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 John Ajvide Lindqvist: Signum – Hörbuch

Der-Audio-Verlag

Der zweite Einsatz für Kim Ribbing und Julia Malros

Nach dem spannenden und besonders hörenswerten Thriller-Debüt „Refugium“ liest nun erfreulicherweise – wie bereits zuvor – die bekannte Schauspielerin und Hörbuchsprecherin Britta Steffenhagen auch den zweiten Teil der als Trilogie angelegten Reihe mit dem Titel „Signum“:
Die Handlung beginnt mit einer idyllischen Szene, wo der eigenwillige Hacker Kim Ribbing auf der Terrasse seines neuen Hauses steht und in der Nähe ein Reh beobachtet. Die Bestsellerautorin Julia Malmros und er sind sich nach den letzten gefährlichen und abenteuerlichen Ereignissen nähergekommen und sie verschläft dieses anmutige Bild gerade in Kims Schlafzimmer.
In einem der Gästezimmer in Kims großen Haus wohnt zeitweise die 14-jährige Astrid Helander, deren Eltern brutal ermordet wurden (ist Teil der Handlung des Debüts-Thrillers), wenn sie es bei ihrem Onkel mal wieder nicht aushält.
Man könnte vermuten, die drei würden in dieser Beschaulichkeit erst einmal die Ruhe genießen.
Doch die Idylle trügt, denn Kim sinnt auf Rache an seinem „Therapeuten“ dem sogenannten „Schockdoktor“ Martin Rudbeck. Durch dessen ganz spezielle, medizinisch durchaus fragwürdige „Therapie“ musste Kim in seiner Kindheit viele Qualen erleiden, die seelische Narben bei ihm hinterlassen haben. Nun will er „Verstehen“, warum er von diesem Mann gefoltert wurde und um Antworten zu bekommen, hat er kurzerhand seinen Peiniger gekidnappt. Eigens für dieses Unterfangen hat Kim in seinem neuen Haus einen speziellen Kellerraum eingerichtet. Dort versucht er durch seine „besonderen“ Fähigkeiten an Antworten auf seine Fragen zu kommen. Doch der gute Doktor erweist sich als ziemlich „zäh“ und im Verlauf läuft Kims gut durchdachter Plan völlig aus dem Ruder und er gerät in den Fokus der Ermittlungsbehörden….
Julia und Astrid ahnen nichts von dem Gast im „Untergeschoss“, müssen sich aber bald genau überlegen, auf welcher Seite sie stehen.
Die Handlung flacht leider spannungsmäßig im Verlauf ab, nur zum Schluss kommt noch einmal Bewegung hinein, was aber nicht ganz für die volle Punktzahl reicht.
Britta Steffenhagen dagegen gelingt meisterhaft durch ihre einfühlsame Art und Weise den Text vorzutragen, sodass man gebannt die Lesung verfolgt und auch die teils abscheulichen und nervenaufreibenden Szenerien gut durchsteht, weswegen ich hier meine Hörempfehlung ausspreche!
Fazit: Auch wenn es inhaltlich und spannungsmäßig an den Debüt-Thriller nicht ganz heranreicht, kann ich die hervorragende Lesung von Britta Steffenhagen nur jedem empfehlen, denn einmal mehr zeigt sie ihr meisterhaftes Können! Toll!
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Kristina Ohlsson: Die Frau im Eishaus

