf es gern weitergehen!
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Karen Inge Nielsen: Niemand rettet Dich

Piper

Mit „Niemand rettet Dich“ ist die Trilogie der „Grenzland-Reihe“ jetzt komplett.
Bevor ich auf den Inhalt des Abschlussbandes eingehe, gibt es hier noch mal einen kleinen Rückblick, was zuvor geschah:
Die Gesamthandlung spielt im Grenzland zwischen Dänemark und Deutschland, wo auf „beiden Seiten“ schreckliche Morde geschehen. Um diese aufzuklären sind grenzüberschreitende Ermittlungen notwendig, weswegen Kommissar Thomas Beckmann in Deutschland die „Ermittlungs-Fäden“ in der Hand hält und Kommissar Mads Lindstrøm auf dänischer Seite.
Ihre Aufklärungsquote kann sich sehen lassen, aber Sympathiepunkte bekommt keiner der beiden von mir.
Band 1 „Niemand hört Dich“ hat es handlungsmäßig in sich und man braucht echt starke Nerven, um die recht detaillierten und anschaulich geschilderten Szenerien, wo z. B. wehrlose Personen auf brutalste Weise gequält oder Kinder ermordet werden, zu ertragen.
Deshalb war das Debüt auch nicht ganz nach meinem Geschmack, da ich die Thematik doch recht schwer verdaulich fand. Den nächsten Band wollte ich aber noch abwarten, um zu sehen, wie es weitergeht.
Eingewoben in die Rahmenhandlung ist auch Mads Lindstrøms verbissene Suche nach einer Erklärung, weswegen der Tod seines Vaters, der ebenfalls Mordermittler war, als Selbstmord eingestuft wurde. Er zweifelt stark daran, vermutet eher Zusammenhänge mit einem alten Mordfall aus 1998, mit dem sich sein Vater vor seinem Tod beschäftigt hatte. Weil Mads sich diesbezüglich nicht von seiner Meinung abbringen lässt, kommt es immer wieder zu Streitereien zwischen ihm und seiner Schwester….
In Band 2 „Niemand sieht Dich“ wirken noch die vorherigen Ereignisse nach. Doch das Verbrechen schläft auch diesmal nicht, Mads Lindstrøm wird zu einem brutalen Mord an einer Pastorin beordert. Auf deutscher Seite findet man im Moor eine Männerleiche.
In beiden Fällen gehen die Ermittlungen eher schleppend voran, bis sich dann durch ein altes Foto eine vielversprechende Verbindung zwischen den Morden ergibt, weswegen wieder grenzübergreifend ermittelt wird.
Der zweite Band hat mir wesentlich besser gefallen, wenngleich durch den anschaulichen Erzählstil auch hier starke Nerven erforderlich sind, aber fesselnde, spannende Unterhaltung ist auf jeden Fall gegeben.
Und nun endlich zum aktuellen Geschehen:
Mads hat im einstigen Haus seines Vaters in der Wand des Wintergartens ein Projektil entdeckt. Er lässt es analysieren, denn die Zweifel am Selbstmord seines Vaters nagen immer noch an ihm. Und überraschenderweise gibt es Hinweise auf den alten Mordfall aus dem Jahr 1998, in dem sein Vater ermittelt und sich bis vor seinem Tod beschäftigt hatte. 
Der brutale Mordfall an einer älteren deutschen Frau, führt die beiden Kommissare Beckmann und Lindstrøm ermittlungstechnisch wieder zusammen. Ein Teilabdruck eines Fingers an der Leiche der Frau gehört zu einem verurteilten Mörder und zeigt in Richtung des alten Mordfalls aus dem Jahr 1998…
Bis hier die Lösung präsentiert wird, wie alles zusammenhängt, passiert so einiges und es kommt zu unschönen verbalen Auseinandersetzungen zwischen Mads und seinem Vorgesetzten, der nicht gut auf ihn zu sprechen ist. Doch Mads lässt sich von seinem Instinkt leiten und gemeinsam mit seinem deutschen Kollegen kommt er dem „Bösen“ immer näher, was dann in einem nervenaufreibenden Showdown mündet.
Die Thriller-Trilogie wird von Band zu Band immer spannender, auch wenn – wie bereits erwähnt – die beiden Hauptermittler von mir keine Sympathiepunkte bekommen. Auch die ständigen Streitereien zwischen Mads, seinem Vorgesetzten und auch seiner Schwester fand ich etwas störend und für die Spannung nicht sonderlich förderlich.
Um die lesenswerte Reihe richtig zu genießen und ganz besonders um im aktuellen Band die Zusammenhänge richtig einordnen zu können, kann ich nur empfehlen bei Band 1 zu starten! Denn in Band 3 schließt sich sozusagen der Kreis und die Fragen, die ich anfangs noch zu Band 1 hatte, werden hier ausreichend erklärt!
Fazit: Der Abschluss der nervenaufreibenden Trilogie ist gelungen und lesenswert!
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Kristina Ohlsson: Spätsommertod

