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Arttu Tuominen: Was wir verschweigen

Lübbe

Ich muss gestehen, ich habe erst etwas gezögert, bevor ich „Was wir verschweigen“ auf meine Leseliste gesetzt habe, denn im Vorfeld hatte ich schon ein paar finnische Bücher/Krimis gelesen, die mich allerdings nicht sonderlich begeistern konnten.
Doch was Arttu Tuominen hier für eine Geschichte erzählt, hat mich von Anfang an gefesselt und mir gut gefallen!
Der Kriminalroman wird in zwei Zeitebenen erzählt, die in der „Gegenwart“ 2018 und in der „Vergangenheit“ 1991 angesiedelt sind. Man findet sich durch den angenehmen Erzählstil des Autors gut in diesen zwei Erzählsträngen zurecht und hat auch beim Einordnen des Geschehens keine Schwierigkeiten.
Handlungsort ist die finnische Küstenstadt Pori –  wo übrigens auch der Autor lebt -.
Im Prolog lernt man zwei ca. 12-jährige Jungen kennen, wovon der eine stämmig und der andere schmächtig ist. An einem ganz besonderen Ort schwören sie sich ewige Freundschaft  –  komme was da wolle – !
Dann schreibt man den 09. November 2018: Gerade hatte man Jari Paloviita als kommissarischen Leiter der Polizeidienststelle in Pori ernannt. Er will gerade Feierabend machen, als ihn diese Nachricht erreicht:
Bei schlechten Wetterverhältnissen mit Sturm und Regen kommt es in einem Sommerhaus während eines ausschweifenden mehrtägigen alkoholträchtigen Beisammenseins zu einer Messerstecherei mit tödlichem Ausgang. Ein Verdächtiger wird später blutverschmiert  im nahegelegenen Wald völlig durchnässt und entkräftet aufgefunden. Alle anwesenden Zeugen im Sommerhaus sind durchweg alkoholisiert und können zum Tatgeschehen und möglichen Täter keine verwertbaren Angaben machen, außerdem fehlt das Tatwerkzeug….
Solche Straftaten sind in Finnland leider keine Seltenheit, weswegen auch von Seiten der Ermittler dieser Fall bereits so gut wie aufgeklärt gilt und Jari die Bearbeitung dieses Tötungsdeliktes an seine erfahrenen Mitarbeiter Linda Toivonen und Henrik Oksman deligiert…
Nach einem Zeitsprung ins Jahr 1991 erfährt man mehr von der anfangs mit einem Schwur besiegelten Freundschaft …
Zurück im Jahr 2018 sind die Ermittlungen im „Sommerhaus-Mord“ fast abgeschlossen und Henrik und Linda erstatten einen Bericht, wo Jari zum ersten Mal den Namen des Opfers und des Tatverdächtigen hört und diese beiden Namen lassen ihn zusammenzucken und er bekommt Schweißausbrüche, denn er kennt beide Personen nur zu gut  – aus seiner Vergangenheit….
Dies ist mal ein etwas anderer Kriminalroman, als man ihn vielleicht vermutet. Mir hat er gut gefallen. Obwohl man beim Sommerhaus-Mord den Tathergang eigentlich vor Augen hat und Opfer und Täter recht schnell feststehen, sollte man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Bei genauerem Betrachten der Gesamthandlung geht es zwar um Schuld und Sühne, aber auch ganz besonders um Freundschaft und Versprechen und die moralische Zwickmühle, in die besonders Jari gerät.
Wie bereits erwähnt, gefällt mir die Gesamthandlung gut, aber ein paar Fragen bleiben für mich doch noch offen und ich könnte mir durchaus eine Fortsetzung vorstellen, wo dann noch die fehlenden Antworten „nachreicht“ werden?  Insgesamt vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten für diesen etwas anderen, zum Nachdenken anregenden, spannend erzählten Kriminalroman!
Fazit: Mal etwas anderer, aber durchaus spannender und zum Nachdenken anregender Kriminalroman!
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Kim Faber/Janni Pedersen: Todland