Der Audio Verlag VÖ 15.08.24

Der dritte Einsatz für August Strindberg, dem einstigen Vermögensberater und jetzigen Betreiber eines florierenden Second-Hand-Ladens in Hovenäset, einem beschaulichen Ort an der schwedischen Westküste.
Um etwas „Leben“ in den kleinen Ort zu bringen, kam August auf die Idee, einen Back-Wettbewerb zu veranstalten. Er ist mitten in den Vorbereitungen als sich die Ereignisse im Ort überschlagen:
Wie schon zuletzt in „Das Feuer im Bootshaus“ gerät das tägliche Einerlei der Bewohner auch in der aktuellen Handlung durcheinander. Das Getuschel im Ort fängt an, als eine fremde Frau in das berühmt-berüchtigte Eishaus einzieht, wo August vor geraumer Zeit in einer Gefriertruhe eine zerstückelte Leiche fand. Im Verlauf erfährt man als Leser mehr als die Bewohner des Ortes über die Fremde, die offenbar ganz bewusst in dieses Haus eingezogen ist…..
Sorgte die Fremde nicht schon für genug Gesprächsstoff, kommt mit dem Fund einer männlichen Leiche, die unter einem Sprungturm hängt, weiterer hinzu.
Was haben die Frau ins Eishaus, der aufsehenerregende Leichenfund und ein 30 Jahre alter Kriminalfall, der bereits im ersten Buch der Reihe „Die Tote im Sturm“ für Spekulationen sorgte, miteinander zu tun?
Nun, diese Frage beantworte ich hier nicht, denn dazu ist der Kriminalroman „Die Frau im Eishaus“, – dessen Lesung zu meiner Freude wieder Uve Teschner übernommen hat –  viel zu spannend, unterhaltsam und hörenswert!
Uve Teschner gelingt es durch das Modulieren seiner Stimme, dass jede Figur ein eigenes „Klangbild“ bekommt, sodass man sofort erkennt, wer die Szene betritt. Toll!
Zwar gibt es hier eine Kriminalhandlung, aber die steht definitiv nicht im Vordergrund der Gesamthandlung, sondern ist ein Teil davon. Das Zusammenspiel der Haupt- und Nebenfiguren kommt hier mehr zum Tragen, wo es teilweise Einblicke in menschliche Abgründe gibt, aber auch humorvolle Szenerien eingewoben sind, was mir gut gefallen hat.
Ich habe die fast 14-stündige Lesung wieder genossen, denn man kann sich entspannt zurücklehnen und nach kurzer Zeit ist man in Hövenaest  „gelandet“, wo man sich dann mitten im Geschehen befindet und das Kopfkino beginnt!
Fazit: Eine Fremde, ein aufsehenerregender Leichenfund und ein 30 Jahre alter Mordfall bilden die Storyline, die zusätzlich mit Humor gewürzt ist und unbedingt hörenswert von Uve Teschner präsentiert wird! Gern mehr davon!
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Michaela Kastel: Verirrt

Heyne

Letztes Jahr habe ich von der Autorin den Thriller „Unsterblich“ gelesen, wo man als Leser starke Nerven brauchte.
Nun ist ihr neues Werk mit dem Titel „Verirrt“ erschienen. Das Buchcover gefällt mir gut, denn die dargestellte Szene mit einem Boot, das auf einem nebelverhangenen Waldsee schwimmt, nimmt in der Handlung einen wichtigen Part ein.
Die Gesamthandlung setzt sich aus unterschiedlichen Sichtweisen/Handlungssträngen zusammen, die die Autorin mit „Überschriften“ versehen hat, sodass das Einordnen keine Schwierigkeiten bereitet.
Anfänglich „begleitet“ man Felizitas, die mit ihrer neunjährigen Tochter Vicky in einer Nacht- und Nebelaktion vor ihrem gewalttätigen Ehemann flieht. Der Ort, wo die beiden Unterschlupf finden, liegt tief im Wald verborgen an einem See. Dort lebt Felizitas Mutter Beatrix, die sich der alternativen Medizin verschrieben hat und als eine Art „Kräuterhexe“ in der Gegend bekannt ist. Mutter und Tochter hatten seit vielen Jahren keinen Kontakt und Vicky war bisher nicht bekannt, dass sie eine Oma hat. Doch in ihrer Not hofft Felizitas, dass sie hier vor ihrem Mann in Sicherheit ist…
Das Zusammenleben gelingt den dreien einigermaßen. Das alte Haus ist besonders nachts unheimlich, denn in den Wänden knistert und raschelt es, sodass nicht nur Vicky schlecht schläft und von düsteren Dingen träumt. Felizitas erinnert sich an die unheimlichen Geschichten, die ihre Mutter ihr immer erzählt hat. Diese Geschichten bekommt nun auch Vicky zu hören, damit sie nicht allein in den Wald geht. Dort gibt es eine Höhle, deren Betreten absolut verboten ist, genau wie das geheimnisvolle Zimmer im obersten Stockwerk des Hauses. Auch der nahegelegene See soll so manches düstere Geheimnis haben.
Im Verlauf lernen Felizitas und Vicky den Förster des Waldes kennen, der in einem recht baufällig wirkenden Haus in der näheren Umgebung wohnt. Er kommt etwas merkwürdig daher und scheint irgendetwas zu verbergen.
Aus diesen Zutaten hat die Autorin einen spannenden Thriller geschrieben, für den man allerdings gute Nerven braucht, denn unheimliche und nervenaufreibende Szenerien gibt es hier reichlich.
Von Anfang an schwebt eine angespannte Atmosphäre über dem Geschehen. Teilweise weiß man nicht genau, ob die Geschehnisse nicht nur im „Kopf“ der gerade erzählenden Figur passieren oder einen realen Bezug haben.
Nachdem ich nun die gesamte Geschichte kenne, kann ich sagen, alle Puzzlesteinchen haben ihren Platz gefunden und ergeben Sinn, aber lassen im Nachhinein einem immer noch die Nackenhaare hochstehen.
Anmerken möchte ich noch, dass ich mit den erwachsenen „Figuren“ so meine Schwierigkeiten hatte, teils konnte ich ihr Handeln nicht nachvollziehen und Sympathiepunkte bekommt auch niemand von mir. 
Der Thriller erhält von mir vier von fünf Punkten und meine Leseempfehlung für nervenstarke Thriller-Fans.
Fazit: Düster, unheimlich und nervenaufreibend kommt dieser lesenswerte Thriller daher!
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Yrsa Sigurdardóttir: Rauch

