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Schwiecker/Tsokos: Der 13. Mann

Knaur

Im Februar letzten Jahres erschien das Debüt  „Die 7. Zeugin“, wo sich Florian Schwiecker (der viele Jahre in Berlin als Strafverteidiger tätig war) und Rechtsmediziner Michael Tsokos (der ja bereits mehrere Bücher in unterschiedlichen Kategorien veröffentlicht hat, darunter auch eine Reihe von Thrillern) als Schriftsteller zusammengetan haben und ihren ersten Justiz-Krimi präsentierten.
Nach dem spannenden und vielversprechenden Auftakt ist nun ihr zweites gemeinsames Buch mit dem Titel „Der 13. Mann“ erschienen, wo erneut der Anwalt Rocco Eberhardt und der Rechtsmediziner Justus Jarmer ihren Auftritt haben:
Timo Krampe und Jörg Grünwald kennen sich schon seit Kindertagen. Sie verbindet ein tragisches Schicksal, weswegen sie sich entschlossen haben, nicht mehr zu schweigen, sondern einen folgenschweren Skandal aufzudecken. Ihre Bemühungen mit den zuständigen Behörden in Kontakt zu treten, sind bisher im Sande verlaufen, dort scheint sich niemand verantwortlich zu fühlen…
Bei der Journalistin Anja Liebig sind sie mit ihren Informationen allerdings auf hohes Interesse gestoßen. Sie plant eine mehrteilige Reportage, weswegen ein Termin für ein ausführliches Interview mit den beiden anberaumt ist, wo es um das brisante Thema Pflegekinder geht, die von Jugendämtern im Rahmen eines fragwürdigen Experiments vermittelt wurden…
Doch zum vereinbarten Termin erscheint nur Timo Krampe, der seinen Freund im Urlaub vermutet, was leider ein Trugschluss ist…
Der Rechtsmediziner Justus Jarmer muss eine unbekannte Wasserleiche obduzieren. Kurze Zeit später steht fest, dass es sich um Jörg Grünwald handelt, der vermutlich ermordet wurde…
Welchen Part hier Rocco Eberhardt in der Handlung übernimmt und weswegen Timo Krampe bald um sein Leben fürchten muss, bleibt hier unerzählt…
Man merkt recht schnell, dass hier zwei Schriftsteller aus unterschiedlichen (Fach)Bereichen ihre Texte formuliert haben.  Die juristischen Details werden gut und nachvollziehbar erklärt und im rechts(medizinischen) Bereich taucht zwar ab und an ein Fremdwort oder ein medizinischer Begriff auf, der aber im Verlauf anschaulich erklärt wird, was mir allerdings auch ab und an einen leichten Schauer über den Rücken hat laufen lassen…
Man findet sich in der Gesamthandlung und in den Szenerien gut zurecht, da die einzelnen Kapitel mit informativen Überschriften versehen sind, so dass man keine Schwierigkeiten beim Einordnen des Geschehens hat. Außerdem ist es den beiden Autoren gelungen, sensibel und ohne ins Detail zu gehen, die brisante Thematik in die spannende Handlung einzuweben.
Wie auch beim ersten Buch bin ich über ein paar „Unebenheiten“ gestolpert. Entbehrlich fand ich die privaten „Gedankengänge“ Rocco Eberhardts genau wie den „Auftritt“ des Clan-Chefs. Nichtsdestotrotz vergebe ich vier von fünf möglichen Punkten, da es im Verlauf noch zu einer unvorhersehbaren Wendung kommt, so dass die kleinen „Wackler“ wieder etwas ausgeglichen wurden.
Fazit: Spannender Krimi, der mit einer unvorhersehbaren Wendung punkten kann
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Christiane Franke/Cornelia Kuhnert: Es muss nicht immer Labskaus sein

