TOP

Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

Piper

aus meinem Rezensions-Archiv  vom 22.09.13
Ob nun Marcus Goldmann oder Harry Quebert wirklich einen Millionenseller geschrieben und veröffentlicht haben, kann ich nicht beurteilen, aber Joel Dicker ist mit „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ ein absoluter „Pageturner“ gelungen. Schon nach den ersten Seiten ist man in der Geschichte gefangen und kann überhaupt nicht mehr aufhören zu lesen. Erst als meine Augen zu brennen begannen, war ich bereit, das Buch beiseite zu legen. In kürzester Zeit habe ich es verschlungen. Es ist eine Kombination aus Krimi, Liebesgeschichte und einer Männerfreundschaft, die über viele Jahre andauert.
Die beiden Männer, um deren Freundschaft es hier geht, sind beide erfolgreiche Schriftsteller, die jeweils einen herausragenden Roman veröffentlicht haben und sich deshalb einer gewissen Bekanntheit erfreuen. Der eine, Harry Quebert ist Professor an der Universität, wo Marcus Goldmann von ihm unterrichtet wird. Der Professor erkennt bald das Potenzial, das in Marcus steckt und fördert ihn. So entsteht über die Jahre eine Freundschaft, die dann nach dem großen schriftstellerischen Erfolg von Marcus aber leicht abebbt. Man hat sich einige Zeit nicht mehr gesehen, als Marcus sich auf seinen Freund besinnt, denn er leidet unter einer Schreibblockade und der Abgabetermin für sein nächstes Buch steht bald an.
Nach einem Telefonat mit Harry nimmt er dessen Einladung an. Er fliegt von New York nach Aurora, wo Harry in einem wundervoll gelegenen Haus wohnt. Nachdem die beiden sich lange unterhalten haben, meint Harry väterlich zu ihm: „Ich werde mich gut um Sie kümmern und Sie werden hier einen Mordsroman schrieben“….
Das mit dem Mord passiert dann auch wirklich, denn auf dem Grundstück von Harry Quebert wird eine weibliche skelettierte Leiche gefunden. Wie sich bald herausstellt, handelt es sich um die vor 33 Jahren verschwundene 16-jährige Nola Kellergan. Das allein ist schon übel, aber dann wird es pikant, denn Harry Quebert gibt zu, dass Nola seine große Liebe gewesen ist und sie miteinander nach Kanada fliehen wollten…
Vor 33 Jahren hatte das spurlose Verschwinden von Nola großes Aufsehen erregt. Doch was nach dem Auffinden ihrer sterblichen Überreste für einen Medienansturm über das beschauliche Örtchen Aurora hereinbricht, ist kaum beschreibbar, wird aber, als man Harry Quebert wegen des Verdachts des Mordes an Nola verhaftet, in gigantische Höhen katapultiert!
Harry beteuert seine Unschuld und bittet Marcus, den wahren Mörder aufzuspüren und darüber ein Buch zu schreiben…
Der Erzählstil des Autors war für mich neu, gestaltete sich aber von Anfang an fesselnd und leicht zu lesen. Recht schnell war ich in der spannenden Handlung gefangen. Die Kombination aus einem wendungsreichem Krimi, einer bewegenden Liebesgeschichte und einer Männerfreundschaft ist wunderbar gelungen. Der Spannungsbogen wird von Anfang bis Ende gehalten und erst ganz am Schluss wird das Rätsel um Nolas Tod gelüftet! Echt klasse!
Fazit: Ein wahrer Page-Turner, der unbedingt gelesen werden sollte!
Read More
TOP