blanvalet

Ende letzten Jahres erschien der Auftakt dieser neuen dänischen Krimi-Reihe mit dem Titel „Winterland“, wo es handlungsmäßig u.a. um eine folgenschwere Explosion mit Toten und Verletzten in der Innenstadt von Kopenhagen ging.
Und genau dieses – später als Terroranschlag eingestuftes – Ereignis wirkt auch im aktuellen Band „Todland“ noch nach. Die Rahmenhandlung setzt sich direkt fort, weshalb ich hier nur empfehlen kann, die Reihe von Anfang an zu lesen, was sich handlungs- und spannungsmäßig aber auch lohnt!
Martin Juncker und Signe Kristiansen, die beiden Ermittler der Kopenhagener Polizei, agieren anfangs – wie auch in Band 1 – zunächst von anderen Orten aus und arbeiten an unterschiedlichen Fällen.
Martin Juncker ermittelt aktuell im Todesfall eines Rechtsanwalts, der mit zwei Schüssen in den Kopf „niedergestreckt“ wurde…
Martins Frau Charlotte arbeitet als Investigativ-Journalistin für eine Zeitung. Sie bekommt einen anonymen Hinweis, dass die verheerende Explosion in Kopenhagen hätte verhindert werden können. Während sie anfangs noch etwas zögerlich ist, ändert sich das recht schnell, denn das ihr zugespielte Material ist brisant und weist auf Vertuschung bis in die höchsten Kreise hin – und ihr Mann könnte davon gewusst haben! Doch der streitet ihr gegenüber alles ab, aber nur weil er insgeheim um seine und ihre Sicherheit bzw. Leben bangt….
Doch Charlottes Interesse ist geweckt,  sie lässt nicht locker und wendet sich an Signe Kristiansen, die ihr dann auch bei den Recherchen Hilfe zusagt. Während die beiden in alle Richtungen nach Informationen suchen, spitzt sich die Gefahrenlage hierbei immer mehr zu, denn Charlottes Informant wird brutal ermordet und kurze Zeit später gilt Charlotte als vermisst….
Mehr Infos zum Inhalt möchte ich hier nicht preisgeben, denn hatte der erste Band für mich noch ein paar „Wackler“ in der Handlung, ist das im aktuellen Buch nicht mehr der Fall, ganz im Gegenteil, hier gibt es die volle Punktzahl für diesen von Anfang bis Ende fesselnden und spannungsgeladenen Page-Turner.
Das Buch liest sich gut und man mag es ungern aus den Händen legen. Die beiden Hauptfiguren haben immer noch ihr Päckchen zu tragen und in ihrem Privatleben läuft nicht alles rund, aber auf ihren kriminalistischen Spürsinn können sie sich verlassen, weswegen sie im Verlauf auch wieder ein Team bilden. Nur durch ihre Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit kommen sie einer weitreichenden Verschwörung auf die Spur, die bis in die höchsten Kreise führt….
Im Anschluss an diesen über 550 ! Seiten starken Page-Turner gibt es schon mal eine kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Einsatz von Juncker und Kristiansen!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen fesselnden und spannungsgeladenen Page-Turner! Bitte weiter so!
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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesensturm

Fischer Verlage

Ein neuer Fall für Ann Kathrin Klaasen
Zuletzt ermittelte Kommissarin Ann Kathrin Klaasen mit ihrem unverwechselbaren Team in „Ostfriesenzorn“, wo gleich zwei Serienmörder ihr Unwesen trieben.
Im aktuellen Buch „Ostfriesensturm“ ist in der Rahmenhandlung auch die Corona-Pandemie angekommen. Daher ist die schöne Nordsee-Landschaft fast menschenleer, denn Touristen dürfen ja nicht anreisen und auch Besitzer einer Ferien-Zweitwohnung, in dieser nicht verbleiben, was von der Polizei überprüft wird. Infolge so einer Wohnungs-Überprüfung wird auf der Insel Wangerooge eine verstümmelte männliche Leiche gefunden. Während Kommissar Rupert – der zufällig gerade auf der Insel verweilt – vermutet, eine Frau hätte hier Rache für etwas genommen, denkt Ann Kathrin in anderen Bahnen, denn diese Art des Tötens ist als Bestrafung in den Kreisen des organisierten Verbrechens durchaus keine Seltenheit..
Während die Ermittlungen anlaufen, geschieht ein weiterer Mord. Wiederum findet man einen verstümmelten Leichnam, diesmal auf einer Parkbank in einem Tierpark „abgelegt“. Es bleibt nicht bei den zwei Toten und das Team hat alle Hände voll zu tun…
Während die Mordserie die Polizei und die Bevölkerung in Atem hält, bekommt man parallel Einblick in ein Sozialdrama, das sich um den 17-jährigen Niklas Wewer, genannt Nicki,  herum ereignet. Durch familiäre und äußere Ereignisse gerät Nickis Welt bald aus den Fugen. Dann steht auch noch die Polizei vor der Tür und verlangt von ihm Rede und Antwort, weswegen/woher er tiefe Schnittwunden an seinen Händen hat….
Im „Nachwort“ erzählt Klaus-Peter Wolf, warum es diesmal ein sehr persönliches  Buch geworden ist….
Ich habe das Buch wieder sehr gern gelesen und es hat mir durchaus besser gefallen als das zuvor erschienene. Die Gesamthandlung setzt sich aus unterschiedlichen Puzzlesteinchen zusammen, wo es zum einen um die bizarren Morde geht, Nickis aus den Fugen geratene Familienidylle und um eine nicht abgereiste Ferienwohnungsbesitzerin, die sich wegen ihrer Ängste nicht nach draußen traut.
Obwohl die Mordserie aufgeklärt wird, bleiben eigentlich noch Fragen offen: denn warum die Morde geschehen, bleibt hier im Dunkeln, was mich vermuten lässt, dass Klaus-Peter Wolf diesmal einen „Fortsetzungs-Krimi“ geschrieben hat, denn am Ende dieses Buches, gibt es einen kleinen Einblick in den nächsten Ostfriesen-Krimi, der 2023 erscheinen soll, wo eine Person in den Mittelpunkt rückt, die im aktuellen Buch, eine Schlüsselrolle spielt….
Neben der spannenden Handlung fehlt natürlich auch Ruperts charmante Art bei der Ermittlungsarbeit nicht. Der typische und besondere Humor der Reihe ist wieder ins Gesamtgeschehen eingewoben, was mir besonders gut gefallen hat. Ich vergebe daher die volle Punktzahl für Aktualität, Spannung, Humor und empfehlenswertes Lesevergnügen!
Fazit: Bizarre Morde halten das Team um Ann Kathrin Klaasen in Atem, Rupert punktet wieder mit seinem unverwechselbaren Charme und der ganz besondere Humor, der hier nicht fehlen darf, komplettiert das fesselnde Lesevergnügen! Bitte weiter so! 
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Anna Schneider: Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht

Fischer Verlage

Im Januar letzten Jahres erschien das spannende Debüt „Grenzfall – Der Tod in ihren Augen“, wo das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer ihren ersten Einsatz hatten. Es fanden sich zwar in der Gesamthandlung noch ein paar kleine „Unebenheiten“, die aber das Lesevergnügen keinesfalls schmälerten. Insgesamt hatte mir der Kriminalroman gut gefallen und die bereits damals angekündigte Fortsetzung wollte ich nicht verpassen:
Die ist nun mit „Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht“  erschienen.
Wer das Debüt nicht gelesen hat, der findet sich zwar im aktuellen Kriminalfall gut zurecht, aber was die junge zielstrebige Oberkommissarin Alexa Jahn, – die ja gerade erst ihren Dienst bei der Kriminalpolizei in Weilheim angetreten hat –  und der etwas „brummelige“ und sehr viel ältere und erfahrenere österreichische Kollege Chefinspektor Bernhard Krammer verbindet, wird im aktuellen Buch zwar punktuell angedeutet und später auch aufgelöst, aber zum besseren Verständnis der Rahmenhandlung kann ich nur empfehlen, die Reihe von Anfang an zu lesen – was sich spannungsmäßig auf jeden Fall lohnt!
Schauplatz der aktuellen Handlung ist die deutsche Grenzregion Karwendel, wo es über Nacht ununterbrochen geschneit hat, weswegen die ganze Gegend im Schnee versinkt und der Verkehr zum Erliegen kommt. Während dieser Schlechtwetterlage macht sich Juliane Hocke auf den Weg zu ihren Eltern, dort kommt die junge Frau aber nicht an und gilt bald als vermisst… Während Alexa und ihr Kollege Florian Huber nach der Vermissten suchen, verschwinden ungefähr zur gleichen Zeit auf österreichischer Seite in Insbruck zwei junge Studentinnen. Bernhard Krammer nebst seiner Kollegin Roza Szabo übernehmen die Suche nach den jungen Frauen. Dabei bleibt es aber nicht, denn bald werden zwei weitere junge Leute als vermisst gemeldet. Die Teams aus Deutschland und Österreich merken bald, dass hier „Team-Work“ angesagt ist um diesen komplexen Fall zu lösen, doch Eile ist geboten, denn bald wird nicht mehr nur nach Vermissten gesucht, sondern in Sachen Mord ermittelt!
Was oder wer hinter dem Verschwinden der jungen Leute steckt, bleibt hier unerzählt, dazu ist dieser Krimi viel zu fesselnd und spannend gelungen. Zwar hatte ich zum Ende hin eine kleine Ahnung „wo sich das Böse“ verbirgt, lag da auch richtig, konnte aber den nervenaufreibenden Showdown  und die besonderen Hintergründe nicht vorhersehen, was mir gut gefallen hat. Auch die Weiterentwicklung der Charaktere ist wohldosiert und ohne vom Kriminalfall abzulenken als kleine Nebenhandlung ins Geschehen eingewoben.
Alles in allem vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten und kann nur sagen, die Fortsetzung ist gut gelungen und die „Unebenheiten“ des Debüt ausgeräumt. So kann es gern weitergehen!
Einen kurzen Einblick in Fall Nr. 3 gibt es als Bonbon am Ende dieses Buches, der schon auf meiner Leseliste vermerkt ist.
Fazit: Gelungene spannungsgeladene Fortsetzung, die man nicht verpassen sollte!
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Anne Mette Hancock: Grabesstern

