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Harlan Coben: In tiefster Nacht

Goldmann

Der amerikanische Schriftsteller Harlan Coben gehört zu meinen Lieblingsautoren, denn seine spannenden und wendungsreichen Thriller können mich schon über viele Jahre hinweg immer wieder begeistern, zuletzt habe ich von ihm „Was im Dunkeln liegt“ gelesen/gehört und hier vorgestellt.
Gerade ist sein neuester Thriller „In tiefster Nacht“ erschienen, in den ich hier ein wenig Einblick geben möchte:
Im Prolog lernt man den 21-jährigen Amerikaner Sami Kierce kennen, der gerade seinen College-Abschluss in der Tasche hat und als Rucksack-Tourist durch Europa reist. Er ist im spanischen Málaga angekommen, wo er die charmante Anna kennen und lieben lernt. Gemeinsam verbringen sie die nächsten Tage und genießen nebst Alkohol und Drogen das Leben in vollen Zügen.
Nach einer ausschweifenden Nacht erwacht Sami mit „dicken Kopf“ in einem Bett. Er ist überall mit Blut besudelt, hält ein blutverschmiertes Messer in der Hand und neben ihm liegt die tote Anna!
Was war geschehen? – Sami kann die Frage nicht beantworten, er hat den totalen Black-out!
22 Jahre später lebt Sami Kierce in New York City. Er hat privat einige Höhen und Tiefen durchlebt und beruflich hält er sich nach seiner Suspendierung als Police Detective mit Kursen an einer Abendschule über Wasser. Und genau in so einer Unterrichtsstunde passiert es: Zwischen seinen Kursteilnehmern entdeckt er sie: Anna! 
Ihre Blicke treffen sich und Sami ist irritiert, aber es besteht für ihn kein Zweifel, dass sie es ist – dann ist sie auch schon wieder verschwunden.
Sami kann es nicht fassen, er sprintet hinter der Frau her, will sie zur Rede stellen, um endlich eine Antwort zu bekommen, was damals in Spanien passiert ist, denn diese zerstörerische Ungewissheit hat sein ganzes Leben beherrscht.  Nun will er nur noch eins: Anna finden! 
Einmal mehr hat Harlan Coben hier bewiesen, dass er ein meisterhafter Geschichtenerzähler ist. Die Handlung hat mich sofort „eingefangen“ und die Seiten flogen nur so dahin. Nicht nur Sami Kierce will nach dem traumatischen Erlebnis in Spanien wissen, was passiert ist. Auch als Leser rätselt man unweigerlich mit, bekommt aber auch viele neue Wendungen im Geschehen präsentiert, sodass man auch ein bisschen aufpassen muss, dass man bei den vielen Mitwirkenden, nicht „falsch abbiegt“. Doch durch den angenehmen, flüssigen Erzählstil ist man schnell wieder in der Spur und kann das packende und Gänsehaut machende Ende dieses Thrillers genießen.
Fazit: Düster, bewegend, nervenaufreibend und fesselnd erzählter Thriller, den man unbedingt lesen sollte!
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Constantin Schreiber/Alexander Stevens: Angeklagt- Schuldig oder nicht?