Thomas Enger/Jørn Lier Horst: Blutnacht

blanvalet Verlag

Zuletzt hatte ich im Dezember 2021 in „Bluttat“ über das „Ermittler-Duo“ Ramm und Blix gelesen. Die damalige Handlung begann in einem Verhörzimmer, wo der norwegische Kriminalhauptkommissar Alexander Blix Rede und Antwort stehen musste, da er hinterrücks einen Mann erschossen hatte. Die Reporterin Emma Ramm wartete in einem anderen Raum auf ihre Befragung, da sie sich am Tatort befand…
Buch Nr. 3 dieser Thriller-Reihe hatte mich von Anfang an in Atem gehalten und bis zuletzt gefesselt, weswegen ich ganz fest hoffte, dass es den beiden Autoren irgendwie gelingt, hier noch für „Nachschlag“ zu sorgen.
Zu meiner großen Freude ist jetzt der vierte Band der Reihe mit dem Titel „Blutnacht“ erschienen.
Im Prolog bekommt man Einblick in die Gedankengänge von Walter Kroos, einem in Deutschland inhaftiertem Mörder. Der während eines Telefongesprächs eine ihn irritierende Information erhält. Kurze Zeit später befindet er sich auf der Flucht. Bei der Durchsuchung seiner Zelle finden die Beamten einen Zettel, worauf der Name Jarl Inge Ree steht.
Dieser Name führt dann recht schnell nach Norwegen und zu Alexander Blix, der mittlerweile wegen seiner Straftat verurteilt und inhaftiert ist. Er hat sich mit der schwierigen Situation als einstiger Kriminalhauptkommissar irgendwie arrangiert, der nun mit denjenigen seine Strafe verbüßt, die er einst dingfest gemacht hat. Gerade erst hatte wieder jemand von den Mithäftlingen versucht Blix schlagkräftig zu provozieren, der auf den Namen Jarl Inge Ree hört.
Gard Fosse, einstiger Kollege und Vorgesetzter von Blix kontaktiert ihn in der Haftanstalt. Er informiert ihn über die Geschehnisse in Deutschland und dass besagter Walter Kroos offenbar in Richtung Norwegen unterwegs ist und sich vermutlich aus welchen Gründen auch immer an Jarl Inge Ree rächen will. Blix soll ein Auge auf den Mithäftling haben und in den wenigen Tagen, die noch bis Rees Entlassung vorhanden sind, herausbekommen, was Kroos und Ree verbindet? Kein einfaches Unterfangen für Blix!
Emma Ramm hält weiterhin Kontakt zu Blix. Dieser bittet sie dann auch um Recherche in Sachen Kroos und Rees.
Im Verlauf mietet sich Emma auf einem Campingplatz in Osen ein, wo Rees viele Jahre lebte. Emmas Aufenthalt und ihre Spurensuche bleiben in dem kleinen Ort nicht verborgen, was sie in brenzliche Situationen und bald ihn höchste Lebensgefahr bringt.
Einschneidende Ereignisse in der Vergangenheit, ein aktueller Vermisstenfall und die Suche nach einem flüchtigen Mörder sind nur einige Szenerien aus der Gesamthandlung, die an manchen Stellen zwar erahnen lässt, was passiert sein könnte, jedoch das eigentliche Geschehen nicht vorhersehbar macht.
Das Buch ist fesselnd geschrieben, hat Sog-Charakter, sodass man sich der Handlung nicht entziehen kann, weswegen ich Seite um Seite verschlungen habe, mir aber am Ende wieder die Frage stellen muss: Gibt es eine weitere Fortsetzung der Reihe? Ich hoffe es sehr!
Fazit: Dieser fesselnd geschriebene Thriller hat Sog-Charakter! Er bekommt die volle Punktzahl, meine unbedingte Lese-Empfehlung und einen besonderen Platz in meinem Bücherregal!
Read More
TOP

Michaela Kastel: Unsterblich

Heyne Verlag

Die Autorin war mir bisher nicht bekannt. In ihrem neuen Thriller „Unsterblich“ nimmt sie ihre Leserschaft mit in das Refugium der Tierpräparatorin Sonja Raich, die allein mitten im Wald lebt und arbeitet. Aus ihrer Sicht wird die Handlung erzählt:
Schon seit ihrer Kindheit lebt sie bei ihrem Großvater im Wald. Die Menschen im Ort beäugen die beiden mit Skepsis und Gerüchte über sie machen die Runde. Sonja hat in der Schule einen schweren Stand und eine zarte Freundschaft zu einer Mitschülerin gerät durch die Gerüchteküche in Schieflage, weswegen Sonja bald von ihrem Großvater unterrichtet wird und beide als Außenseiter gelten.
Nach seinem Tod übernimmt sie sein „Geschäft“, das allerdings nicht sehr floriert und sie immer knapp bei Kasse ist, weswegen sie gezwungen ist auch etwas außergewöhnliche Aufträge anzunehmen. Dabei handelt es sich um dubiose Sammleranfragen, die durch spezielle und teils skurrile Wünsche, oftmals an die Grenze der Legalität stoßen. Lange Zeit sträubt Sonja sich solche Aufträge anzunehmen, doch irgendwann geschieht es und sie gerät in den Strudel der Illegalität, kassiert dafür aber auch beträchtliche Geldsummen, die ihr das abgeschiedene Leben im Wald ermöglichen. So arbeitet sie im Verborgenen, da niemand erfahren darf, was sie für eindrucksvolle „Geschöpfe“ kreiert.  
Sonja hat sich mit dem Außenseiter-Status und ihrem Leben im Wald arrangiert, doch dann begegnet sie einem Mann, der in ihr Gefühle weckt. Bald sehnt sie sich nach einem Leben in der Normalität, doch dazu muss sie ihre speziellen Auftragsarbeiten beenden. Ihre zahlungskräftigen Auftraggeber setzen sie stark unter Druck, denn sie wollen auf ihr spezielles Können nicht verzichten.
Als man sie zu einer allerletzten Auftragsarbeit zwingen will, widersetzt sie sich anfangs noch, doch ihr Kontrahent ist mächtig, skrupellos und unnachgiebig, weswegen nicht nur Sonja in höchste Lebensgefahr gerät….
Das Buch liest sich gut, die Thematik hat einen gewissen Gruselfaktor, der durch die anschaulich geschilderten Szenerien noch unterstrichen wird und die Kategorie Thriller gut bedient wird. Die Figur der Sonja Raich bekommt von mir allerdings keine Sympathiepunkte. Obwohl die Autorin hier viele positive Aspekte nach außen kehrt, darf man nicht vergessen, was hinter dieser „Fassade“ doch für kriminelle Energie vorhanden ist und lange Zeit im Verborgenen agiert.
Der Autorin ist es gelungen, einen nervenaufreibenden Thriller zu schreiben. Von Anfang an schwebt eine düstere, unheimliche Atmosphäre über dem Geschehen.
Allerdings war der Handlungsverlauf für mich doch recht vorhersehbar und hatte keine großen Überraschungen parat. Was aber auch vielleicht daran liegt, dass ich ja sehr viele Bücher lese und daher etwas „weitsichtiger“ aufgestellt bin.
Nichtsdestotrotz vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten, denn der Erzählstil ist fesselnd, die Atmosphäre von Anfang an angespannt, unheimlich und düster und die Thematik gut gewählt und für nervenstarke Leser sicherlich geeignet.
Fazit: Nervenstarke Thriller-Fans kommen hier sicherlich auf ihre Kosten, da anschauliche Szenerien die Nackenhaare hochstehen lassen!
Read More
TOP

