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Karin Smirnoff nach Stieg Larsson: Vergeltung

Heyne Verlag

Im Oktober 2023 erschien mit „Verderben“ das erste Buch einer wiederum als Trilogie angelegten Fortsetzung der „Millennium-Trilogie“, die der verstorbene schwedische Autor Stieg Larsson einst so meisterhaft erschaffen hat.
Die schwedische Autorin Karin Smirnoff hatte die Herausforderung angenommen und den Versuch gestartet, mit „Verderben“ an die überaus erfolgreiche Stieg-Larsson-Reihe anzuknüpfen. So ganz war ihr das meiner Meinung nach nicht gelungen. Es fiel mir schwer, sich an Ihren Erzählstil zu gewöhnen. Dazu kam dann auch noch, dass ich den engagierten und zielstrebigen Journalisten Mikael Blomkvist und ganz besonders die toughe Hackerin Lisbeth Salander in ihrem Tun und Handeln nicht wiedererkannt habe. Aber eine Chance wollte ich der Autorin noch geben…
Nun ist Buch Nr. 2 dieser Trilogie mit dem Titel „Vergeltung“ erschienen und ich war wirklich gespannt, was mich hier erwartet:
Die Handlung führt den Leser wieder in die kleine Stadt Gasskas, in den Norden Schwedens, wo es mitten in der Nacht zu einer Explosion kommt. Die örtliche Zeitung berichtet später über eine Detonation, die die Brücke beschädigt hat, über die früher das in der Gasskas-Grube geförderte Erz abtransportiert wurde…
Wie bereits im vorherigen Buch geht es weiter um die Ausbeutung von Bodenschätzen. Eine Gruppe von Investoren, die mit allen Wassern gewaschen ist, will ihr Vorhaben unbedingt vorantreiben, weshalb sie auch vor krimineller Energie nicht zurückschrecken, damit der stillgelegte Tagebau wieder aktiviert wird.
Allerdings regt sich auch aktiver Widerstand gegen die Ausbeutung der Landschaft und eine Gruppe Aktivisten, zu der auch mittlerweile Lisbeth Salanders Nichte Svala gehört, will dies unbedingt verhindern.
Svala gerät in ernste Schwierigkeiten, die bald darauf Lisbeth Salander auf den Plan rufen.
Außerdem sucht Lisbeth seit geraumer Zeit nach ihrem Hacker-Freund Plague. Er war es, der immer zur Stelle war, wenn es bei ihr brenzlig wurde oder sie in argen Schwierigkeiten steckte. Doch nun kann sie ihn nicht erreichen und auch nirgends finden.
Im Verlauf taucht auch Mikael Blomkvist  in der Handlung auf. Salander und er treffen sich und suchen gemeinsam nach Plague, was aber keinesfalls an ihre frühere Zusammenarbeit erinnert.
Ich habe mich sehr schwergetan, das aktuelle Buch zu lesen, da die Erzählweise der Autorin recht eigenwillig ist. Ich musste Passagen mehrmals lesen, weil ich teils nicht erkennen konnte, wer hier mit wem spricht oder was Gedankengänge sind bzw. was mit manchen Textpassagen überhaupt gemeint ist. Auch die recht derben Ausdrücke, die hier verwendet wurden, fand ich entbehrlich und unpassend.
Die beiden Hauptfiguren Salander und Blomkvist erkennt man kaum wieder, es fehlt ihnen an Biss bzw. sie agieren hier irgendwie nur am Rande der Handlung mit.
Leider gefiel mir dieses Buch noch weniger als das zuvor erschienene, weswegen ich mir den noch folgenden Band sicherlich ersparen werde.
Ich für meinen Teil hätte es besser gefunden, die brillante Stieg-Larsson-Trilogie nicht auf Biegen und Brechen fortführen zu wollen. Man sollte es als gelungenes Meisterwerk ansehen, das einmalig ist und bleibt!
Fazit: Leider schwierig zu lesen, die Hauptfiguren sind kaum wiederzuerkennen und diese Fortsetzung kommt in keiner Weise an die Millennium-Reihe von Stieg Larsson heran.
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Catherine Shepherd: Der Nachtschattenmann

Kafel-Verlag

Ein neuer Fall für Julia Schwarz!