Hoffmann und Campe

„Angelockt“ durch das gelbe Banner wo „Spektakuläre Fälle zum Mitermitteln“ angekündigt werden, war ich auf den Lesestoff gespannt.
Tagesschausprecher Constantin Schreiber ist sicherlich nicht nur mir bestens bekannt. Dass er auch Bestseller-Autor und Jurist ist, erfährt man in der Kurzvorstellung im Buch.
Dr. Alexander Stevens war mir bisher unbekannt. Wie zu lesen ist, zählt er zu den bekanntesten Strafverteidigern Deutschlands und ist sicherlich vielen Hörern von Bayern 3 durch seinen True-Crime-Podcast ein Begriff.
„Angeklagt – Schuldig oder nicht?“, beginnt mit einem gegenseitigen Interview der beiden Autoren, wo sie über ihr Kennenlernen und die Entstehung dieses Buches berichten.
Als Leser bekommt man hier sieben reale Kriminalfälle präsentiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten:
Schon Fall Nr. 1 hat es in sich und lässt einem die Nackenhaare hochstehen!
Dieser Kriminalfall hat sich 2020 in Bayern ereignet: Die Tochter von Familie P. kann ihre Mutter einige Zeit telefonisch nicht erreichen, weswegen sie sich gemeinsam mit ihrem Ehemann auf den Weg macht, um nach dem Rechten zu sehen. Nachdem man die Haustür – die nur mit einem Sicherheitscode entsperrt werden kann – geöffnet hat, trauen die Angehörigen sich nicht weiter, denn der Boden ist mit Blut übersät. Den herbeigerufenen Polizeibeamten bietet sich ein grauenhaftes Bild, denn die drei Bewohner des Hauses sind tot und liegen blutüberströmt an verschiedenen Stellen des Hauses, in dem überall Chaos herrscht. Wer für dieses Grauen verantwortlich ist, scheint schnell klar zu sein, doch warum haben die Autoren für diesen Fall die Überschrift „Starnberg – ein Mörder? Zwei Mörder oder keiner?“ gewählt?
Nun, ich verrate es hier nicht!
Mich hat dieses Verbrechen aber auch zum Nachdenken gebracht, denn bei genauer Betrachtung des gesamten Kriminalfalls tun sich hier Abgründe auf und nach der Urteilsverkündung bleiben für mich auch noch Fragen offen…
Auf die weiteren sechs Fälle möchte ich im Einzelnen nicht eingehen. Wer sich für reale Kriminalfälle interessiert, findet hier sicherlich interessanten Lesestoff. Von Spannung möchte ich nicht sprechen, denn ich finde es unpassend, reale Verbrechen in diese Rubrik einzuordnen. Beim Lesen dieser perfiden und auch sehr grausamen Kriminalfälle standen mir zeitweise die Nackenhaare hoch, denn das Gelesene muss man erst einmal verdauen und sich vor Augen führen, was für schreckliche Dinge doch Menschen anderen Menschen antun.
Alles in allem finde ich die hier aufgezeigten Falldarstellungen interessant und lesenswert. Wenn der Text dann aber in den Bereich der recht komplizierten Gesetzgebung nebst Fachausdrücken und dem Sprachgebrauch vor Gericht schwenkt, konnte ich als Laie diesem Teil nur schwer folgen.
Der Aufforderung des „Mitermittelns“ nachzukommen war schwierig, denn die Autoren machen keinen „Brake“ nach der Schilderung des jeweiligen Verbrechens, sondern es geht eigentlich nahtlos von der Verhaftung zum Prozess und zur Urteilsverkündung, die dann noch juristisch durchleuchtet wird.
Ich vergebe drei von fünf möglichen Punkten, da der juristische Text schwierig zu lesen/bzw. zu verstehen ist und ich bei der Aufforderung zum Mitermitteln, etwas anderes erwartet hatte.
Fazit: Eher für interessierte Leser von realen und juristisch durchleuchteten Kriminalfällen, denn das „Mitermitteln“ kommt hier leider zu kurz
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Ragnar Jónasson: Hulda

btb

Ich erinnere mich noch gut, dass ich 2020 anfangs etwas gezögert habe, die „einsamste Kommissarin Islands“, Hulda Hermannsdóttir „kennenzulernen“. Doch als ich dann die ersten Seiten von „Dunkel“ gelesen hatte, war ich sehr schnell in der Handlung gefangen:
Besagte Kommissarin arbeitet bei der Polizei in Reykjavik und soll eher unfreiwillig mit 64 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand gehen, um einem jüngeren Kollegen Platz zu machen. Doch bevor sie ihren Abschied nimmt, ermittelt sie noch in einem alten ungelösten Fall…
Das Besondere an der als Thriller-Trilogie angelegten Reihe von Ragnar Jónasson ist, dass er sie rückwärts erzählt, d. h. Kommissarin Hulda verabschiedet sich zwar gleich im ersten Teil, aber in den folgenden Büchern „Insel“ und „Nebel“ wird ihre kriminalistische Vorgeschichte erzählt. Insgesamt hat mir die Trilogie sehr gut gefallen, denn Spannung und Nervenkitzel gibt es hier reichlich.
Durch das Cover des aktuellen Buches „Hulda“ erkennt man es sofort, der Autor setzt die obige Thriller-Reihe um die gleichnamige isländische Kommissarin zu meiner großen Freude fort.
Die Geschichte beginnt mit einem Epilog, der Weihnachten 1960 spielt und für ein junges Ehepaar mit ihrem einjährigen Sohn zu einem Alptraum und ein Cold-Case-Fall in den Akten der isländischen Polizei wird….
1980 ist Kommissarin Hulda Hermannsdottir Anfang 30. Sie lebt mit ihrem Mann Jon und ihrer sechsjährigen Tochter Dimmer zusammen und träumt von einem Haus am Meer. Doch diese Träumerei wird jäh durch einen Telefonanruf von ihrem Vorgesetzten unterbrochen, der ihr eine Beförderung in Aussicht stellt, wenn sie sich folgender Sache annimmt:
Durch den Fund eines Teddybärs in einer abgelegenen Jagdhütte gibt es eventuell eine Verbindung zu einem alten Vermissten-Fall aus dem Jahr 1960, wo an Heiligabend ein kleiner Junge entführt wurde..
Mit einer jungen, engagierten Kollegin im Schlepptau macht sich Hulda auf den Weg in den Norden, um Nachforschungen anzustellen, was sich im Verlauf als schwierig und von wenig Erfolg gekrönt erweist.
Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte „eingefangen“ und durch den angenehmen Erzählstil des Autors flogen die Seiten nur so dahin. Über den bildhaft geschilderten Szenen schwebt eine unheimliche und düstere Atmosphäre. Die zermürbende Ungewissheit, was „damals“ geschah und bisher ungeklärt ist, wird spürbar und fesselt bis zum Schluss, wo der Autor dann mit einem unvorhersehbaren Ende überrascht, was mir sehr gut gefallen hat!
Fazit: Düster, fesselnder, nervenaufreibender Thriller, der obendrauf noch mit einem unvorhersehbaren Ende punktet! Unbedingt lesen!
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Karen Inge Nielsen: Niemand sieht dich