Johanna Mo: Dunkelwald

Heyne

Nach „Nachttod“ und „Finsterhaus“ ermittelt die Polizistin Hanna Duncker nun im dritten Buch der Krimi-Reihe, die handlungsmäßig auf der schwedischen Insel Öland angesiedelt ist.
Immer noch beschäftigt Hanna der Mordfall Ester Jensen. Hannas verstorbener Vater hatte den Mord vor knapp 20 Jahren gestanden und dafür eine lange Gefängnisstrafe abgesessen. Doch immer schon hatte sie gewisse Zweifel daran, dass ihr Vater ein Mörder ist. Aber der wich von seinem Geständnis kein bisschen ab. Durch einen überraschenden Besuch von ihrem im Ausland lebenden Bruder Kristoffer wendet sich das Blatt, denn er macht ihr ein schreckliches Geständnis und Hannas Zweifel, dass ihr Vater einen Mord begangen hat, scheinen sich zu bestätigen!
Noch bevor sie den Behauptungen ihres Bruders richtig nachgehen kann, wird sie mitten in der Nacht durch einen Knall geweckt. Ihr Haus steht lichterloh in Flammen und nur durch einen beherzten Sprung aus dem Fenster, kann Hanna dem Feuer entkommen.
Ihre Recherchen im Mordfall Jensen bleiben offenbar nicht verborgen, denn jemand trachtet ihr nach dem Leben und der Hausbrand war nicht der letzte Anschlag auf sie….
Dies ist ein Teil der Handlung von „Dunkelwald“
Des Weiteren geht es um einen Skelettfund im Mittlandwald. Es handelt sich dabei um die sterblichen Überreste von Mikael Fransson, der 1999 nach seiner Schulabschluss-Feier spurlos verschwand. Anhand der rechtsmedizinischen Untersuchung steht fest, dass Mikael ermordet wurde und nicht freiwillig verschwunden ist, wie anfangs noch von seiner Familie und seiner Clique angenommen wurde.
Die Ermittlungen in diesem weit zurückliegenden Mordfall gestalten sich schwierig und werden von den „Gedächtnislücken“ der früheren Mitschüler und Cliquenmitglieder verkompliziert. Letztendlich wird der Fall aber gelöst.
Im zweiten Buch der Reihe hatte ich eine Steigerung zum Debüt festgestellt und eine positive Entwicklung der Hauptfigur Hanna Duncker wahrgenommen und war gespannt wie es weitergeht.
Tatsächlich geht es aktuell in ihrem Privatleben turbulent und gefährlich zu, da ihr offenbar jemand nach dem Leben trachtet.
So ganz anfreunden kann ich mich mit der Figur Hanna Duncker aber immer noch nicht, denn ihre eigenwillige Art und ihre karge zwischenmenschliche Kommunikation erschließt sich mir nicht.
Ich hätte es spannender gefunden, den Fall Ester Jensen endlich zum Abschluss zu bringen, der wohl nun im nachfolgenden Buch erst aufgearbeitet wird.
Die Ermittlungen im Mordfall Mikael Fransson mit den vielen Mitwirkenden und Verdächtigen fand ich etwas anstrengend, denn offenbar hatte jeder so sein Geheimnis und spielte damals und heute nicht mit offenen Karten. Die anfängliche Spannung verliert sich im Verlauf, da die komplizierte Aufarbeitung, was 1999 geschehen ist, an ein großes Gefühls-Chaos zwischen Heranwachsenden erinnert, was dann letztendlich durch Fehleinschätzungen in einer großen Katastrophe endet.
Insgesamt vergebe ich drei von fünf möglichen Punkten, da ich das Hin- und Her-Switchen zwischen den beiden Mordfällen etwas anstrengend fand. Außerdem hatte die Gesamthandlung einfach zu viele Schauplätze und Mitwirkende, die das richtige Einordnen erschweren, worunter die Spannung leidet, was schade ist, hatte ich doch nach dem vielversprechenden zweiten Teil hier mehr erwartet.
Fazit: Nicht ganz so spannend wie Teil 2, weswegen es hier drei von fünf möglichen Punkten gibt!
Read More
TOP