rororo

Zum neunten Mal geht es in dieser Buchreihe Richtung Nordsee, wo zuletzt in „Wenn Wattwürmer weinen“ Dorfpolizist  Rudi, Postbote Henner und last but not least Lehrerin Rosa in Sachen „Gift“ ermittelten.
Im aktuellen Titel „Es muss nicht immer Labskaus sein“ steht anfangs ein toter, angelandeter Pottwal am Strand der Insel Spiekeroog im Fokus, den Rudi während einer Joggingrunde am Strand entdeckt.  Dass er so ein „Strandgut“ entdeckt, ist schon etwas Besonderes, hätte er sich aber nicht erträumen lassen, als er seinen Posten in Neuharlingersiel verlässt, um zwei Wochen einen Kollegen auf der Insel zu vertreten.
Die ehrenamtliche Umweltgruppe der Insel Spiekeroog wird eingeschaltet, damit der Kadaver bis zum Abtransport „gesichert“ wird und sich die vielen Schaulustigen nicht zu nah heran bewegen können.  Als Rudis Sohn Sven, der für diese Gruppe tätig ist, morgens seinen Kollegen am Strand als Wachposten ablösen will, findet er diesen ermordet neben dem Pottwal auf und dem Tier fehlen einige Zähne, die offenbar herausgeschitten wurden….
Bald tauchen unschöne Informationen zum Privatleben des toten Umweltschützer auf. Doch ob diese Spur die richtige ist, muss erst noch ermittelt werden. Es könnte auch durchaus sein, dass er Tote den Räuber beim Entfernen der kostbaren Walzähne entdeckt und in dessen Verlauf getötet wurde. Es gibt viel zu Ermitteln für die Kripo aus Wittmund und Rudi „mittemang“, wo er allerdings bald unfreiwillige Hilfe von Henner und Rosa bekommt, denn während eines Aufenthalts in Neuharlingersiel verschwindet ein weiteres Mitglied der Spiekerooker-Umweltgruppe spurlos. Die Polizei verfolgt andere Spuren, währenddessen das „Ermittler-Trio“ hier einen Zusammenhang sieht und ihre Spürnasen in den Wind halten….
Schnell war ich wieder in der Handlung „gefangen“, erkannte die Mitwirkenden wieder, denn so einige Einsätze des Trios habe ich schon „verschlungen“. Wer aber erst jetzt in die Reihe eintaucht, dem sei gesagt, am Ende des Buches gibt es Hilfestellung, damit man die familiärem und freundschaftlichen Verbandelungen richtig einordnen kann und obendrein hat „Muddern“ wieder einige ihrer Rezepte verraten, die man hier nachlesen kann.
 Es ist den beiden Autorinnen gelungen, die Spannung bis zum Ende zu halten, so dass in einem Showdown erst der Fall gelöst wird, was mir gut gefallen hat. Die örtlichen und familiären Szenerien werden bildhaft geschildert und ihre humorvollen Passagen habe ich wieder genossen und sie gehören einfach dazu bzw. machen diese „Ostfriesenkrimi“-Reihe aus.
Fazit: Zum neunten Mal punktet das Autoren-Duo mit Spannung, charmanten Mitwirkenden und einer guten Prise Humor! Bitte weiter so!
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Tom Voss: Eiszeit für Beck

Fischer Verlage

Nach dem gelungen Krimi-Debüt und dem ersten Einsatz des Ermittler-Duos Nick Beck und Cleo Torner in „Hundstage für Beck“ ist nun die Fortsetzung mit dem Titel „Eiszeit für Beck“ erschienen.
Zu Beginn der Reihe lernt man den einstigen BKA-Ermittler Nick Beck kennen, der durch die Jagd nach dem „Elbripper“ in den Medien bekannt wird. Beim letzten Einsatz wäre dieser fast ins Netz gegangen, doch etwas lief völlig schief, eine Kollegin Becks verliert ihr Leben und der „Elbripper“ ist seitdem nicht wieder „aufgetaucht“. Beck fühlt sich für diesen Einsatz verantwortlich. Er ist psychisch angeschlagen, weswegen er auf eigenen Wunsch den Dienst quittiert und sich ins beschauliche Örtchen Nordbek in die Nähe Hamburgs versetzen lässt, wo er dann als „Dorfpolizist“ arbeitet.
Nach diesem Einsatz und der Versetzung nach Nordbek gehört Alkohol zu Becks besten Freunden und lange Zeit kämpft er mit seinen inneren Dämonen.
Dann führt eine Vermissten-Meldung die Ermittlerin Cleo Torner in die Polizeistation nach Nordbek, wo sie dann mit Beck ein Team bildet um einen sehr weitreichenden Kriminalfall erfolgreich abzuschließen. 
Im aktuellen Buch ist es Cleo Torner, die sich an Nick Beck wendet, der sein Leben langsam wieder auf die Reihe gekriegt hat. Auf einer Industriebrache wird eine zur Schau gestellte Frauenleiche entdeckt. Einige Indizien weisen auf den „Elbripper“ hin. Nick Beck wird von seinen früheren Vorgesetzten um seine Einschätzung gebeten, denn niemand kennt den Serienmörder so gut wie er. Kurze Zeit später gehört Beck  wieder zum Ermittler-Team in Hamburg.
Leider dauert es nicht lange und eine weitere Frauenleiche, die auf das Konto des „Elbrippers“ gehen könnte, taucht auf.
Obwohl vieles auf den seit zwei Jahren untergetauchten Serienmörder hinweist, ist doch auch etwas anders, denn ein merkwürdiges Symbol wird in der Nähe der Opfer entdeckt. Nun stellt sich die Frage, hat der Elbripper seinen Modus Operandi geändert oder haben die Ermittler es hier mit einem Nachahmungstäter zu tun?
Tom Voss hat hier wieder einen wendungsreichen, spannenden und unterhaltsamen Krimi geschrieben. Obwohl man sich hier ohne Vorkenntnisse zurechtfindet, da die wichtigsten Details, der „Vorgeschichte“ ins aktuelle Geschehen eingewoben sind, kann ich trotzdem nur jedem empfehlen, auch das gelungene Debüt der Reihe zu lesen. Ich habe dies Buch wieder gern gelesen, die Figuren Beck und Torner  entwickeln sich langsam und durch einen Cliffhanger darf man sich schon auf den nächsten Einsatz der beiden freuen!
Fazit: Die Fortsetzung ist spannend und wendungsreich gelungen und macht Geschmack auf mehr! Bitte weiter so!
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Arttu Tuominen: Was wir verschweigen