Piper

Im Februar dieses Jahres startete die „Grenzland-Reihe“ mit dem Titel „Niemand hört dich“, wo es in der Grenzregion Deutschland/Dänemark zu schrecklichen Morden kam. Da grenzüberschreitend ermittelt werden muss, werden der deutsche Kommissar Thomas Beckmann und der dänische Ermittler Mads Lindstrøm mit der Aufklärung der Morde betraut.
Was man zu lesen bekam, war recht heftig und auch detailliert geschildert, weswegen ich der Meinung war und bin, dass dieser Thriller nur für nervenstarke Leser geeignet ist.
So ganz anfreunden konnte ich mich mit der recht „krassen“ Thematik des Debüts nicht, wollte aber noch abwarten, wie sich der weitere Verlauf der Reihe entwickelt.
Nun ist mit „Niemand sieht dich“ der zweite Einsatz für Beckmann und Lindstrøm erschienen und ich war gespannt, was mich diesmal erwartet.
Die deutsch/dänische Grenzregion bildet auch diesmal die Kulisse. Kommissar Lindstrøm ist zu seinem Leidwesen wegen der vorherigen Ereignisse vom Dienst beurlaubt. Seine Schwester kommt zu Besuch und Mads Lindstrøm wird durch ihren Tatendrang, das Haus ihrer verstorbenen Eltern, in dem er immer noch lebt, wieder auf „Vordermann“ zu bringen, unter Druck gesetzt, was ihn stört. Außerdem kann er sich mit dem als Selbstmord eingestuften Tod seines Vaters nicht abfinden, weswegen es vermehrt zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den Geschwistern kommt.
Durch einen bizarren Mord an einer Pastorin wird er zurück in den aktiven Dienst gerufen. Die Ermittlungen laufen nur schleppend und die wenigen Verdachtsmomente lösen sich in Luft auf..
In Deutschland wird Kommissar Beckmann zu einer männlichen Leiche, die man im Moor entdeckt hat, gerufen. Die Identifizierung ist schwierig, denn Papiere hatte er nicht bei sich, nur in seiner Kleidung wird ein vergilbtes Foto gefunden, welches bald in Richtung Dänemark weist…
Im Verlauf entdecken die beiden Kommissare interessante Verbindungen zwischen den Fällen, sodass wieder länderübergreifend ermittelt wird…
Ich muss sagen, Thriller Nr. 2 dieser Reihe hat mir diesmal gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und spannend und recht schnell ist man in der Handlung gefangen, so fesselnd ist sie geschrieben. Zwar bekommen beide Kommissare nicht unbedingt Sympathiepunkte von mir, aber darum geht es ja hier auch nicht.
Besonders gut hat mir gefallen, wie sich die Todesfälle auf beiden Seiten der Grenze zu einem „Mordgeschehen“ zusammenfügen und dass die Autorin eine nachvollziehbare Erklärung gibt, was der Auslöser für die Morde war.
Zusammengefasst möchte ich sagen, dass Buch Nr. 2 der Reihe auf jeden Fall eine positive Entwicklung aufzeigt, weswegen ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe und gespannt bin, wie es hier weitergeht.
Fazit: Lesenswerter, spannungsgeladener Thriller, der für fesselnde Unterhaltung sorgt!
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Grantchester – Staffel 5 –

Edel Motion VÖ 04.04.25

Fünf lange Jahre mussten die Fans von „Grantchester“ warten, bis nun endlich Staffel 5 der britischen Krimi-Reihe für das Heimkino erschienen ist!