Scherz Verlag

Dies ist bereits der dritte Einsatz der dänischen Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan und ihrem guten Freund Erik Schäfer, der Ermittler bei der Kopenhagener Kriminalpolizei ist.
Nach dem spannenden und gelungenen Debüt „Leichenblume“, das im Januar 2021 in Deutschland erschien, hatte ich immer ein Auge darauf, ob die Autorin eine Fortsetzung der Reihe schreibt. Die ließ nicht lange auf sich warten und im Juli ’21 erschien dann „Narbenherz“, ein sehr spannender Thriller, der bis zum Schluss unvorhersehbar ist.
Ich mag den an fesselnden Erzählstil der Autorin,  der einen gleich zu Anfang ins Geschehen abtauchen lässt.  Man findet sich in den Szenerien gut zurecht und schaut den beiden sympathischen Figuren Kaldan und Schäfer gern beim Ermitteln über die „über die Schulter“.
Nun ist also mit „Grabesstern“, das dritte Buch der Thriller-Reihe erschienen und um es gleich einmal vorwegzunehmen, es punktet wieder auf der ganzen Linie und einmal angefangen, kann man das Buch kaum aus den Händen leben!
Heloise befasst sich nicht nur beruflich mit dem Thema „Sterbebegleitung“, sondern sie engagiert sich auch ehrenamtlich in diesem Bereich, weswegen sie Zeit mit dem krebskranken Jan Fischhof verbringt, dem es immer schlechter geht. Recht geschwächt erzählt er Heloise davon, dass er Schuld auf sich geladen habe, für die er sich vor seinem Schöpfer verantworten müsse. In wachen Momenten spricht er davon, „dass da viel Blut gewesen sei“ und er nennt einen kaum verständlichen Namen. Er bittet Heloise um Hilfe, „weil er den anderen nicht trauen kann“… Vorsichtig versucht sie aus Jan mehr Details herauszubekommen, was ihm solche Sorgen bereitet, aber die starken Medikamente und sein geschwächter Gesundheitszustand verhindern das.
Obwohl Heloise sich kaum vorstellen kann, dass dieser Mann, den sie seit geraumer Zeit kennt und gern mit ihm Zeit verbringt, schwere Schuld auf sich geladen hat, lassen ihn seine Worte und seine Bitte um Hilfe nicht los und so fängt sie an zu recherchieren….
Erneut kann Heloise sich auf ihren Freund Erik verlassen, der im Hintergrund einige Fäden zieht um ihr bei den Recherchen zu helfen.
Sie taucht tief in Jan Fischhofs Vergangenheit ein und fährt nach Jütland, wo er einst gelebt und gearbeitet hat. Doch vor Ort stößt sie bei der Nennung seines Namens nicht immer auf freundliche Reaktionen. Als sie dann von mehreren vermissten jungen Frauen hört, die zu der Zeit spurlos verschwunden sind, als Fischhof in der Gegend lebte und er sie offenbar auch kannte, gerät sie bei ihren weiteren Recherchen in gefährliche und zwielichtige Kreise, die es gar nicht mögen, wenn man ihnen zu nahe kommt. In was für ein Wespennest sie dabei gestochen hat, wird ihr erst richtig klar, als nicht nur sie in lebensgefährliche Situationen gerät….
Was soll ich noch schreiben, dieser Thriller hat mich gleich „eingefangen“ und Seite um Seite flog nur so dahin. Über der Gesamthandlung schwebt eine düstere, nichts Gutes ahnende Ungewissheit. Bis zum Schluss kann man den Ausgang der Handlung nicht vorhersehen und mit einem raffinierten Twist am Ende setzt die Autorin dem Thriller dann noch „die Krone“ auf, weswegen ich für diesen spannungsgeladenen Page-Turner die volle Punktzahl vergebe, denn fesselndes Lesevergnügen ist hier garantiert.
Fazit: Fesselnder Page-Turner, der von Anfang bis Ende mit spannender Unterhaltung und unvorhersehbaren Wendungen punktet! Bitte weiter so!
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Der junge Inspektor Morse – Staffel 7