Lübbe

Ich muss gestehen, ich habe erst etwas gezögert, bevor ich „Was wir verschweigen“ auf meine Leseliste gesetzt habe, denn im Vorfeld hatte ich schon ein paar finnische Bücher/Krimis gelesen, die mich allerdings nicht sonderlich begeistern konnten.
Doch was Arttu Tuominen hier für eine Geschichte erzählt, hat mich von Anfang an gefesselt und mir gut gefallen!
Der Kriminalroman wird in zwei Zeitebenen erzählt, die in der „Gegenwart“ 2018 und in der „Vergangenheit“ 1991 angesiedelt sind. Man findet sich durch den angenehmen Erzählstil des Autors gut in diesen zwei Erzählsträngen zurecht und hat auch beim Einordnen des Geschehens keine Schwierigkeiten.
Handlungsort ist die finnische Küstenstadt Pori –  wo übrigens auch der Autor lebt -.
Im Prolog lernt man zwei ca. 12-jährige Jungen kennen, wovon der eine stämmig und der andere schmächtig ist. An einem ganz besonderen Ort schwören sie sich ewige Freundschaft  –  komme was da wolle – !
Dann schreibt man den 09. November 2018: Gerade hatte man Jari Paloviita als kommissarischen Leiter der Polizeidienststelle in Pori ernannt. Er will gerade Feierabend machen, als ihn diese Nachricht erreicht:
Bei schlechten Wetterverhältnissen mit Sturm und Regen kommt es in einem Sommerhaus während eines ausschweifenden mehrtägigen alkoholträchtigen Beisammenseins zu einer Messerstecherei mit tödlichem Ausgang. Ein Verdächtiger wird später blutverschmiert  im nahegelegenen Wald völlig durchnässt und entkräftet aufgefunden. Alle anwesenden Zeugen im Sommerhaus sind durchweg alkoholisiert und können zum Tatgeschehen und möglichen Täter keine verwertbaren Angaben machen, außerdem fehlt das Tatwerkzeug….
Solche Straftaten sind in Finnland leider keine Seltenheit, weswegen auch von Seiten der Ermittler dieser Fall bereits so gut wie aufgeklärt gilt und Jari die Bearbeitung dieses Tötungsdeliktes an seine erfahrenen Mitarbeiter Linda Toivonen und Henrik Oksman deligiert…
Nach einem Zeitsprung ins Jahr 1991 erfährt man mehr von der anfangs mit einem Schwur besiegelten Freundschaft …
Zurück im Jahr 2018 sind die Ermittlungen im „Sommerhaus-Mord“ fast abgeschlossen und Henrik und Linda erstatten einen Bericht, wo Jari zum ersten Mal den Namen des Opfers und des Tatverdächtigen hört und diese beiden Namen lassen ihn zusammenzucken und er bekommt Schweißausbrüche, denn er kennt beide Personen nur zu gut  – aus seiner Vergangenheit….
Dies ist mal ein etwas anderer Kriminalroman, als man ihn vielleicht vermutet. Mir hat er gut gefallen. Obwohl man beim Sommerhaus-Mord den Tathergang eigentlich vor Augen hat und Opfer und Täter recht schnell feststehen, sollte man sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Bei genauerem Betrachten der Gesamthandlung geht es zwar um Schuld und Sühne, aber auch ganz besonders um Freundschaft und Versprechen und die moralische Zwickmühle, in die besonders Jari gerät.
Wie bereits erwähnt, gefällt mir die Gesamthandlung gut, aber ein paar Fragen bleiben für mich doch noch offen und ich könnte mir durchaus eine Fortsetzung vorstellen, wo dann noch die fehlenden Antworten „nachreicht“ werden?  Insgesamt vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten für diesen etwas anderen, zum Nachdenken anregenden, spannend erzählten Kriminalroman!
Fazit: Mal etwas anderer, aber durchaus spannender und zum Nachdenken anregender Kriminalroman!
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Kim Faber/Janni Pedersen: Todland