btb

Sehr lange bin ich schon ein großer Fan der isländischen Schriftstellerin, deren spannende Thriller ich bisher alle gelesen habe.
Nun ist ihr neues Buch mit dem Titel „Rauch“ erschienen. Man trifft auf zwei bekannte „Figuren“, nämlich die Gerichtsmedizinerin Iðunn und den Polizisten Týr -, die bereits zuvor in „Nacht“ einen Auftritt hatten und jetzt aktuell in der Handlung einen wichtigen Part übernehmen.
Die Gesamthandlung spielt in Island und setzt sich aus zwei Zeitebenen zusammen:
Eine fünfköpfige Freundesgruppe – die sich aus Studienzeiten kennt, aber mittlerweile nur noch ab und zu durch die sozialen Medien in Kontakt steht – findet sich auf einer Fähre rüber auf die Westmännerinseln wieder zusammen. Es ist ein trauriger Grund, der sie anreisen lässt, denn Gugga, eine junge Frau aus ihrem Kreis ist verstorben. Kurz vor ihrem Tod hatte sie ihre Freunde gebeten, sie im Krankenhaus zu besuchen, was aber keiner der jetzt Anreisenden „geschafft“ hatte. Jetzt wollen sie gemeinsam auf der Beerdigung Abschied von Gugga nehmen.
Nach der Trauerfeier besichtigt die Gruppe das unbewohnte und bald zum Verkauf stehende Haus der Verstorbenen. Dabei machen sie eine gruselige Entdeckung, die sie in ihre gemeinsame Studienzeit zurückkatapultiert, wo es auf einer exzessiven Party mit Drogen und Alkohol zu einem Zwischenfall gekommen war, den sie alle nur zu gern vergessen hätten…
Ab hier wird es turbulent. Es geschehen unheimliche und nervenaufreibende Dinge. Die Autorin schickt die Mitwirkenden in Szenerien, wo es einem eiskalt den Rücken herunterläuft. Es gibt einige Tote und die anfangs noch auf Harmonie einstellten Fassaden des Freundeskreises bröckeln peu à peu, bis keiner mehr dem anderen über den Weg traut..
In der anderen Erzählebene – die zeitlich nur ein paar Tage versetzt ist – reisen die Gerichtsmedizinern Iðunn und der Polizist Týr nebst einem Ermittlerteam auf die Westmännerinseln, da man am Strand in einem lodernden Feuer menschliche Überreste entdeckt hat. Außerdem wird eine weitere Leiche ganz in der Nähe gefunden….
Aus diesen Zutaten hat die Autorin einen wendungsreichen, mit reichlich Nervenkitzel angereicherten, spannenden Thriller geschrieben. Die geschickt zeitversetzten Informationen setzen sich Stück für Stück zu einem Gesamtbild zusammen, was mir gut gefallen hat. Ich mag ihren Erzählstil und war bereits nach ein paar Seiten in der Handlung „gefangen“ und konnte kaum das Buch kaum aus den Händen legen.
Von Beginn an liegt eine düstere, unheilvolle Atmosphäre über dem Geschehen und lässt nichts Gutes ahnen. Bald liegt die Vermutung nahe, dass jemand aus dem Freundeskreis nicht mit offenen Karten spielt, doch mir ist es nicht gelungen, diesen jemand zu entlarven! Was ich immer als positiv bewerte.
Die etwas schwierige Persönlichkeitsstruktur von Iðunn und ihre komplizierten familiären Beziehungen sind ein kleiner Nebenstrang der Gesamthandlung, was aber keinesfalls vom roten Faden ablenkt, sondern eher als feine humorvolle Note in diesem eiskalten Thriller zu sehen ist.
Alles in allem vergebe ich für diesen spannenden, wendungsreichen und nervenaufreibenden Thriller mit Gänsehautgarantie die volle Punktzahl und hoffe, die Autorin hat noch viele Ideen für weitere eiskalte Thriller!
Fazit: So muss ein Thriller sein! Die eiskalte Landschaftskulisse ummantelt die mörderische Handlung, die nervenaufreibend und unvorhersehbar bis zum Schluss den Leser ans Geschehen fesselt! Toll! Gern mehr davon!
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Catherine Shepherd: Der Betrachter