Nachdem die Autorin im letzten Jahr in „Die eiskalte Kammer“ Szenerien heraufbeschwor, dass es einem eiskalt den Rücken herunterlief, bekommt die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz im aktuellen Thriller mehrere Opfer eines perfiden Mörders „auf den Tisch“:
Es beginnt mit dem Fund einer toten Frau, die in einem roten Kleid in einer Art Tanzpose auf den Treppenstufen einer angesagten Kölner Tanzschule liegt. In der rechten Hand hält sie einen kleinen Ballettschuh, nur ihr Gesicht ist nicht zu erkennen, denn das wird von einem Müllbeutel verdeckt…
Während Kommissar Florian Kessler mit seinem Team die polizeilichen Ermittlungen übernimmt, schaut sich kurze Zeit später Julia Schwarz mit ihrer Assistentin Lenja den Leichnam der Frau im Rechtsmedizinischen Institut genauer an. Dabei fallen ihnen an den Füßen der Toten Druckstellen und blaue Flecke auf, die davon rühren könnten, dass sie über längere Zeit zu enge Schuhe getragen hat…
Es gibt weitere Auffälligkeiten, die aber erst mehr Raum einnehmen, als es weitere Opfer gibt, die diese Gemeinsamkeiten aufweisen. Ganz besonders die Identifizierung stellt bei allen Opfern eine große Herausforderung dar, da ihr Aussehen verändert wurde….
Ich mag den leicht lesbaren, aber immer wieder sehr fesselnden Erzählstil der Autorin, der einen recht schnell „einfängt“. Erneut ist es ihr gelungen, Situationen zu schildern und sie lebendig werden zu lassen, dass einem die Nackenhaare hochstehen. Grrrh!
Da die Gesamthandlung aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt wird, lernt man „das Böse in Person“ schon bald kennen, sodass man auch die Tragik, die hier zu den Morden geführt hat, besser versteht. Durch diese Informationen, kam ich auf die Idee, wo sich „Der Nachtschattenmann“ eventuell verbirgt und lag auch richtig. Allerdings wer sich dahinter verbirgt, habe ich nicht herausgefunden, sodass es Catherine Shepherd mal wieder wunderbar gelungen ist, erst ganz am Schluss das Rätsel zu lösen! Toll!
Auch der 9. Einsatz von Julia Schwarz und Florian Kessler ist rundum gelungen, spannend und mit reichlich „Thrill“ gewürzt, weswegen ich hier meine Leseempfehlung ausspreche und gespannt bin, wie es weitergeht!
Fazit: Spannend, fesselnd und lesenswert!
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Håkan Nesser: Ein Brief aus München