John Grisham: Feinde

Heyne

Den im Herbst letzten Jahres erschienen, spannenden Roman „Der Verdächtige“ hatte John Grisham in Florida angesiedelt.
In seinem neuen seitenstarken Werk geht es nach Biloxi, einer Stadt im Süden des US-Bundesstaat Mississippi. Die Handlung des Romans erstreckt sich über einen langen Zeitraum, wo einerseits der Wandel des an der Golfküste gelegenen Ortes aufgezeigt wird, zum anderen die Lebensgeschichte zweier kroatischer Einwandererfamilien genauer beleuchtet wird. Einen ganz besonderen Part übernehmen dabei die beiden 1948 geborenen und seit frühester Kindheit befreundeten Jungen Hugh Malco und Keith Rudy dar. Beide brillieren als Baseball-Talente und werden als solche gefeiert. Sie genießen das Leben und können sich im zarten Alter von zwölf Jahren nicht vorstellen, dass sich an ihrer engen Freundschaft je etwas ändern könnte…
Und genau das passiert, denn im Verlauf der Jahre driften ihre privaten und beruflichen Wege in eine total entgegengesetzte Richtung. Keith Rudy tritt in die Fußstapfen seines Vaters und studiert Jura und wird im Verlauf Staatsanwalt. Auch Hugh Malco eifert seinem Vater nach, der allerdings auf der anderen Seite des Gesetzes steht und kriminelle Machenschaften bis hin zu mafiösen Strukturen, Alkohol, Glücksspiel und Prostitution eng mit seinem Namen verbunden sind.
Der Kampf gegen „Gut und Böse“ erstreckt sie über eine lange Zeitspanne, d. h. anfänglich sind es noch die Väter der beiden Freunde Keith und Hugh, die sich im imaginären Ring gegenüberstehen. Doch das ändert sich durch ein dramatisches Ereignis und aus den einstigen engen Freunden werden – wer hätte das je von den beiden gedacht – Feinde!
Wie es dazu kommt, kann man im neuen spannenden Roman von John Grisham anschaulich präsentiert, nachlesen. Auch wenn es anfänglich etwas beschaulich vorangeht und im Verlauf so einige düstere Gestalten auftauchen und es Mitwirkende zu Hauff gibt, findet man sich im Geschehen gut zurecht. Im Nachhinein kann ich nur sagen, die anfängliche „Ruhe vor dem Sturm“ bzw. das ausführliche Erzählen der Vorgeschichte ist wichtig für die Gesamthandlung.  So erkennt man erst die tiefgreifenden Zusammenhänge und die Tragik des Ganzen, mit welchen Emotionen hier der Schlussakkord verbunden ist.
Ich bin seit langem ein großer Fan dieses Autors, dessen Bücher ja auch schon sehenswert verfilmt ( z.B. Die Jury oder Die Akte) wurden!
Diesen Roman habe ich wieder gern gelesen. Durch den angenehmen Erzählstil findet man sich auch bei den vielen Mitwirkenden und zeitlichen Zusammenhängen gut im Geschehen zurecht und kann alles gut einordnen, sodass ich hier meine Leseempfehlung ausspreche. 
Fazit: Ein unbedingt lesenswerter spannender Roman aus der Feder von John Grisham, dem gern noch viele weitere folgen dürfen!
Read More
TOP

In der Nacht des 12.