Kafel Verlag

Bevor ich auf den Inhalt des neuen Thrillers mit dem Titel „Der Betrachter“ eingehe, möchte ich erst einmal darauf hinweisen, dass man das Buchcover mal genauer „betrachten“ sollte. Es ist optisch sehr schön gelungen und was es mit dem darauf abgebildeten Schmetterling auf sich hat, erfährt man in der spannenden Geschichte:
Dies ist bereits der neunte Fall für die Spezialermittlerin Laura Kern, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Max Hartung für das LKA in Berlin tätig ist. Zuletzt trieb „Der Lehrmeister“ sein Unwesen, nun bekommen sie es mit einem perfiden Serienmörder zu tun, denn „Der Betrachter“ hinterlässt bei seinen Opfern ein ganz besonderes „Geschenk“.
Schon auf den ersten Seiten des Buches bekommt man eine Gänsehaut, denn im Prolog erzählt jemand etwas über eine enge Kiste…
Ein paar Seiten weiter werden Laura und Max zum Fundort einer weiblichen Leiche gerufen, die man in einer baufälligen Lagerhalle eingezwängt in einer Holzkiste aufgefunden hat..
Ein weiterer Schauplatz der Gesamthandlung ist die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Klinik. Dort lebt seit längerer Zeit Lilly, eine künstlerisch sehr begabte Patientin, die wunderschöne Blumenbilder malt. Die junge Frau spricht seit ihrer Aufnahme in der Einrichtung kein Wort und „lebt in ihrer eigenen Welt“. Einer Pflegekraft fällt bei einem Besuch in Lillys Zimmer auf, dass diese plötzlich ihren Mal-Stil geändert hat, denn sie beendet gerade eine düstere und furchteinflößende Zeichnung, die eine tote Frau, eingezwängt in einer Truhe liegend, zeigt…
Laura und Max stehen vor einem Rätsel, denn Ihnen stellt sich die Frage, woher bzw. von wem Lilly die Informationen für so ein detailgetreues Bild, der gerade entdeckten Leiche bekommen hat.
Schwierige Ermittlungen kommen auf das gesamte Ermittler-Team zu, denn es bleibt nicht bei dem einen bizarren Leichenfund und Lilly malt weiterhin verstörende Bilder…..
Einmal angefangen zu lesen, ist man schon mitten drin im nervenaufreibenden Geschehen. Die Morde haben es in sich und die geschilderten Szenerien lassen einem die Nackenhaare hochstehen. Besonders gelungen fand ich den Handlungsstrang, wo es um die künstlerisch begabte Patientin geht und wie sie mit ihren Zeichnungen kommuniziert.
Erneut ist es der Autorin gelungen, den Spannungsbogen hochzuhalten, falsche Fährten auszulegen und das „wahre Böse“ gut zu verschleiern.
Ich weiß gar nicht genau warum, aber ich hatte gedanklich bei einer Person einen klitzekleinen Haken gemacht, die dann letztendlich auch für die grausamen Taten verantwortlich war, was aber den Lesegenuss und den Unterhaltswert dieses spannenden Thrillers keinesfalls schmälert.
Seit Beginn der Laura-Kern-Reihe lese ich mit Begeisterung, welche spannenden und kniffligen „Fälle“ in diesen Thrillern gelöst werden.  Auch der gut dosierte Einblick ins Privatleben der beiden Hauptermittler gehört unbedingt dazu und lenkt keinesfalls vom „roten Faden“ ab. Gern darf es noch lange so weitergehen!
Fazit: Fall Nr. 9 der Laura-Kern-Thriller-Reihe überzeugt mit Nervenkitzel und Spannung bis zum Schluss!
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Elisabeth Herrmann: Blutanger