Edel Motion VÖ 21.01.21

Letztes Jahr im Januar erschien Staffel 6 der sehenswerten britischen Krimi-Reihe „Der junge Inspektor Morse“, wo Hauptdarsteller Shaun Evans als DS Morse optisch mit einem Schnauzbart überraschte, was aber modisch durchaus Ende der 1960ziger Jahre „angesagt“ war. Waren anfangs die „Thames-Valley-Teammitglieder“ durch Umstrukturierungen in alle Winde verstreut, endete die Staffel dann glücklicherweise mit einem wiedervereinten Team!
„Staffel 7“ beginnt mit dem Jahreswechsel 1969/70, den DS Morse aber nicht in Oxford erlebt, denn er hat Urlaub. Er verbringt ihn in Venedig, wo er dann während einer Opernaufführung die geheimnisvolle Violetta kennenlernt und mit ihr eine leidenschaftliche Affäre beginnt.
…schweren Herzens reist er zurück in seine Heimat und wird auf der Arbeit gleich mit dem ungeklärten Mord an der jungen Kellnerin Molly Andrews konfrontiert, die man in der Silvesternacht am Kanalufer ermordet aufgefunden hatte. Für DSI Fred Thursday ist der Fall klar, denn er verdächtigt den Freund der Ermordeten, doch Morse ist da anderer Meinung, was zu Unstimmigkeiten zwischen ihnen führt. ..
Während die Ermittler alle Hände voll zu tun haben und in weiteren Todesfällen ermitteln – auf die ich hier im Einzelnen gar nicht weiter eingehen möchte – macht Fred Thursday nächtliche Spaziergänge, wo er auf eigene Faust, den Freund von Molly Andrews „im Auge behält“, denn er ist sich sicher, dass er der Mörder ist, auch wenn immer noch hieb- und stichfeste Beweise fehlen…
Die Spannungen zwischen Morse und Thursday kochen im Verlauf der Gesamthandlung hoch, selbst an einem Tatort führen sie Wortgemetzel, was für die anderen Teammitglieder schwer zu ertragen ist und leider dann auch für einen der Kontrahenten dienstliche Konsequenten mitsichbringt. ..
Der sonst eher desillusionierte und grüblerische DS Morse darf sich hier einmal von seiner charmanten und romantischen Seite zeigen, hat doch die geheimnisvolle Violetta ihm in Italien den Kopf verdreht ….
Besonders zum Tragen kommt der folgenschwere Zwist zwischen Morse und Thursday! Da muss man mal abwarten, ob sich das einstige Vertrauensverhältnis zwischen den beiden nicht doch wieder kitten lässt…
Ich habe diese (leider nur drei) neuen Folgen genossen, genau wie das Bonus-Material, wo es einen Blick hinter die Kulissen gibt.
Seid der ersten Staffel bin ich Fan dieser Reihe! Cast und Crew machen durchgehend einen tollen Job, so dass erneut fesselnde Spannung auf hohem Niveau und gute Unterhaltung garantiert sind.
Fazit: Das hohe Niveau der spannungsgeladenen und unbedingt sehenswerten britischen Krimi-Reihe ist ungebrochen! Shaun Evans punktet nicht nur vor der Kamera, sondern führt diesmal auch Regie, was gern so fortgesetzt werden darf!
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Tina Frennstedt: COLD-CASE – Das gebrannte Kind