blanvalet

Ende letzten Jahres erschien der Auftakt dieser neuen dänischen Krimi-Reihe mit dem TitelWinterland“, wo es handlungsmäßig u.a. um eine folgenschwere Explosion mit Toten und Verletzten in der Innenstadt von Kopenhagen ging.
Und genau dieses – später als Terroranschlag eingestuftes – Ereignis wirkt auch im aktuellen Band „Todland“ noch nach. Die Rahmenhandlung setzt sich direkt fort, weshalb ich hier nur empfehlen kann, die Reihe von Anfang an zu lesen, was sich handlungs- und spannungsmäßig aber auch lohnt!
Martin Juncker und Signe Kristiansen, die beiden Ermittler der Kopenhagener Polizei, agieren anfangs – wie auch in Band 1 – zunächst von anderen Orten aus und arbeiten an unterschiedlichen Fällen.
Martin Juncker ermittelt aktuell im Todesfall eines Rechtsanwalts, der mit zwei Schüssen in den Kopf „niedergestreckt“ wurde…
Martins Frau Charlotte arbeitet als Investigativ-Journalistin für eine Zeitung. Sie bekommt einen anonymen Hinweis, dass die verheerende Explosion in Kopenhagen hätte verhindert werden können. Während sie anfangs noch etwas zögerlich ist, ändert sich das recht schnell, denn das ihr zugespielte Material ist brisant und weist auf Vertuschung bis in die höchsten Kreise hin – und ihr Mann könnte davon gewusst haben! Doch der streitet ihr gegenüber alles ab, aber nur weil er insgeheim um seine und ihre Sicherheit bzw. Leben bangt….
Doch Charlottes Interesse ist geweckt,  sie lässt nicht locker und wendet sich an Signe Kristiansen, die ihr dann auch bei den Recherchen Hilfe zusagt. Während die beiden in alle Richtungen nach Informationen suchen, spitzt sich die Gefahrenlage hierbei immer mehr zu, denn Charlottes Informant wird brutal ermordet und kurze Zeit später gilt Charlotte als vermisst….
Mehr Infos zum Inhalt möchte ich hier nicht preisgeben, denn hatte der erste Band für mich noch ein paar „Wackler“ in der Handlung, ist das im aktuellen Buch nicht mehr der Fall, ganz im Gegenteil, hier gibt es die volle Punktzahl für diesen von Anfang bis Ende fesselnden und spannungsgeladenen Page-Turner.
Das Buch liest sich gut und man mag es ungern aus den Händen legen. Die beiden Hauptfiguren haben immer noch ihr Päckchen zu tragen und in ihrem Privatleben läuft nicht alles rund, aber auf ihren kriminalistischen Spürsinn können sie sich verlassen, weswegen sie im Verlauf auch wieder ein Team bilden. Nur durch ihre Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit kommen sie einer weitreichenden Verschwörung auf die Spur, die bis in die höchsten Kreise führt….
Im Anschluss an diesen über 550 ! Seiten starken Page-Turner gibt es schon mal eine kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Einsatz von Juncker und Kristiansen!
Fazit: Volle Punktzahl für diesen fesselnden und spannungsgeladenen Page-Turner! Bitte weiter so!
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Klaus-Peter Wolf: Ostfriesensturm