Der Audio Verlag

Der 8. Einsatz für den Berliner Rechtsanwalt Joachim Vernau!

Vor zwei Jahren machte Joachim Vernau Ferien in der Uckermark, wo er am „Düstersee“ statt der ersehnten Ruhe einen Toten fand..
Den letzten „Vernau“ hatte ich in der Printversion genossen, doch diesmal habe ich mich für die Hörbuch-Fassung entschieden, wo zu meiner Freude Achim Buch den Part des Vorlesers übernommen hat. Mit seiner Stimme verbinde ich u. a. die markante Romanfigur Maarten S. Sneijder (aus den Thrillern von Andreas Gruber) für die Achim Buch ein ganz „eigenes“ Stimmbild erschaffen hat.
Die ungekürzte Hörbuch-Fassung von „Blutanger“ umfasst 14 Stunden, die allerdings wie im Flug vergehen, denn die Autorin katapultiert ihre Hauptfigur in ein spannendes Abenteuer:
Der Besuch auf dem Spargelhof der Familie Grundmann wird für Joachim Vernau zum Verhängnis. Einer der rumänischen Saisonarbeiter dort braucht anwaltliche Hilfe, denn er hat den Mord an seinem Arbeitgeber gestanden. Vernau übernimmt die Pflichtverteidigung des Mannes. Allerdings hegt er so seine Zweifel, ob sein geständiger Mandant auch wirklich der Täter ist….
Auf die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen will Vernau nicht warten, weswegen er eigene Recherchen unternimmt, die ihn zurück auf den Spargelhof führen. Dort trifft er auf eine Aktivistin, die sich für die Rechte der Saisonarbeiter engagiert, denn die scheinen auf dem Grundmann-Hof im Argen zu liegen. Dann ist da noch die schöne geheimnisvolle Rumänin Tina, die Joachim Vernaus Gefühlswelt ins Trudeln bringt. Erst gibt sie ihm etwas zum Aufbewahren, „lockt“ ihn dann in ihre Heimat und verschwindet dann von der Bildfläche….
Neben den beruflichen Recherchen und der Gefühlsduselei, fordert Vernaus Mutter nebst „Hütchen“ seine uneingeschränkte Aufmerksamkeit, denn Eile ist geboten, sonst sind sie bald wohnungslos und ziehen bei ihm ein!
Die recht turbulente, wendungsreiche, humorvolle, aber auch bewegende Geschichte ist Elisabeth Herrmann wieder wundervoll gelungen, sodass die Vernau-Reihe gerne noch lange weitergehen darf!
Achim Buchs Vortragsart „fängt“ einen als Zuhörer sofort ein. Einmal mehr zeigt er sein besonderes Können als Mundart bzw. Dialekt gefragt sind; man kann sich entspannt zurücklehnen, das Kopfkino beginnt und man erlebt Hörgenuss vom Feinsten.
Fazit: Volle Punktzahl für dieses spannende, bewegende, aber auch humorvolle Hörerlebnis!
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Tess Gerritsen: Leichenraub