Kurzer Rückblick, worum es in der Serie geht:

Die erste Staffel führt ins Jahr 1953, wo in der englischen Grafschaft Cambridgeshire  ein Dorf mit Namen Grantchester zum Leben erwacht und die Kulisse für diese Krimi-Reihe bildet.
Die beiden Hauptfiguren zieren das DVD-Cover. Es handelt sich dabei um Geordie Keating (Robson Green), den ortsansässigen Detective Inspector und Sidney Chambers (James Norton), den charismatischen Geistlichen/Vikar der Gemeinde. Diese beiden bilden ein etwas ungewöhnliches, aber effektives Ermittler-Team.
Anfang der vierten Staffel hieß es Abschied nehmen von Sidney Chambers bzw. von James Norton. Wie es dazu kommt, wird hier aber nicht verraten, dazu ist diese Serie einfach zu unterhaltsam, spannend und sehenswert.
Obwohl ich mir kaum vorstellen konnte, wie es ohne James Norton weitergehen könnte, muss ich sagen, dass den Machern dieser Serie ein toller Clou gelungen ist, indem sie Tom Brittney als Pfarrer Will Davenport besetzt haben!
Schon nach der ersten Szene, wo Will Davenport mit seinem Motorrad ganz lässig in Grantchester  auftaucht und sich dann als neuer Pfarrer der Gemeinde entpuppt, war mir klar, das passt! Mit seiner charmanten Art fängt er nicht nur die Zuschauer ein, sondern man merkt auch, dass die Chemie zwischen ihm und dem ganzen Schauspiel-Ensemble stimmt, wovon man sich beim „Blick hinter die Kulissen“ im Bonus-Material selbst überzeugen kann.
Nur bei der Zusammenarbeit als „Ermittler-Duo“ sind noch ein paar Steine aus dem Weg zu rollen. Was sich dann in heftigen Wortgefechten zwischen den beiden Hauptfiguren widerspiegelt, aber mittlerweile augenzwinkernd auch Ausdruck ihrer besonderen Freundschaft vor und hinter der Kamera ist.
In  „Grantchester – Staffel 5“ ist man mittlerweile im Jahr 1957 angekommen, was sich wunderbar in der modischen Ausstattung und dem ganzen Flair ringsherum widerspiegelt. Der idyllische Schauplatz trügt allerdings mal wieder, denn die Kriminalfälle haben es in sich und lassen sich auf den ersten Blick nicht lösen.
Da kommen die beiden „Spürnasen“ ins Spiel, denn durch ihre unterschiedlichen Herangehensweisen ändert sich so mancher Blickwinkel auf das Geschehen und nach erfolgreichem Abschluss eines Falls wird dies meist mit einem Pint im Pub besiegelt.

Hier gibt es noch einen kleinen Einblick ins weitere aktuelle Geschehen: Trailer

Immer mit feinem Humor angereichert, kommt es hier und da zu zwischenmenschlichen Turbulenzen wie z.B. im Pfarrhaus. Dort hält der technische Fortschritt in Form eines Fernsehapparates Einzug, was nicht jedermann anfänglich begeistert. Auch der Besuch von Geordies Schwiegermutter bringt das Familienleben der Keatings ins Wanken, sodass es auch in der Rahmenhandlung niemals langweilig wird und ich gern noch viele weitere Folgen dieser spannenden Ausnahme-Serie sehen würde.
Fazit: Daumen hoch für dieses Serien-Highlight, dessen 5. Staffel viel zu schnell vorbei ist und man wunderbar mit feinem Humor, einem tollen Schauspiel-Ensemble und sehr spannenden Kriminalfällen unterhalten wird! Gern noch lange weiter so!
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Eva Almstädt: Ostseedämmerung