Fischer Verlage

Ein neuer Fall für Ann Kathrin Klaasen
Zuletzt ermittelte Kommissarin Ann Kathrin Klaasen mit ihrem unverwechselbaren Team in „Ostfriesenzorn“, wo gleich zwei Serienmörder ihr Unwesen trieben.
Im aktuellen Buch „Ostfriesensturm“ ist in der Rahmenhandlung auch die Corona-Pandemie angekommen. Daher ist die schöne Nordsee-Landschaft fast menschenleer, denn Touristen dürfen ja nicht anreisen und auch Besitzer einer Ferien-Zweitwohnung, in dieser nicht verbleiben, was von der Polizei überprüft wird. Infolge so einer Wohnungs-Überprüfung wird auf der Insel Wangerooge eine verstümmelte männliche Leiche gefunden. Während Kommissar Rupert – der zufällig gerade auf der Insel verweilt – vermutet, eine Frau hätte hier Rache für etwas genommen, denkt Ann Kathrin in anderen Bahnen, denn diese Art des Tötens ist als Bestrafung in den Kreisen des organisierten Verbrechens durchaus keine Seltenheit..
Während die Ermittlungen anlaufen, geschieht ein weiterer Mord. Wiederum findet man einen verstümmelten Leichnam, diesmal auf einer Parkbank in einem Tierpark „abgelegt“. Es bleibt nicht bei den zwei Toten und das Team hat alle Hände voll zu tun…
Während die Mordserie die Polizei und die Bevölkerung in Atem hält, bekommt man parallel Einblick in ein Sozialdrama, das sich um den 17-jährigen Niklas Wewer, genannt Nicki,  herum ereignet. Durch familiäre und äußere Ereignisse gerät Nickis Welt bald aus den Fugen. Dann steht auch noch die Polizei vor der Tür und verlangt von ihm Rede und Antwort, weswegen/woher er tiefe Schnittwunden an seinen Händen hat….
Im „Nachwort“ erzählt Klaus-Peter Wolf, warum es diesmal ein sehr persönliches  Buch geworden ist….
Ich habe das Buch wieder sehr gern gelesen und es hat mir durchaus besser gefallen als das zuvor erschienene. Die Gesamthandlung setzt sich aus unterschiedlichen Puzzlesteinchen zusammen, wo es zum einen um die bizarren Morde geht, Nickis aus den Fugen geratene Familienidylle und um eine nicht abgereiste Ferienwohnungsbesitzerin, die sich wegen ihrer Ängste nicht nach draußen traut.
Obwohl die Mordserie aufgeklärt wird, bleiben eigentlich noch Fragen offen: denn warum die Morde geschehen, bleibt hier im Dunkeln, was mich vermuten lässt, dass Klaus-Peter Wolf diesmal einen „Fortsetzungs-Krimi“ geschrieben hat, denn am Ende dieses Buches, gibt es einen kleinen Einblick in den nächsten Ostfriesen-Krimi, der 2023 erscheinen soll, wo eine Person in den Mittelpunkt rückt, die im aktuellen Buch, eine Schlüsselrolle spielt….
Neben der spannenden Handlung fehlt natürlich auch Ruperts charmante Art bei der Ermittlungsarbeit nicht. Der typische und besondere Humor der Reihe ist wieder ins Gesamtgeschehen eingewoben, was mir besonders gut gefallen hat. Ich vergebe daher die volle Punktzahl für Aktualität, Spannung, Humor und empfehlenswertes Lesevergnügen!
Fazit: Bizarre Morde halten das Team um Ann Kathrin Klaasen in Atem, Rupert punktet wieder mit seinem unverwechselbaren Charme und der ganz besondere Humor, der hier nicht fehlen darf, komplettiert das fesselnde Lesevergnügen! Bitte weiter so! 
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Anna Schneider: Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht

Fischer Verlage

Im Januar letzten Jahres erschien das spannende Debüt „Grenzfall – Der Tod in ihren Augen“, wo das deutsch-österreichische Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer ihren ersten Einsatz hatten. Es fanden sich zwar in der Gesamthandlung noch ein paar kleine „Unebenheiten“, die aber das Lesevergnügen keinesfalls schmälerten. Insgesamt hatte mir der Kriminalroman gut gefallen und die bereits damals angekündigte Fortsetzung wollte ich nicht verpassen:
Die ist nun mit „Grenzfall – Ihr Schrei in der Nacht“  erschienen.
Wer das Debüt nicht gelesen hat, der findet sich zwar im aktuellen Kriminalfall gut zurecht, aber was die junge zielstrebige Oberkommissarin Alexa Jahn, – die ja gerade erst ihren Dienst bei der Kriminalpolizei in Weilheim angetreten hat –  und der etwas „brummelige“ und sehr viel ältere und erfahrenere österreichische Kollege Chefinspektor Bernhard Krammer verbindet, wird im aktuellen Buch zwar punktuell angedeutet und später auch aufgelöst, aber zum besseren Verständnis der Rahmenhandlung kann ich nur empfehlen, die Reihe von Anfang an zu lesen – was sich spannungsmäßig auf jeden Fall lohnt!
Schauplatz der aktuellen Handlung ist die deutsche Grenzregion Karwendel, wo es über Nacht ununterbrochen geschneit hat, weswegen die ganze Gegend im Schnee versinkt und der Verkehr zum Erliegen kommt. Während dieser Schlechtwetterlage macht sich Juliane Hocke auf den Weg zu ihren Eltern, dort kommt die junge Frau aber nicht an und gilt bald als vermisst… Während Alexa und ihr Kollege Florian Huber nach der Vermissten suchen, verschwinden ungefähr zur gleichen Zeit auf österreichischer Seite in Insbruck zwei junge Studentinnen. Bernhard Krammer nebst seiner Kollegin Roza Szabo übernehmen die Suche nach den jungen Frauen. Dabei bleibt es aber nicht, denn bald werden zwei weitere junge Leute als vermisst gemeldet. Die Teams aus Deutschland und Österreich merken bald, dass hier „Team-Work“ angesagt ist um diesen komplexen Fall zu lösen, doch Eile ist geboten, denn bald wird nicht mehr nur nach Vermissten gesucht, sondern in Sachen Mord ermittelt!
Was oder wer hinter dem Verschwinden der jungen Leute steckt, bleibt hier unerzählt, dazu ist dieser Krimi viel zu fesselnd und spannend gelungen. Zwar hatte ich zum Ende hin eine kleine Ahnung „wo sich das Böse“ verbirgt, lag da auch richtig, konnte aber den nervenaufreibenden Showdown  und die besonderen Hintergründe nicht vorhersehen, was mir gut gefallen hat. Auch die Weiterentwicklung der Charaktere ist wohldosiert und ohne vom Kriminalfall abzulenken als kleine Nebenhandlung ins Geschehen eingewoben.
Alles in allem vergebe ich hier vier von fünf möglichen Punkten und kann nur sagen, die Fortsetzung ist gut gelungen und die „Unebenheiten“ des Debüt ausgeräumt. So kann es gern weitergehen!
Einen kurzen Einblick in Fall Nr. 3 gibt es als Bonbon am Ende dieses Buches, der schon auf meiner Leseliste vermerkt ist.
Fazit: Gelungene spannungsgeladene Fortsetzung, die man nicht verpassen sollte!
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Anne Mette Hancock: Grabesstern