DAV

Der Name der Autorin ist mir durchaus bekannt, allerdings gehört oder gelesen hatte ich bisher keines ihrer Bücher. Aber die spannende, unterhaltsame TV-Serie „Rizzoli & Isles“, die auf den Bestsellern von Tess Gerritsen beruht, habe ich mir immer gern angesehen. Das aktuelle Hörbuch „Leichenraub“ gehört allerdings nicht zu dieser Buchreihe, sondern ist ein eigenständiger Thriller.
Die Gesamthandlung setzt sich aus zwei Zeitebenen zusammen, wovon eine ins 19. Jahrhundert führt und die andere in der Gegenwart angesiedelt ist, wo Julia Hamill sich nach ihrer Scheidung  ohne lange Nachzudenken ein Haus gekauft hat. Auch wenn das über 100 Jahre alte Haus schon bessere Tage gesehen hat, wagt sie dort einen Neuanfang. Sie macht sich daran, den verwilderten Garten auf Vordermann zu bringen, macht dabei allerdings eine gruselige Entdeckung:  Sie findet beim Umgraben menschliche Überreste.
Die Ermittlungsbehörden werden eingeschaltet und nach eingehender Untersuchung steht fest, dass es sich bei ihrem Fund um die Gebeine einer Frau handelt, die keines natürlichen Todes gestorben ist. Allerdings wurde sie schon vor dem Bau des Hauses dort begraben. Aufgrund des Alters des Knochenfundes zeigen die Behörden kein großes Interesse, die Identität der Frau zu bestimmen und weiter zu ermitteln.
Julia erhält kurze Zeit später den Anruf eines älteren Herren, der ihr anbietet, ihr etwas über die Vergangenheit ihres Hauses und der Familie der einstigen Eigentümerin zu erzählen. In seinem Besitz befinden sich einige Kartons mit alten Briefen, die eventuell bei der Identifizierung der unbekannten Toten helfen könnten. Er lädt sie ein, gemeinsam auf Spurensuche zu gehen…
Julia nimmt die Einladung an, ohne zu ahnen, wie weit sie dabei in die Vergangenheit „reisen“ wird…
Dies ist der Handlungsteil, der nach Boston ins 19. Jahrhundert führt, wo man einen Einblick in das damalige Leben bekommt. Man begleitet Medizinstudenten zu Vorlesungen an der Fakultät, wo sie auch praktisches Arbeiten lernen, wozu auch „Leichenöffnungen“ gehören.
Die Autorin schildert diese Szenerien so anschaulich, sodass einem der eine oder andere Schauder über den Rücken läuft. Besonders gruselig wird es, als am erfährt, was es mit dem Titel des Hörbuchs und dem unheimlichen Bostoner Westend-Reaper auf sich hat, der zu der damaligen Zeit sein Unwesen trieb. Grrrh
Mehr möchte ich über den Inhalt dieses spannenden Hörbuchs nicht verraten, denn das Anhören lohnt sich auf jeden Fall!
Die mehr als 14-stündige ungekürzte Lesung hat Tanja Geke übernommen, deren Stimme ich recht schnell wiedererkannt habe, da sie auch die Synchronstimme von Jane Rizzoli bzw. Angie Harmon aus der oben erwähnten TV-Serie ist!
Die Besetzung mit ihr als Vorleserin ist eine sehr gute Wahl! Sie schafft es mit ihrer angenehmen und einfühlsamen Vortragsart, dass man als Zuhörer auch gut durch die „nervenaufreibenden Szenen“ kommt, wo einem durchaus mal die Nackenhaare hochstehen können. Was vielleicht nicht jedermanns Sache ist.
Ich für meinen Teil habe mich gut und spannend unterhalten, weswegen ich hier auch meine Hörempfehlung ausspreche.
Fazit: Gelungene Thriller-Lesung mit Gänsehautgarantie!
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John Ajvide Lindqvist: Signum