btb

Ein neuer Fall für Gunnar Barbarotti

2021 habe ich „Schach unter dem Vulkan“ den vorherigen Einsatz von Kommissar Gunnar Barbarotti und seiner Kollegin/Lebensgefährtin Eva Backman gelesen, den ich als „leise erzählten (Kriminal)-Roman mit einem überraschenden Ende“ bewertet hatte.
Nun ist Buch Nr. 8 aus dieser Reihe erschienen und ich kann nur jedem Raten, es bis zum Schluss zu lesen, denn dort erschließt sich dem Leser erst die Wichtigkeit der Nachricht aus der bayrischen Hauptstadt!
Die Handlung spielt im Dezember 2020 – mitten in der Pandemie – , wo es von Vorschriften und Einschränkungen nur so wimmelt.
Genau in dieser angespannten Weltlage lädt Ludvig Rute seine Geschwister nach Schweden ein. Bei Lars, Leif und Louise ist das Erstaunen groß, denn man hatte mehr als 20 Jahre kaum Kontakt. Ganz besonders Weihnachten gemeinsam verbracht, hatte man zuletzt in der Kindheit.
Bei schlechten Witterungsverhältnissen reisen die Familienmitglieder an, ohne zu wissen, dass die anderen auch eingeladen sind. Als sich die Überraschung gelegt hat und man sich auf die Corona-Beschränkungen besinnt, verteilen sie sich in alle Himmelsrichtungen im großen Haus.
Am nächsten Morgen ist Ludvig Rute tot….
Was sich genau ereignet hat, erschließt sich dem Leser erst im weiteren Verlauf.
In einem anderen Handlungsteil bekommen Kommissar Barbarotti und seine Kollegin Eva Backman den Auftrag in Sachen Mord bzw. Totschlag zu ermitteln. Das Opfer ist der prominente Maler Ludvig Rute…
Ich mag Håkan Nessers einzigartigen Erzählstil. Einmal mehr ist es ihm gelungen, einen sehr spannenden (Kriminal)-Roman zu schreiben. Er ist ein ganz besonderer Beobachter und so erzählt er hier von den vier sich seit langem auseinander gelebten Geschwistern, die aber dennoch ein Geheimnis hüten, das niemals gelüftet werden darf!
Hat dieses gut gehütete Geheimnis etwas mit Ludvigs plötzlichem Ableben zu tun?
Das ist nur eine Frage von vielen, mit der sich das Ermittler-Team auseinandersetzen muss, denn mit offenen Karten scheint keines der Familienmitglieder zu spielen…
Als dann am Schluss oberflächlich gesehen alle Puzzlesteine an ihrem Platz liegen und man den Fall abschließen will, wirbelt aber „Ein Brief aus München“ alle Aussagen und Betrachtungen durcheinander und die Wahrheit sieht dann ganz anders aus!
Ich habe mich in der Handlung gut zurechtgefunden und dieses Buch genossen. Eine kleine Ahnung hatte ich, was es mit dem „Geheimnis“ auf sich hat und lag auch richtig, aber den genauen Hergang konnte ich natürlich nicht voraussehen, was mir gut gefallen hat und es daher auch keinen Punktabzug gibt.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen sehr spannenden, unterhaltsamen und lesenswerten achten Fall der Barbarotti-Reihe! Gern weiter so!
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Satu Rämö: Hildur – Der Schatten des Nordlichts

Heyne Verlag

Nach „Die Spur im Fjord“ und „Das Grab im Eis“, ist nun „Der Schatten des Nordlichts“ und damit das dritte Buch aus der HILDUR-Krimi-Reihe erschienen, dessen Handlung wiederum im isländischen Ísafjörður angesiedelt ist.
Es ist kurz vor Weihnachten und die Kriminalbeamtin Hildur Rúnarsdóttir und ihr aus Finnland stammender Kollege Jakob Johanson werden zu einem Leichenfund in einem Lachszuchtbecken gerufen. Nachdem sie am Fundort angekommen sind, steht schnell fest, es muss in Sachen Mord ermittelt werden.
Im Verlauf geschehen weitere mysteriöse Straftaten, z. B.  bricht eine Tierschützerin nach einem Kneipenbesuch bewusstlos zusammen und wird später mit verbrannten Haaren aufgefunden oder eine Journalistin wird während einer Recherche an einer Pferdeweide hinterrücks bewusstlos geschlagen…
 Jakob reist nach Finnland, um endlich einmal seinen kleinen Sohn wiederzusehen. Seine Ex-Frau hatte bisher fast alle Kontakte zwischen Vater und Sohn torpediert. Jetzt soll eine Gerichtsverhandlung endlich Klarheit bringen. Doch Jakobs Aufenthalt in Finnland verläuft ganz anders als erwartet…
Die Gesamthandlung wird aus unterschiedlichen Sichtweisen und Zeitebenen erzählt. Dies ist der Autorin gut gelungen, denn das Einordnen gelingt problemlos.
Handlungsmäßig wird es aber bald unübersichtlich, denn die Mordermittlungen ziehen recht weite Kreise. Besonders bei den Ermittlungsansätzen muss man aufpassen, dass man den roten Faden nicht verliert. Die Idee, mit Parallelen zu einer isländischen Weihnachtssage, konnte ich noch nachvollziehen, aber dann noch der Handel mit Tierblut, wie es „gewonnen“ wird bzw. welche kriminellen Machenschaften dort im Verborgenen schlummern, war mir dann doch zu viel Input.
Auch die Geschehnisse in Finnland, wo Jakob plötzlich unter Mordverdacht gerät und dringend Hildurs Hilfe braucht, fand ich nicht so gut gelungen. Recht schnell war mir klar, dass bei den ganzen Zeugenaussagen irgendetwas nicht zusammenpasst.
Obwohl die Reihe als Trilogie beworben wurde, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass es hier doch noch eine Fortsetzung gibt, zumal bei dem in Hildurs Privatleben reichende Erzählstrang, noch viele Fragen offen geblieben sind.
Das Buch liest sich eigentlich gut, die beiden Vorgänger waren aber auf jeden Fall spannender und hatten inhaltlich mehr Potenzial, weswegen ich hier leider nur drei von fünf Punkten vergebe. Sollte es tatsächlich eine Fortsetzung geben, würde ich sie durchaus lesen, da ja, wie oben erwähnt, noch Fragen offen geblieben sind.
Fazit: Reicht nicht ganz an die beiden vorherigen Bücher heran, denn durch zu viel Input, taucht der rote Faden immer wieder ab, worunter leider die Spannung leidet.  
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Stephan Ludwig: ZORN – Der Fall Schröder