Lübbe    NetGalleyDE

Der 20. Fall für Kommissarin Pia Korittki

Ich kann mich noch erinnern, 2014 startete mit „Kalter Grund“ diese unterhaltsame Krimi-Reihe. Zwar habe ich nicht alle weiteren Bände gelesen, aber den Jubiläumsband und damit den 20. Einsatz für Pia Korittki, die als Kriminalhauptkommissarin in Schleswig-Holstein ermittelt, wollte ich mir nicht entgehen lassen.
Ohne Probleme habe ich mich in der Rahmenhandlung, wo auch es auch Einblicke in Pias Privatleben gibt, zurechtgefunden. Zum besseren Verständnis hat die Autorin auch wichtige Ereignisse aus den vorherigen Büchern in die aktuelle Gesamthandlung eingewoben, sodass man als Leser dem Geschehen immer gut folgen kann.
Gleich zu Beginn von „Ostseedämmerung“ lernt man die beiden befreundeten Kinder Trine und Vito kennen. Die beiden vertreiben sich ihre Zeit am Dorfteich, wo sie gern spielerisch in die Welt von Tom Sawyer und Huckleberry Finn „abtauchen“. Aber eigentlich ist das Gelände eine „verbotene Zone“, denn der Eigentümer sieht es nicht gern, wenn man unbefugt sein Land betritt.
Beim Waten durch den Teich stoßen sie dann auf einen Gegenstand, der im Schlamm steckt. Was auf den ersten Blick als Tand erscheint, entpuppt sich später als Artefakt/Schmuckstück aus der Wikingerzeit.
Dieser Gegenstand befand sich zuletzt in der Obhut der Ausgrabungshelferin Mira Schneider, die an der Uni in Kiel Archäologie studierte, wo sie dieses Fundstück einem Fachmann zur Expertise vorlegen wollte. Doch in Kiel kam sie nebst Artefakt nie an, weswegen sie als vermisst gemeldet wurde.
Die damalig eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen verlaufen im Sande und von Mira fehlt bisher jede Spur…
Durch den Fund im Dorfteich kommt wieder Bewegung in den alten Vermisstenfall und Pia Korittki mit ihrem Team rollt ihn wieder auf…
Umfangreiche Recherchen, Befragungen im privaten wie auch beruflichen Umfeld von Mira Schneider führen die Ermittler dann zu ihrer Leiche, weswegen nun in Sachen Mord ermittelt wird…
Das Buch liest sich gut, die Figuren sind gut gezeichnet und auch der Gesamthandlung kann man problemlos folgen.
Verdächtige gibt es zu Hauff! Die eine oder andere Person spielt nicht mit offenen Karten, sodass immer wieder neue Verdachtsmomente aufkommen und es in den Ermittlungen eher mühsam und zäh vorangeht.
Durch die Vielzahl an Mitwirkenden wird es unübersichtlich, worunter die Spannung leidet.
Recht früh hatte ich eine Idee, wer hier sein Unwesen treibt und lag damit richtig, was ich aber nicht negativ bewerte, denn der Autorin ist es gelungen, diesen Punkt gut zu verschleiern.
Insgesamt reicht es aber nicht für die volle Punktzahl, weswegen ich hier vier von fünf möglichen Punkten vergebe!
Fazit: Unterhaltsam und lesenswert, aber durch zu langwierige Ermittlungen flacht der Spannungsbogen zwischendrin ab, sodass es nicht für die volle Punktzahl reicht
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Schwiecker/Tsokos: Der 2. Verdächtige