Ascot Elite VÖ 14.04.23

Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten:
In einem kleinen Ort am Rande der französischen Alpen unweit von Grenoble ist eine junge Frau mitten in der Nacht auf dem Heimweg von einer Party. Auf den menschenleeren Straßen schickt sie noch schnell eine Nachricht an ihre Freundin und dann wird sie unvermittelt von einer wie aus dem Nichts aufgetauchten Person mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Jede Hilfe kommt für sie zu spät, sie verbrennt bei lebendigem Leib.
Auf die herbeigerufene und mit den Ermittlungen beauftragte Polizeieinheit unter der Leitung des jungen engagierten Capitain Yohan Vivés (Bastien Bouillon) kommt viel Arbeit zu. Um den bestialischen Mord an Clara Royer aufzuklären, bitten sie ihre beste Freundin Nanie um Hilfe. Sie beschreibt Clara als eine nette junge Frau, die gern lachte, das Leben liebte, feierte und sich gern amüsierte.
Akribisch sammeln die Ermittler Informationen, führen Gespräche mit unzähligen Personen aus Claras Freundes- und Bekanntenkreis, darunter auch eine Reihe von Männern, mit denen Clara flüchtige intime Kontakte hatte. Sympathisch kommt keiner, diese jungen Männer rüber. Sie wirken kalt, emotionslos und die Tatsache, dass Clara bestialisch ermordet wurde, scheint ihnen allen völlig gleichgültig zu sein. Jeder von ihnen könnte der Täter sein, doch den Ermittlern fehlen hieb- und stichfeste Beweise, um jemanden für den Mord zur Verantwortung zu ziehen.
Ein paar Jahre vergehen, aber der bestialische Mord an Clara ist zum Leidwesen von Capitain Yohan Vivés immer noch ungelöst, den dieses furchtbare Verbrechen nie losgelassen hat.
Durch eine wundersame Fügung kommt dann doch noch einmal Bewegung in den Fall. Es wird erneut ermittelt, es gibt neue Verdachtsmomente, die sich aber dann wieder verflüchtigen und so bleibt der Mord unaufgeklärt.
Zu Beginn des Films wird man darüber informiert, dass nicht alle Morde aufgeklärt werden und dieser, der sich „In der Nacht des 12.“ ereignete, leider dazu gehört.
Obwohl man von Anfang an weiß, dass hier ein ungelöstes Verbrechen aufgezeigt wird, ist es den Filmemachern gelungen, die akribischen Ermittlungen um diesen fürchterlichen Mord aufzuklären, fesselnd zu erzählen. Auch die Obsession, die Capitain Yohan Vivés hier für die Suche nach dem Mörder entwickelt hat, kann man gut nachvollziehen. Ich habe mich dabei ertappt, zu hoffen, dass der Fall doch noch gelöst wird, als sich nach einigen Jahren neue Ermittlungsansätze fanden, was ja letztendlich aber leider nicht gelungen ist.
Gelungen ist aber auf jeden Fall diese filmische Aufarbeitung des ungelösten Kriminalfalls, die fesselnd erzählt wird und darstellerisch toll besetzt ist. Hier geht es zum Trailer
Ich kann gut verstehen, dass dieser Film mittlerweile mehrere Preise bekommen hat, u.a. den César – den französischen Filmpreis – für den „Besten Film des Jahres“ und Bastien Bouillon für seine Rolle als Capitain Yohan Vivés  als bester männlichen Newcomer ausgezeichnet wurde.
Fazit: Gelungene, sehenswerte Aufarbeitung eines schrecklichen, bislang ungelösten realen Kriminalfalls
Read More
TOP