Lübbe

Die Autorin arbeitet als Kriminalreporterin für das schwedische Fernsehen und ihr Hauptaugenmerk richtet sich auf Kriminalfälle, die nie aufgeklärt wurden.
„Das gebrannte Kind“ ist mittlerweile der dritte Einsatz der schwedischen Kommissarin Tess Hjalmarsson, die das Cold-Case-Team leitet.
Durch eine aktuelle Brandserie, wo Häuser lichterloh brennen und es bereits zu vier Toten gekommen ist, wird das Cold-Case-Ermittler-Team anfangs noch „abkommandiert“ um bei den umfangreichen Ermittlungen die zuständige Abteilung zu unterstützen. Alle Brände scheinen zusammenzuhängen, denn es finden sich an sämtlichen Tatorten manipulierte Rauchmelder und auffällige Markierungen an den Überresten der Gebäude. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und Verdächtige gibt es einige, aber eine richtige „heiße“ Spur fehlt, bis eine Überlebende berichtet, dass sie kurz vor Ausbruch des Feuers Musik im Haus gehört hat…
…. und genau dieses Detail erinnert Tess an einen 15 Jahre zurückliegenden Fall, der nie aufgeklärt wurde, wo eine junge Mutter bei einem Brand ums Leben kam. Großes Glück hatte ihr fünfjähriger Sohn, der das Feuer überlebte und auch er berichtete damals von Musik, die er im Haus gehört hatte …
Ob es einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Bränden und dem 15 Jahre alten Fall gibt, heißt es nun für das Cold-Case-Team herauszufinden…
Neben den umfangreichen Befragungen zu den Kriminalfällen gibt es auch einen Handlungsstrang, der Einblick ins Privatleben der Kommissarin gibt, wo es auch zu einigen Turbulenzen kommt…
Genau wie bereits bei „Das verschwundene Mädchen“, und „Das gezeichnete Opfer“ sowie im aktuellen Buch sind die Handlungen fiktiv, beruhen aber zum Teil auf Parallelen zu realen Ereignissen und Kriminalfällen.
Über der Gesamthandlung schwebt eine angespannte Atmosphäre. Bis der eigentliche „Kriminalfall“ so richtig in Gang kommt, muss man sich allerdings etwas gedulden und wird mit vielen Personen konfrontiert, die alle zu den Bränden befragt werden müssen.  Durch den angenehmen Erzähl-Stil der Autorin kann man die vielen „Mitwirkenden“ aber gut unterscheiden und richtig einordnen und findet sich auch in den unterschiedlichen Zeitebenen gut zurecht.
Im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann richtig Fahrt auf. Als aufmerksamer Leser ahnt man allerdings recht schnell, wer hier für die „Brandspur“ verantwortlich ist und dann auch in den Fokus der Ermittler rückt. Bis es allerdings zum nervenaufreibenden Showdown kommt, krönt die Autorin diesen Kriminalroman noch mit einem Twist, den man nicht vorhersehen konnte, was mir gut gefallen hat, weshalb ich hier insgesamt vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Gute und spannende Unterhaltung sind hier garantiert! Bitte weiter so!
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Jen Williams: Der Herzgräber