Fischer Verlage   NetGalley

Ein neuer Fall für Zorn und Schröder

Im Februar diesen Jahres erschien der nervenaufreibende 13. Fall der Reihe mit dem Titel „Schwarze Tage“, wo die beiden Ermittler eine schwere Zeit durchmachen mussten und ganz besonders Hauptkommissar Claudius Zorn durch ein gravierendes Ereignis wie betäubt und kaum lebensfähig war.
Nun ist etwas Zeit vergangen und zu meiner großen Freude ist nun mit „Der Fall Schröder“ der nächste Thriller der ZORN-Reihe erschienen.
War im letzten Band Zorn kaum in der Lage zu arbeiten, wächst er in der aktuellen Handlung über sich hinaus, denn sein Kollege und Freund Schröder ist nicht mehr „der Alte“, was ihm große Sorgen bereitet. Der zuvor engagierte und zuverlässige Schröder wirkt desorientiert, fahrig und er vernachlässigt sein Äußeres.
Als Schröder dann bei Ermittlungen in einem Todesfall überhaupt kein Interesse zeigt und wie gewohnt seinen scharfen Verstand einsetzt, um den Fall zu lösen, fragt sich Zorn jetzt ernsthaft, was dahintersteckt, denn offenbar kannte Schröder das Opfer…
Als dann ein weiteres Todesopfer zu beklagen ist und es erneut Verbindungen zu Schröder gibt, versteht Zorn langsam die Weit nicht mehr. Er versucht Schröder dazu zu befragen, doch der weicht ihm aus. Der sonst so gastfreundliche Schröder öffnet nicht, als Zorn ihn zu Hause besucht, bis er dann gar nicht mehr erreichbar ist… 
So schwer es Zorn fällt und er immer noch nach einer Erklärung für Schröders untypisches Verhalten sucht, ist er auf sich allein gestellt und muss er sich letztendlich mit der Frage auseinandersetzen, ob sein Freund ein dunkles Geheimnis hat?
Ich verrate es hier sicherlich nicht, aber es wird auf jeden Fall Schröder persönlichster Fall!
Einmal angefangen, konnte ich diesen Thriller nicht aus den Händen legen. Die Thematik berührt und geht „unter die Haut“.  Stephan Ludwig ist es aber sehr gut gelungen, die Geschehnisse einfühlsam zu Papier zu bringen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Auch wenn das typische „Geplänkel“ zwischen den beiden Hauptfiguren diesmal kaum vorhanden ist, sorgt aber Claudius Zorn mit einem ungewohnten Arbeitseifer für eine gewisse Situationskomik, sodass sich wie gewohnt Spannung und Humor zu einem lesenswerten Thriller vereinen.
Von mir bekommt der 14. Band der Reihe die volle Punktzahl und meine unbedingte Leseempfehlung! So darf es gern noch lange weiter gehen.
Fazit: Bewegend, berührend, spannend und unbedingt lesenswert!
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Viveca Sten: Blutbuße