Lisa Regan: Nur noch ein Atemzug

Bookuture                     NetGalley

Police Detective Josie Quinn, die in Pennsylvania, in der Kleinstadt Denton, lebt und arbeitet, suchte im 8. Band der Reihe nach ihrer spurlos verschwundenen Zwillingsschwester. Ein Kleidungsstück, das sich bei einer Leiche befand, katapultiert Josie im 9. Band gedanklich direkt zurück in ihre Jugendzeit und im aktuellen 10. Band, mit dem Titel „Nur noch ein Atemzug“ bekommt sie es mit rätselhaften Todesfällen zu tun:
Josie entdeckt in einem Schwimmbecken eine junge Frau leblos im Wasser treiben. Nachdem sie die mit Straßenkleidung und Sneakers bekleidete Frau aus dem Wasser gezogen hat, kommt jedoch jede Hilfe für sie zu spät. Josie erkennt in der Toten das hochtalentierte Schwimm-Ass Nysa Somers. Nach den ersten Befragungen wird deutlich, dass diese Musterschülerin, niemals ihr Stipendium riskiert, geschweige denn leichtsinnig ihr Leben auf Spiel gesetzt hätte. In Nysas Handy stoßen die Ermittler später dann auf die merkwürdige Notiz „Sei eine Meerjungfrau“.
Da Fremdverschulden auf den ersten Blick nicht nachweisbar ist, muss erst einmal von einem tragischen Unfall ausgegangen werden und auch die Obduktion bestätigt: Nysa ist ertrunken!
Kurze Zeit bricht im Haus eines hoch angesehenen, pensionierten Feuerwehrmanns ein verheerendes Feuer aus. Seine zwei kleinen Enkelinnen können nur knapp den Flammen entkommen und auch er selbst wird später mit schwersten Brandverletzungen hinter dem Haus gefunden. Die beiden kleinen Mädchen erzählen unter Tränen, dass ihr Opa das Feuer selbst gelegt habe und dabei gemurmelt habe: „Sei ein Funke“.
Josies Bauchgefühl sagt ihr mal wieder, die beiden Fälle hängen irgendwie zusammen. Doch ob sie da auf der richtigen Spur ist, verrate ich hier nicht.
Ich kann nur sagen, erneut ist es Lisa Regan gelungen einen unheimlich spannenden, nicht vorhersehbaren Thriller zu schreiben, der einen von der ersten Seite an fesselt und nervenaufreibende Szenerien bietet, die einem die Nackenhaare hochstehen lassen.
Im Privatleben von Josie Quinn tut sich etwas und das lässt sie ganz besonders im Showdown eine Achterbahn der Gefühle durchlaufen. Doch mehr wird nicht verraten, denn es lohnt sich mal wieder diesen Thriller zu genießen und er bekommt von mir die volle Punktzahl und meine unbedingte Leseempfehlung. So spannend darf es gern noch lange weitergehen!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen kniffligen und nervenaufreibenden 10. Fall für Josie Quinn! So spannend darf es gern weitergehen!
Read More
TOP

Lisa Regan: Detective Josie Quinn 8 und 9

  Bookouture

Anfang Februar des Jahres hatte ich hier das siebte Buch aus der Detective-Josie-Quinn-Reihe „Die Namenlose“ vorgestellt. Mit der Handlung des Buches konnte ich mich erstmalig nicht ganz anfreunden, da es spannungsmäßig nicht an die vorherigen heranreichte. Ganz besonders fiel auch der körperliche und seelische Zustand der sonst so toughen Ermittlerin auf, denn durch die zurückliegenden Ereignisse und die aktuellen Geschehnisse im privaten Umfeld quälten sie Alpträume, die an ihrer Leistungsfähigkeit zerrten. Doch da ich die spannenden Thriller um Josie Quinn sehr mag, wollte ich die nächsten Bücher der Reihe aber auf gar keinem Fall verpassen und war gespannt wie es weitergeht.
Nun sind in kürzester Zeit die zwei nächsten E-Books aus der Reihe erschienen. Hier gibt es einen kleinen Vorgeschmack, was einen erwartet:
„Du musst sie finden“ ist der achte Band der Reihe und der Titel gibt auch gleich Einblick in die spannungsgeladene Handlung:
War Josie zuletzt körperlich und seelisch „angeschlagen“, hat sie sich aktuell wieder etwas erholt, bekommt es aber mit einem sehr persönlichen Fall zu tun, der ihr mal wieder einiges abverlangt:
Josie und ihre Zwillingsschwester Trinity, die sich für einige Zeit bei ihr im Haus einquartiert hatte, geraten in einen Streit, in deren Verlauf Trinity ihre Sachen zusammenrafft, dann wutentbrannt das Haus verlässt und in ihrem Auto davonrast.
Hoffte Josie anfangs noch, ihre Schwester würde zurückkommen, vergehen Wochen und niemand aus der ganzen Familie hat von ihr gehört bzw. einen erbetenen Rückruf erhalten.
Josie macht sich auf die Suche nach ihr und in einer abgelegenen Waldhütte, die Trinity gemietet hat, findet sie nur ihr offenstehendes Auto, aber von ihr selbst keine Spur. Bei einer Suche in der näheren Umgebung macht Josie dann eine grauenvolle Entdeckung….
Hier bekommt man die gewohnte fesselnde Spannung geboten, die ich seit Beginn der Reihe so liebe und eine unvorhersehbare Geschichte präsentiert, die mit einem nervenaufreibenden Showdown endet!
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
In „Rette ihre Seele“ steht die amerikanische Kleinstadt Denton an vielen Stellen unter Wasser, da es seit Wochen ununterbrochen regnet. Die Rettungsmannschaften sind in vollem Einsatz und werden in regelmäßigen Abständen von Josie Quinn und ihrem Team unterstützt, um Menschen aus den Überschwemmungsgebieten zu evakuieren. Während eines dieser Einsätze treibt ein in einer Plane eingewickelter länglicher Gegenstand an die Oberfläche, den Josie unter großen Mühen an Land ziehen kann. Beim Öffnen des „Pakets“ entdeckt sie darin die Leiche einer jungen Frau, die ein Kleidungsstück trägt, das Josie erstarren lässt und sie von jetzt auf gleich in ihre Schulzeit katapultiert!
Auch dieser Thriller bietet wieder die gewohnte fesselnde Handlung, die diesmal auch Einblick in Josies Schulzeit und Vergangenheit gibt, die in einzelnen Kapiteln gut ins Geschehen eingewoben sind.
Ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt, vergebe die volle Punktzahl und spreche meine Lese-Empfehlung auch für Buch Nr. 9 aus.
Fazit: Band 8 und 9 der Josie-Quinn-Thriller-Reihe bekommen die volle Punktzahl für spannende und fesselnde Unterhaltung, sodass ich beide E-Books nur empfehlen kann. Gern weiter so!
Read More
TOP