Scherz Verlag

Dies ist bereits der dritte Einsatz der dänischen Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan und ihrem guten Freund Erik Schäfer, der Ermittler bei der Kopenhagener Kriminalpolizei ist.
Nach dem spannenden und gelungenen Debüt „Leichenblume“, das im Januar 2021 in Deutschland erschien, hatte ich immer ein Auge darauf, ob die Autorin eine Fortsetzung der Reihe schreibt. Die ließ nicht lange auf sich warten und im Juli ’21 erschien dann „Narbenherz“, ein sehr spannender Thriller, der bis zum Schluss unvorhersehbar ist.
Ich mag den an fesselnden Erzählstil der Autorin,  der einen gleich zu Anfang ins Geschehen abtauchen lässt.  Man findet sich in den Szenerien gut zurecht und schaut den beiden sympathischen Figuren Kaldan und Schäfer gern beim Ermitteln über die „über die Schulter“.
Nun ist also mit „Grabesstern“, das dritte Buch der Thriller-Reihe erschienen und um es gleich einmal vorwegzunehmen, es punktet wieder auf der ganzen Linie und einmal angefangen, kann man das Buch kaum aus den Händen leben!
Heloise befasst sich nicht nur beruflich mit dem Thema „Sterbebegleitung“, sondern sie engagiert sich auch ehrenamtlich in diesem Bereich, weswegen sie Zeit mit dem krebskranken Jan Fischhof verbringt, dem es immer schlechter geht. Recht geschwächt erzählt er Heloise davon, dass er Schuld auf sich geladen habe, für die er sich vor seinem Schöpfer verantworten müsse. In wachen Momenten spricht er davon, „dass da viel Blut gewesen sei“ und er nennt einen kaum verständlichen Namen. Er bittet Heloise um Hilfe, „weil er den anderen nicht trauen kann“… Vorsichtig versucht sie aus Jan mehr Details herauszubekommen, was ihm solche Sorgen bereitet, aber die starken Medikamente und sein geschwächter Gesundheitszustand verhindern das.
Obwohl Heloise sich kaum vorstellen kann, dass dieser Mann, den sie seit geraumer Zeit kennt und gern mit ihm Zeit verbringt, schwere Schuld auf sich geladen hat, lassen ihn seine Worte und seine Bitte um Hilfe nicht los und so fängt sie an zu recherchieren….
Erneut kann Heloise sich auf ihren Freund Erik verlassen, der im Hintergrund einige Fäden zieht um ihr bei den Recherchen zu helfen.
Sie taucht tief in Jan Fischhofs Vergangenheit ein und fährt nach Jütland, wo er einst gelebt und gearbeitet hat. Doch vor Ort stößt sie bei der Nennung seines Namens nicht immer auf freundliche Reaktionen. Als sie dann von mehreren vermissten jungen Frauen hört, die zu der Zeit spurlos verschwunden sind, als Fischhof in der Gegend lebte und er sie offenbar auch kannte, gerät sie bei ihren weiteren Recherchen in gefährliche und zwielichtige Kreise, die es gar nicht mögen, wenn man ihnen zu nahe kommt. In was für ein Wespennest sie dabei gestochen hat, wird ihr erst richtig klar, als nicht nur sie in lebensgefährliche Situationen gerät….
Was soll ich noch schreiben, dieser Thriller hat mich gleich „eingefangen“ und Seite um Seite flog nur so dahin. Über der Gesamthandlung schwebt eine düstere, nichts Gutes ahnende Ungewissheit. Bis zum Schluss kann man den Ausgang der Handlung nicht vorhersehen und mit einem raffinierten Twist am Ende setzt die Autorin dem Thriller dann noch „die Krone“ auf, weswegen ich für diesen spannungsgeladenen Page-Turner die volle Punktzahl vergebe, denn fesselndes Lesevergnügen ist hier garantiert.
Fazit: Fesselnder Page-Turner, der von Anfang bis Ende mit spannender Unterhaltung und unvorhersehbaren Wendungen punktet! Bitte weiter so!
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Tina Frennstedt: COLD-CASE – Das gebrannte Kind

Lübbe

Die Autorin arbeitet als Kriminalreporterin für das schwedische Fernsehen und ihr Hauptaugenmerk richtet sich auf Kriminalfälle, die nie aufgeklärt wurden.
Das gebrannte Kind“ ist mittlerweile der dritte Einsatz der schwedischen Kommissarin Tess Hjalmarsson, die das Cold-Case-Team leitet.
Durch eine aktuelle Brandserie, wo Häuser lichterloh brennen und es bereits zu vier Toten gekommen ist, wird das Cold-Case-Ermittler-Team anfangs noch „abkommandiert“ um bei den umfangreichen Ermittlungen die zuständige Abteilung zu unterstützen. Alle Brände scheinen zusammenzuhängen, denn es finden sich an sämtlichen Tatorten manipulierte Rauchmelder und auffällige Markierungen an den Überresten der Gebäude. Die Ermittler haben alle Hände voll zu tun und Verdächtige gibt es einige, aber eine richtige „heiße“ Spur fehlt, bis eine Überlebende berichtet, dass sie kurz vor Ausbruch des Feuers Musik im Haus gehört hat…
…. und genau dieses Detail erinnert Tess an einen 15 Jahre zurückliegenden Fall, der nie aufgeklärt wurde, wo eine junge Mutter bei einem Brand ums Leben kam. Großes Glück hatte ihr fünfjähriger Sohn, der das Feuer überlebte und auch er berichtete damals von Musik, die er im Haus gehört hatte …
Ob es einen Zusammenhang zwischen den aktuellen Bränden und dem 15 Jahre alten Fall gibt, heißt es nun für das Cold-Case-Team herauszufinden…
Neben den umfangreichen Befragungen zu den Kriminalfällen gibt es auch einen Handlungsstrang, der Einblick ins Privatleben der Kommissarin gibt, wo es auch zu einigen Turbulenzen kommt…
Genau wie bereits bei „Das verschwundene Mädchen“, und „Das gezeichnete Opfer“ sowie im aktuellen Buch sind die Handlungen fiktiv, beruhen aber zum Teil auf Parallelen zu realen Ereignissen und Kriminalfällen.
Über der Gesamthandlung schwebt eine angespannte Atmosphäre. Bis der eigentliche „Kriminalfall“ so richtig in Gang kommt, muss man sich allerdings etwas gedulden und wird mit vielen Personen konfrontiert, die alle zu den Bränden befragt werden müssen.  Durch den angenehmen Erzähl-Stil der Autorin kann man die vielen „Mitwirkenden“ aber gut unterscheiden und richtig einordnen und findet sich auch in den unterschiedlichen Zeitebenen gut zurecht.
Im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann richtig Fahrt auf. Als aufmerksamer Leser ahnt man allerdings recht schnell, wer hier für die „Brandspur“ verantwortlich ist und dann auch in den Fokus der Ermittler rückt. Bis es allerdings zum nervenaufreibenden Showdown kommt, krönt die Autorin diesen Kriminalroman noch mit einem Twist, den man nicht vorhersehen konnte, was mir gut gefallen hat, weshalb ich hier insgesamt vier von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Gute und spannende Unterhaltung sind hier garantiert! Bitte weiter so!
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Jen Williams: Der Herzgräber