Der-Audio-Verlag

Ein neuer Fall für Hanna Ahlander, der in der Hörbuchversion erfreulicherweise wieder von Vera Teltz vorgetragen wird.
Handlungsmäßig geht es hoch hinaus an den Polarkreis, wo es in dem kleinen schwedischen Ort Åre seit geraumer Zeit „brodelt“, denn die erfolgreiche Unternehmerin Charlotte Wretlind will ein umstrittenes Bauprojekt mit aller Macht vorantreiben, komme was da wolle. Doch ihre Pläne stoßen im Ort auf großen Widerstand. Nicht allen gefällt es, dass sie ein altes geschichtsträchtiges Hotel in den Bergen abreißen will, sodass dort dann der Neubau eines Luxus-Resorts beginnen kann.
Der Startschuss soll demnächst erfolgen, weswegen Charlotte in Åres First-Class-Hotel „residiert“. Sie ist kein einfacher Mensch, stellt sich und ihre Forderungen oft in den Mittelpunkt, was nicht lange gut geht, sodass es in aller Öffentlichkeit zu einer unschönen Auseinandersetzung mit einem Hotelmitarbeiter kommt..
Kurze Zeit später wird die Unternehmerin brutal ermordet in ihrem Hotelzimmer aufgefunden…
Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen, die u.a. zu Fragen aufwerfenden Ereignissen im Jahr 1973 führen, wo das Hotel in den Bergen seine Glanzzeit hatte und illustre Gäste beherbergte, wozu auch Charlottes und ihre Eltern gehörten…
…..dann geschiet ein weiterer Mord!
Vera Teltz hörenswerte Lesung macht es einem leicht, schnell ins Geschehen einzutauchen, sodass man die Szenerien direkt vor Augen hat. Toll!
Ich mag den Erzählstil von Viveca Sten und lese oder höre ihre Bücher schon seit sehr langer Zeit. Auch das letzte Hörbuch aus dieser Polarkreis-Krimi-Reihe mit dem Titel „Tief im Schatten“ hat mir sehr gut gefallen, weswegen ich es als spannungsgeladene Fortsetzung gestuft habe.
Den aktuellen Krimi „Blutbuße“ finde ich nicht so gut gelungen. Die Gesamthandlung setzt sich aus dem in zwei Zeitebenen erzählten Kriminalfall sowie dem Einblick ins Privatleben des Ermittler-Teams zusammen, sodass hier Gefühlschaos und komplizierte Beziehungen sehr viel Raum einnehmen. Dabei geraten die Ermittlungen in den Hintergrund und die Spannung flacht ab, was schade ist.
Auch wenn der Kriminalfall inhaltlich Punktabzug bekommt, wiegt die hörenswerte Lesung von Vera Teltz aber so manches auf, weswegen ich vier von fünf Punkten vergebe und gespannt bin, wie die Reihe weitergeht.
Fazit: Krimi mit inhaltlichen Schwächen, was aber die hörenswerte Lesung von Vera Teltz wieder auffängt!
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Andreas Gruber: Todesspur

der Hörverlag

Fall Nr. 8 für Sneijder und Nemez!