Arno Strobel:  Mörderfinder   – Mit den Augen des Opfers –

Fischer Verlage

Der dritte Einsatz für den Fallanalytiker Max Bischoff.
Obwohl Max Bischoff gern als Polizist tätig war, zwangen ihn gewisse Ereignisse dazu, den Dienst beim KK 11 in Düsseldorf zu quittieren, weswegen er jetzt neben seiner Lehrtätigkeit an der Polizeihochschule auch als Privatermittler arbeitet und bereits in „Die Spur der Mädchen“ und „Die Macht des Täters“ gezeigt hat, dass er auch ohne „Marke“ ein guter „Mörderfinder“ ist.
Aktuell bekommt er einen unerwarteten Anruf, der ihn aufhorchen und erstaunen lässt, denn niemand anderes als seine frühere Chefin, die Polizeirätin Eslen Keskin, die bisher kein gutes Wort für ihn übrig hatte, bittet ihn um Hilfe!
So richtig einordnen kann Max Bischoff diesen Anruf noch nicht, dazu waren die Differenzen während seiner Dienstzeit beim KK 11 mit ihr zu groß und so reist er mit gemischten Gefühlen nach Klotten, einem kleinen Ort an der Mosel.
Dort trifft er auf Frau Keskin, die von ihrer Freundin Gaby erzählt, die in diesem Ort lebte. Sie litt an einer schweren Krankheit und verstarb kürzlich daran.
Besagte Freundin hat ein Tagebuch hinterlassen, worin sie von ihren großen Schuldgefühlen schreibt, die ihr schwer zu schaffen machen. Wessen sie sich schuldig gemacht hat, darüber schreibt sie aber nichts genaues, sondern driftet immer mehr in diffuse und verwirrende Gedankengänge ab.
Eslem Keskin vermutet, dass die beschriebenen Schuldgefühle mit einem Ereignis zusammenhängen könnten, das sich hier vor 22 Jahren ereignet hat, wo ein junger Winzer spurlos verschwand, der offenbar zu Gabys engeren Freundeskreis gehörte. Die polizeilichen Ermittlungen damals verliefen im Sande, weswegen er Fall offiziell als ungelöst gilt.
Ob die Tagebucheintragungen und der alte Vermisstenfall in einem Zusammenhang stehen, danach soll Max vor Ort recherchieren. Was allerdings kein einfaches Unterfangen ist, denn die Menschen in dem kleinen Ort mögen es nicht besonders, wenn man sie aushorcht bzw. ihre jahrelange Mauer des Schweigens versucht zu durchbrechen. Und kaum hat Max mit ein paar wenigen Menschen gesprochen, die die Verstorbene gut kannten, geschieht ein brutaler Mord, der die bisherigen kargen Erkenntnisse, die er in der kurzen Zeit gewinnen konnte, in ein ganz anderes Licht rücken…
Während es in dem kleinen Ort Klotten plötzlich nur so von „Ermittlern“ wimmelt, kommt es zwischen Max und dem offiziellen Mordermittler zu Reibereien, denn der möchte den „Mann ohne Befugnisse“ am liebsten sofort aus dem Ort verbannen.
Doch Max hat mittlerweile „Blut geleckt“ und trotz reichlich Gegenwind will er diesen immer merkwürdiger werdenden Fall lösen. Er bleibt stur und vor Ort, unterhält sich mit Leuten, die sich noch an die Ereignisse von damals erinnern können und scheint dabei ungewollt, „dem Bösen“ zu nahe gekommen zu sein, weswegen er bald in höchster Lebensgefahr schwebt.
In die Gesamthandlung sind wohldosiert „Ein- bzw. Rückblicke“ in die Gedankenwelt einer im Verborgenen agierenden Person eingewoben, die erst im Showdown demaskiert wird, aber auch noch zusätzlich eine „böse Überraschung“ in petto hat.
Hatten die beiden vorherigen Thriller dieser Reihe mich voll und ganz begeistern können, muss ich diesmal einen Punkt abziehen, denn es „wuselten“ mir in der Handlung von „Mit den Augen des Opfers“ zu viele Personen herum. Ich fand es etwas anstrengend, sich mit dieser Vielzahl von Mitwirkenden zu beschäftigen. Bis fesselnde Spannung aufgebaut war, dauerte es etwas. So richtig zum Tragen kam sie erst in Richtung Showdown, davon hätte es für meinen Geschmack gern etwas mehr sein dürften.
Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gern gelesen und hoffe, die Thriller-Reihe wird weitergeführt.
Fazit: Reicht spannungs- und handlungsmäßig nicht ganz an die beiden Vorgänger heran, weswegen ich vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Read More
TOP