dtv   NetGalley

Die Stormland-Reihe um die einstige Polizistin und jetzige Bestseller-Autorin Julia Malmros und dem eigenwilligen Hacker Kim Ribbing geht mit „Signum“ in die zweite Runde.
Nachdem die beiden Hauptfiguren in „Refugium“ ein ungleiches „Ermittler-Duo“ bildeten, das abseits der offiziellen polizeilichen Untersuchung, die Hintergründe für den brutalen Mord am Ehepaar Helander  aufdeckte, ist nun der Alltag wieder in ihrer beider Leben eingekehrt:
Julia recherchiert für ein neues Buch, dessen „Stoff“ am Puls der Zeit sein soll und gerät dabei in den Dunstkreis einer rechts orientierten Partei, die offenbar in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. Ihre Nachforschungen werden nicht gern gesehen, was man ihr dann angsteinflößend „übermittelt“…
Zwischen Julia und Kim haben sich zarte Bande entwickelt, aber durch Kim‘s spezielle Persönlichkeit, kommt es hier zu einigen Turbulenzen.  Die 14-jährige Astrid Helander, deren Eltern brutal ermordet wurden, wohnt zeitweise in Kims großen Haus, wenn sie es bei ihrem Onkel mal wieder nicht aushält. 
Kim hat durch seine traumatischen Kindheitserlebnisse nicht nur ein Gros an äußerlich sichtbaren Narben, sondern auch seelische. Die rühren von einer ganz speziellen, medizinisch aber durchaus fragwürdigen „Therapie“, die Kim vom „Schockdoktor“ verabreicht wurde. In der aktuellen Handlung nimmt Kim auf seine ganz persönliche Art und Weise Rache an dieser Person. Allerdings geht sein zuvor gut durchdachter Plan schief, sodass er im Verlauf in den Fokus der Ermittlungsbehörden gerät…
Die aktuelle Handlung beginnt mit nervenaufreibenden Szenen, die bildhaft geschildert werden, sodass mir die Nackenhaare hoch standen. Dann allerdings flacht die Spannung ab, handlungsmäßig wird es etwas undurchsichtig und langatmig, wo zwischenmenschliches Geplänkel in den Vordergrund tritt. Für meinen Geschmack hätte man darauf verzichten können. Der Autor zieht dann zwar im letzten Drittel noch mal am Spannungshebel, was aber nicht für die volle Punktzahl reicht!   
Insgesamt vergebe ich vier von fünf möglichen Punkten, da die Gesamthandlung nicht so überzeugt, wie die des Debüt-Thrillers. Nichtsdestotrotz würde ich auch den Ausgang der Trilogie gern lesen und bin gespannt wie es weitergeht.
Fazit: Schade, reicht handlungs- und spannungsmäßig nicht an das Debüt heran, daher nur vier von fünf möglichen Punkten!
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Devils – Staffel 2 –