Fischer Verlage

 „Der Herzgräber“ ist der Debüt-Thriller der britischen Schriftstellerin Jen Williams, die bereits mehrfach für ihre Fantasy-Bücher ausgezeichnet wurde.
Der folgende Klappentext auf der Rückseite des Buches hatte mich angelockt:
 „Heather Evans ordnet den Nachlass ihrer Mutter und findet dort viele Briefe von Michael Reave, einen vor 20 Jahren verurteilten Serienkiller. Bis die Polizei ihn schnappen konnte, hatte er mehrere junge Frauen auf bestialische Weise ermordet..
…jetzt werden wieder junge Frauen getötet, auf die gleiche Weise wie damals“
Die Gesamthandlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, wovon eine mit „Früher“  betitelt ist und die andere in der Jetztzeit spielt. Das „Switchen“ von der einen zur anderen Erzählebene gelingt einem als Leser mühelos.
Recht schnell merkt man, dass die Autorin zuvor im Bereich Fantasy geschrieben hat. Manche Passagen des Buches klingen als lese man einen Fantasyroman oder eine Märchenerzählung wie z.B. wenn es um die Erklärung geht, warum man Michael Reave auch den „roten Wolf“ nannte. Und auch die merkwürdigen Vorkommnisse im Haus von Heathers Mutter gehen anfänglich in diese Richtung.
Bis ungefähr zur Hälfte des Buches war für mich noch fesselnde Spannung vorhanden, die leider dann immer weiter abflacht. Erzeugten die eben erwähnten Ereignisse im Haus beim ersten Mal noch eine Gänsehaut, ändert sich das im Verlauf aber und es wird offensichtlich, dass „jemand“ hier seine Finger im Spiel hat. Schwierigkeiten hatte ich auch mit der recht eigenwilligen und mir nicht besonders sympathischen Hauptakteurin, denn wie sie in manchen Situationen reagiert/agiert, konnte ich nicht nachempfinden.
Zwar erfährt man als Leser einige Details der bizarren Leichenfunde und es erschließt sich auch der Titel des Buches, aber was mir hier etwas fehlte, war das eigentliche Tatgeschehen – es müssen keine blutrünstigen Szenerien sein – aber was geschildert wird, war mir zu nebulös und auch die hier aufgeführten Beweggründe warum „das Böse böse wurde“, waren einfach zu „wenig“ um so ein brutales rituelles Mordgeschehen zu erklären.
Zusammenfassend möchte ich hier sagen, dass mich das Buch anfangs noch gefesselt und auch durchaus erschauern lassen hat. Allerdings flacht der Spannungsbogen immer weiter ab und es bleiben auch am Schluss noch einige Fragen offen. Der anfängliche Thrill wird durch Einblicke in eine unschöne/bizarre Familiengeschichte abgelenkt, durch märchenhafte Passagen nebulös und stellenweise durch die eigenwillige Hauptakteurin nicht nachvollziehbar, was schade ist, denn Potential war hier durchaus vorhanden.
Da dies das Debüt der Autorin im Bereich Thriller ist, möchte ich erst noch abwarten, ob es weitere Bücher in dieser Kategorie aus ihrer Feder gibt und wie sich hier der Erzählstil entwickelt, weshalb ich drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Thriller-Debüt, das noch einige „Unebenheiten“ aufweist, insgesamt aber durchaus Potential vorhanden ist!
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Jussi Adler-Olsen: Natriumchlorid

Der-Audio-Verlag

Der neunte Fall für Carl Mørck und das Sonderdezernat Q
Zu meiner ganz besonderen Freude hat auch hier wieder die Lesung der Hörbuchfassung der Schauspieler Wolfram Koch übernommen. Seine Stimmnuancen verbinde ich sofort mit dem dänischen Ermittler Carl Mørck und seinem Team, zu dem ja Rose, Assad und seit geraumer Zeit auch Gordon gehören. Über die Jahre hinweg, haben alle Teammitglieder  –  zumeist im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der unterschiedlichsten Kriminalfälle –  „Federn lassen müssen“ bzw. einige Blessuren erlitten, wie zuletzt ganz besonders Assad, über dessen bewegende Lebensgeschichte man in „Opfer 2117“ mehr erfährt.
Der Titel des aktuellen Hörbuchs „Natriumchlorid“, vielen sicher besser bekannt als „Kochsalz“ ist gut gewählt, denn es ist ein wichtiges Indiz im Zusammenhang mit vielen Todesfällen mit denen sich diesmal das Sonderdezernat Q beschäftigen muss.
Carl wird von seinem Chef auf einen Selbstmord einer 60jährigen Frau aufmerksam gemacht. Der Tod dieser Frau lenkt bald das Geschehen des Ermittler-Teams auf einen „explosiven Fall“ aus dem Jahr 1988, wo einst der kleine Sohn dieser Frau den Tod fand…
Während sich das Team noch einmal die alten Akten anschaut, fällt ihnen eine Besonderheit am damaligen Tatort auf, wo man Natriumchlorid fand. In mühevoller Kleinarbeit werden Aktenberge durchforstet, die dann zu einer Mordserie führen, die vor 30 Jahren ihren Anfang nahm, aber auch immer noch aktuell ist, denn es wird eiskalt weiter gemordet…
Inhaltlich muss man schon ein bißchen aufpassen, wie alles sich nach und nach zusammenfügt, denn Jussi Adler-Olsen hat hier ein sehr weitreichendes und auch besonders umfangreiches Mordgeschehen mit vielen Beteiligten aufgeschrieben. Durch seinen angenehmen Erzähl-Stil gelingt einem das Einordnen aber problemlos, man wird aber auch durch die Stimme des Vorleser dabei unterstützt.
Als Nebenhandlung wird der Zuhörer zu Geschehnissen aus den Anfängen der Thriller-Reihe katapultiert, wo Carl Mørck bei einer Schießerei selbst verletzt wurde und sein Kollegen Anker den Tod fand. Von einer anderen Dienststelle wird dieser Schusswechsel neu untersucht, weswegen Carl befragt wird und in Erklärungsnot gerät….
Ich habe beim Anhören dieses spannenden und fesselnden Hörbuchs die Zeit vergessen, denn ganz schnell war ich wieder mitten in der Handlung gefangen und das Kopfkino ging an! Diesmal wird ja auch ein „altes Ereignis“ aus den Anfängen dieser Thriller-Reihe thematisiert und lässt den aufmerksamen Fan dieser Reihe etwas aufhorchen, denn was hier aktuell mit Carl passiert, klingt nicht gut und  die Fortsetzung (davon gehe ich jetzt einfach mal aus!) wäre dann Buch Nr. 10 (!), was manche Autoren ja so als Limit für eine Buchreiche fixieren, was aber hier bitte, bitte lieber Herr Adler-Olsen nicht der Fall sein darf!
Fazit: Über 16 Stunden Hörgenuss vom Feinsten! Das Ermittler-Team um Carl Mørck hat mittlerweile einen festen und nicht mehr wegzudenkenden Platz in der Spannungsliteratur eingenommen und es präsentiert auch diesmal ihr Können nicht nur mit Köpfchen, sondern auch mit einer ganz feinen humorvollen Note. Bitte mehr davon und weiter so!
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Thomas Enger/Jørn Lier Horst: Bluttat