Stevens & Suchanek: Rachejagd – Zerstört

Heyne

Bis Oktober letzten Jahres war mir dieses Autoren-Duo noch völlig unbekannt. Das hat sich allerdings sehr schnell geändert, denn mit „Rachejagd – Gequält“ begann ihre als Trilogie angelegte Thriller-Reihe, die sich als fesselnder Page-Turner herauskristallisierte.

Ein kleiner Blick in den Inhalt:

Die Investigativ-Journalistin Anna Jones und der FBI-Agent Nick Coleman kennen sich seit ihrer Jugendzeit, verlieren sich dann wieder aus den Augen und treffen sich dann als junge Erwachsene wieder. Diese beiden Hauptakteure der Reihe werden in eine nervenaufreibende Handlung hineingezogen, wo es zu alptraumhaften Szenerien kommt. Offenbar ist eine Person auf einem ganz persönlichen Rachefeldzug gegen sie. Im Verlauf werden die beiden unfreiwillig zu „Spielfiguren“, die wie auf einem imaginären Schachbrett nach Gutdünken von der im Verborgenen agierenden Person bewegt werden.
Bei der aufwendigen Suche nach ihrem Widersacher können Anna und Nick anfangs noch auf „helfende Hände“ zurückgreifen, doch die werden immer weniger, da sie im gemeinsamen Kampf gegen das „unsichtbare Böse“ ihr Leben verlieren, wozu enge Freunde, Familienmitglieder und Wegbegleiter gehören.
Durch geschickte Twists wendet sich immer mal wieder die Handlung in eine andere Richtung, sodass es dem „Bösen“ mehrfach gelingt unter- und dann wieder mit neuem Psychoterror im Gepäck aufzutauchen.
Dachte ich, die dargebotenen Szenen in Teil 1 waren schon heftig, dreht das Autorenpaar in Teil 2 mit dem Titel „Verraten“ noch mehr auf und hier braucht man als Leser wirklich starke Nerven! Denn die alptraumhaften Ereignisse, die Anna und Nick hier verkraften müssen, sind schon „hard stuff“. Die Jagd auf sie ist immer noch nicht beendet, die seelischen Qualen, die hier ganz besonders Nick durchleben muss, kann man kaum in Worte fassen.
Teil 1 hatte ich als nervenaufreibenden Page-Turner eingeordnet, mit Teil 2 setzte das Autoren-Duo in Sachen „Thrill“ noch eins drauf und nun ist mit „Zerstört“ der Abschlussband erschienen.
Noch einmal durchleben die beiden Hauptfiguren actionreiche und nervenaufreibende Szenen, die mit denen aus den vorherigen Büchern sehr gut mithalten können. Immer wieder gelingt es den Autoren durch Twists in der Handlung die Leser zu überraschen und erst ganz am Schluss wird „das Böse“ demaskiert! Toll!
Alles in allem hat mir diese Thriller-Trilogie sehr gut gefallen. Recht schnell hatte mich die Gesamthandlung in ihren Bann gezogen, obwohl einem in so mancher Szene die Nackenhaare hochstehen. Aber so soll ja auch ein Thriller sein!
Allerdings muss ich auch anmerken, dass ich schon im 1. Teil eine gewisse Ahnung hatte, wer sich hinter der Maske des Bösen verbirgt. Lange Zeit ist es den Autoren gelungen, mich immer wieder auf andere Fährten zu locken. Aber im aktuellen Buch hat mich dann ein „Schlüsselsatz“ aufhorchen lassen und ich war mir sicher und lag letztendlich richtig, wer hier der „Rachejäger“ ist.  Aber dies aber nur am Rande, denn wer actionreich, nervenaufreibend und fesselnd unterhalten werden möchte, dem kann ich nur raten, die „Rachejagd-Trilogie“ zu genießen!
Fazit: Krönender Abschluss einer nervenaufreibenden, wendungsreichen und bis zum Schluss fesselnden Thriller-Trilogie, die man nicht verpassen sollte!
Read More