Knaur NetGalley

Im letzten Jahr erschien der Justizkrimi „Der 1. Patient“ von diesem Autoren-Duo. Es war aber nicht der erste Fall für Strafverteidiger Rocco Eberhardt und Rechtsmediziner Justus Jarmer, sondern mit „Der 2. Verdächtige“ ist es aktuell ihr fünftes gemeinsames „Ermitteln“ in Berlin.
Die aktuelle Handlung beginnt mit dem Auffinden eines toten jungen Mannes im Darkroom der Männerkneipe „Königssohn“ in Berlin-Schöneberg. Die herbeigerufene Notärztin kann nur noch den Tod feststellen. Da sie keine äußerlichen Verletzungen erkennen kann bzw. voran der Mann verstarb, attestiert sie „ungeklärte Todesart“. Dies ruft die Kriminalpolizei auf den Plan, zumal der Verdacht im Raum steht, dass Drogen im Spiel sein könnten…
Bald kursiert die Vermutung, dass der Tote an einer Überdosis gestorben ist. Als Verdächtiger rückt Jan Staiger in den Fokus der Ermittlungsbehörden, denn er wurde mit dem Toten zusammen gesehen und ist ein bekanntes Gesicht in dieser Partyszene.
Als die Ermittler zu einem ähnlich gelagerten Todesfall gerufen werden, macht man kurzen Prozess und Jan Staiger wird festgenommen…
Strafverteidiger Rocco Eberhardt hat einen neuen Mandanten und der heißt Jan Staiger.  Dem wird vorgeworfen, in der Szenekneipe „Königssohn“ einen Bekannten mit Liquid Ecstasy vergiftet haben…
Jan Staiger kämpft mit Gedächtnislücken nach dem „Vorfall im Darkroom“, streitet aber den Vorwurf, ein Mörder zu sein, vehement ab. RA Eberhardt übernimmt trotz anfänglicher Bedenken seine Verteidigung.
Der nächste Tote in einer Szenebar lässt nicht lange auf sich warten. Aus Sicht der Ermittlungsbehörden gibt es einiges, das auf Jan Staiger als Täter hinweist, weswegen er nun in U-Haft sitzt. Rocco Eberhardt muss all sein Können unter Beweis stellen, um seinen Mandanten bestmöglich zu verteidigen…
Da ich diese Krimi-Reihe von Beginn an kenne, gelang mir der Einstieg ins Geschehen problemlos.
Die Figuren waren mir schnell wieder präsent und durch den angenehmen Erzählstil konnte ich der Handlung gut folgen.
Die Suche nach der Wahrheit bzw. ob Jan Staiger ein Doppelmörder ist, gestaltet sich diesmal ein wenig zäh. Was den Spannungsbogen abflachen lässt, zumal auch Rocco Eberhardt schwer mit sich kämpfen muss und sich immer mal wieder fragt, ob sein Mandant ihm die Wahrheit sagt!?
Etwas störend, da recht vorhersehbar, fand ich die ausgelegten „Fährten“, die auch vor den Ermittlungsbehörden nicht haltmachen und bei näherem Betrachten dann eher menschliche Tragödien offenbaren.
Das Hauptaugenmerk der Gesamthandlung spielt sich in sehr real wirkenden Szenen im Gerichtssaal ab, wo Rocco Eberhardt sein Engagement und sein Können aufzeigt
Es gibt kleine Einblicke in die Welt des Rechtsmediziners Justus Jarmer. Diese sind gut in die Handlung eingewoben und bescherten mir immer mal wieder eine Gänsehaut, da man durch die bildhaften Schilderungen, das Gefühl hat, direkt vor Ort zu sein.
Alles in allem vergebe ich vier von fünf möglichen Punkten. Ich habe ich diesen fünften Fall für Eberhardt und Jarmer wieder gern gelesen, auch wenn der Spannungsbogen zwischendrin immer mal wieder abflacht und sich die Aufklärung des Falls etwas zieht.
Fazit: Obwohl sich die Aufklärung des Falls etwas zieht, ist Fall Nr. 5 für Eberhardt und Jarmer wieder spannend, unterhaltsam und lesenswert!
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Joël Dicker: Ein ungezähmtes Tier

Pieper Verlag

Im Juni 2023 hatte ich hier zuletzt von Joël Dicker „Die Affäre Alaska Sanders“ vorgestellt. Der Roman, der sich als fesselnder Page-Turner entpuppte, hatte mir sehr gut gefallen, weswegen ich die volle Punktzahl vergab und meine unbedingte Lese-Empfehlung aussprach.
Dass Joël Dicker ein meisterhafter Geschichtenerzähler ist, hat er bereits mehrfach bewiesen, seine wunderbaren Romane stehen bei mir im realen oder elektronischen Bücherregal.
Sein neuer Roman „Ein ungezähmtes Tier“ ist gerade erschienen und ich durfte ihn bereits genießen!

Hier gibt es einen kleinen Einblick ins Geschehen:

Nach wenigen Zeilen des „Prologs“ der mit „Der Tag des Raubüberfalls“ betitelt ist, wo ein elegant gekleideter Kunde mit Schirmmütze und Sonnenbrille ein Juweliergeschäft betritt und eine weitere Person mit einem abgesägten Gewehr sich durch die Hintertür Zugang verschafft, war ich in der Handlung gefangen. Die beiden „Eindringlinge“ gehören offenbar zusammen und haben den Überfall minutiös geplant, denn ein mitgebrachter Timer wird gestartet, denn sie haben exakt sieben Minuten, um unerkannt zu entkommen….
Im weiteren Verlauf und immer mal wieder in Rückblicken und handlungsmäßig an anderen Orten lernt man als Leser die Familien Sophie und Arpad Braun und Greg und Karine Liégan kennen, die sich bald als „Freunde“ bezeichnen. Dabei blickt der Autor auch hinter die gut aufgestellten Fassaden dieser Menschen, die alle auf die eine oder andere Art und Weise ihre Geheimnisse haben. Der schöne Schein, den Sophie und Arpad durch ein luxuriöses Haus und ihren Lebensstil repräsentieren, wirkt auf Greg und Karine – die sich insgeheim wünschen, mit den beiden zu tauschen – anziehend, berauschend und obsessiv.
So und wer sich jetzt noch fragt, was diese beiden Familien mit dem oben erwähnten minutiös geplanten Raubüberfall zu tun haben, der kann ja erst mal spekulieren und gespannt sein, was einem hier inhaltlich erwartet. Nur so viel noch, kriminelle Energie gibt es reichlich, die, wenn sie einmal entfacht ist, nicht mehr zu stoppen ist….
Einmal mehr hat mich der Autor mit seiner Erzählkunst an diesen Roman gefesselt. Man gerät wie in einen Rausch, denn Seite um Seite fliegt nur so dahin und man vergisst alles andere um einen herum.
Durch geschickte Wendungen dreht sich das Geschehen immer wieder und eins kann ich schon verraten, als ich dachte, so oder so wird die Geschichte enden, lag ich falsch. Was ich aber nicht als negativ werte, sondern vergebe für diesem von Beginn an fesselnden, spannungsgeladenen und wendungsreichen Roman die Höchstpunktzahl. Außerdem spreche ich meine unbedingte Lese-Empfehlung aus!
Fazit: Hier trügt der schöne Schein und hinter der Fassade brodelt kriminelle Energie. Daraus hat Joël Dicker einen fesselnden, spannungsgeladenen Roman gemacht, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
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Arno Strobel: Mörderfinder – Das Muster des Bösen –