Vor ein paar Tagen war es wieder so weit: Der Bestseller-Autor Andreas Gruber gab sich die Ehre und kam anlässlich der Buchpremiere von „Todesspur“ zu einer Lesung in meinen Heimatort. Ich hatte das Glück, einen Platz in der ersten Reihe zu ergattern! Es war ein wunderbarer Abend mit einem charmanten Autor, der nicht müde wurde sich mit „uns“ zu unterhalten, Fragen zu seinen Büchern zu beantworten und fleißig Autogramme gab! Doch das Beste war, er las auch Passagen aus dem neuen Thriller vor, die ich hier etwas zusammengefasst habe:
Aktuell erschüttern terroristische Anschläge Deutschland, die offenbar auf das Konto der sich neu gruppierten nächsten Generation der RAF gehen.
Bei einem Großeinsatz versuchen Sneijder und Nemez einen der führenden Köpfe dieser Organisation aufzuspüren und festzusetzen, doch dem gelingt die Flucht. Sie hängen sich an seine Fersen…
Die Jagd nach dem Flüchtigen führt die beiden Ermittler nach Mallorca, wo sie sich in einem Hotel der Extraklasse wiederfinden und undercover ermitteln. Ganz besonders für den „Charmebolzen“ Sneijder hat Andreas Gruber diesmal Situationen heraufbeschworen, wo dessen „sympathische Art und Weise“ voll zum Einsatz kommt, was mir gut gefallen hat, da hier auch die Lachmuskeln Arbeit bekommen.
In der Gesamthandlung taucht eine Figur auf, die man anfangs noch nicht ganz richtig einordnen kann. Sie checkt eher zufällig im gleichen Hotel wie die Ermittler ein. Im Verlauf erkennt man dann ihre kriminelle und mörderische Energie, was auch den Ermittlern nicht verborgen bleibt…
Wie auch beim letzten Mal bei „Todesrache“ habe ich auch diesmal die Hörbuchversion gewählt und mir den aktuellen Thriller dieser Reihe von Achim Buch vorlesen lassen.
Seine Stimme und ganz besonders wie er durch Mundart die Lesung verfeinert, verbinde ich sofort mit der Figur Maarten S. Sneijder und den Thrillern von Andreas Gruber! Daher war es für mich ganz leicht, ins aktuelle Geschehen einzutauchen, sich dabei zurückzulehnen und das Kopfkino zu genießen.
Nach einer spannenden, zwischenzeitlich auch recht humorvollen Handlung wird es im Showdown dann aber dramatisch und nervenaufreibend, wo plötzlich das eine oder andere Leben nur noch am seidenen Faden hängt…
Von mir gibt es für diesen nicht nur spannenden, sondern auch mit humorvollen Passagen angereicherten Thriller, die volle Punktzahl und meine unbedingte Hörempfehlung, denn man bekommt hier Hörgenuss vom Feinsten serviert!
Fazit: Unbedingt anhören, die Hörbuchversion des spannenden Thrillers punktet auf der ganzen Linie!
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Stevens & Suchanek: Todeskeller