Polyband VÖ 28.06.24

Bereits im März des Jahres, als ich die erste spannende Staffel von „Devils“ hier vorgestellt habe, mutmaßte ich, dass es noch Stoff für eine Fortsetzung gibt.
Da lag ich wohl richtig, denn nun ist „Devils 2“ für das Heimkino erschienen. In acht Episoden geht es handlungsmäßig wieder in die Londoner Hochfinanz, oder besser gesagt in die NYL- Bank, die dort ihren Sitz hat.
Nach dem ersten Kräftemessen zwischen Massimo Ruggero und seinem früheren Protegé/Freund Dominic Morgan (Patrick Dempsey) sind ein paar Jahre vergangen. Für Ruggero waren sie nicht leicht, besonders zugesetzt hatte ihm auch, dass aus einstigen Freunden Feinde wurden und er letztendlich niemandem mehr trauen konnte.
In der aktuellen Handlung im Jahr 2016 ist Massimo Ruggero (Alessandro Borghi) wieder an seinem Platz als CEO und gemeinsam mit seinem engagierten Trader-Team will er es noch mal wissen. Allerdings muss er auf Druck von oben, seine Blickrichtung neu justieren, weswegen jetzt auch chinesische Mitarbeiter für die Bank tätig sind und Investoren aus diesem Land ins Geschehen eingreifen.
Ein Fragen aufwerfender Todesfall erschüttert die Belegschaft der NYL-Bank und ganz besonders Ruggeros Trader-Team.
Die politischen Veränderungen, die sich weltweit anbahnen wie z. B. der Brexit oder auch der Machtkampf um das Präsidentenamt in den USA sind nur einige Themen, die in die Handlung mit einfließen, genau wie die weltweite Corona-Pandemie.
Die vergangenen Jahre hat Dominic Morgan offenbar gut überstanden und sein Einfluss in der Finanzwelt ist weiterhin machtvoll und skrupellos. Als neuestes Protegé hat er die junge Nadya Wojcik auserkoren, denn sie besitzt einen brillanten Verstand.
Im Verlauf der Handlung treffen die beiden Kontrahenten von einst wieder aufeinander, doch worum es diesmal geht, verrate ich hier nicht, denn genau wie Staffel 1 ist Staffel 2 spannungsgeladen und sehenswert.
Fazit: Das bekannte, gut besetzte Schauspiel-Ensemble ist um tolle Darsteller erweitert worden und die Handlung hat es wieder in sich, ist spannend, unterhaltsam und sehenswert!
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Andreas Winkelmann: Hast Du Zeit?

rororo                  NetGalley

Seit vielen Jahren bin ich eine begeisterte Leserin der spannenden Thriller von Andreas Winkelmann.
Nun ist sein neuestes Werk erschienen. Da ich niemandem den Lesegenuss verderben möchte, habe ich überlegt, was ich zum Inhalt preisgeben kann/möchte.
Folgendes ist mir eingefallen:
Bist du einmal in die Fänge eines bösen Menschen geraten, der „kein Wort zu viel“ mit dir spricht, kann es passieren, dass „das Letzte, was du hörst“ die unverfängliche Frage ist „Hast du Zeit?“
In diesem Satz sind nicht nur die Titel, der beiden vorherigen und dem aktuellen spannenden Thriller des Autors aufgeführt, sondern es ist auch in wenigen Worten der Inhalt der aktuellen Handlung.
Bei der Frage Hast du Zeit denke ich spontan an etwas Positives wie z.B. einen Spaziergang, Kinobesuch oder Treffen mit Freunden. In der aktuellen Thrillerhandlung verwandelt sich dieser recht harmlos klingende Satz in etwas sehr Negatives, denn die Menschen, die diese Worte hören, werden gekidnappt und gefangen gehalten, wo eine „Wand“ eine wichtige Rolle spielt. Was es damit auf sich hat, dazu gibt es bereits einen kleinen Hinweis im Prolog des Buches, wo jemand recht liebevoll über seine schöne, selbst errichtete Wand spricht.
Allerdings lassen die letzten Sätze des Vorworts nichts Gutes erahnen; von jetzt auf gleich überziehen düstere Wolken das Geschehen, das 2020 in einem Bestattungsinstitut beginnt…
Lange habe ich überlegt, wer hier sein Unwesen treibt und warum die Zeit ein wichtiger Faktor für denjenigen ist. Beweggründe sind mir ein paar eingefallen, doch wer sich letztendlich hinter der Maske „des Bösen“ verbirgt, habe ich nicht herausgefunden. Des Rätsels Lösung bekommt man dann in einer anschaulich geschilderten Szenerie präsentiert, dass einem die Nackenhaare hochstehen. Grrrrrrrh!
Nachdem ich das Gelesene noch einmal habe Revue passieren lassen, möchte ich folgendes anmerken: 
Meiner Meinung nach ist Andreas Winkelmann mit diesem Thriller sein Meisterwerk gelungen!  Obwohl mir beim Lesen oftmals die Nackenhaare hoch standen und ich das fesselnde Buch kaum aus den Händen legen konnte, hat mich diese Geschichte aber auch emotional berührt und darüber nachdenken lassen, was Zeit doch für ein kostbares Gut ist!
Fazit: Meisterhaft gelungener fesselnder Thriller, der nicht nur nervenaufreibend ist, sondern auch emotional noch lange nachwirkt!
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