Fischer Verlage

 „Der Herzgräber“ ist der Debüt-Thriller der britischen Schriftstellerin Jen Williams, die bereits mehrfach für ihre Fantasy-Bücher ausgezeichnet wurde.
Der folgende Klappentext auf der Rückseite des Buches hatte mich angelockt:
 „Heather Evans ordnet den Nachlass ihrer Mutter und findet dort viele Briefe von Michael Reave, einen vor 20 Jahren verurteilten Serienkiller. Bis die Polizei ihn schnappen konnte, hatte er mehrere junge Frauen auf bestialische Weise ermordet..
…jetzt werden wieder junge Frauen getötet, auf die gleiche Weise wie damals“
Die Gesamthandlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, wovon eine mit „Früher“  betitelt ist und die andere in der Jetztzeit spielt. Das „Switchen“ von der einen zur anderen Erzählebene gelingt einem als Leser mühelos.
Recht schnell merkt man, dass die Autorin zuvor im Bereich Fantasy geschrieben hat. Manche Passagen des Buches klingen als lese man einen Fantasyroman oder eine Märchenerzählung wie z.B. wenn es um die Erklärung geht, warum man Michael Reave auch den „roten Wolf“ nannte. Und auch die merkwürdigen Vorkommnisse im Haus von Heathers Mutter gehen anfänglich in diese Richtung.
Bis ungefähr zur Hälfte des Buches war für mich noch fesselnde Spannung vorhanden, die leider dann immer weiter abflacht. Erzeugten die eben erwähnten Ereignisse im Haus beim ersten Mal noch eine Gänsehaut, ändert sich das im Verlauf aber und es wird offensichtlich, dass „jemand“ hier seine Finger im Spiel hat. Schwierigkeiten hatte ich auch mit der recht eigenwilligen und mir nicht besonders sympathischen Hauptakteurin, denn wie sie in manchen Situationen reagiert/agiert, konnte ich nicht nachempfinden.
Zwar erfährt man als Leser einige Details der bizarren Leichenfunde und es erschließt sich auch der Titel des Buches, aber was mir hier etwas fehlte, war das eigentliche Tatgeschehen – es müssen keine blutrünstigen Szenerien sein – aber was geschildert wird, war mir zu nebulös und auch die hier aufgeführten Beweggründe warum „das Böse böse wurde“, waren einfach zu „wenig“ um so ein brutales rituelles Mordgeschehen zu erklären.
Zusammenfassend möchte ich hier sagen, dass mich das Buch anfangs noch gefesselt und auch durchaus erschauern lassen hat. Allerdings flacht der Spannungsbogen immer weiter ab und es bleiben auch am Schluss noch einige Fragen offen. Der anfängliche Thrill wird durch Einblicke in eine unschöne/bizarre Familiengeschichte abgelenkt, durch märchenhafte Passagen nebulös und stellenweise durch die eigenwillige Hauptakteurin nicht nachvollziehbar, was schade ist, denn Potential war hier durchaus vorhanden.
Da dies das Debüt der Autorin im Bereich Thriller ist, möchte ich erst noch abwarten, ob es weitere Bücher in dieser Kategorie aus ihrer Feder gibt und wie sich hier der Erzählstil entwickelt, weshalb ich drei von fünf möglichen Punkten vergebe.
Fazit: Thriller-Debüt, das noch einige „Unebenheiten“ aufweist, insgesamt aber durchaus Potential vorhanden ist!
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