Heyne

Von dem Autoren-Duo habe ich bereits mit Begeisterung die sehr spannende „Rachejagd-Thriller-Trilogie“ gelesen.
Nun ist ihr neuer Thriller „Todeskeller“ erschienen, der handlungsmäßig nach Berlin führt. Dort geht für Europol gerade ein neues Cold-Case-Team – bestehend u.a. aus Sophie Steinbach und David Martin –, das länderübergreifend agieren soll, an den Start:
Seit geraumer Zeit ist die Jugendliche Melissa Hubert spurlos verschwunden. Die Polizei hat einen Aufruf in den Medien gestartet, wo sie die Bevölkerung um sachdienliche Hinweise diesbezüglich bittet. Aufgrund eines vielversprechenden Anrufs machen sich zwei Streifenpolizisten auf den Weg zu einem alten baufälligen und seit Jahren unbewohnten Gebäude, um dort nach der Vermissten zu suchen. Vor Ort durchkämmen sie das Haus und stoßen dabei auf eine auf dem Boden liegende leblose Person. Während einer der beiden Polizisten sich der Person nähert, gibt der Boden unter ihm nach und er bricht ein. Es gelingt ihm, sich abzustützen, um nicht in den Keller zu fallen. Beim Blick nach unten macht er eine gruselige Entdeckung…
Die ersten Erkenntnisse zu dem alten Gebäude lassen aufhorchen, denn zu DDR-Zeiten war es ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche, von der Vermissten findet sich hier aber keine Spur.
Bei der leblosen Person kann nur noch der Tod festgestellt werden. Laut der Ausweispapiere handelt es sich um einen Mann aus Frankreich….
Der Zufallsfund im Keller lässt dann das Europol-Team anrücken, denn es werden zahlreiche menschliche Überreste dort entdeckt…
Dies sind nur ein paar Puzzleteile der nervenaufreibenden Handlung, die ich hier aber nicht weiter ausführen möchte, denn dazu ist dieser Thriller viel zu spannend und lesenswert. Obwohl die Thematik schon „hard stuff“ ist und man gute Nerven braucht, konnte ich das Buch nicht aus den Händen legen, so fesselnd ist es geschrieben. Immer wenn ich dachte, ich hätte herausgefunden, was hier Schreckliches passiert ist, lag ich daneben. Was für ein Verbrechen hier letztendlich aufgedeckt wird, hat mich sprachlos gemacht und zutiefst erschüttert, sodass ich hoffe, dieser Cold-Case-Fall beruht nicht einer wahren Begebenheit!?
Ich vergebe für diesen Page-Turner die volle Punktzahl und ich hoffe, dies ist der Beginn einer Reihe, die ich gern weiterverfolgen würde.
Fazit: Spannender Thriller mit brisanter Thematik, die fesselnd erzählt wird und unvorhersehbar bis zum nervenaufreibenden Schluss bleibt! Toll, so darf es gern weitergehen!
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The Responder – Staffel 2

Polyband VÖ 30.09.24

Zwei Jahre hat es gedauert, aber nun ist für das Heimkino Staffel 2  der britischen Ausnahme-Serie „The Responder“ erschienen. Martin Freeman schlüpft erneut in Rolle des Emergency Response Police Officers Chris Carson. Für diese herausragende schauspielerische Leistung wurde er 2023 mit dem International EMMY als bester Schauspieler ausgezeichnet.
Nach den nervenaufreibenden Ereignissen der 1. Staffel beginnt die aktuelle Handlung nach einem kurzen „was bisher geschah“ und man ist gleich wieder mitten drin im Geschehen:
Es sind sechs Monate vergangen…
Chris Carsons Privatleben ist immer noch in Schieflage, aber er hat den starken Vorsatz, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Psychisch ist er immer noch angeschlagen, weswegen er an Therapiesitzungen teilnimmt. Außerdem verbringt er Zeit mit seiner Tochter und der Kontakt zu seinem Vater nimmt wieder Raum in seinem Leben ein.
Chris größtes berufliches Bestreben ist in die Tagesschicht zu wechseln, aber ob ihn das gelingt? Bisher fährt er immer noch nachts allein durch die Liverpooler Straßen, wo „Krieg herrscht“. Leider dauert es nicht lange und er gerät durch äußere Umstände wieder in den Dunstkreis krimineller Machenschaften…
Auch Chris Kollegin Rachel Hargreaves (Adelayo Adedayo) ist weiterhin im Dienst und fährt nun mit einem anderen Kollegen nachts durch die Problemviertel der Stadt. Obwohl sie ihr Privatleben umgekrempelt hat, nagt die Gewalterfahrung immer noch an ihr, was im Verlauf der Handlung dann unschön eskaliert…..
Auch aus dem Bereich des kriminellen Milieus begegnen einem „alte Bekannte“, die das Eintauchen in die aktuelle, sehr lebensecht wirkende Handlung „erleichtern“, denn sie sind immer noch im Geschäft und versuchen sich irgendwie über Wasser zu halten. Drogen, Alkohol, Gewalt und krumme Geschäfte sind an der Tagesordnung und bilden hier die zumeist nächtliche Kulisse.
Einmal angefangen, habe ich die sechs Episoden in einem Rutsch angesehen und mich wieder sehr gut und spannend unterhalten gefühlt. Die real wirkenden Geschehnisse und das ganz exzellente Schauspiel-Ensemble machen einfach „Lust auf mehr“, wobei ich auf eine weitere Staffel hoffe, wo erneut Tony Schumacher das Drehbuch verfasst und seine eigenen Erfahrungen als ehemaliger Polizist in Liverpool einfließen lässt.
Fazit: Rundum gelungene nervenaufreibende Fortsetzung, die gern noch „Nachschlag“ verträgt!
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Sandrone Dazieri: All das Böse, das wir tun