 

Fischer Verlage   NetGalley

Fall Nr. 5 für den Fallanalytiker Max Bischoff
Eigentlich stimmt meine eben gesetzte Überschrift nicht ganz, denn es muss heißen Max Bischoff und der Psychologe und Handschriftenexperte Dr. Marvin Wagner ermitteln in einem brisanten Fall. Die beiden haben sich nämlich zusammengetan und die Eröffnungsfeier ihrer Detektei WaBi Investigations steht kurz bevor.
Während Max und Marvin den Räumlichkeiten noch den letzten Schliff verpassen, erscheint ein Mann in ihrem Büro und bittet sie um ihre Hilfe. Genauer gesagt kommt ihr Besucher im Auftrag von Rainer Klinke, der wegen Entführung der elfjährigen Tochter einer Richterin in U-Haft sitzt.  Besagte Richterin war im Vorfeld sehr milde mit dem Mörder von Rainer Klinkes Sohn verfahren. Klinke konnte das Urteil nicht verstehen und war sehr verzweifelt, weswegen er der Richterin einen Denkzettel verpassen wollte und kurzerhand ihre Tochter entführte, was allerdings nicht unbeobachtet blieb und er schnell gefasst wurde.
Die Medien beschäftigt seit geraumer Zeit die Entführung des neunjährigen Sohnes eines Richters, der ebenfalls für sein mildes Agieren bei schweren Straftaten aufgefallen war.
Nun hat offenbar die Person, die den Sohn des Richters entführt hat. mit Rainer Klinke Kontakt aufgenommen und brüstet sich damit, ihm zeigen zu wollen, wie er an seiner Stelle vorgegangen wäre, um „Gerechtigkeit“ zu erlangen. Kurze Zeit später wird der kleine Junge tot aufgefunden und die Medien berichten von einer weiteren Entführung….
Rainer Klinke macht sich große Sorgen, dass er mit seiner Tat, die Person erst animiert haben könnte, das Kind zu entführen. Deswegen hat er seinen Freund zu Max Bischoff und Marvin Wagner geschickt, um diese zu engagieren, damit die Person gestoppt werden kann…
Thriller Nr. 4 der „Mörderfinder-Reihe – Stimme der Angst“ fand ich handlungsmäßig zu vorhersehbar, die Reihe an sich aber unterhaltsam, spannend und lesenswert.
Mit dem aktuellen Band „ Mörderfinder – Das Muster des Bösen“ konnte mich Arno Strobel aber von Beginn an „einfangen“. Das Thema „Milde Richter, trotz schwerer Straftaten“ fand ich interessant und spannend umgesetzt. Durch Marvin Wagner, der allein schon durch seine markante Erscheinung einen gelungenen Gegenpart zu Max Bischoff in der Handlung übernimmt, hat der Autor ein sympathisches „Detektiv-Duo“ ins Leben gerufen, das mit Köpfchen und Verstand auch komplizierte Fälle löst.
Ich habe mich von Anfang an fesselnd und spannend unterhalten gefühlt, hatte den einen oder anderen Verdächtigen in Visier, aber lag immer wieder daneben. Arno Strobel ist es gelungen, durch geschickte Wendungen, das „wahre Böse“ erst ganz zum Schluss zu demaskieren, was mir gut gefallen hat. Alles in allem bekommt dieser Thriller die volle Punktzahl und ich freue mich schon auf die Fortsetzung der Reihe.
Fazit: Volle Punktzahl für diesen spannenden Thriller, dem gern noch weitere folgen dürfen!
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Johanna Mo: Dämmersee