blanvalet

Dies ist bereits der dritte Einsatz für die Reporterin/Bloggerin Emma Ramm und den Kriminalhauptkommissar Alexander Blix von der Osloer Polizei.
Diese beiden Hauptakteure verbindet ja ein Ereignis in der Vergangenheit, über das man im Debüt „Blutzahl“ mehr erfährt und auf diese Thriller-Reihe eingestimmt wird. Es folgte ein sehr spannendes weiteres Buch mit dem Titel „Blutnebel“, wo Alexander Blix mit seiner Kollegin Sofia Kovic im Osloer Hafengebiet nach einer Explosion im Einsatz ist und Emma Ramm im Verlauf der Handlung einen schmerzhaften persönlichen Verlust verkraften muss…
Der aktuelle Thriller „Bluttat“ beginnt in einem Verhörzimmer, wo Alexander Blix Rede und Antwort stehen muss, weshalb er einen Mann hinterrücks erschossen hat. In einem weiteren Zimmer wird Emma Ramm befragt, da sie ebenfalls ins Geschehen involviert war….
In Rückblenden erfährt der Leser, dass zuvor Blix Kollegin Sofia Kovic in ihrer Wohnung brutal ermordet wurde. Offenbar hatte sie heimlich Nachforschungen angestellt, wo es u.a. um den Tod eines Kollegen und weitere fragenaufwerfende Todesfälle ging…
Kaum hat Blix den brutalen Mord an seiner Kollegin Sofia realisiert, gerät kurze Zeit später sein ganzes Leben Stück für Stück aus den Fugen und führt letztendlich zur Eingangsszenerie des Buches…
Das Buch habe ich in kürzester Zeit „verschlungen“. Ich mag die beiden „Ermittler“ Blix und Ramm seit dem ersten Buch. Die Erzählweise der Handlung  in Rückblenden und in der Jetztzeit ist den beiden Autoren wirklich gut gelungen und man hat keine Schwierigkeiten sich darin zurechtzufinden. Was man hier allerdings zu lesen bekommt, ist „hard stuff“ und die Szenerien lassen einen schon erschauern und über den Slogan auf der Coverrückseite „Wo beginnt Gerechtigkeit – und wo hört sie auf?“ nachdenken. Emma und Alexander durchleben hier eine  Achterbahn der Gefühle und der Leser nicht minder, denn das „offene Ende“ klingt nicht gut und wirft die Frage auf: „Was kommt nach „Dunkel“? – ich hoffe ganz stark wieder „Hell“!
Fazit: Wow, was für ein gelungener Thriller, der einen von Anfang an in Atem hält und bis zum Ende fesselt, so dass die Reihe unbedingt fortgesetzt werden sollte!
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