Der-Audio-Verlag VÖ 10.07.25

Schon nach den ersten Worten von Uve Teschner – der mit seiner markanten Stimme den Zuhörer sofort „einfängt“, um zu einem mehrstündigen Ausflug ins schwedische Hovenäset zu starten – geht bei mir das Kopfkino an. Ich befinde sogleich mittendrin im aktuellen Geschehen des neuen Krimi-Hörbuchs „Spätsommertod“ von Kristina Ohlsson:
Es ist August und trotz der ungewöhnlich hohen Temperaturen sind die Bewohner des beschaulichen Ortes an der schwedischen Westküste emsig mit den Vorbereitungen für das traditionelle Krebsfest beschäftigt.
Für August Strindberg und Maria Martinsson hat sich das gemeinsame Leben durch die Geburt ihrer Tochter Sofia verändert, aber mittlerweile gut eingespielt, weswegen Maria auch gerade wieder ihren Dienst als Polizistin angetreten hat.
Ein neuer Kriminalfall lässt auch nicht lange auf sich warten:
Ein älteres Ehepaar – Uwe und Irma Dahlmann –  hatte es ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit versäumt, die kleine Enkeltochter aus dem Kindergarten abzuholen und wurde auch sonst nirgends im Ort gesehen. Auf Anrufe reagieren sie nicht und als kurze Zeit später Maria Martinsson und Magnus, der Sohn des vermissten Paares, mit dem Ersatzschlüssel das Wohnhaus der Dahlmanns betreten, finden sie Irma tot auf und Uwe ist in einem lebensbedrohlichen Zustand…..
Maria informiert das Team und die Ermittlungen laufen bald auf Hochtouren, denn es wird vermutet, dass man das Ehepaar Dahlmann vergiftet hat….
Wer diese Krimi-Reihe kennt, der weiß, die Autorin hat einen sehr angenehmen bildhaften Erzählstil und man findet sich in der Handlung gut zurecht, genau wie bei „Die Frau im Eishaus“.
Der Kriminalfall ist nur ein Teil der Gesamthandlung. Er wird nach und nach durch die Nebenschauplätze, wie z. B. Strindbergs Second-Hand-Laden, wo er von dem etwas grummeligen Gunnar immer mal wieder vertreten wird, weitererzählt.  Auch das Privatleben von August und Maria oder einigen Mitwirkenden wird thematisiert bzw. weitererzählt:
Aktuell trägt August seit einiger Zeit einen ganz besonderen Ring mit sich herum, den er unbedingt an Marias Finger stecken möchte, aber entweder kommt etwas dazwischen oder er verliert den Mut…..
Diese besondere Mischung aus Kleinstadtleben, Lokalkolorit, Tradition und schöner Landschaftskulisse bildet mit einer guten Prise Humor die Rahmenhandlung.
Mir gefällt aber ganz besonders der Blick der Autorin hinter die gutbürgerlichen Fassaden, wo es dann thematisch – fein nuanciert – auch mal schwer verdauliche Kost gibt, wenn es um die Aufklärung  des aktuellen spannenden Kriminalfalls geht. 
Das i-Tüpfelchen bei dieser schwedischen Krimi-Reihe ist für mich die Lesung durch Uve Teschner und ein  „Must hear“ auf meiner bevorzugten Hörbuch-Liste!
Fazit: Die Kombination aus exzellentem Vorleser – nämlich Uve Teschner – und Kristina Ohlssons wunderbarer Erzählkunst macht aus diesem spannenden Kriminalroman etwas Besonderes und Hörenswertes!
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