Heyne

Bevor ich einen kleinen Einblick ins aktuelle Geschehen gebe, möchte ich die Rahmenhandlung noch einmal Revue passieren lassen:
In „Nachttod“ lernt man Hanna Duncker kennen, die sich aus Stockholm auf ihre Heimatinsel Öland hat versetzen lassen. Im Polizeirevier in Kalmar tritt sie ihren Dienst an. Ihr Vorgesetzter heißt Ove Hultmark, den sie seit ihrer Jugend gut kennt, denn er war der Ermittler, der ihren Vater „hinter Schloss und Riegel brachte“.
Im nächsten Band „Finsterhaus“ beschäftigt sich Hanna eingehend mit der „Fall-Akte Ester Jensen“. Ein guter Freund ihres Vaters hatte eine Bemerkung gemacht, die sie aufhorchen ließ. Seitdem nagten Zweifel an ihr, ob ihr Vater trotz seines Geständnisses, von dem er auch nicht abrückte, tatsächlich der Mörder von Ester Jensen ist.
In „Dunkelwald“ kommt überraschend Hannas Bruder Kristoffer nach einem längeren Auslandsaufenthalt zu Besuch und er macht ein bewegendes Geständnis, das den Mordfall Jensen in ein ganz anderes Licht rückt..
Im Buch „Nebelstunde“ gibt es die lang ersehnte Aufklärung, wer für den Tod von Ester Jensen verantwortlich ist!
Tatsächlich war ich letztes Jahr froh, dass nach so langer Zeit hier nun endlich ein Schlussstrich gezogen wurde. Im Verlauf der Reihe bewegte sich durch die vielen Richtungswechsel und die verdächtigen Personen der Spannungsbogen „rauf und runter“, zumal dieser Mordfall nur die Rahmenhandlung bildete und „nebenbei“ ja noch andere Kriminalfälle das Ermittler-Team beschäftigen.
So, nun wie versprochen, noch ein Blick in den Abschlussband „Dämmersee“:
Ove Hultmark ist auf eigenen Wunsch aus dem Polizeidienst in den Ruhestand getreten und beschäftigt sich jetzt mit der heimischen Vogelwelt. Hanna Duncker befindet sich noch in Elternzeit, demnächst will sie aber wieder als Polizistin arbeiten, doch zuvor sollen erst noch die Hochzeitsglocken läuten. Bis dahin genießen Hanna und Isak mit der kleinen Hedvig das Familienleben. Doch diese Postkartenidylle wird jäh durch einen Telefonanruf von Hannas Kollegen Erik Lindgren gestört:
 Von jetzt auf gleich schlüpft sie, ohne lange nachzudenken, wieder in die Rolle der Ermittlerin, denn jemand hat ihren ehemaliger Chef Ove Hultmark ermordet!
Einmal mehr richtet die Autorin den Blickwinkel auf den Mordfall Ester Jensen und hinterfragt, ob tatsächlich der wahre Täter hinter Gittern sitzt…
Aber als Leser muss man nicht befürchten, dass es langweilig wird:
Jemand hat eine Privatdetektivin engagiert, da Zweifel aufgekommen sind, ob die damaligen Ermittlungen sorgfältig genug waren und die Zeugenaussagen glaubwürdig sind. Tatsächlich ist sie auf etwas gestoßen! War diese Entdeckung so brisant, dass sie daher Ove Hultmark mehrfach kontaktierte? Wusste dieser etwas und hat geschwiegen?
Diesmal hat Johanna Mo hilfreiche Informationen zu den vergangenen Ereignissen und den mitwirkenden Personen ins aktuelle Geschehen eingewoben, das hatte mir in den letzten Büchern immer etwas gefehlt. Daher hatte ich keine Schwierigkeiten direkt ins Geschehen einzutauchen und fand mich in weiteren Verlauf der Handlung gut zurecht.
Es ist der Autorin gelungen, nochmals Zweifel zu säen, wer hier für den Tod von Ester Jensen verantwortlich ist und welche Rolle Ove Hultmark eigentlich in der Vergangenheit dabei gespielt hat. Wurde sein Wissen ihm zum Verhängnis und wurde er deshalb ermordet?
Bis diese Fragen alle beantwortet sind, bekommt man eine wendungsreiche und spannende Handlung geboten, die diese Krimi-Reihe unterhaltsam und lesenswert beendet.
Fazit: Wendungsreicher, spannender Abschluss der lesenswerten schwedischen Krimi-Reihe!
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