HarperCollins    NetGalley

Den ersten Thriller von Sandrone Dazieri habe ich 2015 gelesen. Damals startete mit „In der Finsternis“ die Trilogie um Colomba Caselli und Dante Torre. Dieses spezielle Ermittler-Duo und die bewegende, „unter die Haut“ gehende Rahmenhandlung der spannenden Reihe sind mir noch gut im Gedächtnis geblieben.
Zu meiner großen Freunde ist nun ein neuer Thriller des italienischen Autors mit dem Titel „All das Böse, das wir tun“ erschienen:
Die Gesamthandlung wird in zwei Zeitebenen und aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt, was aber keine Probleme bereitet, denn durch den angenehmen Erzählstil findet man sich gut zurecht.
Vor 30 verschwinden im italienischen Cremona hintereinander drei junge Frauen. Sie werden ermordet und ihre Leichen tauchen einige Zeit später im nahegelegenen Fluss wieder auf.
Die Ermittlerin Itala Caruso wird mit dem Fall betraut. Als mutmaßlicher Täter wird der Tankwart Giuseppe Contini verhaftet. Obwohl hieb- und stichfeste Beweise fehlen, wird „der Perser“ vor Gericht gestellt und verurteilt.
Dann stirbt Contini unter fragwürdigen Umständen bei einem Brand im Gefängnis und Itala wird von Gewissensbissen geplagt…
In der Jetztzeit wird die Schülerin Amala Cavalcante gekidnappt, körperlich misshandelt und gefangen gehalten. Als Leser wird man Zeuge, welches Martyrium Amala erleiden muss. Grrrh!
Die Anwältin Francesca Cavalcante ist Amalas Tante. Vor 30 Jahren war Giuseppe Contini ihr Mandant. Ihr war es damals nicht gelungen, ihn vor dem Gefängnis zu bewahren, was immer noch an ihr nagt.
Bei dem Verschwinden ihrer Nichte sieht sie nun Parallelen zu dem alten Fall und sie mutmaßt, dass der eigentliche „Perser“ nie gefasst wurde und nun bei Amalas Verschwinden seine Hände im Spiel hat.
Sie fängt an, auf eigene Faust nach ihrer Nichte zu suchen. Ein Mann, der sich Gerry nennt und sich mit einem Rudel Hunde umgibt, taucht wie aus dem Nichts auf und bietet der Anwältin seine Hilfe bei der Suche nach Amala an…
Dies sind nur kleine Teilchen der Gesamthandlung, die mich übrigens von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen hat. Viele Mitwirkende kann man anfangs nicht so richtig einordnen, es sind teils undurchsichtige Charaktere, deren wahres Gesicht sich erst viel später zeigt. Diese Ungewissheit erzeugt zusätzlich Spannung, was bis ganz zum Schluss anhält. Toll!
Bei der Suche nach Amalas Entführer hatte ich irgendwann einen leisen Verdacht und lag damit tatsächlich richtig. Dafür gibt es aber keinen Punktabzug, denn das Motiv bzw. den Ausgang der Geschichte konnte ich nicht vorhersehen, sodass ich für diesen spannungsgeladen Thriller die volle Punktzahl vergebe!
Ich lese grundsätzlich Bücher immer bis zur letzten Seite. In diesen bin ich dabei auf ein kleines „Extra“ gestoßen, sodass ich mir sogar noch eine Fortsetzung vorstellen könnte.
Fazit: Insgesamt bekommt dieser nervenaufreibende Thriller die volle Punktzahl und meine unbedingte Leseempfehlung!
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